Werner Zager: Liberale Frömmigkeit? Spiritualität in der säkularen und multireligiösen Gesellschaft

 

Es gibt eine Reihe von Tagungsbänden, bei denen man sich fragt, ob es nötig war, sie auf den Markt zu werfen, und wer sie außer den Tagungsteilnehmern liest. Der Band „Liberale Frömmigkeit?“ herausgegeben von Werner Zager, der eine Tagung des Bundes für freies Christentum mit dem gleichen Titel dokumentiert und darüber hinaus wichtige und lesenswerte Artikel zum Thema aufbereitet, sollte seinen Platz im Bücherregal jedes an der Entwicklung von Kirche und Theologie Interessierten haben.

Wie kann heute Spiritualität verstanden und gelebt werden? Was wird unter atheistischer Spiritualität verstanden? Diesen Fragen wird nachgespürt und Antworten werden versucht. Viele interessante Überlegungen dieser Tagung wurden veröffentlicht. Gerd Theißen und Klaus Peter Jörns kommen zu Wort. Gerd Theißen setzt sich in seinem Beitrag: „Polyphone Bibelhermeneutik und protestantische Spiritualität“ für selektive, kombinatorische, approximative, interpretative und kreative Freiheit im Umgang mit der Bibel als Voraussetzung für die Möglichkeit einer offenen protestantischen Spiritualität ein.

Im Beitrag von Klaus-Peter Jörns „Von der Blutfrömmigkeit zum Leben aus der Geistkindschaft“ steht seine Kritik an der christlichen Kreuzestheologie und Abendmahlsliturgie im Vordergrund. Er fordert dazu auf, die Blutfrömmigkeit durch eine in der Gotteskindschaft gelebte Spiritualität abzulösen.

Der Bund für Freies Christentum ist ein Zusammenschluss vorwiegend protestantischer Christen, die sich für eine verantwortete, undogmatische, weltoffene Form des christlichen Glaubens einsetzen und dabei ein Spektrum von unterschiedlichen Auffassungen zu integrieren versuchen.

Heiderose Gärtner-Schultz.