Dialog der Kulturen

 

 

Thema Interreligiöser Austausch

„Gleich, ob Muslim, Christ oder Atheist: Jeder trägt die Verantwortung dafür, eine lebenswerte Gesellschaft zu schaffen.“
Interreligiöser Austausch ist essentiell für das friedliche Zusammenleben in einer Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen leben. Indonesiens Ex-Präsident Prof. Dr. Bacharuddin Jusuf Habibie hat sich bei einem Besuch an der Universität Münster für den friedlichen Dialog der Religionen ausgesprochen.

Als Juden und Christen die Zehn Gebote veränderten
J. Cornelis de Vos legt die erste vollständige Untersuchung aller antiken Texte zum Dekalog vor. Jüdische und christliche Gruppen verschärften oder erweiterten die Verbote und Gebote, um ihre Gruppenidentität zu stärken. Sexualethische Normen wurden angefügt, aber keines der Zehn Gebote wurde über Jahrhunderte je abgelehnt.

Fremdenfeindlichkeit: Neutral bleiben ist keine Option für Christen!
Alle Menschen besitzen nach christlicher Überzeugung die gleiche Würde. Wo gegen Andere gehetzt wird, wo Menschen bedroht und die Grundlagen rechtsstaatlicher Demokratie angegriffen werden, ist neutral bleiben keine Option für Christen.

Christlich-islamischer Dialog am Vorabend des 500-jährigen Reformationsjubiläums
Die Reformation hat den Menschen aufgefordert, seine ganz eigene Beziehung zu Gott zu suchen, statt auf die Vermittlung durch einen Klerus zu vertrauen. Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide spricht von einer „dialogischen Beziehung zwischen Gott und Mensch“. Durch das Aufkommen fundamentalistischer Strömungen im 20. Jahrhundert sind reformerische Bemühungen im Islam zum Stillstand gekommen.

Religionen helfen gemeinsam Flüchtlingen und fördern die Integration
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Zentralrat der Muslime in Deutschland, die Türkisch-Islamische Union (DITIB), der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland ermutigen mit ihrem gemeinsamen Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ muslimische, christliche und jüdische Gemeinden und Einrichtungen, im Bereich der Flüchtlingshilfe und des Dialogs mit Flüchtlingen zusammenzuarbeiten.

Heute Wir, morgen Du! Petition gegen die politische Instrumentalisierung des Islam
Die politische Landschaft ist gegenwärtig geprägt von einer Diskussion, in der die Geltung unseres Grundgesetzes für eine Bevölkerungsgruppe in Frage gestellt wird. Dies wird uns in Form eines „politischen Programms“ präsentiert. Einem solchen Ansinnen muss nicht nur in der Sache, sondern im Prinzip widersprochen werden.

Der eine Gott und die Vielzahl der Religionen – Argumente für eine christliche Religionstoleranz
Von manchen wird der monotheistische Glaube an den einen und einzigen Gott verantwortlich gemacht für Gewalt und Unfrieden in der Welt. Doch er kann ebenso gut eine Kraft sein für Frieden und Versöhnung in der modernen Welt. Entscheidend ist, dass der Austausch zwischen den Religionen in einem dialogischen Geist geschieht – mit Menschen ganz verschiedener Positionen, auch mit verschiedenen Positionen im Religionsdialog. VON GERD THEISSEN

Muslimen ist interreligiöser Dialog wichtig
„Wir sollten nicht immer suchen, wo unsere Ansichten verschieden sind, sondern lieber gucken, was wir gemeinsam haben“, betont der bosnische Muslim Asmir Kosuta im Gespräch mit der Storytelling-Website des 100. Deutschen Katholikentags. „Dass wir immer wieder unterschiedlicher Meinung sind, gehört dazu. Das hat Gott so gewollt.“

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) schließt sich der „Allianz für Weltoffenheit“ an
Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Die Mitgliedskirchen distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren. VON MARC WITZENBACHER

„Terror steht im Widerspruch zu Gottes Barmherzigkeit.“
Islamische Kulturzentren nehmen Stellung zu den Anschlägen in Paris: „Sie sind ein Anschlag auf die Menschlichkeit. Terror ist Keimzelle von Zerstörung und Vernichtung, von Hass und Zwietracht.“

„Fremdenfeindlichkeit, Hass oder Rassismus sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar“
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen sieht in der Aufnahme von Flüchtlingen, die unsere Gesellschaft mitgestalten wollen, eine große Chance. Sie will für diesen Prozess ihre Erfahrungen bei der Integration und im interreligiösen Dialog einbringen. VON MARC WITZENBACHER

Für ein Miteinander in Vielfalt
Erklärung der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zur aktuellen Flüchtlingssituation.

