{"id":1141,"date":"2025-11-25T15:09:01","date_gmt":"2025-11-25T14:09:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=1141"},"modified":"2025-11-25T15:09:02","modified_gmt":"2025-11-25T14:09:02","slug":"ki-assistenten-stoppen-kassen-patienten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/ki-assistenten-stoppen-kassen-patienten\/","title":{"rendered":"KI-Assistenten stoppen Kassen-Patienten!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Digitalisierung im Gesundheitswesen darf niemals bedeuten, dass Menschlichkeit wegoptimiert wird. Sie muss bedeuten: Technik unterst\u00fctzt Medizin, nicht ersetzt sie. Es geht nicht darum, Fortschritt abzulehnen, \u2013 es geht darum, daran zu erinnern, dass Digitalisierung nicht nur f\u00fcr Praxen, Anbieter oder Softwarehersteller funktionieren darf, sondern f\u00fcr echte Menschen. (Eine Kolumne von Michael Detjen, November 2025)<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2025\/11\/251125-MD.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1139\" title=\"Foto: KI-generiert von Michael Detjen\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ohne Tricks kommst du nicht mehr zum Arzt!<\/h2>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein ganz normaler Patient, der wollte nichts weiter, als mit seinem Arzt \u00fcber ein gesundheitliches Problem zu sprechen, nein, er wollte einen Termin absagen, in dem es es sich h\u00e4tte herausstellen k\u00f6nnen, dass es ein gesundheitliches Problem geben k\u00f6nnte. Nennen wir ihn mal Hans Schmitt (Identit\u00e4ten mit real lebenden Personen w\u00e4ren vollkommen dem Zufall geschuldet). Hans Schmitt nahm also den H\u00f6rer in die Hand, in der Erwartung, mit einer freundlichen Sprechstundenhilfe zu reden, die vielleicht einen Augenblick Zeit f\u00fcr ihn h\u00e4tte, um in Ruhe einen Termin zu vereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch stattdessen begr\u00fc\u00dfte ihn eine k\u00fcnstliche Stimme, die ihm sogleich mitteilte: \u201eWenn sie nicht damit einverstanden sind, ihren Termin von mir, einer hochmodernen KI, zu erhalten, dann legen Sie doch bitte einfach wieder auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und so sa\u00df Herr Schmitt \u2011 nennen wir ihn nun einfach nur noch Hans \u2011 da, mit einer Praxis in der Leitung, die ihm eigentlich nur helfen sollte, einen Termin zu vereinbaren, und wurde stattdessen von einer KI gefragt, ob er \u00fcberhaupt mit ihr reden will.<\/p>\n\n\n\n<p>ER dachte: \u201eIch will nur einen Termin.\u201c Nicht einmal einen komplizierten \u2013 keinen Lungenfunktionstest im H\u00f6henlabor, keine Ganzk\u00f6rper-MRT, keinen NASA-Tauglichkeitscheck. Nur ein Gespr\u00e4ch. Mit meinem Arzt. Weil mein K\u00f6rper \u2013 anders als Software \u2013 keine Updates bekommt, wenn etwas nicht richtig l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt beginnt eine Geschichte, die zeigt: Wenn niemand \u2013 weder die \u00c4rzte noch die Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen noch die Krankenkassen \u2013 wirklich versteht, wie man Digitalisierung menschlich gestaltet, dann endet man in einer Welt, in der der Fortschritt am Menschen vorbeigeht. Und so wird Herr Hans M\u00fcller zum Sinnbild daf\u00fcr, dass es am Ende nicht um Technik um der Technik willen gehen darf, sondern immer um den Menschen, der dahintersteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans war sogar vorbereitet: Versichertenkarte bereitgelegt, Kalender offen, Medikamentennamen parat \u2013 wie man das eben macht, wenn man menschlich kommuniziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kam sie: Die Stimme. Kalt, glatt, synthetisch \u2013 wie ein K\u00fchlschrank, der gelernt hat zu sprechen: \u201eHallo hier ist der Assistent der Arztpraxis Dres. M\u00fcller, Lohens &amp; Partner der Praxis der Zukunft! Wenn Sie nicht damit einverstanden sind, dass ein KI-Terminassistent Ihre Anfrage bearbeitet, legen Sie bitte jetzt auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht: \u201eGuten Tag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht: \u201eWomit k\u00f6nnen wir Ihnen helfen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nein.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst einmal: Unterwerfung. Ein digitales Einreiseverfahren ins neue Gesundheitswesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans stand da, das Telefon am Ohr, und dachte: \u201eHuch, bin ich beim Arzt oder am Flughafen der Zukunft, kurz bevor eine Maschine entscheidet, ob ich sicher genug bin, um weiterzuleben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch er blieb dran. Er ist ja vern\u00fcnftig. Und leidensf\u00e4hig. Beides braucht man zunehmend als Patient.