{"id":399,"date":"2020-10-16T15:42:42","date_gmt":"2020-10-16T13:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=399"},"modified":"2020-10-16T15:42:43","modified_gmt":"2020-10-16T13:42:43","slug":"welternaehrung-klimagerechtigkeit-menschenrechte-und-schutz-der-biodiversitaet-gehoeren-zusammen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/welternaehrung-klimagerechtigkeit-menschenrechte-und-schutz-der-biodiversitaet-gehoeren-zusammen\/","title":{"rendered":"Weltern\u00e4hrung, Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und Schutz der Biodiversit\u00e4t geh\u00f6ren zusammen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Trotz stark wachsender Agrarproduktion steigt seit f\u00fcnf Jahren weltweit der Hunger kontinuierlich an. Diese Zunahme h\u00e4ngt mit dem Klimawandel, mit dem Verlust an Biodiversit\u00e4t und mit der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Zoonosen zusammen \u2013 als Folge der Verdr\u00e4ngung b\u00e4uerlicher Landwirtschaft durch industrielle Agrarproduktion. Das evangelische Hilfswerk Brot f\u00fcr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN fordern eine grunds\u00e4tzliche Umgestaltung der Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren \u2013 und auch, wie wir uns kollektiv gegen die Ausbeutung der Natur wehren: Notwendig ist eine viel engere Zusammenarbeit der Bewegungen f\u00fcr Klimagerechtigkeit, Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und Menschenrechte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/10\/NU-201016-fian-brot.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, K\u00f6ln, 15. Oktober 2020)<\/strong> Weltern\u00e4hrung, Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und der Schutz der Biodiversit\u00e4t geh\u00f6ren zusammen. Das evangelische Hilfswerk Brot f\u00fcr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen zum Weltern\u00e4hrungstag am 16. Oktober 2020 das \u201eJahrbuch zum Recht auf Nahrung\u201c vor. Darin beleuchten sie die Ursachen von Umweltzerst\u00f6rung, Hunger und Ausbeutung und stellen Handlungsalternativen vor. Gleichzeitig fordern sie von der Bundesregierung, ihre Anstrengungen bei der Bek\u00e4mpfung von Hunger und Mangelern\u00e4hrung zu intensivieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie industrielle Landwirtschaft ist mit dem Versprechen angetreten, den Hunger zu besiegen. Doch die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, steigt seit f\u00fcnf Jahren kontinuierlich an \u2013 trotz stark wachsender Agrarproduktion\u201c, sagt Bernhard Walter, Agrarexperte bei Brot f\u00fcr die Welt. \u201eParallel dazu wird unsere Ern\u00e4hrung immer einseitiger. Nur drei Pflanzen \u2013 Mais, Reis und Weizen \u2013 sichern heute 60 Prozent der weltweiten pflanzlichen Kalorien und Proteine.\u201c Das neue Jahrbuch legt dar, wie dies zusammenh\u00e4ngt: die Zunahme des Hungers mit dem Klimawandel, mit dem Verlust der Biodiversit\u00e4t, mit der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Zoonosen \u2013 und dies wiederum mit der Verdr\u00e4ngung der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft durch die industrielle Agrarproduktion.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/ueber-uns\/personen\/bernhard-walter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Brot f\u00fcr die Welt.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/Bernhard-Walter-300x167.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" \/><\/a><\/td>\n<td width=\"75%\">Dr. Bernhard Walter ist Referent f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit bei <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brot f\u00fcr die Welt<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td> <\/td><td><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/BrotFuerDieWeltLogo.gif\" alt=\"\" width=\"150\" \/><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Getrennte Regulierungssysteme f\u00fcr Mensch und Natur blockieren ganzheitliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Problem bei der Bew\u00e4ltigung der globalen Herausforderungen: Mensch und Natur werden immer weniger zusammen gedacht. Die Menschenrechtspakte schweigen sich weitgehend \u00fcber Umweltfragen aus, und die UN-Umweltabkommen zu Biodiversit\u00e4t und Klima \u00e4u\u00dfern sich nicht zu Menschenrechten. \u201eMit Blick auf die 2021 anstehenden UN-Konferenzen zu Ern\u00e4hrung, Biodiversit\u00e4t und Klima besteht die Chance, diese Kluft zu \u00fcberwinden. Die Bundesregierung muss sich an den Bed\u00fcrfnissen marginalisierter Bev\u00f6lkerungsgruppen in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens orientieren und diese bei der Vorbereitung der Gipfel substantiell einbinden\u201c, so Philipp Mimkes, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von FIAN Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.fian.de\/wer-wir-sind\/fian-deutschland\/geschaeftsstelle\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"150\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: FIAN.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/10\/Philipp-Mimkes-K.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Philipp Mimkes ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei <a href=\"https:\/\/www.fian.