{"id":684,"date":"2023-07-28T17:46:51","date_gmt":"2023-07-28T15:46:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=684"},"modified":"2023-07-28T17:46:52","modified_gmt":"2023-07-28T15:46:52","slug":"soziale-bewegungen-und-indigene-voelker-kritisieren-den-un-gipfel-zu-ernaehrungssystemen-und-fordern-echten-wandel-der-ernaehrungssysteme","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/soziale-bewegungen-und-indigene-voelker-kritisieren-den-un-gipfel-zu-ernaehrungssystemen-und-fordern-echten-wandel-der-ernaehrungssysteme\/","title":{"rendered":"Soziale Bewegungen und indigene V\u00f6lker kritisieren den UN-Gipfel zu Ern\u00e4hrungssystemen und fordern echten Wandel der Ern\u00e4hrungssysteme"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Erkl\u00e4rung der gr\u00f6\u00dften Bewegungen f\u00fcr globale Ern\u00e4hrungsgerechtigkeit, von Kleinb\u00e4uer*innenorganisationen sowie indigenen V\u00f6lkern stellt sich gegen den Ansatz der Vereinten Nationen im Kampf gegen Hunger und Unterern\u00e4hrung. Die Organisationen fordern eine dringende Abkehr von konzerngesteuerten Modellen der Ern\u00e4hrungsindustrie und eine Ausrichtung an agrar\u00f6kologischen und gemeinschaftlich verwalteten Ern\u00e4hrungssystemen. Bei den derzeitigen Hungerzahlen werden die UN ihr Ziel f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, den Hunger bis 2030 zu beseitigen, nicht erreichen: Diese anhaltende und systemische Krise sei das Ergebnis von politischem Versagen und der Verfolgung eines problematischen Weges, der zur Versch\u00e4rfung von Ungleichheiten und Abh\u00e4ngigkeiten, zur Zerst\u00f6rung der Umwelt und der Biodiversit\u00e4t sowie zu Folgewirkungen f\u00fchre, welche die globale Schulden- und Klimakrise versch\u00e4rfe.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2023\/07\/230728-NU-FIAN.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-680\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Rom, 24. Juli 2023)<\/strong> Anl\u00e4sslich der heutigen Bestandsaufnahmeveranstaltung zwei Jahre nach dem \u201eUnited Nations Food Systems Summit\u201c (UNFSS) haben die gr\u00f6\u00dften Bewegungen f\u00fcr globale Ern\u00e4hrungsgerechtigkeit, Kleinb\u00e4uer*innenorganisationen sowie indigene V\u00f6lker stellvertretend f\u00fcr Millionen Menschen auf der ganzen Welt <a href=\"https:\/\/foodsystems4people.org\/to-overcome-the-global-food-crisis-we-need-real-food-systems-change-for-people-and-the-planet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine neue Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlicht<\/a>. In dieser prangern sie den umstrittenen Ansatz der Vereinten Nationen im Kampf gegen Hunger und Unterern\u00e4hrung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuvor betonten Vertreter*innen der People&#8217;s Autonomous Response to the UNFSS die Dringlichkeit koordinierter Ma\u00dfnahmen zur \u00dcberwindung der globalen Hungerkrise. Dabei hoben sie die Notwendigkeit hervor, besonders die Rechte und Forderungen der am st\u00e4rksten von der Hunger-, Klima- und Gesundheitskrise betroffenen Menschen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer UNFSS hat nicht nur unsere Rechte und die strukturellen Ursachen der Krisen ignoriert\u201c, sagt Sa\u00fal Vicente vom International Indian Treaty Council und erkl\u00e4rt weiter: \u201eDie Absicht der Organisatoren des Gipfels ist es, uns das Projekt konzern- und industriegeleiteter Ern\u00e4hrungssysteme als Transformation zu verkaufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewegungen und Organisationen, die sich dem Gipfel entgegenstellen, fordern eine dringende Abkehr von konzerngesteuerten Modellen der Ern\u00e4hrungsindustrie und eine Ausrichtung an agrar\u00f6kologischen und gemeinschaftlich verwalteten Ern\u00e4hrungssystemen, die dem Gemeinwohl Vorrang vor dem Profit weniger einr\u00e4umen. Der UN-Gipfel von vor zwei Jahren l\u00f6ste <a href=\"https:\/\/www.csm4cfs.org\/thousands-mobilize-to-call-for-food-systems-that-empower-people-not-companies\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine beispiellose weltweite Gegenmobilisierung<\/a> aus. Hauptanliegen der Gipfelkritiker*innen war und ist der wachsende Einfluss von Konzernen und ihren Lobbyorganisationen innerhalb der Vereinten Nationen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErnenne den Bock nicht zum G\u00e4rtner\u201c, warnt Patti Naylor von der US-amerikanischen Or-ganisation National Family Farm Coalition: \u201eDie Agrar-, Lebensmittel- und Datengiganten scheren sich nicht um demokratische Entscheidungsstrukturen in den Vereinten Nationen \u2013 sie nutzen die UN ausschlie\u00dflich f\u00fcr ihre Profite.