{"id":1181,"date":"2026-04-17T16:10:11","date_gmt":"2026-04-17T14:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=1181"},"modified":"2026-04-17T16:11:09","modified_gmt":"2026-04-17T14:11:09","slug":"papst-leo-der-hueter-der-welt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/papst-leo-der-hueter-der-welt\/","title":{"rendered":"Papst Leo, der H\u00fcter der Welt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2026\/04\/260417-NU-Thomas-Bettinger-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1179\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Ein Essay von Thomas Bettinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer hat der Papst keine Divisionen. Er hat wohl nie welche gehabt. Auch ohne Milit\u00e4rmaschine zwangen die P\u00e4pste im Ringen um die weltliche Macht die Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches in die Knie (Heinrich IV. \/ Canossa, 1077 n.Chr.). Spirituelle, geistliche Macht hat durchaus politische Sprengkraft und Wirkung. Voraussetzung daf\u00fcr ist Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit, unabh\u00e4ngig von politischen Kr\u00e4ften, die geistliche Macht f\u00fcr ihre Zwecke manipulieren wollen (siehe Russland).<\/p>\n\n\n\n<p>Papst Leo XIV. ist unabh\u00e4ngig und frei im Wort. Und er wird geh\u00f6rt. Allj\u00e4hrlich wird weltweit zweimal im Jahr der Segen \u201eUrbi et Orbi\u201c \u00fcbertragen. Hunderttausende pilgern nach Rom \u2013 zumal im Heiligen Jahr 2025 \u2013, um den Papst in seinen Audienzen zu h\u00f6ren oder beim Angelusgebet mit ihm zu beten. Der Tod von Papst Franziskus, sein Requiem und die Wahl von Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr waren ein Weltereignis. Millionen nahmen live daran teil.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun Leos Friedensbotschaft von Ostern. Donald Trump ist das zuwider. Doch der Papst braucht ihn nicht zu f\u00fcrchten, Donald kann den Papst nicht fassen. Eine erste Ohnmachtserfahrung f\u00fcr den Narzissten im Wei\u00dfen Haus? Trump droht mit \u201eAvignon\u201c, der \u201ebabylonischen Gefangenschaft der P\u00e4pste\u201c (14. Jahrhundert bis Anfang 15. Jahrhundert), und pr\u00e4sentiert sich als neuer Christus, ja als Heiland. Das kam aber nicht gut an. Auch sei Leo, der Amerikaner, nur weil er, Donald, im Wei\u00dfen Haus sitze, zum Papst gew\u00e4hlt worden. Weil dieser Amerikaner sei, k\u00f6nne er besser mit ihm, Trump, umgehen. Donald der Papstmacher. Satiriker werden arbeitslos, die Realit\u00e4t macht die Satire selbst. Und J.D. Vance \u201emahnt\u201c den Papst, sich auf den binnenkirchlichen Raum zu konzentrieren, nach dem Motto: St\u00f6re unsere politischen Kreise nicht. Dieser zum Katholizismus konvertierte Karrierist hat nichts vom Evangelium verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, die P\u00e4pste hatten in der Geschichte Macht und offenbar haben sie sie noch. Welche \u2013 politische! \u2013 Macht den P\u00e4psten durch die europ\u00e4ischen M\u00e4chte im Ausgang des Mittelalters zugestanden wurde, zeigt sich im Vertrag von Tordesillas, wo der Papst den Erdkreis unter Spanien und Portugal aufteilte (7. Juni 1494). Die P\u00e4pste als Herren der Welt? Ausdruck dieses Anspruchs ist die Tiara, die dreifache Krone: Der Papst als Herr \u00fcber alle Reiche und Herrscher der Welt und als \u201eStellvertreter Christi\u201c. Ein Titel, der