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Gespr\u00e4ch \u2013 oder das, was daf\u00fcr gehalten wurde<\/h2>\n\n\n\n<p>Der KI-Assistent fragte: \u201eWas m\u00f6chten Sie?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er antwortete: \u201eIch brauche einen Termin, um mit meinem Arzt \u00fcber Beschwerden zu sprechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der KI-Assinstent antwortete: \u201eMeinten Sie: Rezeptabholung, Sehsch\u00e4rfenmessung, Haustscreening oder Impfung?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hans: \u201eNein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der KI Assi: \u201eSagen Sie jetzt JA f\u00fcr: Rezeptabholung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hans: \u201eNEIN.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der KI-Assi: \u201eIch habe Sie nicht verstanden. Sagen Sie jetzt JA f\u00fcr: Rezeptabholung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und in diesem Moment wurde Hans klar: Diese Systeme sind nicht geschaffen, um zu helfen. Sie sind geschaffen, um zu sortieren, zu blockieren, zu reduzieren \u2013 vor allem aber, um menschliche Arbeitszeit durch untrainierte Maschinenlogik zu ersetzen, die schon an der Aufgabe scheitert, Sprache zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber bevor Hans M\u00fcller \u00fcberhaupt in die N\u00e4he eines Menschen kommt, wird er heute von Systemen begr\u00fc\u00dft, die sich selbst \u201edigitaler Durchbruch\u201c, \u201emodernste KI-gest\u00fctzte Praxisorganisation\u201c oder \u201eEntlastungsl\u00f6sung f\u00fcr medizinische Fachkr\u00e4fte\u201c nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also trifft Hans M\u00fcller auf einen KI-Terminassistenten \u2013 sei es Doptolib, Blameda, CLIppDOC, ZerMed, 116117-Terminservice oder einen ihrer Mitbewerber \u2013 und dieser er\u00f6ffnet ihm Folgendes: \u201eWenn Sie nicht damit einverstanden sind, dass ein KI-Terminassistent Ihren Termin \u00fcbernimmt, legen Sie jetzt bitte auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine h\u00f6fliche Vorwarnung? Nein. Eine digitale Eintrittsbedingung. Ein T\u00fcrsteher mit monotoner weiblicher Stimme, die nicht fragt, was Hans M\u00fcller braucht \u2013 sondern ob er bereit ist, sich dem System unterzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Hans M\u00fcller bleibt dran. Nicht, weil das System funktioniert. Sondern, weil er hartn\u00e4ckiger ist als eine Maschine, die prim\u00e4r darauf trainiert wirkt, Menschen loszuwerden, bevor sie eine Praxis erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wem dient das eigentlich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Hans M\u00fcller \u2013 ab sofort der offizielle Stellvertreter aller Menschen mit realem K\u00f6rper und echter Erkrankung \u2013 hat es ausprobiert. Und die Antwort ist ersch\u00fctternd einfach: Niemandem.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht den Patienten. Die irren inzwischen durch eine akustische Escape-Room-Inszenierung, in der sie nicht ausbrechen, sondern aufgeben sollen. Gew\u00fcnschte Wirkung? Schon erreicht, bevor ein Mensch \u00fcberhaupt zuh\u00f6ren musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht den \u00c4rzten. Die bekommen dieselben Inhalte sp\u00e4ter noch einmal \u2013 erst murmelnd gegen eine Maschine gerichtet, dann erneut, dieses Mal menschlich und zunehmend gereizt, weil Hans M\u00fcller inzwischen die Geduld eines tibetanischen M\u00f6nchs und die Stimmung eines russischen Grenzbeamten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht den Praxisteams. Die telefonieren sich jetzt durch R\u00fcckrufe wie: \u201eHallo, Herr M\u00fcller\u2026 Sie hatten irgendwas, irgendwas, der KI-Assistent hat \u201aK\u00f6rper\u2018 verstanden. Hilft das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nein. Tut\u2019s nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht den Krankenkassen und kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen. Dort herrscht die v\u00f6llig absurde \u00dcberzeugung, Digitalisierung sei ein Faxger\u00e4t \u2013 aber mit WLAN.