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Treffen der G20-Finanzminister März 2017

G20-Finanzministertreffen: keine Schritte hin zu einer gerechten Weltwirtschaft
Das globalisierungskritische Netzwerkes Attac stellt nach dem Treffen in Baden-Baden fest: Die G20-Finanzminister setzen weiter auf Deregulierung, Sparpolitik und ungerechten Welthandel – statt endlich entschieden gegen Steueroasen und den Steuerunterbietungswettbewerb vorzugehen und eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte voranzutreiben. Attac triit für kooperativen Welthandel mit gerechten Regeln für alle ein.

 

Die G20 und das US-Diktat zur klimapolitischen Realitätsverweigerung
Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch kritisiert: In der Erklärung der G20-Finanzminister fehlt anders als im vorbereiteten Text jeglicher Hinweis auf die Herausforderungen des Klimawandels. Die Welt dürfe sich dem versuchten Diktat zur Wirklichkeitsverweigerung der Trump-Regierung nicht unterwerfen.

 

Weltweit immer mehr Länder auf dem Weg in eine neue Schuldenkrise
Die Entscheidungen der G20 beeinflussen auch die Menschen und die Umwelt in Ländern, die nicht Teil des Clubs der reichsten Nationen der Welt sind und kein Mitentscheidungsrecht haben. Der Schuldenreport 2017 zeigt: Immer mehr Länder sind auf dem Weg in eine neue Schuldenkrise. Das Entschuldungsbündnis erlassjahr.de fordert die G20 auf, der Gefahr durch entschiedenes politisches Handeln zu begegnen.

 

Steuerflucht und -vermeidung bedrohen die Demokratie
In Frankreich entspricht der Betrag, der dem Staat durch nicht gezahlte Steuern entgeht, in etwa dem Haushaltsdefizit. Die Politik in Europa muss verpflichtet werden, der gesellschaftlichen Spaltung wirksam entgegenzutreten. Es ist eine Frage des politischen Willens, Profite aus Unternehmenstätigkeit und Erträge aus Kapitalbesitz angemessen zu besteuern.

 

G20-Finanzminister: unzureichender politischer Wille bei Steuergerechtigkeit und Klimafinanzierung
Die Entwicklungsorganisation Oxfam kommentiert das Treffen der G20-Finanzminister in Baden-Baden: „Es droht ein ruinöser internationaler Steuerwettlauf, und das Pariser Klimaabkommen wird viel zu zögerlich umgesetzt. Jetzt ist nicht die Zeit, sich nur mit einer weichgespülten Tagesordnung im Baden-Badener Kurhaus zusammenzufinden. Die Weltgemeinschaft erwartet Lösungsvorschläge für wichtige Probleme.““

 

G20-Finanzministertreffen: Finanzwende oder neuer Crashkurs?
Die G20 haben die Ursachen der tiefgreifenden strukturellen Risiken des weltweiten Finanzsektors nicht wirklich angetastet. Im Interesse einiger weniger Finanzmarktakteure hat die Bundesregierung aktiv verhindert, dass klare Regeln den Banken das Schönrechnen ihrer Risiken untersagen. Systemrelevante Großbanken können darauf setzen, in der nächsten Krise erneut als „too-big-to fail“ durch die Steuerzahler/innen gerettet zu werden.

 


 

2017 „Internationales Jahr des Nachhaltigen Tourismus“
Deutsche Reisende geben pro Jahr mehr als 13 Milliarden Euro in Entwicklungs- und Schwellenländern aus. Dort vermindert der steigende Tourismus kaum die Armutsquote. Langfristig verstärkt sich bei zunehmendem Tourismus sogar die Einkommensungleichheit in den besuchten Ländern.

 

„Heizen ist der Ausgleich von Baumängeln“
Nullenergiegebäude sind möglich, also Gebäude ohne Zufuhr kommerzieller Energie. Die Deckung des gegenwärtigen Energiebedarfs für Gebäude entspricht Kosten für Endverbraucher in Höhe von rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Im Fortschreiten der Energiewende geht es also um viel Geld. Das neue Gebäudeenergiegesetz ist allerdings lediglich architektonisch neu gefasst, im Inhalt ist fast alles recycelt. Bemerkenswert ist vor allem, was nicht beziehungsweise lediglich völlig kraftlos entschieden wurde.

