Fish Dependance Day am 29. April mit Blick auf den Klimawandel
Jeder Bissen Fisch, der ab dem 29. April 2017 in Deutschland verzehrt wird, ist rechnerisch nur noch mit Hilfe von Importen möglich. Ermittelt wird dieser Stichtag jährlich von der britischen New Economics Foundation. Die marinen Ökosysteme sind nicht nur durch ausbeuterische Fangtechniken bedroht, sondern auch durch die Umweltverschmutzung.

Nachhaltige Ressourcen für dieses Jahr in Deutschland am 24. April aufgebraucht
Am 24. April haben wir quasi unseren Jahresvorrat an nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland verbraucht. Dies zeigt, dass unsere Wirtschafts- und Lebensweise weder ökologisch nachhaltig, noch global gerecht ist. Die deutsche Politik muss nicht nur einen effizienteren Ressourceneinsatz sowie einen Wandel im Bereich Verkehr und Mobilität vorantreiben, vor allem muss Deutschland vom Modell der industriellen Landwirtschaft wegkommen.

 

Thema Intensive Landwirtschaft

Gefährliches Bayer-Pestizid: Deutsche Behörde kontrolliert Export nicht ausreichend
Bayer liefert das Pestizid Nativo in Big Bags nach Indien, die zwar einen Hinweis zu den Risiken für das ungeborene Leben enthalten. Auf den abgabefertigen Produkten jedoch fehlt diese Warnung. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen fühlt sich nicht zuständig.

Reserveantibiotika in der Tierhaltung: Germanwatch warnt vor Gesundheitsgefahr für Menschen, Resistenzen gegen Notfall-Antibiotika
Das Bundeslandwirtschaftsministerium plant offenbar zwei Antibiotikaklassen von der Liste der sogenannten Reserveantibiotika zu streichen. Diese Arzneimittel könnten dann in deutlich größerem Umfang in der Tierhaltung eingesetzt werden. Damit würde sich auch das Risiko für Menschen vergrößern, dass sich gegen diese Antibiotika resistente Keime bilden.

Tiere in der Fleisch- und Milchproduktion erhalten mehr Antibiotika als kranke Menschen
In Europa sterben pro Jahr mindestens 25.000 Menschen, weil Antibiotika nicht mehr wirken. Industrielle Tierfabriken mit hohem Antibiotikaeinsatz verschlimmern die Entstehung und Verbreitung von Resistenzen. Mit einer Abgabe auf Veterinärantibiotika könnte die Politik den Antibiotikamissbrauch bei Tieren ausbremsen.

Intensive Landwirtschaft führt zu gravierendem Verlust an biologischer Vielfalt
Die hohen Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft in Deutschland sind die Hauptursache für den schlechten Zustand vieler Flüsse, Seen, Küstengewässer und unseres Grundwassers. Massenhaltung von Schweinen, Rindern und Hühnern produziert Millionen Tonnen an reaktiven Stickstoffverbindungen mit Gülle und bringt diese auf Äcker und Wiesen aus. Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Abschaffung aller schädlichen Subventionen.

Bundesagrarminister Christian Schmidt erhält einen Koffer voller Milchpulver
Milchpulver steht im Zentrum der aktuellen Milchkrise. In dieser Form wird aus wertvoller Milch ein anonymes Massenprodukt. Dazu gehören unterbezahlte Erzeuger auf der einen Seite und zerstörte Entwicklungsperspektiven in Ländern, deren Bäuerinnen und Bauern keine Chance haben, mit dem billigen Pulver aus Europa zu konkurrieren.

Aktion Agrar, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und attac zeichnen Aldi aus
Der vermeintliche Preisvorteil billiger Milch hat katastrophale Folgen: Höfesterben, die weitere Industrialisierung der Kuhställe und noch mehr Druck auf Wasser, Artenvielfalt und Klima. Die Zahl der Kühe auf den Weiden wird dramatisch zurück gehen, während immer mehr Tiere in der billigstmöglichen Produktion in Megaställen landen.

 

Thema Nahrungsmittelspekulationen

Rückschlag im Kampf gegen Nahrungsmittelspekulation
Das EU-Parlament konnte keine strengeren Regeln gegen exzessive Nahrungsmittelspekulation beschließen. Millionen Menschen in Entwicklungsländern geben bis zu 75 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Stabile Preise sind für sie wie auch für Bauern und Bäuerinnen essentiell.

