{"id":561,"date":"2021-12-14T16:56:10","date_gmt":"2021-12-14T15:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=561"},"modified":"2021-12-14T16:56:11","modified_gmt":"2021-12-14T15:56:11","slug":"europas-20-groesste-fleisch-und-molkereikonzerne-emittieren-mehr-treibhausgase-als-die-niederlande","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/europas-20-groesste-fleisch-und-molkereikonzerne-emittieren-mehr-treibhausgase-als-die-niederlande\/","title":{"rendered":"Europas 20 gr\u00f6\u00dfte Fleisch- und Molkereikonzerne emittieren mehr Treibhausgase als die Niederlande"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) hat die Emissionen der 35 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Milchkonzerne mit Hauptsitz in der Europ\u00e4ischen Union (EU) und der Schweiz berechnet. Anstatt die Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren, wenden die gro\u00dfen Fleisch- und Milchkonzerne Narrative und Strategien an, die den erheblichen Beitrag der Branche zum Klimawandel verschleiern. Lediglich zehn der 20 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Milchkonzerne haben \u00fcberhaupt Klimaziele verk\u00fcndet, einige wenige legten Klimaneutralit\u00e4tspl\u00e4ne vor; tats\u00e4chlich nutzen sie in ihren Pl\u00e4nen verschiedene Strategien, um ihre Klimama\u00dfnahmen ansehnlicher aussehen zu lassen, als sie tats\u00e4chlich sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/12\/NU-211214-EU-Landwirtschaft.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-551\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, Minneapolis, 13. November 2021)<\/strong> Die Treibhausgas-Emissionen der 20 gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Fleisch- und Molkereikonzerne \u2011 darunter Danish Crown, Nestl\u00e9, Danone, T\u00f6nnies, FrieslandCampina und Coren \u2011- \u00fcbertreffen die Emissionen von L\u00e4ndern wie den Niederlanden und D\u00e4nemark. Dennoch haben sich EU-weit nur drei Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Gesamtemissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren. Das zeigt eine heute ver\u00f6ffentlichte neue <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-f.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie \u201eEmissions Impossible Europe\u201c<\/a> des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP), die von der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung mitfinanziert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie hat die Emissionen der 35 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Milchkonzerne mit Hauptsitz in der Europ\u00e4ischen Union (EU) und der Schweiz berechnet. Die meisten dieser Konzerne berichten nicht \u00fcber ihre Treibhausgasemissionen. Von 20 Unternehmen, die genauer unter die Lupe genommen wurden, haben sich nur drei dazu verpflichtet, die Gesamtemissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren. Keines der untersuchten Unternehmen hat die Absicht ge\u00e4u\u00dfert, die Viehbest\u00e4nde in ihren Lieferketten zu reduzieren, obwohl dort 90 Prozent ihrer Emissionen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 2018 hat das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) in einem gemeinsamen Bericht mit der NGO <a href=\"https:\/\/grain.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GRAIN<\/a> aufgezeigt, dass sich <a href=\"https:\/\/grain.org\/en\/article\/5976-emissions-impossible-how-big-meat-and-dairy-are-heating-up-the-planet\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">die Emissionen aus der industriellen Milch- und Fleischproduktion in derselben Gr\u00f6\u00dfenordnung bewegen wie jene gro\u00dfer \u00d6lkonzerne<\/a>. 2020 deckte der IATP-Bericht <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/milking-planet\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Milking the Planet<\/a> die kontinuierlich steigenden Emissionen der gro\u00dfen Molkereikonzerne auf. Nun konzentriert sich das IATP auf Unternehmen mit Sitz in Europa und zeigt, wie die gro\u00dfen Fleisch- und Milchkonzerne \u2014 anstatt die Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren \u2014 Narrative und Strategien anwenden, die den Beitrag der Branche zum Klimawandel verschleiern. Der aktuelle Bericht \u201eEmissions Impossible Europe\u201c er\u00f6rtert, warum sie innerhalb der n\u00e4chsten zehn Jahre dringend zur Emissionssenkung beitragen und zur Rechenschaft gezogen werden m\u00fcssen. Nur 10 der 20 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Milchkonzerne haben Klimaziele verk\u00fcndet, einige wenige legten Klimaneutralit\u00e4tspl\u00e4ne vor. Tats\u00e4chlich nutzen sie in ihren Pl\u00e4nen verschiedene Strategien, um ihre Klimama\u00dfnahmen ansehnlicher aussehen zu lassen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die \u00dcbernahme des Narrativs der regenerativen und agrar\u00f6kologischen Landwirtschaft; ohne diese umfassend in der Lieferkette zu verankern;<\/li><li>der Fokus auf die Emissionssenkung pro Kilogramm Fleisch oder Liter Milch (Reduktion der Emissionsintensit\u00e4t), die allerdings durch das schiere Wachstum ihrer Produktion auf Konzernebene \u201aaufgefressen\u2018 wird;<\/li><li>die Entwicklung und der geplante Einsatz von unbest\u00e4ndigen CO2-Kompensationen auf Acker- und Gr\u00fcnland, die