 

20. Februar 2017 – Welttag der Sozialen Gerechtigkeit: „Geld ist genug da, es muss nur gerechter verteilt werden!“
Das gesellschaftliche Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“ will soziale Gerechtigkeit zum Wahlkampfthema machen. Es sei Zeit für soziale Gerechtigkeit, stellt etwa ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske fest. Anlässlich des Welttags der Sozialen Gerechtigkeit am heutigen Montag fordert das Bündnis eine steuerpolitische Kehrtwende zur Finanzierung von mehr sozialer Sicherheit und notwendigen Investitionen in das Gemeinwesen.

Geldwäscherichtlinie: Geschenk an Unternehmenslobby
Journalisten und Nichtregierungsorganisationen waren in den vergangenen Jahren die wichtigsten Streiter gegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption. In das von EU und OECD geforderte Transparenzregister, das die wahren Eigentümer („wirtschaftlich Berechtigten“) von Unternehmen auflistet, sollen sie nur bei nachgewiesenem „berechtigtem Interesse“ gegen Gebühr Einblick erhalten. So der Kabinettsentwurf zur Umsetzung der 4. EU-Anti-Geldwäscherichtlinie.

 

Thema Nahrungsmittelspekulationen

Rückschlag im Kampf gegen Nahrungsmittelspekulation
Das EU-Parlament konnte keine strengeren Regeln gegen exzessive Nahrungsmittelspekulation beschließen. Millionen Menschen in Entwicklungsländern geben bis zu 75 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Stabile Preise sind für sie wie auch für Bauern und Bäuerinnen essentiell.

Mehr Nahrungsmittelspekulationen ermöglichen? Neue Fluchtgründe schaffen? Abstimmung des EU Parlaments zur Finanzmarktrichtlinie
Brot für die Welt befürchtet signifikante, negative Auswirkungen, sollte der vorliegende EU Kommissionsvorschlag am Mittwoch im EU-Parlament angenommen werden. Die Finanz- und Ernährungskrise im Jahre 2008 und danach hat eine exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln bewirkt. Dadurch wurde der Kauf von Nahrungsmitteln für Millionen armer Menschen unerschwinglich, laut Weltbank im Jahr 2008 in 33 Ländern.

Geplante EU-Regeln verhindern kaum Nahrungsmittelspekulation
Das Europäische Parlament verabschiedete 2014 die Finanzmarkt-Richtlinie. Kernpunkt sind sogenannte Positionslimits, Obergrenzen für den rein spekulativen Börsenhandel mit Agrarprodukten wie Weizen und Mais. Doch die von der EU-Kommission vorgelegten technischen Standards versagen bei der Eindämmung der exzessiven Spekulation, weil sie zu hohe und damit unwirksame Grenzwerte erlauben.

 

Ölpipeline Dakota Access

Dakota-Pipeline: BayernLB reagiert auf Proteste
Die Bayerische Landesbank reagiert auf anhaltende Proteste und will eine weitere Finanzierung der umstrittenen US-Ölpipeline Dakota Access ausschließen. Laufende Verträge will sie noch erfüllen. Anfang Februar hatten mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen in München demonstriert und mehr als 700.000 Unterschriften überreicht.

Globale Protestwoche gegen Mega-Ölpipeline Dakota Access
US-Präsident Donald Trump will den Bau der weltweit heftig kritisierten US-Ölpipeline Dakota Access beschleunigen. Auch in München wurde protestiert: Die BayernLB ist mit einem Projektkredit beteiligt. Die Sioux hatten Treffen mit den Banken gefordert, acht Banken waren dazu bereit, die BayernLB jedoch nicht.