genau genommen nur noch Unterwerfung zul\u00e4sst. Innozenz III. (gestorben 1216) sah sich sogar als Stellvertreter Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht immer waren die Nachfolger des Petrus Heilige, es waren skrupellose Machtmenschen unter ihnen, die vor Mord nicht zur\u00fcckschreckten (Alexander VI.). Und das Amt der Einheit war in der Reformation Anlass und Grund einer Spaltung, nicht nur der Kirche, sondern auch des europ\u00e4ischen Kontinents, die schlie\u00dflich in die Katastrophe des 30-j\u00e4hrigen Krieges f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Verlust der weltlichen Macht ging im 19. Jahrhundert eine spirituelle, theologische \u00dcberh\u00f6hung des Papsttums im binnenkirchlichen Raum einher, mit dem man politischen Einfluss in den europ\u00e4ischen Gesellschaften zur\u00fcckgewinnen wollte: Die Definition des Unfehlbarkeitsdogmas von 1870 des I. Vatikanischen Konzils. In Fragen des Glaubens und der Sitten konnte der Papst nun Unfehlbarkeit beanspruchen, wenn er in seinem Amt (ex cathedra) als \u201eLehrer aller Christen\u201c eine Glaubens- oder Sittenfrage als endg\u00fcltig entschieden verk\u00fcndet. Dies geschah bisher nur einmal durch Papst Pius XII.: 1950 mit dem Dogma von der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Institution, die 2.000 Jahre alt ist, in sich eine Hierarchie, die geleitet wird von einem m\u00e4nnlichen Klerus, der (nur) im r\u00f6mischen Ritus (die katholische Kirche besteht aus 22 verschiedenen Teilkirchen, sogenannten Riten) z\u00f6libat\u00e4r ist, in Europa unter gro\u00dfem Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust leidet, diese Institution ist weltweit immer noch oder sogar wachsend eine religi\u00f6se geistliche Macht, deren politischer Einfluss enorm ist. Und das Oberhaupt dieser Kirche, der weltweit 1.400 Millionen Menschen angeh\u00f6ren, wird nur von einer kleinen Gruppe, den derzeit etwa 120 Kardin\u00e4len, auf Lebenszeit gew\u00e4hlt. Die Herrscher der Welt f\u00fcrchten das Christentum, f\u00fcrchten die Kirche. Auch Xi Xinping!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort des Papstes wird geh\u00f6rt, nicht nur von den Katholiken, oftmals deutlicher und wirkungsvoller von Menschen, Gruppen, politischen Entscheidern au\u00dferhalb der Kirche (Papst Johannes Paul II. und seine Rolle beim Zusammenbruch des Kommunismus in Polen und den Folgen). Keine religi\u00f6se F\u00fchrungsgestalt, sei es im Christentum, sei es im Judentum, im Islam oder im Buddhismus, wird \u00e4hnlich aufmerksam wahrgenommen wie der Papst in Rom. Und die Autorit\u00e4t, mit der der Papst spricht, beruht nicht nur auf dem Amt, sondern auf Pers\u00f6nlichkeit, Integrit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit. Ein solcher Papst braucht keine Legionen. Leo XIV., b\u00fcrgerlich Robert Francis Prevost, ist M\u00f6nch, Augustinerm\u00f6nch (wie weiland Luther!), das hei\u00dft er lebt in Armut, ohne pers\u00f6nlichen Besitz. Er war Jahrzehnte in Peru als Seelsorger t\u00e4tig unter den Armen. Er kennt die Not der Menschen, er hat sie mit ihnen geteilt. Als Bischof von Chiclayo\/Peru war er auch politisch ein K\u00e4mpfer f\u00fcr die Rechte dieser Menschen, selbst gegen\u00fcber der Staatsf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Johannes XXIII. und dem II. Vatikanischen Konzil ver\u00e4nderte sich die katholische