auf dem Kohlenstoffmarkt verkauft werden;<\/li><li>der Einsatz von Futterzus\u00e4tzen, die angeblich Methan reduzieren sollen; und<\/li><li>staatliche Anreize, die die Massentierhaltung durch die Gewinnung von Methan f\u00fcr \u201eBiogas\u201c aus Viehhaltung auf perverse Weise aufwerten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Kompensationsma\u00dfnahmen und Effizienzverbesserungen werden haupts\u00e4chlich von Landwirten bezahlt und umgesetzt, obwohl die Konzerne die Produktionsbedingungen bestimmen. Kompensationen basieren zudem auf vagen Versprechungen, anderswo Emissionen einzusparen, statt sie tats\u00e4chlich selbst zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEmissions Impossible Europe\u201c zieht den Schluss: \u201eEs ist eindeutig: Die gro\u00dfen Fleisch- und Milchkonzerne in der EU, der Schweiz und dem Vereinigten K\u00f6nigreich entwickeln sich in die falsche Richtung. Bisher zieht keine der europ\u00e4ischen Regierungen diese Konzerne f\u00fcr die Emissionen entlang ihrer Lieferketten zur Rechenschaft, obwohl die Emissionen aus dem Landwirtschaftssektor in den letzten zehn Jahren weiter gestiegen sind. In einer Zeit, in der die EU im Rahmen des Green Deals eine Carbon Farming Initiative plant, um Kohlenstoff zu reduzieren, sowie Regeln im Bereich Klima und Landwirtschaft festlegt, m\u00fcssen die Regierungen die gro\u00dfen Fleisch- und Milchkonzerne dazu verpflichten, ihre absoluten Emissionen zu senken. Die EU darf keine unbest\u00e4ndigen und unzuverl\u00e4ssigen CO2-Kompensationsma\u00dfnahmen zertifizieren, mit denen Klimas\u00fcnder echte Klimama\u00dfnahmen hinausz\u00f6gern und Emissionen verbergen wollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einige Zahlen aus der Studie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie \u201eEmissions Impossible Europe: How Europe&#8217;s Big Meat and Dairy are heating up the planet&#8220; berechnet, dass die Emissionen der 35 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Molkereikonzerne fast sieben Prozent der Gesamtemissionen der EU im Jahr 2018 ausmachen. Die Studie zeigt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die 20 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Molkereiunternehmen produzieren fast ein Drittel (131 Prozent) mehr Treibhausgasemissionen als die Niederlande, die sechstgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in Europa, und fast f\u00fcnfmal so viel wie D\u00e4nemark (492 Prozent).<\/li><li>Die kombinierten Emissionen der 20 gr\u00f6\u00dften Unternehmen entsprechen fast den gesamten Emissionen des italienischen \u00d6lgiganten Eni und 60 Prozent der Emissionen des franz\u00f6sischen Unternehmens Total, das fossile Brennstoffe herstellt.<\/li><li>Bei sieben von zehn Unternehmen, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum beobachtet wurden, hat deren Klima-Fu\u00dfabdruck zwischen 2016 und 2018 zugenommen. Die Emissionen des irischen Rindfleischproduzenten ABP stiegen um 45 Prozent und die des deutschen Unternehmens T\u00f6nnies, das unter anderem Aldi beliefert, um 30 Prozent.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-f.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-f-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-552\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die Studie &#8222;Emissions Impossible Europe&#8220; in englischer Sprache (60 Seiten) steht <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-f.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IAPT_002_Emissions-Impossible_ES_GER.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/12\/IAPT_002_Emissions-Impossible_ES_GER-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-554\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Eine Zusammenfassung der Studie &#8222;Emissions Impossible Europe&#8220; in deutscher Sprache (7 Seiten) <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IAPT_002_Emissions-Impossible_ES_GER.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">steht \u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-MethodologyNote.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-MethodologyNote-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-556\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Eine Darstellung zur Methodologie der Studie &#8222;Emissions Impossible Europe&#8220; <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2021-12\/IATP_Emissions-Impossible-Europe-MethodologyNote.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">steht \u00fcber diesen Link z<\/a>um Download als PDF bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2020-06\/IATP_MilkingThePlanet_f_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"616\" height=\"796\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/12\/IATP_MilkingThePlanet_f_0-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-559\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die Studie &#8222;Milking The Planet&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2020-06\/IATP_MilkingThePlanet_f_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) hat die Emissionen der 35 gr\u00f6\u00dften Fleisch- und Milchkonzerne mit Hauptsitz in der Europ\u00e4ischen Union (EU) und der Schweiz berechnet. 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