Forderung an BayernLB: Kein Kredit für Trumps Pipeline!
Donald Trump will den Bau der weltweit heftig kritisierten US-Ölpipeline Dakota Access durch heiliges Indianergebiet beschleunigen. In München wird ein Bündnis von NGOs vor der Zentrale der BayernLB protestieren, die dem Pipeline-Konsortium einen Projektkredit gewährt hat.

 

Finanzmarktregulierung

Attac Deutschland zu Davos: „Selbsternannte Weltelite warnt vor Risiken eigener Politik“
Ein Politikwechsel hin zu mehr Finanzmarktregulierung, einem Ausbau der sozialen Sicherungssysteme und einer Umverteilung von oben nach unten würde dem erstarkenden Rechtspopulismus den Boden entziehen. Von den in Davos Versammelten ist allerdings keine Lösung zu erwarten; sie ist Teil des Problems. Es gilt, die Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen eines internationalen Handelsmandates zum Vorteil aller Menschen zu gestalten.

Finanztransaktionssteuer: Das Lavieren der EU-Finanzminister kostet die Steuerzahler 60 Millionen Euro pro Tag
Jeder Tag, den sich die Einführung der Finanztransaktionssteuer verzögert, kostet die Staatskassen der beteiligten Länder 60 Millionen Euro, jede Stunde 2,5 Millionen. Das Geld fehlt derweil bei der Armutsbekämpfung und beim Klimaschutz.

G20-Agenda der Bundesregierung verschärft Instabilität der Weltwirtschaft
Das Festhalten der Bundesregierung an einer internationalen Blasenökonomie, die von den Zentralbanken mit billigem Geld befeuert wird, erhöht nicht die ökonomische Widerstandskraft und führt zu ungerechter Verteilung. Notwendig sind stattdessen ein Ausbau sozialer Sicherungssysteme weltweit und Investitionsprogramme für einen sozial-ökologische Umbau.

Einigung auf das Grundgerüst einer Finanztransaktionssteuer
Die Kampagne „Steuer gegen Armut“ begrüßt die Einigung der zehn Finanzminister auf ein Grundgerüst der Finanztransaktionssteuer. Dass kurzfristige Interbankkredite jetzt komplett ausgenommen werden, sei ein Zugeständnis an die Finanzindustrie. Auch die stufenweise Einführung einiger Regelungen ohne konkrete Nennung von Terminen für die vollständige Einführung sei problematisch.

Forderung zur IWF-Herbsttagung: Finanztransaktionssteuer jetzt!
Die Finanztransaktionssteuer drängt kurzfristige Finanzspekulationen zurück und generiert zusätzliche öffentliche Einnahmen zur Finanzierung nachhaltiger Entwicklung. Sie ist das Gebot der Stunde, um die benötigten öffentlichen Einnahmen für die Bekämpfung von Armut und die Eindämmung globaler Risiken zu mobilisieren. Alle Finanzprodukte müssen ohne Ausnahmen besteuert werden, die Steuer darf nicht auf einen minimalen Satz festgelegt werden.

t04Ökonomen fordern Finanztransaktionssteuer
Einer Einigung über eine europaweite Finanztransaktionssteuer am 10. Oktober 2016 steht aus technischer Sicht nichts mehr im Weg. Die Einführung ist überfällig. Die Steuer würde dringend benötigtes Geld einbringen, um weltweit Gesundheit und Bildung und den internationalen Klimaschutz zu finanzieren.

Finanztransaktionssteuer jetzt: 10.000 Organisationen fordern Einführung im Juni 2016
Die Panama-Papiere haben gezeigt, dass eine grundlegende Strukturreform des gesamten Finanzsektors dringend notwendig ist. Die Finanztransaktionssteuer würde zudem Einnahmen in Milliardenhöhe einbringen, die für die globale Armutsbekämpfung und den Klimaschutz eingesetzt werden sollten.

Argentinien: Teure Kreditaufnahme zur Auszahlung der Geier
In diesen Tagen gibt Argentinien Staatsanleihen in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar aus. Der Großteil des erlösten Geldes fließt direkt an die Gläubiger die vor US-amerikanischen Gerichten auf volle Bezahlung ihrer Forderungen geklagt haben, die sie nach der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 zu einem Bruchteil des ursprünglichen Wertes aufgekauft hatten. Verglichen mit dem Einkaufswert erzielen sie einen Gewinn von bis zu 1.000 Prozent.