Kirche: \u201eaggiornamento\u201c \u2013 heutigwerden \u2013 ist das Schlagwort. Die Kirche wird dialogisch. Sie verzichtet auf den einzigartigen Heilsanspruch: \u201eExtra ecclesiam nulla salus\u201c \u2013 Au\u00dferhalb der Kirche kein Heil, tritt mit den anderen Religionen in einen st\u00e4ndigen respektvollen Dialog ein, \u00fcberwindet den kirchlichen Antijudaismus, eine Quelle des Antisemitismus, und n\u00e4hert sich den liberalen Demokratien an. Katholiken sind jetzt gute Demokraten. Und: Mit der Enzyklika \u201ePacem in terris\u201c (1963) von Papst Johannes erkennt die katholische Kirche endlich die universalen Menschenrechte an und gibt ihnen eine eigenst\u00e4ndige Formulierung und Begr\u00fcndung. Damit wurden die Fundamente f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u201emit der Welt\u201c, mit der Politik, mit den Str\u00f6mungen und weltanschaulichen Gruppierungen \/ Parteien in den demokratischen L\u00e4ndern gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine alte Institution ist heute ein einzigartiger global player. Die Kirche kennt keine Ausl\u00e4nder, nur Gl\u00e4ubige. Wer sonntags einmal in Kaiserslautern in die Messe geht, wird in allen drei Kirchen, (fast) die ganze Welt versammelt sehen: Menschen aller Hautfarben und Sprachen, unterschiedlicher sozialer Herkunft, verschiedener \u00dcberzeugungen. Alle aber sind sie Gl\u00e4ubige. F\u00fcr die katholische Kirche ist dies normal. Die Aufgabe der Kirche ist nur eine: das Heil der Menschen zu suchen. Nicht (nur) jenseits, sondern im Hier und Heute. Und das nicht im Eigeninteresse, sondern v\u00f6llig uneigenn\u00fctzig. Der Kirche \u2013 allen christlichen Kirchen &#8211; geht es um das \u201eMenschsein des Menschen\u201c (Alfons Deissler).<\/p>\n\n\n\n<p>Die biblische Botschaft \u2013 die Torah und die Propheten der Hebr\u00e4ischen Bibel und die B\u00fccher des Neuen Testaments, die Evangelien und die Briefe des Paulus \u2013 ist die Grundlage f\u00fcr das kirchliche Engagement. Die W\u00fcrde des Menschen, jedes einzelnen Menschen, gr\u00fcndet in seiner Gottebenbildlichkeit. Jesus sagt sogar: \u201eWas ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan\u201c (Mt 25,40). Gott begegnet mir im anderen Menschen, vor allem im Armen, Kranken, Schwachen, Getretenen, Verlorenen. Durch sie blickt er mich an, blickt er in mein Herz und fordert mich auf zur \u2013 Barmherzigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und \u00fcberall auf unserem Planeten, wo die Not der Menschen am gr\u00f6\u00dften ist, sind es oftmals wirklich nur die Kirchen \u2013 nicht nur die katholische \u2013, die sich um die Menschen k\u00fcmmern, einfach weil sie Menschen sind. Sie tun es in der Nachfolge des Bauhandwerkers und Wanderpredigers Jesus aus Galil\u00e4a, der den Menschen den Frieden Gottes zugesprochen hat, der ihnen Wege zum Menschsein, die Hoffnung auf Befreiung zu einem Dasein in W\u00fcrde als Hoffnung aufgezeigt hat. Weil das gef\u00e4hrliches, staatsgef\u00e4hrdendes Denken war, hat man ihn aufgeh\u00e4ngt. Ein Mann, der nie eine Waffe trug, der keinen Besitz hatte noch wollte, nur eine Botschaft des Friedens, des Heils und einer guten Zukunft f\u00fcr die Menschen. Und er hat Menschen geheilt als die sichtbar erfahrene Zuwendung Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die P\u00e4pste wurden wieder zum Sprachrohr der