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FIAN<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.fian.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/03\/FIAN.png\" alt=\"\" width=\"150\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eWenn wir das Recht auf Nahrung umsetzen wollen und Ern\u00e4hrung ausgewogen gestalten wollen, m\u00fcssen wir die Ern\u00e4hrungssysteme in Richtung Agrar\u00f6kologie entwickeln. So erhalten wir die Vielfalt der Sorten, und die Landwirtschaft kann sich besser an die Folgen des Klimawandels anpassen\u201c, sagt Walter. \u201eHierf\u00fcr m\u00fcssen die Rechte von Bauern, indigenen V\u00f6lkern und all jenen Gemeinschaften, die sich um lokale \u00d6kosysteme k\u00fcmmern und mittels der Agrar\u00f6kologie nachhaltig Nahrungsmittel produzieren, im Mittelpunkt stehen\u201c, erg\u00e4nzt Mimkes. Kleinbauern und Indigene sind Vorreiter eines solchen Wandels, denn sie produzieren jetzt schon bis zu 80 Prozent der Lebensmittel im globalen S\u00fcden, obwohl sie nur \u00fcber 25 Prozent der Agrarfl\u00e4che verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Jahrbuch fordert eine grunds\u00e4tzliche Umgestaltung der Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren \u2013 und auch, wie wir uns kollektiv gegen die Ausbeutung der Natur wehren. Notwendig ist eine viel engere Zusammenarbeit der Bewegungen f\u00fcr Klimagerechtigkeit, Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und Menschenrechte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>23 Prozent des globalen Aussto\u00dfes von Treibhausgasen sind auf die Landwirtschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/li><li>Nach Angaben der UN k\u00f6nnte sich durch die COVID-Pandemie die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, von 690 Millionen in einem Jahr um 121 Millionen Menschen erh\u00f6hen.<\/li><li>Unsere Ern\u00e4hrung wird immer einseitiger und st\u00e4rker der industriellen Produktion angepasst: Nur drei Pflanzen \u2013 Mais, Reis und Weizen \u2013 bilden heute die Grundlage f\u00fcr 60 Prozent der pflanzlichen Kalorien und Proteine.<\/li><li>Nur noch 4 Prozent der etwa 300.000 essbaren Pflanzen nutzt der Mensch tats\u00e4chlich f\u00fcr die Ern\u00e4hrung.<\/li><li>Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen bewirtschaften nur etwa 25 Prozent des Agrarlandes weltweit. Sie produzieren jedoch im Globalen S\u00fcden bis zu 80 Prozent der Nahrungsmittel.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.righttofoodandnutrition.org\/files\/rtfn_watch12-2020_eng.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/10\/rtfn_watch12-2020_eng-1.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Das aktuelle Jahrbuch &#8222;Overcoming Ecological Crises: Reconnecting Food, Nature and Human Rights&#8220; wird vom Netzwerk zum Recht auf Nahrung (Global Network for the Right to Food and Nutrition), dem 49 Organisationen aus aller Welt angeh\u00f6ren, herausgegeben und bei der Aktionswoche des Weltern\u00e4hrungsrats (Committee on World Food Security, CFS) in Rom offiziell vorgestellt. Es hat einen Umfang von 60 Seiten und erscheint in englischer, franz\u00f6sischer, portugiesischer und spanischer Sprache. Es steht in englischer Sprache \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.righttofoodandnutrition.org\/files\/rtfn_watch12-2020_eng.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/fachpublikationen\/sonstige\/Positionspapier_welternaehrung2030.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/10\/Positionspapier_welternaehrung2030-1.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Konkrete Forderungen haben Brot f\u00fcr die Welt und FIAN mit dem Papier &#8222;Weltern\u00e4hrung 2030 \u2013 11 Schritte f\u00fcr eine Zukunft ohne Hunger&#8220; vorgelegt. Es steht \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/fachpublikationen\/sonstige\/Positionspapier_welternaehrung2030.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz stark wachsender Agrarproduktion steigt seit f\u00fcnf Jahren weltweit der Hunger kontinuierlich an. Diese Zunahme h\u00e4ngt mit dem Klimawandel, mit dem Verlust an Biodiversit\u00e4t und mit der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Zoonosen zusammen \u2013 als Folge der Verdr\u00e4ngung b\u00e4uerlicher Landwirtschaft durch industrielle Agrarproduktion. Das evangelische Hilfswerk Brot f\u00fcr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN fordern &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/welternaehrung-klimagerechtigkeit-menschenrechte-und-schutz-der-biodiversitaet-gehoeren-zusammen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWeltern\u00e4hrung, Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und Schutz der Biodiversit\u00e4t geh\u00f6ren zusammen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":44,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-399","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=399"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":400,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/399\/revisions\/400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}