{"id":162,"date":"2019-09-19T15:11:52","date_gmt":"2019-09-19T13:11:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=162"},"modified":"2020-09-06T13:41:01","modified_gmt":"2020-09-06T11:41:01","slug":"eu-landwirtschaft-verursacht-klimaschaeden-von-77-milliarden-euro","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/eu-landwirtschaft-verursacht-klimaschaeden-von-77-milliarden-euro\/","title":{"rendered":"EU-Landwirtschaft verursacht Klimasch\u00e4den von 77 Milliarden Euro"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Allein durch den CO2-Effekt der EU-Landwirtschaft w\u00fcrden sich umgerechnet externe Kosten in H\u00f6he von etwa 77 Milliarden Euro pro Jahr ergeben, wenn man den vom Umweltbundesamt vorgeschlagenen CO2-Preis von 180 Euro pro Tonne zugrunde legt. Grundwasser oder Fl\u00fcsse und Seen w\u00fcrden durch Pestizide oder G\u00fclle aus der landwirtschaftlichen Produktion belastet, sodass Wasserbetrieben und Kl\u00e4ranlagen hohe Mehrkosten entstehen. Hauptverursacher der Umweltkosten seien Betriebe der hochintensiven konventionellen Landwirtschaft, insbesondere im Bereich Tierhaltung, so die Verbraucherorganisation foodwatch, die in einer Meta-Studie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zu den negativen externen Effekten der Landwirtschaft hat analysieren lassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 18. September 2019)<\/strong> Die Landwirtschaft in der Europ\u00e4ischen Union verursacht enorme Klima- und Umweltsch\u00e4den. Allein die CO2-Emissionen der Landwirtschaft haben Klimakosten in H\u00f6he von 77 Milliarden Euro pro Jahr zur Folge. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Das zeigt eine im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch durchgef\u00fchrte Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Studien. (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.foodwatch.de\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Klima_und_Landwirtschaft\/2019-09-18_Studie_Externe_Effekte_Landwirtschaft.pdf\" target=\"_blank\">Das zeigt eine im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch durchgef\u00fchrte Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Studien.<\/a> Diese Umweltkosten spielten in der Agrarpolitik allerdings bisher kaum eine Rolle, hei\u00dft es in der Studie. foodwatch forderte die Bundesregierung vor der Sitzung des Klimakabinetts und dem globalen Klimastreik am Freitag, den 20. September 2019, auf, konkrete CO2-Einsparvorgaben f\u00fcr die Landwirtschaft zu formulieren. Um Anreize zu schaffen, m\u00f6glichst klimafreundlich zu produzieren, m\u00fcsse zudem das Verursacherprinzip angewendet werden: Die Landwirtschaft m\u00fcsse f\u00fcr die von ihr verursachten Klima- und Umweltsch\u00e4den aufkommen. Das w\u00fcrde umweltfreundlich erzeugte Produkte g\u00fcnstiger machen als solche, deren Produktion hohe Umweltsch\u00e4den verursacht, so foodwatch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.de\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Klima_und_Landwirtschaft\/2019-09-18_Studie_Externe_Effekte_Landwirtschaft.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/09\/2019-09-18_Studie_Externe_Effekte_Landwirtschaft-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-160\" width=\"320\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eDie Klimadebatte darf nicht nur um Flugreisen und SUVs\nkreisen, sondern wir m\u00fcssen auch die Landwirtschaft ins Visier nehmen. Mit\nihrer \u00dcberproduktion an Fleisch und mit unn\u00f6tig klimasch\u00e4dlichen Anbaumethoden\nist die heutige Landwirtschaft eine riesige CO2-Schleuder \u2011 und der Staat\nf\u00f6rdert das fehlgeleitete Wirtschaften auch noch mit Milliardensubventionen.