Petition an die Europäische Kommission: Briefkastenfirmen schließen, Geldwäsche stoppen, beteiligte Banken bestrafen!
Das Verschleierungssystem, das die #PanamaPapers offenbart haben, dient auch zur Finanzierung organisierter Kriminalität – von Menschenhandel über illegale Waffengeschäfte bis hin zur Terrorfinanzierung. Der Sumpf aus Steueroasen, Briefkastenfirmen und Geldwäsche muss endlich trockengelegt werden! VON SVEN GIEGOLD

 

Steuern, Lobbyismus

Neue Studie: Helfer der Steuerhinterziehung und Geldwäsche
Steuerflucht und Geldwäsche werden möglich gemacht durch Banken, Anwaltsfirmen und Wirtschaftsprüfer, die in der Europäischen Union arbeiten und oft hier ihren Hauptsitz haben. Vor allem Schweizer und Luxemburger, aber auch französische und britische Institute haben sich an der Vermittlung solcher Geschäfte eine goldene Nase verdient. Die Regierungen der Mitgliedsländer müssen eine Untersuchung dieser Komplizen von Steuerflucht und Geldwäsche einleiten.

Attac legt Vorschlag für gerechte Erbschaftssteuer vor
Attac hat einen eigenen Vorschlag für eine umfassende Reform der Erbschaftssteuer vorgelegt. Erbschaften großer und größter Vermögen sollen deutlich höher besteuert werden als im Konzept der Regierungskoalition. Die Erben von kleinen Erbschaften und Schenkungen, die derzeit am meisten abgeben müssen, sollen entlastet werden: Attac schlägt einen Freibetrag von zwei Millionen Euro pro Person vor – für alle Zuwendungen aus Erbschaften und Schenkungen insgesamt im Leben.

Schon über 120.000 fordern: Keine Steuergeschenke für Milliardäre!
Binnen weniger Tage haben bereits über 120 000 Menschen einen Online-Appell gegen die Privilegierung von Superreichen bei der Erbschaftssteuer unterzeichnet. „Die Erbschaftssteuer muss dazu beitragen, die massive soziale Ungleichheit in der Gesellschaft zu verringern, statt sie weiter zu verschärfen“, so Lisa Großmann, Koordinatorin des Netzwerk Steuergerechtigkeit.

Erbschaftsteuer: Offener Brief an Finanzminister der Länder

t04Petition für mehr Transparenz von Lobbyismus und einen Stopp schneller Seitenwechsel
In einer Zeit, in der Populisten Stimmung gegen Europa machen, braucht die Europäische Demokratie mehr Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Nur wenn Politiker sich selbst scharfen Regeln unterwerfen, können sie dieses Vertrauen stärken. Der Maßstab solcher Regeln muss sein, dass Politiker allein dem Gemeinwohl dienen.

EU-Abgeordnete dürfen in Zukunft nur noch registrierte Lobbyisten treffen
Am 14.12.2016 hat das Europaparlament über Änderungen an der Geschäftsordnung abgestimmt. EU-Abgeordnete dürfen in Zukunft nur noch registrierte Lobbyisten treffen. Ein besserer Verhaltenskodex wurde blockiert: Abgeordnete, die den Verhaltenskodex verletzen, können weiterhin hoffen, sanktionsfrei zu bleiben.

 


 

Deutscher Gewerkschaftsbund: „Wirtschaftsweise“ gefährden Wachstum und Stabilität
Der DGB kritisiert das Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Geht es nach der Mehrheit des Sachverständigenrates, soll der Arbeitsmarkt weiter dereguliert und der Niedriglohnsektor ausgeweitet werden, Unternehmen sollen weiter steuerlich entlastet, Finanztransaktions- und Vermögenssteuer ganz aufgegeben werden. All diese Maßnahmen würden die soziale Ungleichheit in Deutschland weiter verschärfen.

t04Welttag für menschenwürdige Arbeit: Löhne, von denen man nicht leben kann, unbezahlte Überstunden …
Arbeit schützt nicht automatisch vor Armut. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leben an oder sogar unter der Armutsgrenze. Deutsche Unternehmen beziehen Rohstoffe und Produkte aus dem Ausland, die unter menschenverachtenden Bedingungen gewonnen oder hergestellt wurden. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben sich nicht bewährt.