 

Thema Spiritualität

Unterhalb der Staatstheologie: Zitate zur inneren Vielfalt der schiitischen Theologie im Iran
Nach Chomeinis Konzept hat die Geistlichkeit die Macht in Iran direkt übernommen. Der Gedanke war, dass man nun unmittelbar Gottes Willen umsetzen kann. Faktisch entstand eine geistliche Diktaturmit allen hässlichen Seiten, die Diktaturen an sich haben.

Der Verband der Islamischen Kulturzentren wünscht allen Muslimen ein gesegnetes Opferfest
Das Opferfest ist eines der bedeutendsten Feste im Islam. Hier gedenken Muslime des Opfers Abrahams: Als er seinen Sohn als Zeichen der Gottestreue opfern wollte, verschonte Allah den Sohn. Das Opferfest ist für Muslime auf der ganzen Welt ein Fest des Friedens, der Liebe, der Fürsorge, der Solidarität und der Versöhnung.

Konfessionslos glücklich?
Konfessions- und Religionslosigkeit fordert Kirchen und Theologie heraus, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Es geht um vornehmlich drei Fragen, nämlich: Kann man Christ sein (1) ohne Religion, (2) ohne den herkömmlichen Gottesbegriff zu teilen, (3) außerhalb der Institution Kirche? Zu jedem dieser Punkte wurden bereits Einwände formuliert, die hier beantwortet werden. VON HANS-MARTIN BARTH

Mystiker und Propheten
Mystiker erwecken im Menschen Wachsamkeit auf die Tiefendimension der religiösen Symbole. Propheten fordern die Gestaltung der Gesellschaft mit dem Leitmotiv Gerechtigkeit. Die festgefahrenen Strukturen der Religion können nicht die spirituellen Impulse des Mystikers und die geistige Kritik des Propheten aushalten. VON WALTER SCHMIDT

87 Prozent der Jugendlichen schätzen Religionsunterricht
Für die heute 16 bis 25-Jährigen sind politische und gesellschaftliche Aushandlungen zum Thema Migration nicht nur selbstverständlicher als älteren Generationen, sie beziehen zu grundsätzlichen Fragen auch anders Stellung. 70 Prozent sprechen sich für einen islamischen Religionsunterricht aus, 87 Prozent sprechen sich für einen Religionsunterricht überhaupt aus. Dies hat die Studie „Deutschland postmigrantisch II“ ermittelt. VON MICHAEL WILDBERGER

Muslime laden ein
Aktionen muslimischer Gemeinden anlässlich des Tages gegen den Rassismus.

„Religionen sind keine starren, monolithischen Größen“
Religionen haben sich von der Antike bis heute immer wieder gegenseitig beeinflusst und voneinander religiöse und kulturelle Traditionen übernommen. DER EXCELLENZCLUSTER „RELIGION UND POLITIK“ ZUM TRANSFER ZWISCHEN RELIGIONEN

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zur Gottesfrage heute
„Es gibt kein festes dogmatisches Regelwerk, wie der Glaube an Gott funktioniert.“ Diese Erkenntnis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) eröffnet Wege zur innerchristlichen Ökumene und zum interreligiösen Dialog. VON MARC WITZENBACHER

Die Welt ist „Hülle Gottes“
Dietrich Bonhoeffers Begriff vom „religionslosen Christentum“.VON DANIEL BALDIG

Eine andere Kirche als die Großkirche
Aspekte franziskanischer Spiritualität. VON MARTIN BRÄUER

Wer bin ich?
Die paradoxe Erfahrung der Identität. VON WALTER SCHMIDT

 

Thema Religionspolitik

Arabische Bevölkerungen sehen EU mehrheitlich kritisch
Bevölkerungen in arabischen Ländern unterscheiden zwischen selbstbestimmter zwischenstaatlicher Kooperation und innenpolitischer Belehrung durch andere Länder und Organisationen. Ein Forschungsprojekt hat erstmals die Gründe für die ablehnende EU-Haltung in der gesamten Bevölkerung von zwölf arabischen Ländern analysiert; bislang hatte die Forschung hierzu nur Eliten-Meinungen ausgewertet.

