{"id":212,"date":"2020-04-17T18:48:22","date_gmt":"2020-04-17T16:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=212"},"modified":"2020-09-06T13:08:19","modified_gmt":"2020-09-06T11:08:19","slug":"eu-agrarpolitik-menschenrechtlich-ausrichten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/eu-agrarpolitik-menschenrechtlich-ausrichten\/","title":{"rendered":"EU-Agrarpolitik menschenrechtlich ausrichten!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Kleinb\u00e4uerliche Organisationen wehren sich gegen die bisherigen EU-F\u00f6rderkriterien, die einseitig gro\u00dfe Betriebe bevorzugen und soziale und \u00f6kologische Kriterien au\u00dfer Acht lassen. Freihandelsabkommen beg\u00fcnstigen aktuell die Agrarindustrie, die zum Beispiel durch Soja-Importe Fleisch kosteng\u00fcnstiger produzieren kann als kleinb\u00e4uerliche H\u00f6fe. Durch Landgrabbing f\u00fcr Plantagen werden l\u00e4ndliche Gemeinden in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens oftmals ihrer Existenz beraubt und durch die Abholzung von W\u00e4ldern, die Zerst\u00f6rung von Mooren sowie die Emissionen beim Transport wird die Klimaerhitzung zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt; diese f\u00fchrt f\u00fcr viele kleinb\u00e4uerliche Betriebe in Europa zu Ernteverlusten und bringt H\u00f6fe in Existenznot.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/04\/NU-200417-FIAN.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(K\u00f6ln, 16. April 2020)<\/strong> Anl\u00e4sslich des Internationalen Tags des kleinb\u00e4uerlichen Widerstands am 17. April unterst\u00fctzt FIAN Deutschland die Forderung des Europ\u00e4ischen Verbands kleinb\u00e4uerlicher Organisationen (ECVC), die durch den SARS-CoV-2-Virus ausgel\u00f6ste Krise daf\u00fcr zu nutzen, die Diskriminierung der kleinb\u00e4uerlichen Landwirtschaft zu beseitigen. 49 Organisationen und Wissenschaftler haben sich heute mit diesem Anliegen in einem Offenen Brief an die EU-Kommission gewendet. FIAN fordert dar\u00fcber hinaus Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner auf, das Anliegen der Organisationen im EU-Rat zu unterst\u00fctzen. Insbesondere fordern die Organisationen die Umsetzung der UN-Kleinbauernerkl\u00e4rung (UNDROP) sowie eine darauf basierende \u00c4nderung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.fian.de\/fileadmin\/user_upload\/news_bilder\/2020\/2020-04-17_Offener-Brief-Agrarministerin_end.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/04\/2020-04-17_Offener-Brief-Agrarministerin_end-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-205\" width=\"320\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Deutschland wird im Juli 2020 die EU-Ratspr\u00e4sidentschaft \u00fcbernehmen. Dann steht auch die Entscheidung \u00fcber die Strukturen in der n\u00e4chsten Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik an. Kleinb\u00e4uerliche Organisationen wehren sich gegen die bisherigen F\u00f6rderkriterien, welche einseitig gro\u00dfe Betriebe bevorzugen und soziale und \u00f6kologische Kriterien au\u00dfer Acht lassen. \u201eDie k\u00fcnftige Agrarf\u00f6rderung der EU muss sich an der UN-Erkl\u00e4rung der Rechte von Kleinbauern ausrichten, um deren strukturelle Benachteiligung gegen\u00fcber der Agrarindustrie zu beseitigen. Die aktuelle Krise zeigt, dass wir lokale und regionale Lebensmittelerzeuger st\u00e4rken m\u00fcssen, um auch in Zukunft die Versorgung mit frischen und n\u00e4hrstoffreichen Lebensmitteln sicherzustellen\u201c, fordert FIAN-Referentin Gertrud Falk. \u201eDeutschland muss seinen menschenrechtlichen Pflichten auch bei der Gestaltung der EU-Agrarpolitik gerecht werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Freihandelsabkommen beg\u00fcnstigen aktuell die Agrarindustrie, die zum Beispiel durch Soja-Importe Fleisch kosteng\u00fcnstiger produzieren kann als kleinb\u00e4uerliche H\u00f6fe. Durch Landgrabbing f\u00fcr Plantagen werden l\u00e4ndliche Gemeinden in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens oftmals ihrer Existenz beraubt. Durch die Abholzung von W\u00e4ldern, die Zerst\u00f6rung von Mooren und die Emissionen beim Transport wird die Klimaerhitzung zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt; diese f\u00fchrt f\u00fcr viele kleinb\u00e4uerliche