christlichen Botschaft in der Welt. Die P\u00e4pste der letzten Jahrzehnte verstehen sich heute zuerst als Bisch\u00f6fe von Rom, sehen sich als Teil des Bischofskollegiums, als \u201eprimus inter pares\u201c. Franziskus hat dies sehr betont. Das ist eine wichtige Akzentsetzung im Verst\u00e4ndnis des Papstamtes heute. Von den vielen Titeln, die die Bisch\u00f6fe von Rom tragen, sind zwei heute von gro\u00dfer Bedeutung: \u201epontifex maximus\u201c und \u201eservus servorum Dei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201epontifex maximus\u201c ist der oberste Br\u00fcckenbauer, er baut Br\u00fccken zwischen den Menschen, den Nationen, den V\u00f6lkern, den Religionen. Ziel des Br\u00fcckenbaus ist die Einheit aller Menschen \u2013 \u201eut omnes unum sint\u201c (Joh 17,21). Die Frohe Botschaft ist die Botschaft, \u201edass Frieden, Einheit und Vers\u00f6hnung in einer zerrissenen Welt, zwischen verschiedenen Kulturen, sozialen Gegebenheiten und V\u00f6lkern nicht nur m\u00f6glich, sondern von dem einen Gott Israels und seinem Handeln in Jesus Christus gewollt sind. Alle zu Christus Geh\u00f6rende sind damals wie heute aufgerufen, diesen Gegenentwurf zu Feindschaft und Ausgrenzung zu verstehen und im Leben zu verwirklichen.\u201c (Maria Neubrand MC \u2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eServus servorum Dei\u201c ist der Diener aller Diener Gottes, der f\u00fcr alle, die an Gott glauben, in Dienst Genommene, im Dienst an ihrem Glauben. Das Papstamt ist ein Dienstamt, im Dienst am Heil der Menschen, damit ihr Leben gelingt. \u201eGloria Dei homo vivens\u201c \u2013 Gottes Glorie ist der gelingende Mensch (Irin\u00e4us von Lyon, gestorben um 200).<\/p>\n\n\n\n<p>Alle P\u00e4pste seit Johannes haben gleicherma\u00dfen die Botschaft von der Menschenw\u00fcrde und den Menschenrechten verk\u00fcndet und in ihren Sozialenzykliken, Rundschreiben und Predigten immer wieder individuelles und politischen Handeln gefordert, das das Heil und Wohl der Menschen, vor allem der Schwachen, an den Rand Gedr\u00e4ngten zum Ziel hat: \u201edas Recht str\u00f6me wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach\u201c (Amos 5,24). Papst Franziskus sprach davon, dass die Kirche an die R\u00e4nder der Gesellschaft gehen m\u00fcsse, wohin die Verdr\u00e4ngten, Ausgegrenzten, Nicht-Gewollten, Verachteten und Diffamierten abgeschoben worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt wieder Rassismus, Antisemitismus, Hass auf Menschen, die anders sind, vor allem gegen sogenannte Migranten. Auch bei uns. Das Wort Deportation wird wieder hoff\u00e4hig gemacht. Trump diffamiert in widerlichsten Worten Menschen, nimmt ihnen damit verbal ihre W\u00fcrde. Seine ICE-Truppen sind Rollkommandos, die Gesetze und Menschenrechte missachten. Seine Drohung, mit dem Iran eine Zivilisation auszul\u00f6schen, hat Papst Leo als \u201einakzeptabel\u201c bezeichnet. Er setzt dagegen den Segenswunsch des Auferstandenen: \u201eDer Friede sei mit Euch\u201c (Lk 24,36). Das Geschenk von Ostern ist Frieden. Der Kern der Weihnachtsbotschaft ist es ebenfalls: \u201eFriede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens\u201c (Lk 2,14) singen die Engel in Bethlehem.<\/p>\n\n\n\n<p>Frieden ist das erste, was wir alle brauchen, um menschlich und menschw\u00fcrdig zu leben. Es ist die erste Pflicht eines Staates, Frieden herzustellen. