{"id":388,"date":"2020-10-02T16:26:50","date_gmt":"2020-10-02T14:26:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=388"},"modified":"2020-10-02T16:51:39","modified_gmt":"2020-10-02T14:51:39","slug":"import-von-soja-gefaehrlicher-brandbeschleuniger-fuer-die-zerstoerung-artenreicher-lebensraeume-und-waelder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/import-von-soja-gefaehrlicher-brandbeschleuniger-fuer-die-zerstoerung-artenreicher-lebensraeume-und-waelder\/","title":{"rendered":"Import von Soja gef\u00e4hrlicher Brandbeschleuniger f\u00fcr die Zerst\u00f6rung artenreicher Lebensr\u00e4ume und W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Intensivtierhaltung h\u00e4ngt massiv von importiertem Sojafutter ab. Dabei landet auch Soja von H\u00e4ndlern auf dem deutschen Markt, das mit einem hohen Risiko aus Entwaldung und Landraub stammt. Auch auf Nachfrage der Deutschen Umwelthilfe war fast kein Unternehmen bereit, Informationen zur Herkunft und den durchgef\u00fchrten Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Entwaldung und illegaler Landnahme in den Sojalieferketten offenzulegen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 1. Oktober 2020)<\/strong> In deutschen Futtertr\u00f6gen landet wieder mehr Soja, das im Zusammenhang mit illegaler Rodung von Tropenw\u00e4ldern stehen kann. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe. Der Import von Soja ist demnach gef\u00e4hrlicher Brandbeschleuniger f\u00fcr die Zerst\u00f6rung artenreicher Lebensr\u00e4ume und W\u00e4lder wie dem Cerrado und Amazonas Regenwald. Der Bericht belegt zudem die extreme Intransparenz der Futtermittelindustrie. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb ein starkes Lieferkettengesetz, das Transparenz und eine Risikoermittlung f\u00fcr die gesamte Lieferkette vorschreibt sowie konsequente Ma\u00dfnahmen durchsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wurden in Deutschland 2019 circa 3,2 Millionen Tonnen Sojaschrot verf\u00fcttert. Sojaimporte aus Brasilien sind im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gestiegen um rund 30 Prozent. Vermutlich stammen 20 Prozent des von der EU aus Brasilien importieren Sojas aus illegalen Quellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Umwelthilfe: \u201eDie deutsche Intensivtierhaltung ist massiv abh\u00e4ngig von importiertem Sojafutter. Dabei landet auch Soja von H\u00e4ndlern auf dem deutschen Markt, das mit einem hohen Risiko aus Entwaldung und Landraub stammt. Die Bundesregierung muss endlich ein Lieferkettengesetz beschlie\u00dfen, das die Verantwortung deutscher Futtermittelunternehmen im Ausland verbindlich festschreibt und Umweltsch\u00e4den vorbeugt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.duh.de\/ueberuns\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: DUH\/Heidi Scherm.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/01\/Sascha_Mueller-Kraenner-300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Sascha M\u00fcller-Kraenner ist Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Umwelthilfe<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/01\/DUHLogo.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch auf Nachfrage der Deutschen Umwelthilfe war fast kein Unternehmen bereit, Informationen zur Herkunft und den durchgef\u00fchrten Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Entwaldung und illegaler Landnahme in den Sojalieferketten offenzulegen. Dabei zeigt der DUH-Bericht deutlich, dass trotz Ma\u00dfnahmen wie dem Soja-Moratorium nach wie vor wertvolle \u00d6kosysteme wie der Amazonas Regenwald oder der Cerrado dem Sojaanbau zum Opfer fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Tina Lutz, Campaignerin Naturschutz und Biologische Vielfalt bei der Deutschen Umwelthilfe: \u201eDie deutsche Futtermittelindustrie muss Licht ins Dunkel der Sojalieferkette bringen. In deutschen St\u00e4llen darf kein Soja aus Waldzerst\u00f6rung mehr landen, egal ob wissentlich oder unwissentlich. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie schlie\u00dfen die Entwaldung f\u00fcr Soja nicht wirksam aus. Es braucht dringend eine gesetzliche Regelung f\u00fcr mehr Transparenz, Kontrolle und Sanktionierung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Projektinformation\/Naturschutz\/Soja\/Studie_Deutsche-Sojalieferkette_DUH-Profundo_200930.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/10\/Studie_Deutsche-Sojalieferkette_DUH-Profundo_200930-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Die Studie &#8222;Brandbeschleuniger Soja &#8211; Handlungsoptionen gegen Entwaldung durch Futtermittelimporte nach Deutschland&#8220; steht \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Projektinformation\/Naturschutz\/Soja\/Studie_Deutsche-Sojalieferkette_DUH-Profundo_200930.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intensivtierhaltung h\u00e4ngt massiv von importiertem Sojafutter ab. Dabei landet auch Soja von H\u00e4ndlern auf dem deutschen Markt, das mit einem hohen Risiko aus Entwaldung und Landraub stammt. 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