{"id":630,"date":"2022-10-14T15:24:49","date_gmt":"2022-10-14T13:24:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=630"},"modified":"2022-10-14T15:24:50","modified_gmt":"2022-10-14T13:24:50","slug":"foodwatch-eu-kanada-handelsabkommen-ceta-ist-gefahr-fuer-demokratie-und-verbraucherschutz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/foodwatch-eu-kanada-handelsabkommen-ceta-ist-gefahr-fuer-demokratie-und-verbraucherschutz\/","title":{"rendered":"foodwatch: EU-Kanada-Handelsabkommen CETA ist Gefahr f\u00fcr Demokratie und Verbraucherschutz"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Bundestag stimmt voraussichtlich in wenigen Wochen in zweiter Lesung \u00fcber das Zustimmungsgesetz zum Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) ab. Die Verbraucherorganisation foodwatch sieht in CETA kein harmloses Handelsabkommen, das lediglich Z\u00f6lle senkt und den Handel f\u00f6rdert, sondern &#8222;ein trojanisches Pferd, das Verbraucher- und Umweltschutzstandards bedroht und das Europ\u00e4ische Parlament und die nationalen Parlamente bei wichtigen Entscheidungen ausschaltet&#8220;. Unter anderem die Parlamente in Frankreich, Deutschland und Italien m\u00fcssen noch ihre Zustimmung zu CETA geben; lehnt ein Land CETA ab, ist das Abkommen vom Tisch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2022\/10\/NU-221014-foodwatch-CETA.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-625\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 12. Oktober 2022)<\/strong> Das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) birgt erhebliche Gefahren f\u00fcr Verbraucher- und Umweltschutzstandards und schw\u00e4cht die Demokratie in Europa. Das geht aus einem heute ver\u00f6ffentlichten Report der Verbraucherorganisation foodwatch hervor. Selbst \u00fcber weitreichende Fragen wie etwa zu Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden oder Importregeln f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderte Produkte w\u00fcrden in Zukunft geheim tagende \u201eCETA-Aussch\u00fcsse\u201c entscheiden \u2013 ohne dass der Bundestag oder das Europ\u00e4ische Parlament ein Mitspracherecht h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>foodwatch forderte im Vorfeld einer \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung im Deutschen Bundestag die Abgeordneten auf, die Ratifizierung von CETA abzulehnen. Der Bundestag stimmt voraussichtlich in wenigen Wochen in zweiter Lesung \u00fcber das Zustimmungsgesetz zu CETA ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCETA verbannt den Bundestag bei Fragen, die alle B\u00fcrger:innen betreffen, auf die Zuschauerbank. In den CETA-Aussch\u00fcssen treffen Technokraten aus Kanada und der EU weitreichende Entscheidungen \u2013 ohne jegliche parlamentarische Kontrolle. CETA darf nicht ratifiziert werden, sondern muss neu verhandelt werden\u201c, sagte Chris Methmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von foodwatch Deutschland. \u201eCETA ist kein harmloses Handelsabkommen, das lediglich Z\u00f6lle senkt und den Handel f\u00f6rdert. CETA ist ein trojanisches Pferd, das Verbraucher- und Umweltschutzstandards bedroht und das Europ\u00e4ische Parlament und die nationalen Parlamente bei wichtigen Entscheidungen ausschaltet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In einem neuen Report analysiert foodwatch ausf\u00fchrlich drei Gefahren durch CETA:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>CETA schafft eine Paralleljustiz nur f\u00fcr Konzerne<\/strong><br>CETA etabliert ein Investitionsgerichtssystem (ICS), das es internationalen Konzernen erm\u00f6glicht, Regierungen zu verklagen, wenn neue Gesetze ihren Profitinteressen zuwiderlaufen. Dies habe eine abschreckende Wirkung und k\u00f6nne Regulierungen, etwa zur Bek\u00e4mpfung der Klimakrise, verhindern, kritisierte die Verbraucherorganisation.<\/li><li><strong>CETA umgeht den Bundestag und das Europaparlament<\/strong><br>Durch CETA werden Aussch\u00fcsse eingerichtet, die mit Beamten aus der EU und Kanada besetzt sind. Diese Aussch\u00fcsse tagen im Geheimen und haben weitreichende Befugnisse: Sie k\u00f6nnen international verbindliche Entscheidungen zu sensiblen Themen wie Importregeln f\u00fcr Lebensmittel mit Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden oder Fleischhygienekontrollen vorbereiten. Weder das Europ\u00e4ische Parlament noch die \u00d6ffentlichkeit haben detaillierte Einblicke in das, was verhandelt wird. Die Ausschuss-Entscheidungen werden nicht vom Europ\u00e4ischen Parlament oder den nationalen Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten kontrolliert.<\/li><li><strong>CETA untergr\u00e4bt den Verbraucher- und Umweltschutz<\/strong><br>Das sogenannte Vorsorgeprinzip ist eigentlich in den Vertr\u00e4gen der Europ\u00e4ischen Union fest verankert. Nach diesem Prinzip k\u00f6nnen die Beh\u00f6rden einen Stoff (zum Beispiel ein Pestizid) bereits vorsorglich verbieten, wenn es wissenschaftlich begr\u00fcndete Hinweise auf Gesundheits- oder Umweltsch\u00e4den gibt. Die Beweislast, dass ein Stoff sicher ist, liegt beim Hersteller. CETA gef\u00e4hrdet nach Ansicht von foodwatch dieses wichtige Prinzip, denn die kanadische Regierung setzt Europa unter Druck, vom Vorsorgeprinzip abzur\u00fccken und Kanadas risikobasierten Ansatz (Nachsorgeprinzip) als gleichwertig anzuerkennen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>In den vergangenen f\u00fcnf Jahren wurden die meisten Teile des CETA-Abkommens vorl\u00e4ufig angewendet, obwohl das Handelsabkommen noch nicht von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert wurde. Unter anderem die Parlamente in Frankreich, Deutschland und Italien m\u00fcssen noch ihre Zustimmung geben. Lehnt ein Land CETA ab, ist das Abkommen vom Tisch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/ueber-uns\/team\/dr-chris-methmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"544\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2022\/10\/Chris_Methmann_foodwatch-Sabrina-Weniger-800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-626\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/ueber-uns\/team\/dr-chris-methmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chris Methmann<\/a> ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch Deutschland<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/09\/foodwatch-logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-154\" width=\"258\" height=\"134\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/CETA\/Report_DE\/2022_CETA_Report_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"713\" height=\"1009\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2022\/10\/CETA-Report-2022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-627\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Der Report &#8222;CETA \u2013 Angriff auf Gesundheit, Umwelt, Verbraucherschutz und Demokratie&#8220; steht <a href=\"https:\/\/foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/CETA\/Report_DE\/2022_CETA_Report_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundestag stimmt voraussichtlich in wenigen Wochen in zweiter Lesung \u00fcber das Zustimmungsgesetz zum Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) ab. 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