Welttag für menschenwürdige Arbeit: Arbeitsbedingungen in der Schuh- und Lederproduktion für Europa
In der Schuhindustrie erzielen Markenunternehmen Profite auf Kosten indischer ArbeiterInnen. Arbeitszeiten von zwölf Stunden sind keine Seltenheit, Urlaubsansprüche sowie Krankschreibungen werden oft nicht berücksichtigt, die Funktion und die Bedeutung von Gewerkschaften ist nur wenigen bewusst.

„Berufsbildungsgesetz endlich novellieren“
Mädchen und junge Frauen sind bei der Berufsausbildung unzufriedener als ihre männlichen Altersgenossen. Die Politik muss darauf hinwirken, Ausbildungsbedingungen und Beschäftigungsperspektiven im Anschluss an die Ausbildung zu steigern – besonders in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Soziale Arbeit. Hier bedarf es einer deutlichen Aufwertung mit dem Ziel, dass neben einer finanziellen Verbesserung auch eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung erreicht wird.

Weltbank schwächt über Jahrzehnte erkämpfte Schutzstandards
Mit ihren neuen Umwelt- und Sozialstandards fördert die Weltbank Fluchtursachen. Sie erleichtert Umweltzerstörungen und Verelendung von Menschen durch Zwangsumsiedlungen oder missachtete Landrechte.

Solidarität mit den „Nuit debout“-Protesten gegen die Arbeitsrechts-„Reform“ in Frankreich
Ein vom Wissenschaftlichen Beirat von Attac veröffentlichter offener Brief macht deutlich, dass die „Nuit debout“-Proteste gegen die nach deutschem Vorbild durchgezogenen Arbeitsrechts-„Reformen“ in Frankreich berechtigt und notwendig sind. Die „Reformen“ sind Teil eines zerstörerischen Standort-Wettbewerbs, der zu Ungleichheiten führt und den demokratischen wie sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union schwer schädigt. Die Forderung der Streikenden, abhängige Arbeit solle aufgewertet und deren finanzielle und moralische Herabwürdigung beendet werden, wird von den Unterzeichnenden unterstützt.

Bedingungsloses Grundeinkommen: attac sieht trotz Scheitern in der Schweiz ernsthafte Debatte in ganz Europa
Das bedingungslose Grundeinkommen wird im globalisierungskritischen Attac-Netzwerk breit diskutiert und unterstützt, wenn es auch kein Konsens ist. Neoliberale Finanzierungsmodelle, wie sie ein Teil der Schweizer Initiatoren befürworten, lehnt die Attac-Arbeitsgruppe dabei ab.

Geld kommt nicht in der Realwirtschaft an und wirkt nicht sozial-ökologisch
Anlageentscheidungen werden zuerst nach der Rendite getroffen, dann folgen Sicherheit und Laufzeit. Die Frage nach der Wirkung einer Anlage stellt sich schlichtweg nicht. Das ist „systemisch organisierte Verantwortungslosigkeit“, so der Vorstandssprecher des GLS-Bank, Thomas Jorberg.

 


 

Kohleausstieg der Deutschen Bank: Leider noch nicht!
Nach Medienberichten plant die Deutsche Bank einen teilweisen Ausstieg aus Kohle. Die jetzt veröffentlichte Richtlinie bezieht sich vor allem auf die direkte Finanzierung von Kohleprojekten. Die meisten Projekte werden jedoch indirekt über Firmenkredite und -anleihen finanziert, an dieser Form der Kohlefinanzierung wird sich nichts ändern.

