{"id":814,"date":"2025-04-10T16:54:10","date_gmt":"2025-04-10T14:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/?page_id=814"},"modified":"2025-04-10T16:54:11","modified_gmt":"2025-04-10T14:54:11","slug":"in-96-prozent-der-schokoladenprodukte-steckt-ausbeutung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/in-96-prozent-der-schokoladenprodukte-steckt-ausbeutung\/","title":{"rendered":"In 96 Prozent der Schokoladenprodukte steckt Ausbeutung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Wer hierzulande im Supermarktregal nach Schokokeksen oder Osterhasen greift, erh\u00e4lt zum Gro\u00dfteil Produkte, die unter Ausbeutung hergestellt sind. Oxfam-Recherchen in deutschen Superm\u00e4rkten ergaben, dass sich die marktbeherrschenden Betreiber bei weniger als vier Prozent der angebotenen Kakaoprodukte zu Preisen verpflichtet haben, mit denen die Existenz von Kakaob\u00e4uer*innen dauerhaft gesichtert sind. Dabei h\u00e4ngt der Preis, den die Verbraucher zahlen, st\u00e4rker vom Marketing als von den Rohstoffkosten ab.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/04\/250410-NU-oxfam-raising-the-bar.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-809\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 10. April 2025) <\/strong>Die Kakaobohnenpreise brechen auf dem Weltmarkt einen Rekord nach dem anderen. Dennoch leben viele Kakaob\u00e4uer*innen weiterhin in gro\u00dfer Armut. Die neue Oxfam-Studie \u201eRaising the bar. Supermarkets must urgently adress structural exploitation of cocoa.\u201c analysiert, ob Superm\u00e4rkte Verantwortung f\u00fcr ihre Lieferkette \u00fcbernehmen. Die Recherchen ergaben, dass die Versprechen weit von der Realit\u00e4t abweichen: Aldi Nord, Edeka, Lidl und Rewe zahlen f\u00fcr weniger als 4 Prozent der angebotenen Kakaoprodukte dauerhaft existenzsichernde Kakaopreise.<\/p>\n\n\n\n<p>Ostern steht vor der T\u00fcr und damit Regale voller Schokohasen, -k\u00fcken und -eier. Wer glaubt, mit gutem Gewissen das Osternest f\u00fcllen zu k\u00f6nnen, liegt falsch, wie neue Oxfam-Recherchen zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kakaob\u00e4uer*innen leben seit Jahrzehnten in Armut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/lebasic.com\/en\/actualites\/miscellaneous\/analysis-of-the-cocoa-and-chocolate-value-chains-in-germany\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/lebasic.com\/en\/actualites\/miscellaneous\/analysis-of-the-cocoa-and-chocolate-value-chains-in-germany\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Schokoladenmarken und Superm\u00e4rkte streichen enorme Gewinne ein, w\u00e4hrend die B\u00e4uer*innen systematisch unterbezahlt bleiben. <\/a>Wie unabh\u00e4ngige Umfragen in Ghana zeigen, erhalten etwa 90 Prozent der befragten Kakaob\u00e4uer*innen kein existenzsicherndes Einkommen. Im Durchschnitt verdienen sie kaum die H\u00e4lfte davon, Frauen sogar nur 31 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Issifu Issaka, Kakaobauer aus Ghana und Pr\u00e4sident der Ghana Cooperative Cocoa Farmers Association hebt hervor: \u201eAls Kakaob\u00e4uer*innen verdienen wir zu wenig, um \u00fcber die Runden zu kommen. Hinter der Schokolade steht viel menschliches Leid, das f\u00fcr Verbraucher*innen im Supermarkt unsichtbar bleibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tim Zahn, Referent f\u00fcr globale Lieferketten bei Oxfam, veranschaulicht: \u201eEin Kakaobauer in Ghana br\u00e4uchte mit seinem durchschnittlichen Einkommen etwa 20 Millionen Jahre, um das Verm\u00f6gen von Lidl- und Kaufland-Eigent\u00fcmer Dieter Schwarz zu erwirtschaften. Diese Ungerechtigkeit d\u00fcrfen wir nicht l\u00e4nger in Kauf nehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Marktmacht der Superm\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Supermarktketten Edeka, Lidl und Kaufland, Rewe und Aldi teilen sich mittlerweile 87 Prozent des Marktes untereinander auf. Hinzu kommt, dass ein Gro\u00dfteil (86 Prozent) des Kakaos in Form von Schokolade in Deutschland in Superm\u00e4rkten verkauft wird. Diese Bedingungen verschaffen den Konzernen gro\u00dfen Einfluss auf die Preis- und Margengestaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Supermarktketten sich zum Ziel gesetzt haben, existenzsichernde Kakaopreise zu zahlen, bleiben die Bem\u00fchungen bei Weitem unzureichend. Aktuelle Oxfam-Recherchen in deutschen Superm\u00e4rkten ergaben, dass sich Aldi Nord, Edeka, Lidl und Rewe bei weniger als vier Prozent der angebotenen Kakaoprodukte verpflichtet haben, dauerhaft existenzsichernde Kakaopreise zu zahlen. Dabei zeigt der gr\u00f6\u00dfte niederl\u00e4ndische Supermarkt Albert Heijn, dass es auch anders geht: Das Unternehmen verpflichtete sich im Oktober 2024, f\u00fcr alle Eigenmarkenprodukte mit Kakaoanteil dauerhaft existenzsichernde Kakaopreise zu zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas traurige Fazit unserer Untersuchung: Zwischen den Versprechen der Superm\u00e4rkte und der Realit\u00e4t klafft eine riesige L\u00fccke. Wer hierzulande im Supermarktregal nach Schokokeksen oder Osterhasen greift, erh\u00e4lt zum Gro\u00dfteil Produkte, die unter Ausbeutung hergestellt sind\u201c, so Zahn. \u201eOhnehin sollte die Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung von Menschenrechten nicht bei den Verbraucher*innen liegen. Wer von internationalen M\u00e4rkten profitiert, muss Menschenrechte sch\u00fctzen. Hier sind Politik und Unternehmen gefragt.\u201c Oxfam fordert daher, dass Superm\u00e4rkte in die Pflicht genommen werden und dauerhaft existenzsichernde Kakaopreise zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/kontakt\/tim-zahn\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"606\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/04\/Tim-Zahn-oxfam.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-810\" style=\"aspect-ratio:3\/4;object-fit:contain\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Tim Zahn ist Referent f\u00fcr globale Lieferketten bei <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oxfam<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"390\" height=\"144\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2018\/09\/OXFAM.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-51\" style=\"width:290px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/documents\/report_oxfam-raisingthebar-def.pdf\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/agrar\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/04\/Oxfam_Bericht_RaisingTheBar-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-811\" style=\"aspect-ratio:3\/4;object-fit:contain\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der oxfam-Report &#8222;Raising the Bar&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/documents\/report_oxfam-raisingthebar-def.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer hierzulande im Supermarktregal nach Schokokeksen oder Osterhasen greift, erh\u00e4lt zum Gro\u00dfteil Produkte, die unter Ausbeutung hergestellt sind. 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