{"id":281,"date":"2019-07-24T17:39:41","date_gmt":"2019-07-24T15:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=281"},"modified":"2020-09-09T19:19:24","modified_gmt":"2020-09-09T17:19:24","slug":"aerzte-warnen-vor-radioaktiven-olympischen-spielen-2020","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/aerzte-warnen-vor-radioaktiven-olympischen-spielen-2020\/","title":{"rendered":"\u00c4rzte warnen vor \u201eradioaktiven Olympischen Spielen 2020\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die japanische Regierung plant die Austragung der Baseball- und Softballspiel-Wettk\u00e4mpfe in der Hauptstadt der Pr\u00e4fektur Fukushima \u2013 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. In nur 20 Kilometer Entfernung soll im J-Village, Aufenthaltsort von \u00fcberwiegend jungen Athletinnen, zudem der olympische Fackel-Lauf starten. Aktivistinnen der Kampagne \u201cTokyo 2020 \u2013 The Radioactive Olympics\u201d protestierten am Sitz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), unterst\u00fctzt von der \u00c4rzteorganisation Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges, \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW), um daran zu erinnern, dass der Super-GAU von Fukushima von 2011 noch immer nicht unter Kontrolle ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Foto: IPPNW.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/07\/IPPNW-Fukushima-190724.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Frankfurt am Main, 24. Juli 2019)<\/strong> Aktivist*innen der Kampagne \u201eTokyo 2020 \u2013 The Radioactive Olympics\u201c protestierten heute in Frankfurt am Sitz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Kampagne wurde von der \u00c4rzteorganisation <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges, \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW) (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/de\/aerztinnen-warnen-vor-radioaktiven.html\" target=\"_blank\">Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges, \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW)<\/a> und von japanischen und internationalen Organisationen initiiert, um daran zu erinnern, dass der Super-GAU von Fukushima von 2011 noch immer nicht unter Kontrolle ist. Anlass der Aktion ist die feierliche Er\u00f6ffnung der Olympischen Sommerspiele in Japan in einem Jahr, am 24. Juli 2020. Die japanische Regierung plant die Austragung der Baseball- und Softballspiel-Wettk\u00e4mpfe in der Hauptstadt der Pr\u00e4fektur Fukushima \u2013 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. In nur 20 Kilometer Entfernung soll im J-Village, Aufenthaltsort von \u00fcberwiegend jungen Athlet*innen, zudem der olympische Fackel-Lauf starten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.fukushima-disaster.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/deutsch\/IPPNW_Info_Tokyo_DE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/07\/IPPNW_Info_Tokyo_DE-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-278\" width=\"320\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Strahlenschutzanz\u00fcgen, mit dem um ein\nRadioaktivitit\u00e4tszeichen erg\u00e4nzten olympischen Ringen sowie einer umgestalteten\nolympischen Fackel machten die Aktivistist*innen auf die anhaltende Gefahr\ndurch die havarierten Reaktoren in Fukushima aufmerksam. Sie betonten, dass die\nOlympischen Spiele nicht dazu missbraucht werden d\u00fcrften, vom Schicksal der\nBetroffenen in Japan und der anhaltenden radioaktiven Gef\u00e4hrdung der Menschen\nabzulenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kampagnenvertreter Dr. J\u00f6rg Schmid (IPPNW) erkl\u00e4rte: \u201cWir\nverstehen die Ausrichtung der Olympiade als Versuch, der Welt Normalit\u00e4t zu pr\u00e4sentieren,\nobwohl es keine Normalit\u00e4t in den von Strahlung betroffenen Gebieten Japans\ngibt\u201c. Er appellierte an die Athlet*innen und die Sport-Funktion\u00e4re, sich der\nanhaltenden Probleme der Bev\u00f6lkerung&nbsp;\nbewusst zu sein, die dauerhaft in den radioaktiv kontaminierten Regionen\nNordost-Japans lebt. Diese m\u00fcssten Strahlendosen als normal hinzunehmen, die\ngegen internationale Regularien des Strahlenschutzes versto\u00dfen. \u201eDie\nBev\u00f6lkerung wird bewusst einer deutlichen Gesundheitsgef\u00e4hrdung ausgesetzt. Das\nist nicht hinnehmbar\u201c, so Schmid.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verlesen wurde der Brief des Vorsitzenden einer Kl\u00e4gergruppe\ngegen das japanische Energieversorgungsunternehmen Tepco Takashi Nakajima, der\nder japanischen Regierung \u201eL\u00fcgen \u00fcber Fukushima\u201c vorwirft und auf die anhaltende\nradioaktive Kontamination des Meerwassers hinweist: \u201eWenn man versucht, die\nAtomkatastrophe zu verschleiern, die Untersuchungen der Ursachen und der\nwirklichen Sch\u00e4den nicht vornimmt und den Opfern nicht hilft, besteht die gro\u00dfe\nM\u00f6glichkeit, dass sich solch eine Atomkatastrophe wiederholen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Anette B\u00e4nsch-Richter-Hansen (IPPNW) wies darauf hin,\ndass Sportst\u00e4tten in Fukushima-Stadt sowohl aus symbolischen als auch aus politischen\nBeweggr\u00fcnden heraus&nbsp; f\u00fcr die Austragung\nvon Softball- und Baseballspielen ausgew\u00e4hlt worden seien. Hier sollten sogar\ndie symboltr\u00e4chtigen ersten Wettk\u00e4mpfe der Olympischen Spiele stattfinden. \u201eEs\nist zynisch, dass in Fukushima keine westlichen Teams antreten werden, sondern\nvor allem asiatische Mannschaften. Westlichen Athleten w\u00e4re die\nAustragungsst\u00e4tte wohl nicht zu vermitteln gewesen,\u201c so B\u00e4nsch-Richter-Hansen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yoko Schl\u00fctermann (Deutsch-japanische Gesellschaft,\nDortmund) forderte den Pr\u00e4sidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes,\nAlfons H\u00f6rmann, in einem Schreiben auf, auf die&nbsp;\nWettk\u00e4mpfe in Fukushima-Stadt zu verzichten. Sie wies zudem darauf hin,\n\u201edass die Dekontaminationsarbeiten in Fukushima wegen der Olympischen Spiele\nnicht vorankommen, da viele Bauarbeiter in Tokyo eingesetzt werden\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die japanische Regierung plant die Austragung der Baseball- und Softballspiel-Wettk\u00e4mpfe in der Hauptstadt der Pr\u00e4fektur Fukushima \u2013 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. In nur 20 Kilometer Entfernung soll im J-Village, Aufenthaltsort von \u00fcberwiegend jungen Athletinnen, zudem der olympische Fackel-Lauf starten. 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