 
 

41 Unternehmen und Branchenverbände drängen auf ehrgeizigen und konkreten Klimaschutzplan
Ein ambitionierter Klimaschutzplan mit konkreten Zielen für Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft schafft Klarheit für Wirtschaft und Gesellschaft, dass die Klimaziele eingehalten werden. Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und sichert die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Die Weltbank treibt den Klimawandel mit indirekter Kreditvergabe voran
Während sie früher Kredite fast ausschließlich direkt vergeben hat, lagert die zuständige Weltbank-Tochter heute den Großteil der Entwicklungsarbeit an profitorientierte Finanzinstitutionen aus. So finanziert sie indirekt die massive Expansion von Kohlekraftwerken und die Zerstörung von Wäldern, damit Kohle gefördert werden kann, obwohl sie bereits 2013 einen weitgehenden Kohleausstieg beschlossen hat.

Bankrichtlinien schließen Rüstungsfinanzierung oft nicht umfassend aus
Umfragen zeigen, dass Bundesbürger mehrheitlich Rüstungsgeschäfte ihrer Banken ablehnen. Die Menschenrechtsorganisationen Facing Finance und urgewald legen mit ihrer Studie „Die Waffen meiner Bank“ Recherchen zu den deutschen Geldgebern relevanter Rüstungshersteller vor. Die Studie untersucht deutsche Banken und ihre Finanzbeziehungen der letzten drei Jahre zu wichtigen globalen und nationalen Rüstungsfirmen.

 


 

Medizin, Macht und Moral
Der 5. Internationale IPPNW-Kongress in Nürnberg beschäftigte sich mit der Rolle von ÄrztInnen und insbesondere Psychiatern im Nationalsozialismus, ethischen Fragen im Medizinalltag und der Rolle von Menschen im Gesundheitswesen als Friedensstifter. Investitionsschutzabkommen wie TTIP oder CETA haben weitgehende Auswirkungen auch auf das Gesundheitswesen und sind ein Katalysator, um renditeträchtige Investitionen im Gesundheitswesen und damit die Privatisierung voranzutreiben.

Nach dem Brexit-Votum: Die Menschen sind es leid, ihr Leben vom Willen der Finanzmärkte, Konzerne und Eliten diktieren zu lassen
Germanwatch und Attac fordern erneuerte, an sozialen und ökologischen Werten orientierte EU und warnen vor rechter Hetze. Die britische Entscheidung für den EU-Austritt ist ein alarmierendes Zeichen für die tiefe Krise der Europäischen Union. Drin bleiben- oder Raus-Entscheidungen sind keine Lösung.

Attac: Sanktionen gegen Spanien und Portugal ökonomisch und sozial absurd – keine erneuten Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit
Staaten, die finanziell in Not sind, Hilfen zu kürzen oder sie gar mit Strafzahlungen zu belegen, führt sie noch tiefer in finanzielle Not, stellt das globalisierungskritische Netzwerk Attac fest und kritisiert den Versuch der Bankenlobby, mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut staatliche Hilfsprogramme für Banken durchzusetzen. Die Politik sollte endlich dafür sorgen, dass die Krisenkosten der Banken nicht mehr weiter auf die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt werden.

t04Kulturschaffende und Attac bringen Neoliberalismus ins Museum
Was ist absurdere Kunst als ein System, das behauptet: Wenn jeder den anderen nieder konkurriert, entsteht für alle das Beste? Dieses System produziert Finanz- und Wirtschaftskrisen, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, Umweltzerstörung und Klimawandel werden angeheizt.

Attac und die Gemeinnützigkeit: Eine Demokratie braucht politisch streitbare Akteure
Mit der Behauptung, Attac sei zu politisch, hat das Finanzamt Frankfurt dem Netzwerk 2014 den Status der Gemeinnützigkeit entzogen. Allerdings verbietet das Gesetz gemeinnützigen Vereinen keine politischen Aktivitäten, sondern schließt lediglich die Förderung von Parteien aus. Attac stellt fest, dass seine Aktivitäten vom gemeinnützigen Zweck der Förderung des demokratischen Staatswesens gedeckt sind, weil das Netzwerk über die Gefahren einer zu stark deregulierten Wirtschaft aufklärt.