{"id":649,"date":"2023-01-19T16:57:24","date_gmt":"2023-01-19T15:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=649"},"modified":"2023-01-19T16:57:25","modified_gmt":"2023-01-19T15:57:25","slug":"faire-lebensmittelpreise-fehlanzeige-bauern-und-entwicklungsverbaende-fordern-mit-deutscher-umwelthilfe-verbot-des-einkaufs-unterhalb-der-produktionskosten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/faire-lebensmittelpreise-fehlanzeige-bauern-und-entwicklungsverbaende-fordern-mit-deutscher-umwelthilfe-verbot-des-einkaufs-unterhalb-der-produktionskosten\/","title":{"rendered":"Faire Lebensmittelpreise Fehlanzeige: Bauern- und Entwicklungsverb\u00e4nde fordern mit Deutscher Umwelthilfe Verbot des Einkaufs unterhalb der Produktionskosten"},"content":{"rendered":"\n<p><em>W\u00e4hrend die Preise in Superm\u00e4rkten laut Statistischem Bundesamt mit 20 Prozent \u00fcber dem Vorjahresniveau etwa doppelt so stark steigen wie die allgemeine Inflation, k\u00f6nnen viele Milch-, Schweine- und Bioh\u00f6fe am anderen Ende der Lieferkette noch immer nicht ihre Produktionskosten decken. Dreht sich aber die Ertragsspirale f\u00fcr b\u00e4uerliche Betriebe weiter nach unten, setzt sich das H\u00f6festerben fort; \u00fcbrig bleiben zunehmend industrielle Tierhaltungen, die niedrige Preise durch Massenproduktion zu kompensieren versuchen. Die Bundesregierung muss Verarbeiter und Handel, also den Markt, mit in die Pflicht nehmen, andernfalls kann die klimafreundliche Transformation der Landwirtschaft nicht gelingen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2023\/01\/230119-nu-duh.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-647\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 19. Januar 2023)<\/strong> Zum Start der Internationalen Gr\u00fcnen Woche vom 20. bis 29. Januar 2023 in Berlin warnt die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit den Verb\u00e4nden European Milk Board (EMB) und INKOTA-netzwerk vor absurden Krisenprofiten des Lebensmittelhandels und der Ern\u00e4hrungsindustrie auf Kosten von kleinb\u00e4uerlichen Betrieben und der Agrarwende. W\u00e4hrend die Preise in Superm\u00e4rkten laut Statistischem Bundesamt mit 20 Prozent \u00fcber dem Vorjahresniveau etwa doppelt so stark steigen wie die allgemeine Inflation, k\u00f6nnen viele Milch-, Schweine- und Bioh\u00f6fe am anderen Ende der Lieferkette noch immer nicht ihre Produktionskosten decken. Das bringt sie nicht nur wirtschaftlich in eine prek\u00e4re Lage, sondern bremst noch dazu die klimafreundliche Transformation der Landwirtschaft aus. Um das zu stoppen, fordern die Verb\u00e4nde Landwirtschaftsminister \u00d6zdemir auf, den Einkauf unterhalb der Produktionskosten schnellstm\u00f6glich zu verbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Reinhild Benning, Agrar-Expertin der Deutschen Umwelthilfe: \u201eDie Agrarwende braucht eine neue Gesch\u00e4ftsgrundlage: Wer Lebensmittel erzeugt, muss per Vertrag Planungssicherheit bekommen, welchen Preis Industrie und Handel f\u00fcr welche Menge und Qualit\u00e4t bezahlen. Dreht sich aber die Ertragsspirale f\u00fcr b\u00e4uerliche Betriebe weiter nach unten, setzt sich das H\u00f6festerben fort. \u00dcbrig bleiben zunehmend industrielle Tierhaltungen, die niedrige Preise durch Massenproduktion zu kompensieren versuchen. Das darf Landwirtschaftsminister \u00d6zdemir nicht zulassen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Fleisch beispielsweise erhalten Erzeugerinnen und Erzeuger nur 20 Cent pro Euro, der \u00fcber die Ladentheke geht. F\u00fcr Milch erzielen Bauern und B\u00e4uerinnen im Durchschnitt \u00e4hnlich niedrige Preisanteile. Dazu Elmar Hannen, Vorstandsmitglied des European Milk Board: \u201eDie Bundesregierung muss Verarbeiter und Handel, also den Markt, mit in die Pflicht nehmen, andernfalls kann die Transformation der Landwirtschaft nicht gelingen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den globalen Lieferketten sind Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern zunehmend bedroht. So ist beispielsweise in Ecuador die Anzahl der bananenproduzierenden Familienbetriebe mit einer Fl\u00e4che von weniger als f\u00fcnf Hektar zwischen 2015 und 2018 um 60 Prozent gesunken.<\/p>\n\n\n\n<p>Evelyn Bahn von INKOTA-netzwerk: \u201eAgrarprodukte wie Kaffee, Kakao oder Bananen werden aus L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens importiert. Armut, Kinderarbeit und Arbeitsrechtsverletzungen geh\u00f6ren zum Alltag vieler B\u00e4uerinnen und Bauern. Eine der Ursachen sind zu niedrige Preise f\u00fcr die Agrarprodukte. F\u00fcr Kakaob\u00e4uerinnen und -bauern in Ghana m\u00fcsste sich der Preis mindestens verdoppeln, um ein existenzsicherndes Einkommen zu erm\u00f6glichen. Wenn die Bundesregierung Menschenrechtsverletzungen in globalen Agrarlieferketten beenden will, braucht es einen gesetzlichen Rahmen zur Zahlung fairer Preise an die Menschen am Beginn der Lieferkette.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/projekte\/landwirtschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"210\" height=\"210\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2021\/08\/Reinhild-Benning-K.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-479\" title=\"Foto: Deutsche Umwelthilfe\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Reinhild Benning ist Agrar-Expertin der <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Umwelthilfe<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2020\/01\/DUHLogo-1024x125.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-198\" width=\"350\" height=\"42\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Preise in Superm\u00e4rkten laut Statistischem Bundesamt mit 20 Prozent \u00fcber dem Vorjahresniveau etwa doppelt so stark steigen wie die allgemeine Inflation, k\u00f6nnen viele Milch-, Schweine- und Bioh\u00f6fe am anderen Ende der Lieferkette noch immer nicht ihre Produktionskosten decken. 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