{"id":63,"date":"2018-10-16T15:35:22","date_gmt":"2018-10-16T13:35:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=63"},"modified":"2020-09-06T14:33:47","modified_gmt":"2020-09-06T12:33:47","slug":"digitalisierung-loest-das-hungerproblem-nicht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/digitalisierung-loest-das-hungerproblem-nicht\/","title":{"rendered":"Digitalisierung l\u00f6st das Hungerproblem nicht"},"content":{"rendered":"<p><em>Brot f\u00fcr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen in ihrem aktuellen &#8222;Jahrbuch zum Recht auf Nahrung&#8220; dar, welche Folgen es haben wird, wenn Finanzm\u00e4rkte und Agrarkonzerne mit Hilfe der Digitalisierung die Kontrolle \u00fcber Ressourcen wie Boden, Wasser und Saatgut \u00fcbernehmen und die Produktion von Nahrungsmitteln vom Menschenrecht auf Nahrung abgekoppelt wird. F\u00fcr die Mehrzahl der b\u00e4uerlichen Betriebe weltweit bietet die Digitalisierung keine L\u00f6sungen an, sondern versch\u00e4rft ihre Probleme.<\/em><\/p>\n<p><strong>(Berlin, K\u00f6ln, 9. Oktober 2018) <\/strong>Politik und Agrarindustrie versprechen, dass neue Technologien wie die Digitalisierung den Hunger besiegen k\u00f6nnen. Das evangelische Hilfswerk Brot f\u00fcr die Welt und <a href=\"https:\/\/www.fian.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Menschenrechtsorganisation FIAN<\/a> legen in ihrem aktuellen \u201eJahrbuch zum Recht auf Nahrung\u201c dar, wie die Digitalisierung die Auseinandersetzung um Ressourcen sogar versch\u00e4rfen und eine dezentrale Nahrungsmittel-Versorgung gef\u00e4hrden kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fian.de\/fileadmin\/user_upload\/dokumente\/shop\/RtFN-Watch-2018_ENG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-61\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/RtFN-Watch-2018_ENG-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"453\"><\/a>Die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs untersucht, welche Folgen es haben wird, wenn Finanzm\u00e4rkte und Agrarkonzerne mit Hilfe der Digitalisierung die Kontrolle \u00fcber Ressourcen wie Boden, Wasser und Saatgut \u00fcbernehmen und die Produktion von Nahrungsmitteln vom Menschenrecht auf Nahrung abgekoppelt wird.<\/p>\n<p>\u201eDas nachhaltige Entwicklungsziel, den Hunger bis 2030 zu \u00fcberwinden, ger\u00e4t immer weiter aus dem Blick, wenn Hungerursachen wie Diskriminierung, Umweltzerst\u00f6rung und Krieg nicht endlich wirksam angegangen werden\u201c, sagt Bernhard Walter, Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsexperte von Brot f\u00fcr die Welt. \u201eEs besteht die Gefahr, dass die Digitalisierung die Umwandlung \u00f6ffentlicher G\u00fcter wie etwa die Wasserversorgung in international handelbare Waren vorantreibt. Davon haben die \u00c4rmsten der Armen gar nichts, im Gegenteil, ihre Lage w\u00fcrde sich verschlimmern.\u201c Hinzu kommt, dass Kleinb\u00e4uerinnen und Kleinbauern, die einen Gro\u00dfteil der Lebensmittel erzeugen, seit Jahrzehnten systematisch in unfruchtbare und abgelegene Gebiete abgedr\u00e4ngt werden und einem unfairen globalen Wettbewerb ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Mehrzahl der b\u00e4uerlichen Betriebe bietet die Digitalisierung keine L\u00f6sungen an, sondern versch\u00e4rft noch die Probleme\u201c, so <a href=\"https:\/\/www.fian.de\/wer-wir-sind\/fian-deutschland\/geschaeftsstelle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Philipp Mimkes, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von FIAN Deutschland<\/a>. Die Digitalisierung kann die Spaltung zwischen armen Bauerngruppen und kapitalkr\u00e4ftigen Agrarunternehmen weiter vertiefen und die Konkurrenz um Land, Wasser und Saatgut weltweit noch versch\u00e4rfen. \u201eWichtige Gr\u00fcnde f\u00fcr die hohen Hungerzahlen \u2013 die Diskriminierung von Frauen und l\u00e4ndlicher Bev\u00f6lkerung, Landgrabbing und die erzwungene \u00d6ffnung der Agrarm\u00e4rkte in Entwicklungsl\u00e4ndern \u2013 lassen sich nicht technisch l\u00f6sen\u201c, so Mimkes. Dies zeigt sich beispielsweise in S\u00fcdamerika, wo die Hungerzahlen seit 2012 wieder steigen: In den letzten f\u00fcnf Jahren waren dort 2,2 Millionen Menschen zus\u00e4tzlich von schwerem Hunger betroffen; gleichzeitig produziert die dortige hochtechnisierte Agrarindustrie statt den Hunger vor Ort zu bek\u00e4mpfen immer gewaltigere Mengen, die jedoch \u00fcberwiegend exportiert werden \u2013 2016 alleine 70 Millionen Tonnen Getreide und 120 Millionen Tonnen Soja.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/ueber-uns\/personen\/bernhard-walter\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Brot f\u00fcr die Welt.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/Bernhard-Walter-300x167.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td>\n<td width=\"75%\">Dr. Bernhard Walter ist Referent f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit bei <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brot f\u00fcr die Welt<\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/BrotFuerDieWeltLogo.gif\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n<p>Brot f\u00fcr die Welt und FIAN geben seit zehn Jahren das \u201eJahrbuch zum Recht auf Nahrung\u201c heraus. Das Recht auf Nahrung ist im UN-Sozialpakt als Menschenrecht verankert. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen haben die Vereinten Nationen vereinbart, bis 2030 das Recht auf Nahrung f\u00fcr alle Menschen zu verwirklichen. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Hungernden zum zweiten Mal in Folge wieder gestiegen, auf nun 821 Millionen Menschen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/RtFN-Watch-2018_ENG.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/RtFN-Watch-2018_ENG-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td>\n<td width=\"75%\">Das &#8222;Jahrbuch zum Recht auf Nahrung&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/10\/RtFN-Watch-2018_ENG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download<\/a> bereit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brot f\u00fcr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen in ihrem aktuellen &#8222;Jahrbuch zum Recht auf Nahrung&#8220; dar, welche Folgen es haben wird, wenn Finanzm\u00e4rkte und Agrarkonzerne mit Hilfe der Digitalisierung die Kontrolle \u00fcber Ressourcen wie Boden, Wasser und Saatgut \u00fcbernehmen und die Produktion von Nahrungsmitteln vom Menschenrecht auf Nahrung abgekoppelt wird. 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