\nDass es bis heute keine verbindlichen Einsparziele f\u00fcr die Agrarbranche gibt,\nist ein Skandal\u201c, kritisierte foodwatch-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Martin R\u00fccker. Mit\nkleinteiligen Umschichtungen der Subventionen im Agrarhaushalt lasse sich die\nLandwirtschaft nicht klimagerecht umbauen. \u201eDie Agrarpolitik muss endlich Teil\nder Klimapolitik werden! F\u00fcr eine klima- und umweltgerechte Landwirtschaft muss\ndas in der Umweltpolitik l\u00e4ngst etablierte Verursacherprinzip auch in der\nAgrarpolitik gelten: Wer Klima- und Umweltkosten verursacht, muss diese auch\nbezahlen. Die Verursacher von vermeidbaren Umweltsch\u00e4den d\u00fcrfen nicht auch noch\nmit Subventionen aus Steuergeldern belohnt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>foodwatch hatte in einer Meta-Studie zahlreiche\nwissenschaftliche Untersuchungen zu den sogenannten negativen externen Effekten\nder Landwirtschaft analysieren lassen. Darunter versteht man Kosten, die durch\nlandwirtschaftliche Produktion zum Beispiel in der Umwelt entstehen \u2011 die aber\nnicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit getragen werden. Die\nStudienauswertung zeige, \u201ewie enorm die externen Effekte der Landwirtschaft\u201c\nseien, insbesondere auf das Klima. Allein durch den CO2-Effekt der\nEU-Landwirtschaft w\u00fcrden sich umgerechnet externe Kosten in H\u00f6he von etwa 77\nMilliarden Euro pro Jahr ergeben, wenn man den vom Umweltbundesamt vorgeschlagenen\nCO2-Preis von 180 Euro pro Tonne zugrunde legt. Zum Vergleich: Das sind weit\nmehr als die j\u00e4hrlich in der EU ausgesch\u00fctteten 55 Milliarden Euro Steuergelder\nf\u00fcr Agrarsubventionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch Grundwasser oder Fl\u00fcsse und Seen w\u00fcrden zum\nBeispiel durch Pestizide oder G\u00fclle aus der landwirtschaftlichen Produktion\nbelastet. Wasserbetrieben und Kl\u00e4ranlagen w\u00fcrden so hohe Mehrkosten entstehen.\nHauptverursacher der Umweltkosten seien Betriebe der hochintensiven\nkonventionellen Landwirtschaft, insbesondere im Bereich Tierhaltung. Hier seien\nzum Beispiel der energieintensive Futtermittelanbau und die Betreibung von\nSt\u00e4llen und Bel\u00fcftungssystemen ein Problem. Bei pflanzlichen Produkten seien\ndie negativen externen Effekte deutlich geringer, hei\u00dft es in der Studie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/ueber-uns\/team\/martin-ruecker\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: foodwatch.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/09\/foodwatch_martin_ruecker_geschaeftsfuehrer_270x270.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Martin R\u00fccker ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">foodwatch Deutschland.<\/a><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/09\/foodwatch-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Bereits 2008 hatte foodwatch <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/reports\/2008\/klimaretter-bio\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"in einer umfangreichen Studie (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">in einer umfangreichen Studie<\/a> belegt, dass die Bio-Landwirtschaft allein allerdings keine L\u00f6sung sei. Insgesamt hat die Bio-Landwirtschaft zwar \u00f6kologische Vorteile gegen\u00fcber der konventionellen, die Klimabilanz etwa in der Bio-Fleischproduktion kann zum Teil jedoch sogar schlechter sein als in der konventionellen Produktion. Anstelle von System-Debatten fordert die Verbraucherorganisation die Bundesregierung daher auf, die \u00d6kologisierung der gesamten landwirtschaftlichen Produktion voranzutreiben, indem konsequent das Verursacherprinzip angewendet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allein durch den CO2-Effekt der EU-Landwirtschaft w\u00fcrden sich umgerechnet externe Kosten in H\u00f6he von etwa 77 Milliarden Euro pro Jahr ergeben, wenn man den vom Umweltbundesamt vorgeschlagenen CO2-Preis von 180 Euro pro Tonne zugrunde legt. Grundwasser oder Fl\u00fcsse und Seen w\u00fcrden durch Pestizide oder G\u00fclle aus der landwirtschaftlichen Produktion belastet, sodass Wasserbetrieben und Kl\u00e4ranlagen hohe &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/eu-landwirtschaft-verursacht-klimaschaeden-von-77-milliarden-euro\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEU-Landwirtschaft verursacht Klimasch\u00e4den von 77 Milliarden Euro\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":62,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-162","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=162"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":350,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions\/350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}