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein echter Wandel der Ern\u00e4hrungssysteme f\u00fcr die Menschen und den Planeten ist dringend notwendig und m\u00f6glich. Bei den derzeitigen Hungerzahlen werden die UN ihr Ziel f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (SDG), den Hunger bis 2030 zu beseitigen, jedoch nicht erreichen. Diese anhaltende und systemische Krise ist das Ergebnis von politischem Versagen. Sie ist das Resultat der Verfolgung eines problematischen Weges, der zur Versch\u00e4rfung von Ungleichheiten und Abh\u00e4ngigkeiten, zur Zerst\u00f6rung der Umwelt und der Biodiversit\u00e4t sowie zu Folgewirkungen f\u00fchrt, welche die globale Schulden- und Klimakrise versch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn den letzten zwei Jahrzehnten haben Menschen aus der ganzen Welt konkrete und wirksame Strategien zur Bew\u00e4ltigung der Klima- und Ern\u00e4hrungskrise vorgestellt, die auf der Achtung der sozialen und ethnischen Vielfalt, Gerechtigkeit sowie der Menschen- und Kollektivrechte beruhen. Dazu geh\u00f6ren vor allem Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, Agrar\u00f6kologie, Revitalisierung der biologischen Vielfalt, territoriale M\u00e4rkte sowie eine solidarische Wirtschaft\u201c, so Shal-mali Guttal von Focus on the Global South. \u201eDie Beweise sind \u00fcberw\u00e4ltigend \u2011 die L\u00f6sungen, die von Kleinb\u00e4uer*innen und indigenen V\u00f6lkern entwickelt wurden, ern\u00e4hren nicht nur die Welt. Sie f\u00f6rdern auch die Geschlechter-, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, die St\u00e4rkung der Jugend, Arbeiter*innenrechte und die tats\u00e4chliche Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Krisen. Warum sehen die politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen das nicht und bieten keine angemessene Unterst\u00fctzung?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein neuer FIAN International Bericht, <em>Food Systems Transformation \u2011 In which direction?<\/em>, der parallel zur Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlicht wird, fordert eine \u00c4nderung der Weltern\u00e4hrungsarchitektur, um Entscheidungsfindungen zu gew\u00e4hrleisten, die dem Gemeinwohl und dem Menschenrecht auf Nahrung Vorrang einr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn Zeiten wachsenden Hungers und zahlreicher Krisen ist es dringender denn je, dass die Regierungen und die Vereinten Nationen uns zuh\u00f6ren\u201c, fordert Perla \u00c1lvarez von La V\u00eda Campesina. \u201eWir rufen Sie auf: \u00c4ndern Sie die Richtung und unterst\u00fctzen Sie unsere Forderungen und Bem\u00fchungen f\u00fcr eine ern\u00e4hrungssouver\u00e4ne Zukunft, die auf den Menschenrechten sowie den Prinzipien der Agrar\u00f6kologie, F\u00fcrsorge, Gerechtigkeit, Vielfalt, Solidarit\u00e4t und Rechenschaftspflicht basiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.fian.org\/files\/is\/htdocs\/wp11102127_GNIAANVR7U\/www\/files\/FoodSystems_Directionality%20report_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"845\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2023\/07\/FoodSystems_Directionality-report_final-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-681\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Der FIAN International Bericht &#8222;Food Systems Transformation \u2013 In which direction?&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.fian.org\/files\/is\/htdocs\/wp11102127_GNIAANVR7U\/www\/files\/FoodSystems_Directionality%20report_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Erkl\u00e4rung der gr\u00f6\u00dften Bewegungen f\u00fcr globale Ern\u00e4hrungsgerechtigkeit, von Kleinb\u00e4uer*innenorganisationen sowie indigenen V\u00f6lkern stellt sich gegen den Ansatz der Vereinten Nationen im Kampf gegen Hunger und Unterern\u00e4hrung. Die Organisationen fordern eine dringende Abkehr von konzerngesteuerten Modellen der Ern\u00e4hrungsindustrie und eine Ausrichtung an agrar\u00f6kologischen und gemeinschaftlich verwalteten Ern\u00e4hrungssystemen. 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