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass wir alle, nicht nur die staatlichen Organe, im anderen immer zuerst den Menschen sehen, nicht nur den Feind, den Kriminellen, den St\u00f6renfried unserer Schildb\u00fcrgerruhe. Wie begegnen wir Menschen? Wie gehen wir mit Menschen um? Mit welchem Recht zerst\u00f6ren wir das Leben, den Lebensraum, die Lebenstr\u00e4ume von Menschen? \u201eLiebe deinen N\u00e4chsten \u2013 er ist wie du!\u201c, so \u00fcbersetzt Martin Buber das biblische Liebesgebot (Levitikus 19,18). Und wie ist das mit der Feindesliebe? (Mt 5,44).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es geht um das Leben auf diesem Planeten \u00fcberhaupt. Das Leben ist bedroht. Auch das nichtmenschliche, tierische und pflanzliche Leben hat Lebensrecht. Wir Menschen sind Teil dieser Lebenswelt. Menschenw\u00fcrde geht nicht ohne die Anerkenntnis allen biologischen Lebens auf der Erde. Und dieses Leben muss gesch\u00fctzt, bewahrt werden in seiner Existenz, seiner Sch\u00f6nheit, seinem Zeichencharakter als Hinweis auf Gott, den Sch\u00f6pfer. Das Leben hat Geschenkcharakter. Es verlangt Achtung, sorgf\u00e4ltigen Umgang, damit das Leben weitergeht. Nicht untertan machen, nicht auspl\u00fcndern, nicht Gewinnmaximierung ist das \u00dcberlebensprogramm der Menschheit, sondern \u201eFrieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u201c, wie es der \u00d6kumenische Prozess der Kirchen formuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die P\u00e4pste seit Johannes XXIII. haben sich mit gro\u00dfen Enzykliken dazu gemeldet. Wichtig sind sie alle. Hervorzuheben ist \u201ePopulorum progressio\u201c (1967) von Paul VI., der zum ersten Mal die globale Dimension der menschlichen Entwicklung und ihre Zusammenh\u00e4nge in den Blick nimmt. Recht und Gerechtigkeit sind nur m\u00f6glich, wenn wir die gesamte Welt, die gesamte Menschheit als ein einziges zusammengeh\u00f6riges und nur so funktionierendes Lebenssystem ansehen. Von gro\u00dfer Bedeutung ist \u201eLaudato si\u201c (2015) von Papst Franziskus, der unsere Verantwortung f\u00fcr alles Leben auf diesem Planenten betont, das Thema Klimawandel und nachhaltige Entwicklung aufgreift. Papst Leo XIV. geht in ihren Spuren. Sein Name verweist auf Leo XIII., der die erste Sozialenzyklika \u201eRerum novarum\u201c (1891) geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Unmissverst\u00e4ndlich und eindeutig wendet er sich gegen die menschenverachtende Unanst\u00e4ndigkeit und Verworfenheit der politischen Sprachkultur in Amerika, aber auch bei uns. Indem er immer wieder demokratische Kultur und Menschenrechte verteidigt \u2013 dies auch in einer w\u00fcrdevollen, sprachlichen Form \u2013, die Bedeutung des Friedens und die Pflicht, ihn zu bewahren oder herzustellen, als zentrale Aufgabe aller Menschen und der Politik formuliert, wird er zum \u2013 <strong>H\u00fcter der Welt<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Essay von Thomas Bettinger Noch immer hat der Papst keine Divisionen. Er hat wohl nie welche gehabt. Auch ohne Milit\u00e4rmaschine zwangen die P\u00e4pste im Ringen um die weltliche Macht die Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches in die Knie (Heinrich IV. \/ Canossa, 1077 n.Chr.). Spirituelle, geistliche Macht hat durchaus politische Sprengkraft und Wirkung. 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