Betriebe in Europa zu Ernteverlusten und bringt H\u00f6fe in Existenznot. \u201eMit Rohstoffen wie Soja oder Mais importieren wir indirekt auch riesige Mengen Wasser. Dieses wird dem dortigen Wasserkreislauf entzogen, was zum Wasserstress der L\u00e4nder beitr\u00e4gt. H\u00e4ufig nutzen die Plantagenbetreiber es auf Kosten kleinb\u00e4uerlicher Gemeinden, die dann zu wenig Wasser f\u00fcr den Anbau haben\u201c, erg\u00e4nzt Gertrud Falk. \u201eDie UN-Erkl\u00e4rung der Rechte von Kleinbauern muss daher von der EU auch in der Handelspolitik ohne Wenn und Aber umgesetzt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor der Corona-Krise verschlechterte sich die globale Ern\u00e4hrungssituation. Nun k\u00f6nnte sich die Situation dramatisch versch\u00e4rfen: Laut der Expertengruppe des UN-Weltern\u00e4hrungsrats (CFS) gibt es deutliche Anzeichen daf\u00fcr, dass sich die Corona-Pandemie zu einer Weltern\u00e4hrungskrise ausweitet. FIAN setzt sich f\u00fcr global koordinierte Gegenma\u00dfnahmen ein, insbesondere um \u00e4rmere Bev\u00f6lkerungsgruppen in L\u00e4ndern des S\u00fcdens zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Offene Brief an die EU-Kommission ist <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fian.de\/fileadmin\/user_upload\/news_bilder\/2020\/EN-For-web-17-April-Open-letter_2020-04-15-1.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a> abzurufen, die deutsche Version <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fian.de\/fileadmin\/user_upload\/news_bilder\/2020\/2020-04-17_Offener-Brief-Agrarministerin_end.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>UN-Kleinbauernerkl\u00e4rung: <a href=\"http:\/\/www.undocs.org\/en\/A\/RES\/73\/165\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.undocs.org\/en\/A\/RES\/73\/165<\/a><\/li><li>Der Internationale Tag des kleinb\u00e4uerlichen Widerstands\/Tag der Landlosen: Am 17. April solidarisieren sich weltweit Menschen mit den lokalen und globalen K\u00e4mpfen von La Via Campesina, einer weltweit organisierten Bewegung der Bauern und B\u00e4uerinnen, l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung, Landlosen und Indigenen. Hintergrund ist die Ermordung von 19 AktivistInnen der Landlosenbewegung MST (Movimiento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) durch die brasilianische Polizei am 17. April 1996. La Via Campesina rief den 17. April zum internationalen Tag des Widerstands und der Aktion gegen alle Formen von Unterdr\u00fcckung der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung aus.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.fian.de\/wer-wir-sind\/fian-deutschland\/geschaeftsstelle\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: FIAN.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/04\/Gertrud-Falk-K.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Gertrud Falk ist Referentin bei <a href=\"https:\/\/www.fian.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FIAN<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.fian.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/03\/FIAN.png\" alt=\"\" width=\"150\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleinb\u00e4uerliche Organisationen wehren sich gegen die bisherigen EU-F\u00f6rderkriterien, die einseitig gro\u00dfe Betriebe bevorzugen und soziale und \u00f6kologische Kriterien au\u00dfer Acht lassen. Freihandelsabkommen beg\u00fcnstigen aktuell die Agrarindustrie, die zum Beispiel durch Soja-Importe Fleisch kosteng\u00fcnstiger produzieren kann als kleinb\u00e4uerliche H\u00f6fe. Durch Landgrabbing f\u00fcr Plantagen werden l\u00e4ndliche Gemeinden in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens oftmals ihrer Existenz beraubt und &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/eu-agrarpolitik-menschenrechtlich-ausrichten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEU-Agrarpolitik menschenrechtlich ausrichten!\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":54,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-212","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=212"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":334,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/212\/revisions\/334"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}