Mehr Nahrungsmittelspekulationen ermöglichen? Neue Fluchtgründe schaffen? Abstimmung des EU Parlaments zur Finanzmarktrichtlinie
Brot für die Welt befürchtet signifikante, negative Auswirkungen, sollte der vorliegende EU Kommissionsvorschlag am Mittwoch im EU-Parlament angenommen werden. Die Finanz- und Ernährungskrise im Jahre 2008 und danach hat eine exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln bewirkt. Dadurch wurde der Kauf von Nahrungsmitteln für Millionen armer Menschen unerschwinglich, laut Weltbank im Jahr 2008 in 33 Ländern.

Geplante EU-Regeln verhindern kaum Nahrungsmittelspekulation
Das Europäische Parlament verabschiedete 2014 die Finanzmarkt-Richtlinie. Kernpunkt sind sogenannte Positionslimits, Obergrenzen für den rein spekulativen Börsenhandel mit Agrarprodukten wie Weizen und Mais. Doch die von der EU-Kommission vorgelegten technischen Standards versagen bei der Eindämmung der exzessiven Spekulation, weil sie zu hohe und damit unwirksame Grenzwerte erlauben.

 

Thema Saatgutkonzerne

Protest bei der Bayer Hauptversammlung 2017
Gerade die reichsten Länder hängen einem Glauben an „nationale Champions“ an und wollen „ihre“ Konzerne im internationalen Wettbewerb gestärkt sehen. So gelingt es nicht, Zugang zu Saatgut zu sichern und bäuerliche Landwirtschaft weltweit zu erhalten. Bei der Bayer Hauptversammlung 2017 in Bonn gab es Proteste gegen den Konzern.

Brot für die Welt: Mega-Konzerne verhindern, bäuerliche Landwirtschaft stärken
Wir brauchen die vielfältige bäuerliche und züchterische Arbeit mit alten und neuen Sorten als Antwort auf den Klimawandel und als Ergänzung zu den züchterischen Anstrengungen der mittelständischen Saatgutfirmen, so Brot für die Welt. Afrika erlebte in den letzten Jahren eine Übernahmewelle einheimischer Saatgutfirmen durch die großen Konzerne, es sind keine größeren unabhängigen Saatgutzüchter übrig geblieben.

Aktion: Freier Weizen statt Konzerngetreide!
Saatgutkonzerne entwickeln Hybridweizen. Die späteren Samen von solchen Pflanzen können nicht wieder ausgesät werden. Deshalb sind Bäuerinnen und Bauern gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut einzukaufen.

Bäuerliche Saatgutsysteme bedroht
Brot für die Welt und FIAN prangern den Machtzuwachs der Saatgutkonzerne an: Drei Konzerne werden 60 Prozent des kommerziellen Saatgutmarktes kontrollieren. Die Menschenrechtler befürchten, dass Megafusionen das Recht auf Nahrung bedrohen.

Fusion Bayer-Monsanto: Entwicklungspolitische Organisationen fordern Stopp der Giganten-Hochzeit
Von Deregulierung und Liberalisierung haben auf dem globalen Agrarmarkt in den letzten Jahrzehnten nur die großen Akteure profitiert. Die Kosten tragen die Bäuerinnen und Bauern sowie Konsumentinnen und Konsumenten weltweit. Mit der Bayer-Monsanto-Fusion kommt eine weitere Markt- und damit Machtkonzentrationswelle ins Rollen.

Deutsche Agrarkonzerne profitieren von Entwicklungshilfe für arme Länder
Unter dem Deckmantel „Hungerbekämpfung“ begünstigt die deutsche Bundesregierung einseitig die Agenda großer Agrarkonzerne. Entsprechende Projekte verharmlosen die ökologischen Probleme der industriellen Landwirtschaft und verkennen, dass Hunger kein Problem des Mangels, sondern von Armut und der Verletzung von Menschenrechten ist. Weltweit werden genügend Lebensmittel produziert, um die ganze Menschheit zu ernähren; dennoch hungern mindestens 800 Millionen Menschen.