{"id":135,"date":"2019-07-16T18:06:01","date_gmt":"2019-07-16T16:06:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=135"},"modified":"2020-09-06T13:51:28","modified_gmt":"2020-09-06T11:51:28","slug":"zahl-der-hungernden-weltweit-im-dritten-jahr-in-folge-gestiegen-kehrtwende-bei-agrarpolitik-unerlaesslich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/zahl-der-hungernden-weltweit-im-dritten-jahr-in-folge-gestiegen-kehrtwende-bei-agrarpolitik-unerlaesslich\/","title":{"rendered":"Zahl der Hungernden weltweit im dritten Jahr in Folge gestiegen: Kehrtwende bei Agrarpolitik unerl\u00e4sslich"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Hungernden im Jahr 2018 im dritten Jahr in Folge gestiegen, haupts\u00e4chlich aufgrund von Konflikten und Klimaextremen. Um diese strukturellen Ursachen des Hungers anzugehen, braucht es eine Kehrtwende in der Agrarpolitik hinzu agrar\u00f6kologischen Ans\u00e4tzen. Dabei werden \u00f6kologische und menschenrechtliche Prinzipien angewandt, die Einkommen von Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen gest\u00e4rkt sowie ihre Unabh\u00e4ngigkeit und Teilhabe gef\u00f6rdert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 15. Juli 2019)<\/strong> Steigende Hungerzahlen, st\u00e4rkere Klimaextreme und beschleunigtes Artensterben \u2013 eine Kehrtwende in der Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik ist dr\u00e4ngender denn je. Dies betont die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anl\u00e4sslich des heute ver\u00f6ffentlichten Weltern\u00e4hrungsberichts der Vereinten Nationen. Agrar\u00f6kologie sollte zum zentralen F\u00f6rderkonzept der Armuts- und Hungerbek\u00e4mpfung im l\u00e4ndlichen Raum in Entwicklungsl\u00e4ndern werden. Das Konzept ist besonders geeignet, um die Folgen der Klimakrise in der Landwirtschaft zu bew\u00e4ltigen: Sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch der Zugang zu lokal produziertem und vielf\u00e4ltigem Saatgut werden verbessert, zudem werden stabilere Ernteertr\u00e4ge erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/ueber-uns\/publikationen\/positionspapier-agraroekologie-staerken\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/07\/agraroekologie2019_positionspapier-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-136\" width=\"320\"\/><\/a><figcaption>Das Konzept &#8222;Agrar\u00f6kologie&#8220; wird von 59 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen in einem zw\u00f6lfseitigen Positionspapier dargestellt. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der\nHungernden im Jahr 2018 im dritten Jahr in Folge gestiegen, haupts\u00e4chlich\naufgrund von Konflikten und Klimaextremen. Um diese strukturellen Ursachen des\nHungers anzugehen, braucht es eine Kehrtwende in der Agrarpolitik hinzu\nagrar\u00f6kologischen Ans\u00e4tzen. Dabei werden \u00f6kologische und menschenrechtliche\nPrinzipien angewandt, die Einkommen von Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen\ngest\u00e4rkt sowie ihre Unabh\u00e4ngigkeit und Teilhabe gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Agrar\u00f6kologie ist besonders geeignet, um die Folgen der\nKlimakrise in der Landwirtschaft zu bew\u00e4ltigen. Denn eine vielf\u00e4ltige Anzahl\nvon Pflanzen wird intelligent kombiniert und angebaut, so dass die\nFruchtbarkeit von B\u00f6den erh\u00f6ht, ihre wasserregulierende Funktion verbessert und\nder Sch\u00e4dlings- und Krankheitsdruck reduziert wird. \u201eBei agrar\u00f6kologisch\nbestellten Feldern sind die Ernteertr\u00e4ge stabiler, falls es zu D\u00fcrren, St\u00fcrmen\noder Starkregen kommt\u201c, sagt Marita Wiggerthale, Oxfam-Referentin f\u00fcr\nWeltern\u00e4hrung und globale Agrarfragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Agrar\u00f6kologie\nHunger bek\u00e4mpfen und \u00d6kosysteme st\u00e4rken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So hat eine Langzeitstudie \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren\nbeispielsweise ergeben, dass die Maisertr\u00e4ge in Zeiten von D\u00fcrren in\n\u00f6kologischen Anbausystemen um 31 Prozent h\u00f6her waren als in konventionellen.\nAls Sicherheitsnetze fungieren dabei lokale Nahrungsmittelreserven und lokale\nSaatgutbanken. Agrar\u00f6kologisch orientierte, kleinb\u00e4uerliche Produzenten\nverkaufen ihre Lebensmittel direkt vor Ort oder in der Region an\nKonsument*innen oder \u00fcber Kooperativen. Ihre Netto-Einkommen steigen, weil die\nErtr\u00e4ge dank fruchtbarer B\u00f6den und ges\u00fcnderer Pflanzen h\u00f6her ausfallen,\nalternative Absatzm\u00e4rkte zu Agrar- und Lebensmittelkonzernen bestehen und teure\nPestizide und D\u00fcngemittel eingespart werden k\u00f6nnen. Deswegen fordert\nWiggerthale: \u201eAgrar\u00f6kologie sollte in der Entwicklungszusammenarbeit zum\nzentralen F\u00f6rderkonzept der Armuts- und Hungerbek\u00e4mpfung auf dem Lande werden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/kontakt\/marita-wiggerthale\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: oxfam, Henning L\u00fcders.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/07\/mwiggerthale.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Marita Wiggerthale ist Referentin f\u00fcr Weltern\u00e4hrung und globale Agrarfragen bei <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">OXFAM Deutschland<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/09\/OXFAM.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Konzept der Agrar\u00f6kologie ist eng verkn\u00fcpft mit der Autonomie von Bauern und B\u00e4uerinnen hinsichtlich des Zugangs zu und der Kontrolle \u00fcber lokal produziertes, kulturell angemessenes und vielf\u00e4ltiges Saatgut. \u201eB\u00e4uerliche Saatgutsysteme stellen weltweit 80 Prozent des Saatguts f\u00fcr den Anbau von Lebensmitteln zur Verf\u00fcgung\u201c, erkl\u00e4rt Wiggerthale. Studien haben vielfach gezeigt, dass kleinb\u00e4uerliche Produzenten in Entwicklungsl\u00e4ndern davon abh\u00e4ngig sind, Saatgut von ihrem Betrieb auszutauschen, damit zu handeln und wiederzuverwenden. Oxfam spricht sich gegen Patente auf Pflanzen, Pflanzenteile und DNA-Sequenzen aus, weil dadurch der Zugang der Bauern und B\u00e4uerinnen zu den Bausteinen des Lebens eingeschr\u00e4nkt w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/www.fao.org\/publications\/sofi\/en\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/07\/The-State-of-FOOD-SECURITY-AND-NUTRITION-IN-THE-WORLD-2019-T.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der UN-Weltern\u00e4hrungsbericht 2018 l\u00e4sst sich <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/publications\/sofi\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link als PDF<\/a> laden.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Hungernden im Jahr 2018 im dritten Jahr in Folge gestiegen, haupts\u00e4chlich aufgrund von Konflikten und Klimaextremen. 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