{"id":359,"date":"2019-12-19T17:26:33","date_gmt":"2019-12-19T16:26:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=359"},"modified":"2020-09-09T19:06:47","modified_gmt":"2020-09-09T17:06:47","slug":"islamische-und-christliche-theologen-sehen-potenziale-gegen-antisemitismus-in-christentum-und-islam","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/islamische-und-christliche-theologen-sehen-potenziale-gegen-antisemitismus-in-christentum-und-islam\/","title":{"rendered":"Islamische und christliche Theologen sehen Potenziale gegen Antisemitismus in Christentum und Islam."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bei einem Podium \u00fcber \u201ePotenziale gegen Antisemitismus im Islam und Christentum\u201c in M\u00fcnster waren sich islamische und christliche Theologen einig \u00fcber Potenziale gegen Antisemitismus in ihren Religionen. Die Kirchen wurden dabei zur Reflexion ihrer eigenen Antisemitismus-Geschichte aufgefordert, der islamische Theologe Mouhanad Khorchide pl\u00e4dierte f\u00fcr mehr Bildungsarbeit f\u00fcr junge Muslime. Viele Fl\u00fcchtlinge aus arabischen L\u00e4ndern seien mit antisemitischen Narrativen aufgewachsen und br\u00e4chten diese Vorstellungen mit nach Europa.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"NRW-Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Sharon Fehr, Moderatorin Christina-Maria Purkert vom WDR, Prof. Dr. Hubert Wolf und Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Foto: Zentrum f\u00fcr Islamische Theologie \/ Peter Grewer).\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/12\/191219-Islamische-Theologen.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(M\u00fcnster, 19. Dezember 2019)<\/strong> Der islamische Theologe Prof. Dr. Mouhanad Khorchide vom Exzellenzcluster \u201eReligion und Politik&#8220; der Uni M\u00fcnster beklagt einen Mangel an innermuslimischen Debatten \u00fcber Antisemitismus. \u201eViele Fl\u00fcchtlinge aus arabischen L\u00e4ndern sind mit antisemitischen Narrativen aufgewachsen und bringen diese Vorstellungen mit hierher\u201c, sagte er am Mittwoch, den 18. Dezember 2019, in M\u00fcnster. \u201eSie wissen auch fast nichts \u00fcber den Holocaust. Es hilft aber nicht, mit dem Zeigefinger auf sie zu zeigen.\u201c Vielmehr brauche es Bildungsarbeit gerade f\u00fcr junge muslimische Gefl\u00fcchtete. \u201eWir sollten ihnen R\u00e4ume zur Begegnung mit der Geschichte er\u00f6ffnen.\u201c Der Wissenschaftler sprach auf einem Podium \u00fcber \u201ePotenziale gegen Antisemitismus im Islam und Christentum\u201c des Vereins \u201ebegegnen \u2013 F\u00fcr Toleranz in NRW\u201c in Kooperation mit dem Exzellenzcluster und dem Zentrum f\u00fcr Islamische Theologie der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen,\nSabine Leutheusser-Schnarrenberger, rief Kirchen und Religionsgemeinschaften\nauf, sich kritisch mit Ursachen des Antisemitismus und mit ihrer eigenen\nGeschichte zu befassen. Das h\u00e4tten sie lange nicht getan. \u201eDabei k\u00f6nnen die\nKirchen und Religionsgemeinschaften zur Meinungsbildung und zum gegenseitigen\nVerst\u00e4ndnis beitragen. Das ist gerade in der heutigen Zeit notwendig, in der\nviele Menschen populistische Haltungen annehmen.\u201c Auch der Vorsitzende der\nJ\u00fcdischen Gemeinde in M\u00fcnster, Sharon Fehr, pl\u00e4dierte f\u00fcr eine verst\u00e4rkte\nAuseinandersetzung der Kirchen mit dem Thema Antisemitismus. Es sei verk\u00fcrzt,\ndie heutige Renaissance dieses Ph\u00e4nomens allein auf die Zuwanderung von\nGefl\u00fcchteten aus arabischen L\u00e4ndern zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Wurzeln l\u00e4gen\nhistorisch viel tiefer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der katholische Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und der evangelische Theologe und Sozialethiker Prof. Dr. Arnulf von Scheliha legten anhand historischer Fallbeispiele und religi\u00f6ser Textstellen dar, wie und warum sich der Antisemitismus in den christlichen Kirchen gehalten habe. Hinter ihnen liege eine lange \u201eLerngeschichte\u201c, in der auch innerkirchlich viel gerungen worden sei. Das gelte es weiter aufzuarbeiten. Beide Forscher zeigten sich \u00fcberzeugt, dass die kritische Auseinandersetzung der Kirchen mit ihrer Antisemitismus-Geschichte zur \u00dcberwindung des heutigen Antisemitismus beitragen k\u00f6nne. Hubert Wolf hob die Bedeutung der \u00f6ffentlichen Vermittlung theologischer Erkenntnisse hervor. Religionen k\u00f6nnten nur zu gegenseitigem Verst\u00e4ndnis gelangen, wenn sie genug \u00fcbereinander w\u00fcssten. Der Sprecher des Exzellenzclusters, Rechtshistoriker Prof. Dr. Nils Jansen, betonte in seinem Gru\u00dfwort die Notwendigkeit, die politischen Dynamiken des Religi\u00f6sen zu erforschen. Das habe angesichts von Gewaltakten wie dem antisemitisch motivierten Anschlag im Oktober 2019 in Halle wieder an Aktualit\u00e4t gewonnen. \u201eWir m\u00f6chten verstehen, wie und warum Religion und Glaubens\u00fcberzeugungen politische Prozesse in besonderer Weise dynamisieren, also beschleunigen, aber auch umsteuern und bremsen k\u00f6nnen, worin also ihr Potential liegt, Konflikte anzuheizen oder zu beruhigen.\u201c Der Exzellenzcluster lege darauf in den kommenden Jahren seinen Forschungsschwerpunkt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.jura.uni-muenster.de\/de\/apps\/personenliste\/prof-dr-nils-jansen\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Exzellenzcluster &quot;Religion und Politik&quot;.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/10\/Nils-Jansen-M\u00fcnster.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\"><span class=\"p-honorific-prefix\">Professor Dr.<\/span> <span class=\"p-given-name\">Nils<\/span> <span class=\"p-family-name\">Jansen ist Sprecher des <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/Religion-und-Politik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Exzellenzclusters &#8222;Religion und Politik&#8220; an der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/Religion-und-Politik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/04\/logoExcellenzcluster.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem Podium \u00fcber \u201ePotenziale gegen Antisemitismus im Islam und Christentum\u201c in M\u00fcnster waren sich islamische und christliche Theologen einig \u00fcber Potenziale gegen Antisemitismus in ihren Religionen. 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