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht der Politik. Die steht daneben, klatscht h\u00f6flich und nickt inkompetent, sobald im Raum das Wort Innovation f\u00e4llt \u2013 egal, ob es sich dabei um funktionierende Technologie, unausgereifte Spielerei oder eine digitale Sackgasse handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und w\u00e4hrend die K\u00f6pfe sich zufrieden wiegen, \u00fcbersieht man geflissentlich, dass das, was hier als Zukunft verkauft wird, eigentlich das digitale \u00c4quivalent eines Schildes ist, auf dem steht: \u201eBitte nicht klingeln \u2013 wir wollen nicht gest\u00f6rt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und wof\u00fcr das alles?<\/h2>\n\n\n\n<p>Offiziell nat\u00fcrlich f\u00fcr den Satz, der mittlerweile wie eine schlechte Tapete \u00fcberall klebt: \u201eZur Entlastung der Praxis.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber in Wahrheit lautet der Text \u2013 in kleiner Schrift und ohne Marketingfilter: \u201eZur Entlastung von Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Denn echte Digitalisierung \u2013 die, die wirklich etwas ver\u00e4ndert \u2013 braucht:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>klare, abgestimmte Prozesse<\/li>\n\n\n\n<li>Schulung, nicht Hoffnung<\/li>\n\n\n\n<li>Fachwissen statt PowerPoint-Behauptungen<\/li>\n\n\n\n<li>einen realistischen Blick auf Bed\u00fcrfnisse der Menschen<\/li>\n\n\n\n<li>und vor allem eine einfache Leitfrage: \u201eWas soll besser werden \u2013 und f\u00fcr wen?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Doch stattdessen wird blind eingef\u00fchrt, was sich modern anh\u00f6rt oder auf Messen gl\u00e4nzt \u2013 vorausgesetzt, niemand zwingt es, real zu funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und das Bitterste?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist nicht Bosheit. Es ist Unf\u00e4higkeit. Unf\u00e4higkeit, Digitalisierung zu verstehen. Unf\u00e4higkeit, Technologie menschenzentriert zu gestalten. Unf\u00e4higkeit, die Beziehungen im Gesundheitswesen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn eine Arzt-Patient-Beziehung beginnt nicht beim ICD-Code, nicht bei der Geb\u00fchrenziffer, nicht beim Login in einer App. Sie beginnt beim ersten Kontakt. Und genau dieser Kontakt wurde ersetzt durch eine Maschine, die nicht zuh\u00f6rt, nicht versteht und nicht hilft. Und als w\u00e4re das nicht schon grotesk genug, k\u00fcndigte das System auch noch an, dass das Gespr\u00e4ch m\u00f6glicherweise nicht vollst\u00e4ndig richtig verstanden worden sei und man daher \u2014 zur Sicherheit \u2014 vom Praxisteam zur\u00fcckrufen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans M\u00fcller wartete. Einen Tag. Zwei. F\u00fcnf. Nach 14 Tagen begann er sich zu fragen, ob nicht vielleicht etwas ganz anderes passiert war: War die Praxis inzwischen geschlossen? War das System nicht kompatibel mit gesetzlich Versicherten? Oder nur mit Privatpatienten? Hatten sie beschlossen, grunds\u00e4tzlich gar keine Menschen mehr zu behandeln, weil digitale Systeme doch so viel \u201eeffizienter\u201c seien? Oder \u2011 und das war die unangenehmste Frage \u2011 war er als Patient einfach nicht mehr vorgesehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Hans M\u00fcller hatte das Gef\u00fchl, dass er nicht nur keinen Termin bekommen hatte \u2011 sondern gleich das ganze Konzept von Arztbesuch und Patientensein stillschweigend abgeschafft worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, wenn \u201eKI-Assitenten\u201c im Gesundheitswesen eine Rolle spielen sollen dann muss man endlich begreifen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Digitalisierung ist kein Filter. Keine H\u00fcrde. Keine Vorh\u00f6lle der B\u00fcrokratie. Keine Abschreckanlage zur Patientenselektion. Und erst recht keine Simulation von Effizienz.<\/li>\n\n\n\n<li>Digitalisierung ist eine Verl\u00e4ngerung menschlicher Kompetenz. Nicht ihr Ersatz.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Und ja \u2013 damit w\u00e4ren wir erst am Anfang. Hans M\u00fcller hat es immer noch nicht geschafft, den Termin zu bekommen. Nicht, weil er nicht funktioniert h\u00e4tte \u2013 sondern, weil er hartn\u00e4ckiger war als die Maschine, die ihn loswerden wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sein tats\u00e4chliches Problem beginnt erst jetzt. Denn Hans M\u00fcller glaubt ja noch, dass das Abenteuer vorbei sei, sobald der Termin steht. Er wei\u00df noch nicht \u2013 wie sollte er \u2013 dass die digitale Neuzeit des Gesundheitswesens ihm erst noch zeigen wird, was: \u201eWarum einfach, wenn es technisch kompliziert geht?