{"id":806,"date":"2025-03-26T15:49:13","date_gmt":"2025-03-26T14:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=806"},"modified":"2025-03-26T15:49:14","modified_gmt":"2025-03-26T14:49:14","slug":"foodwatch-report-belegt-marketing-fuer-energydrinks-wendet-sich-direkt-an-kinder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/foodwatch-report-belegt-marketing-fuer-energydrinks-wendet-sich-direkt-an-kinder\/","title":{"rendered":"foodwatch-Report belegt: Marketing f\u00fcr Energydrinks wendet sich direkt an Kinder"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Lobbyverband Energy Drink Europe behauptet, Energydrinks seien sicher, das Marketing ziele nicht auf Kinder, sondern konzentriere sich &#8222;auf die erwachsene Bev\u00f6lkerung&#8220;. Tats\u00e4chlich k\u00f6dern Red Bull, Monster &amp; Co. gezielt Kinder und Jugendliche, indem sie ihre Produkte mit jungen Social-Media-Influencer:innen oder Sportsponsoring in Szene setzen. Laut vorl\u00e4ufigen Zahlen des Uniklinikums M\u00fcnchen beginnen Kinder bereits mit etwa neun Jahren mit dem Energydrink-Konsum, mehr als jede:r vierte Minderj\u00e4hrige trinkt sie regelm\u00e4\u00dfig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/03\/250326-NU-foodwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-801\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Berlin, 26. M\u00e4rz 2025)<\/strong> Energydrink-Hersteller wie Red Bull, Monster und Rockstar werben systematisch bei Minderj\u00e4hrigen \u2013 mit Influencer-Marketing, Gaming-Kooperationen, Sportsponsoring und sogar Kinderclubs. Das zeigt ein neuer Report von foodwatch. Die Verbraucherorganisation fordert eine gesetzliche Altersgrenze von 18 Jahren f\u00fcr den Verkauf der koffeinhaltigen Getr\u00e4nke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEnergydrink-Hersteller behaupten dreist, ihr Marketing richte sich nur an Erwachsene \u2013 doch der foodwatch-Report entlarvt das als glatte L\u00fcge! Red Bull, Monster &amp; Co. k\u00f6dern gezielt Kinder und Jugendliche, indem sie ihre Produkte mit jungen Social-Media-Influencer:innen oder Sportsponsoring in Szene setzen\u201c, sagt Dr. Rebekka Siegmann von foodwatch. \u201eAndere EU-L\u00e4nder haben den Verkauf der aufputschenden Getr\u00e4nke an Minderj\u00e4hrige aufgrund schwerwiegender Gesundheitsrisiken l\u00e4ngst gestoppt. Die neue Bundesregierung muss handeln und junge Menschen vor den gef\u00e4hrlichen Wachmachern sch\u00fctzen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Systematische Ansprache von Minderj\u00e4hrigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Lobbyverband Energy Drink Europe behauptet, Energydrinks seien sicher und au\u00dferdem ziele das Marketing nicht auf Kinder, sondern konzentriere sich \u201eauf die erwachsene Bev\u00f6lkerung\u201c. Der foodwatch-Report \u201eErst Fl\u00fcgel, dann Herzrasen\u201c deckt hingegen auf, mit welchen perfiden Methoden Energydrink-Hersteller bereits Kinder f\u00fcr ihre Marken begeistern:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Social Media &amp; Influencer:innen:<\/strong> TikTok-Stars und YouTuber:innen machen in Videos ihren Millionen junger Follower:innen Energydrinks schmackhaft. Ein Beispiel ist Lewin Ray Wester, bekannt als Lewinray. Der 22-j\u00e4hrige Influencer und Musiker hat alleine auf TikTok 2,7 Millionen Follower:innen. 2024 erhielt er \u2013 umjubelt von den Kindern im Publikum \u2013 den Preis als \u201eContent Creator\u201c des Kinderkanals von ARD und ZDF. Im Rahmen einer Werbekooperation mit dem Enerydrinkhersteller Effect Energy postete er etwa Videos zum Energydrink-Konsum in der Schule. Ein weiteres Video zeigt ihn, wie er unbemerkt von seiner Mutter seine Tagesration von sieben leeren Dosen Effect Energy entsorgen will. Sieben Dosen enthalten 560 Milligramm Koffein \u2013 ein 50 Kilogramm schweres Kind sollte maximal 150 Milligramm am Tag zu sich nehmen. Die Message dieses \u201elustigen\u201c Videos sei daher gef\u00e4hrlich, kritisiert foodwatch.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gaming &amp; E-Sport:<\/strong> Red Bull &amp; Co. sponsern Gaming-Events, Teams und Streamer:innen, um sich als festen Bestandteil der Computerspiel-Jugendkultur zu etablieren. Teilweise bringen Spieler:innen sogar ihre eigenen Marken auf den Markt. So wurde der Energydrink G\u00f6nrgy vom Video-Streamer Montana Black gegr\u00fcndet, der 2023 bereits 20 Millionen Follower:innen in sozialen Netzwerken erreichte. Der Markenname G\u00f6nrgy wird dauerhaft in seinen Streams eingeblendet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sportsponsoring:<\/strong> Energydrink-Marken dominieren den Profi- und Jugendsport \u2013 von Fu\u00dfballclubs \u00fcber Eishockey bis hin zu Skirennen. Studien zeigen, dass Kinder Sponsoring im Sport oft positiv bewerten. Selbst minderj\u00e4hrige Athlet:innen werden von den Energydrink-Herstellern als Werbefiguren eingesetzt. Monster Energy unterst\u00fctzt \u00fcber die \u201eMonster Army\u201c beispielsweise Nachwuchstalente zwischen 13 und 21 Jahren aus Sportarten wie Motocross, BMX, Skateboarden und Snowboarden. Die prominentesten Beispiele f\u00fcr die Neugr\u00fcndung beziehungsweise \u00dcbernahme eines Vereins durch einen Energydrinkhersteller sind im deutschsprachigen Raum sicherlich die Fu\u00dfballvereine RB Leipzig und der FC Red Bull Salzburg \u2013 bei beiden ziert das Red Bull Logo auch das Vereinslogo.