Wolfgang Huber: Glaubensfragen

 

Diese „evangelische Orientierung“ ist hermeneutisch höchstsensibel auf der Höhe der Zeit und der zeitgenössischen Theologie. Präzise in der Problemdarlegung, prägnant in der Sprache und Konzeptorientierung – dabei in dauernder Bodenhaftung mit der zentralen reformatorischen Tradition und Transformation und vor allem dem Quellgrund der biblischen Botschaft. Aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen werden ebenso konsequent beschrieben als verpflichtende Verantwortung für einen geistesgegenwärtigen, bewusst ökumenischen Protestantismus.

Diese „Glaubensfragen“, eine überzeugende, einsichtige Dogmatik und moderner Katechismus, tritt mit seinen neuen Überlegungen und Erkenntnissen neben Hubers „Grundfragen“, ergänzend und grundlegend – ebenso elementar, hilfreich und selbstkritisch wie diese im gleichen Verlag 2016 erschienene Ethik.

In seiner evangelisch geprägten Sicht stellt der ehemalige Berliner Bischof und Ratsvorsitzende der EKD fünf Grundmotive des Glaubens dar: das Schöpfungs-, das Gnaden-, das Liebes-, dass Hoffnungs- und das Umkehrmotiv und endet mit der Frage nach den Werten Europas mit dessen traditionell christlicher Prägung. Fünf derartige Werte hebt der Autor hervor: Gottvertrauen und Nächstenliebe, die Achtung der Menschenwürde, Toleranz, verantwortete Freiheit und Einsatz für das Gemeinwohl.

Walter Schmidt.