Religionspolitische Aufklärung im Vergleich: „Amerika, Du hast es besser.“
„Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.“ Dieser Verfassungsartikel macht einigermassen konfliktfreie Integrationsprozesse von Zuwanderungsreligionen und Herkunftsreligionen normativ möglich und zugleich erkennbar, wie sich dabei deutsches Staatskirchenrecht schliesslich in ein allgemeines Religionsverfassungsrecht transformiert. Die Vorgeschichte fortdauernder staatlicher Zuwendungen zu den christlichen Kirchen – die Kompensation staatlicher Konfiszierung kirchlicher Vermögenswerte – macht Einforderungen solcher Zuwendungen seitens neuer Religionsgemeinschaften gegenstandslos. VON HERMANN LÜBBE

„Religionspolitik nicht länger vernachlässigen“
Die Politik ist gut beraten, Diskussionsprozesse über allgemeine und konkrete religionspolitische Fragen in Gang zu bringen. Nur wenn die Bevölkerung ein Verständnis für die Realität der religiösen Vielfalt entwickelt, können Abwägungsprozesse um die Rechte religiöser und nicht-religiöser Mehrheiten und Minderheiten gelingen. Bisher hat die deutsche Politik die Bevölkerung nicht rechtzeitig auf die Religionsvielfalt vorbereitet und religionspolitische Debatten und Entscheidungen vermieden.

Konfliktfreies Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen
Wo Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung zusammenleben und Konflikte entstehen, sind offene und zugleich respektvolle Debatten notwendig. In einer freiheitlichen Gesellschaft haben alle die Vielfalt an Religionen und Weltanschauung zu ertragen. Entscheidend ist es, den anderen Menschen mit seiner Weltanschauung zu akzeptieren, auch wenn diese von der eigenen abweicht.

Volker Beck zu Ditib: Sehr viel türkische Politik
Religionspolitiker mahnen offenere Debatten über und mit Religionen an. Das Religionsverfassungsrecht sei offen für Vielfalt, nicht nur für die christlichen Kirchen. Der Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert Islam-Verbände, Kerstin Griese von der SPD warnt vor Entfremdungstendenzen innerhalb der Gesellschaft, wenn keine Debatten über Religion geführt werden.

„Religionsfreiheit für alle – entgegen AfD-Polemiken“
Religionsfreiheit dient nicht dazu, eine bestimmte Religion unter „Artenschutz“ zu stellen oder andere auszuschließen. In einer religionsfreiheitlichen Gesellschaft haben alle die Pluralität von Religion und Weltanschauung zu ertragen und sich der Auseinandersetzung zu stellen. Das gelingt nur, wenn alle zur zivilisierten Konfliktaustragung bereit sind.

„Parteien haben die Religionspolitik vernachlässigt – AfD nutzt das aus“
Die Politik reagiert auf die wachsende Religionsvielfalt nur langsam und zögerlich. In der Kopftuchgesetzgebung hat sie Probleme verschärft statt sie zu lösen. Von einer systematischen und flächendeckenden Religionspolitik zur Sicherung der gleichen Religionsfreiheit etwa von Muslimen kann bisher nicht die Rede sein.

 


 

Koordinationsrat der Muslime in Deutschland ruft zu Mahnwache in Berlin auf unter dem Motto „Gemeinsam gegen Hass“
Der Koordinationsrat der Muslime verurteilt den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin das Schärfste. Er ruft für heute (20. Dezember 2016) um 17:00 Uhr zu einer Mahnwache an der Gedächtniskirche (Berlin-Charlottenburg) unter dem Motto „Gemeinsam gegen Hass“ auf.

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßt angekündigten Fragebogen zur Jugendsynode
2018 soll eine Weltbischofssynode zum Thema Jugend und Berufung tagen, zu der im Vorfeld ein Fragebogen entwickelt wird. Der BDKJ wünscht sich, dass die Bischöfe die Fragebögen nicht allein ausfüllen, sondern die Antworten möglichst vieler junger Menschen dazu einholen. Bereits 2013 hat der BDKJ den Fragenbogen zur Familiensynode online gestellt, damals beteiligten sich rund 10.000 Menschen an der Online-Umfrage.

 

Thema Wahhabismus

Luther Abd al Wahhab
Der Wahhabismus wurde im 19. Jahrhundert als „Protestantismus des Islam“ bezeichnet. Ähnliche Tendenzen bei Abd al Wahhab und bei Martin Luther sind in der Tat unverkennbar. Allerdings: Die Wahhabiten haben ihren Wurzelzustand festbetoniert, bei der Reformation sind daraus ganze Wälder von Neuem erwachsen.

Die fundamentalistischen Exportgüter Saudi-Arabiens: Wahhabismus und al-Qaida
Der Wahhabismus ist die einzige Richtung im Islam, die den permanenten Dschihad zum Programm erhebt. Politische Konstellationen und nicht etwa die Armut der Landbevölkerung erklären die Popularität solcher Organisationen wie al-Qaida oder IS. Die weitere Entwicklung ist völlig offen.