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kinderclubs &amp; Merchandise:<\/strong> Red Bull betreibt eigene Fanclubs f\u00fcr Kinder, bietet mit dem Markenlogo versehene Kinder-Produkte wie Kuscheltiere oder Malb\u00fccher an und veranstaltet Freizeit-Events f\u00fcr junge Zielgruppen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mediziner:innen warnen vor Gesundheitsgefahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rzt:innen und Verbraucherverb\u00e4nde warnen seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen der koffeinhaltigen Getr\u00e4nke f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Bei hohem Konsum drohen Herzrhythmusst\u00f6rungen, Angstzust\u00e4nde und Konzentrationsprobleme. Besondere Risiken bestehen, wenn die Getr\u00e4nke im Zusammenhang mit Sport oder Alkohol konsumiert werden. Eine <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/kinderkardiologie-und-toxikologie-energydrinks-loesen-kardiale-symptomatik-aus-15ae947b-f141-44d7-b605-cacb7be9c41b\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">aktuelle wissenschaftliche Untersuchung des Uniklinikums M\u00fcnchen (\u201eEDUCATE\u201c)<\/a> zeigte nun erstmals, dass bereits moderate Mengen den Blutdruck erh\u00f6hen und den Schlaf st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnsere \u201eEDUCATE\u201c-Studie ist weltweit die erste wissenschaftliche Untersuchung, die sich mit den Auswirkungen des Konsums einer geringen Menge von Energydrinks auf das Herz-Kreislaufsystem von Kindern und Jugendlichen widmet. Hierbei konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass eine einzelne Dosis von Energydrink, die am Vormittag konsumiert wurde, einen Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz bewirkt, das Auftreten von Herzrhythmusst\u00f6rungen beg\u00fcnstigt und zu einer um etwa eine Stunde verringerten Schlafdauer f\u00fchrt. Da in der Regel mehrere Energydrinks getrunken werden, erscheint uns klar, dass dieser Konsum f\u00fcr Kinder und Jugendliche aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden eingeschr\u00e4nkt werden muss\u201c, sagt Prof. Dr. Nikolaus Haas, Direktor der Kinderkardiologie des Uniklinikums M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut vorl\u00e4ufigen <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00246-025-03770-3\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00246-025-03770-3\" rel=\"noreferrer noopener\">Zahlen einer Erhebung des Uniklinikums M\u00fcnchen an Schulen (\u201eHand aufs Herz\u201c)<\/a> beginnen Kinder bereits mit etwa neun Jahren mit dem Energydrink-Konsum, mehr als jede:r vierte Minderj\u00e4hrige trinkt diese regelm\u00e4\u00dfig. Zehn Prozent der Jungs trinken sie gerne beim Sport. Zahlreiche europ\u00e4ische L\u00e4nder haben l\u00e4ngst eine Altersgrenze f\u00fcr den Verkauf von Energydrinks eingef\u00fchrt, darunter Litauen, Lettland und Polen. Obwohl der Konsum stetig ansteigt, verhindere in Deutschland die Industrie mit geschicktem Lobbying bisher jede Regulierung, kritisiert foodwatch. Die neue Bundesregierung m\u00fcsse Kindergesundheit deshalb an erste Stelle setzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/ueber-uns\/team\/rebekka-siegmann\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"700\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/03\/Rebekka-Siegmann-foodwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-802\" style=\"aspect-ratio:1;object-fit:contain\" title=\"Foto: foodwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rebekka Siegmann ist Campaignerin bei <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"311\" height=\"162\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2019\/09\/foodwatch-logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-154\" style=\"width:296px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Kinderernaehrung\/2025-03-26_Report_Kindermarketing_Energydrinks__Erst_Fl%C3%BCgel_dann_Herzrasen\/25-Foodwatch-report_Energydrinks_DIGITAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/03\/25-Foodwatch-report_Energydrinks_DIGITAL-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-803\" style=\"aspect-ratio:3\/4;object-fit:contain\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der foodwatch-Report &#8222;Erst Fl\u00fcgel, dann Herzrasen&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Kinderernaehrung\/2025-03-26_Report_Kindermarketing_Energydrinks__Erst_Fl%C3%BCgel_dann_Herzrasen\/25-Foodwatch-report_Energydrinks_DIGITAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lobbyverband Energy Drink Europe behauptet, Energydrinks seien sicher, das Marketing ziele nicht auf Kinder, sondern konzentriere sich &#8222;auf die erwachsene Bev\u00f6lkerung&#8220;. Tats\u00e4chlich k\u00f6dern Red Bull, Monster &#038; Co. gezielt Kinder und Jugendliche, indem sie ihre Produkte mit jungen Social-Media-Influencer:innen oder Sportsponsoring in Szene setzen. 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