Brot für die Welt ruft zur Großdemonstration zur Internationalen Grünen Woche 2020 in Berlin auf

 

Agrarhandel muss die ökologische Landwirtschaft stärken und das Klima schützen

(Berlin, 13. Januar 2020) Bei der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am 18. Januar in Berlin werden Tausende Menschen für eine bäuerliche, agrarökologische und klimafreundliche Landwirtschaft auf die Straße gehen. Brot für die Welt gehört zu den Trägern des Bündnisses, das nun zum zehnten Mal zum Beginn der Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ zur Demonstration aufruft. Bei der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor (ab 12.00 Uhr) sprechen Vandana Shiva, indische Partnerin des evangelischen Hilfswerks und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, und Antonio Andrioli, Agrarprofessor und ehemaliger Stipendiat von Brot für die Welt aus Brasilien.

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für eine Landwirtschaft und einen Agrarhandel ein, durch die ausreichend gesunde Lebensmittel produziert und fair gehandelt werden. Dabei stehen der nachhaltige Umgang mit Böden, Saatgut und Wasserressourcen sowie die Klimafreundlichkeit im Fokus. Dies leisten vor allem kleinbäuerliche Betriebe. Sie erzeugen den Großteil der Nahrungsmittel weltweit. Kleinbäuerliche Landwirtschaft steht jedoch in vielen Ländern unter Druck: Landgrabbing, Klimawandel, fehlende politische Unterstützung und unfaire Handelsbedingungen setzen ihr zu.

Brot für die Welt appelliert an die deutsche Bundesregierung, sich beim Treffen der Minister und Ministerinnen für Landwirtschaft vor der Grünen Woche in Berlin dafür einzusetzen, dass sich Entwicklungsländer vor bestehenden und zukünftigen Billigexporten der Industrieländer im Agrarsektor schützen können.

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, sagt: „Deutschland und die EU müssen in der Agrar- und der Agrarhandelspolitik endlich umsteuern. Im Zentrum der Politik darf nicht mehr stehen, mit möglichst niedrigen Preisen und großen Produktmengen die Märkte der Welt zu erobern. Vielmehr muss gerade die Agrarhandelspolitik Antworten auf die globale Krise des ländlichen Raums und der bäuerlichen Betriebe anbieten, anstatt sie weiter zu verschärfen. Auch auf die Klima- und Biodiversitätskrise muss mit einer stark veränderten Agrarhandelspolitik reagiert werden.“ Erster Schritt in diese Richtung ist ein Veto gegen das geplante Freihandelsabkommen Mercosur.