So allerlei zu Advent und Weihnachten, 6. Dezember 2017

 

Die deutsche Weihnachtsmarkt“kultur“ findet man in Ungarn nicht so ausgeprägt. Es gibt vereinzelte Weihnachtsmärkte, die nur einen Tag dauern und deren Größenordnung mit unseren auch in den kleineren Städten, wie Buxtehude, nicht zu vergleichen sind, denn sie sind viel kleiner. Auch werden Hinweisschilder auf diese Veranstaltungen vermisst. In Zeitungen werden sie angekündigt, das scheint als Information zu reichen. Ortsunkundige müssen suchen. In einen fremden Ort fahren und auf Schilder hoffen, das kann man zwar tun, aber man wird keine finden.

Allerding gilt meine Erfahrung für die Provinz, in der wir leben, nicht für die Großstadt Budapest. Dort ist die Weihnachtsmarktkultur natürlich schon eingezogen.

Was ich noch vergeblich suchte, waren Adventskalender, die bei uns Zuhause in Deutschland zuhauf verkauft werden oder deren Türchen im Radio, an der Haustür (lebendiger Adventskalender), in der Zeitung geöffnet werden. In dem Teil Ungarns, in dem wir leben, habe ich sie in den Geschäften vergeblich gesucht.

Heute ist Nikolaustag und auch hier in Ungarn werden Schuhe oder Stiefel in der Nacht vor dem 6. Dezember vor die Tür gestellt in der Hoffnung, dass sie mit Süßigkeiten oder Ähnlichem gefüllt werden.

Mikuláscsomag ist der Nikolaussack. Mit diesem roten Sack kommt der Nikolaus und füllt die Stiefel. Aber Mikuláscsomag wird auch gebracht als Nickname für den Strafzettel am Auto. Wir sagen Knöllchen, die Ungarn sagen Mikuláscsomag, weil die Zahlungsaufforderung in einem roten kräftigen Plastiksäckchen eingeschweißt ist. Da stellt sich mir die Frage, woher unser „Kosename“ Knöllchen kommt?

Ich wünsche aus dem weinfreundlichen Ungarn frohe Weihnachten, wie sollte es anders sein, mit einem Flaschenweihnachtsbaum.

P.S.: Das Bild der Metallkrippe vom letzten Blog zeigt in Wirklichkeit einen Weihnachtsbaumständer.