\u201c, wirklich bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat noch keine Bekanntschaft gemacht mit:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>der elektronischen Patientenakte, die angeblich alles wei\u00df \u2013 aber Hans M\u00fcller nicht kennt,<\/li>\n\n\n\n<li>der App, die ihn authentifizieren will, obwohl sie schon wei\u00df, dass er es ist,<\/li>\n\n\n\n<li>den Datensystemen, die miteinander sprechen sollen, es aber aus Prinzip nicht tun,<\/li>\n\n\n\n<li>und der freundlichen Erinnerung, dass alles nur zu seinem Schutz passiert. Auch wenn es sich exakt andersherum anf\u00fchlt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Aber keine Sorge. Hans M\u00fcller hat Zeit. Und Geduld. Er ist schlie\u00dflich nur Patient. er braucht Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann wir weiterschreiben? Keine Ahnung. Vielleicht morgen. Vielleicht n\u00e4chste Woche. Vielleicht irgendwann, wenn eine dieser gl\u00e4nzenden digitalen Innovationen ausnahmsweise funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder \u2013 und das w\u00e4re fast poetisch \u2013 wenn die KI selbst darum bittet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Disclaimer<\/h2>\n\n\n\n<p>Alle in diesem Text erw\u00e4hnten Personen, Namen, Rollen, Organisationen, Institutionen oder Unternehmen \u2013 einschlie\u00dflich, aber nicht beschr\u00e4nkt auf \u201eHans M\u00fcller\u201c, digitale Terminassistenten, Gesundheitssystemakteure und vermeintlich intelligente Software \u2013 sind frei erfunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00dcbereinstimmung mit realen Personen, lebend oder hervorragend ausgelastet, ist zuf\u00e4llig und nicht beabsichtigt. Sollten Leserinnen oder Leser \u00c4hnlichkeiten zu realen Abl\u00e4ufen, Erfahrungen oder Systemen erkennen, liegt dies ausschlie\u00dflich daran, dass die Realit\u00e4t gelegentlich dichter an der Satire arbeitet als einem lieb sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Abbildung realer Vorg\u00e4nge \u2013 nur auf die Darstellung eines m\u00f6glichen Szenarios, das in einer idealen Welt selbstverst\u00e4ndlich v\u00f6llig absurd w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Viele Menschen schaffen es gar nicht mehr bis zu diesem Punkt. Nicht, weil sie keinen Termin brauchen \u2011 sondern weil ihnen unterwegs die Kraft ausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Text ist deshalb all denen gewidmet, die krank, ersch\u00f6pft, \u00e4lter, \u00fcberfordert oder einfach nur m\u00fcde vor dem Telefon sitzen und nicht auch noch mit einem KI-System diskutieren k\u00f6nnen, das vorgibt zu helfen, aber vor allem eins tut: aussieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht nicht darum, Fortschritt abzulehnen. Es geht darum, daran zu erinnern, dass Digitalisierung nicht nur f\u00fcr Praxen, Anbieter oder Softwarehersteller funktionieren darf \u2011 sondern f\u00fcr echte Menschen. Denn ein Gesundheitssystem, das zuerst die Maschine bedient und erst danach den Menschen, hat vergessen, wof\u00fcr es existiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb stellt sich eine Frage, die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig ist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wo sind eigentlich die Vertreterinnen und Vertreter in den Selbstverwaltungsorganen \u2013 in den Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen, den Landes\u00e4rztekammern, dem G-BA, den Verwaltungsr\u00e4ten der Krankenkassen, der KBV, der Kassenverb\u00e4nde und der Selbstverwaltungsr\u00e4te \u2013, die noch R\u00fcckgrat haben?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo sind die, die sich erinnern, dass sie nicht nur Buchhalter der Versorgung sind, sondern gew\u00e4hlte Verantwortungstr\u00e4ger?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo sind die, die nicht nur Kosten optimieren, Prozesse verwalten und \u00d6konomisierung feiern, sondern endlich wieder das tun, wof\u00fcr diese Strukturen einmal geschaffen wurden: Menschen sch\u00fctzen. Versorgung sichern. Rechte verteidigen. Haltung zeigen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Denn Digitalisierung darf niemals bedeuten, dass Menschlichkeit wegoptimiert wird. Sie muss bedeuten: Technik unterst\u00fctzt Medizin \u2013 nicht ersetzt sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitalisierung im Gesundheitswesen darf niemals bedeuten, dass Menschlichkeit wegoptimiert wird. Sie muss bedeuten: Technik unterst\u00fctzt Medizin, nicht ersetzt sie. Es geht nicht darum, Fortschritt abzulehnen, \u2013 es geht darum, daran zu erinnern, dass Digitalisierung nicht nur f\u00fcr Praxen, Anbieter oder Softwarehersteller funktionieren darf, sondern f\u00fcr echte Menschen. 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