{"id":415,"date":"2020-05-15T17:59:26","date_gmt":"2020-05-15T15:59:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=415"},"modified":"2020-09-09T18:52:26","modified_gmt":"2020-09-09T16:52:26","slug":"wir-brauchen-eine-digitale-bruecke-von-der-schule-zum-elternhaus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wir-brauchen-eine-digitale-bruecke-von-der-schule-zum-elternhaus\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir brauchen eine digitale Br\u00fccke von der Schule zum Elternhaus&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Save the Children fordert mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sch\u00fcler im Lernalltag \u2013 Auch soziale Bed\u00fcrfnisse von Kindern und Jugendlichen d\u00fcrfen nicht vergessen werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass in Deutschland der Bildungshintergrund der Eltern die Bildungschancen eines Kindes bestimmt, d\u00fcrfte sich durch die wochenlangen Schulschlie\u00dfungen noch verst\u00e4rken. Zwar haben sich Bund und L\u00e4nder auf ein Sofortprogramm f\u00fcr eine bessere Ausstattung mit digitalen Endger\u00e4ten verst\u00e4ndigt, doch mit einem Ger\u00e4t allein ist es noch nicht getan. Wir brauchen eine digitale Br\u00fccke von der Schule zum Elternhaus; und dazu bedarf es auch eines Sofortprogramms f\u00fcr Lehrer, damit sie f\u00fcr den Fernunterricht fit gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2020\/05\/NU-200515-save-the-children.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 15. Mai 2020)<\/strong> Die meisten Schulen in Deutschland sind wieder ge\u00f6ffnet, doch nicht alle der rund elf Millionen Sch\u00fcler sind schon zum Unterricht zur\u00fcckgekehrt. Viele M\u00e4dchen und Jungen haben bis zu den Sommerferien nur wenige Stunden Schule, das Homeschooling bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Lernalltags. Von Chancengleichheit in der Bildung kann keine Rede sein. Und auch beim Umgang mit der Pandemie jenseits von Hygienevorschriften und Kontaktbeschr\u00e4nkungen werden Kinder und Jugendliche weitgehend allein gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund fordert Save the Children mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kinder und Jugendliche, eine Entlastung der Eltern und mehr Anstrengungen, damit kein Sch\u00fcler abgeh\u00e4ngt wird. \u201eBei uns bestimmt nach wie vor der Bildungshintergrund der Eltern die Bildungschancen eines Kindes. Dieses Ph\u00e4nomen d\u00fcrfte sich durch die wochenlangen Schulschlie\u00dfungen noch verst\u00e4rken. Beim Homeschooling bleiben viele Kinder auf der Strecke\u201c, sagt Susanna Kr\u00fcger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children. \u201eIn den vergangenen Jahren hat die deutsche Bildungspolitik die Digitalisierung an Schulen vers\u00e4umt. Das f\u00e4llt uns jetzt auf die F\u00fc\u00dfe. Wir begr\u00fc\u00dfen, dass Bund und L\u00e4nder sich nun auf ein Sofortprogramm f\u00fcr eine bessere Ausstattung mit digitalen Endger\u00e4ten verst\u00e4ndigt haben. Das war \u00fcberf\u00e4llig. Die Umsetzung muss nun schnell und noch vor den Sommerferien erfolgen. Aber mit einem Ger\u00e4t allein ist es noch nicht getan. Wir brauchen eine digitale Br\u00fccke von der Schule zum Elternhaus. Dazu bedarf es auch eines Sofortprogramms f\u00fcr Lehrer, damit sie f\u00fcr den Fernunterricht fit gemacht werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Save the Children bedauert, dass die mentalen Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche in der \u00f6ffentlichen Debatte bisher kaum eine Rolle gespielt haben. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Kinderrechtsorganisation ergab im April, dass<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die Ungewissheit \u00fcber die Dauer der Corona-Ma\u00dfnahmen 60 Prozent der Kinder belastete.<\/li><li>47 Prozent der M\u00e4dchen und Jungen st\u00f6rte, dass sie nicht zur Schule gehen konnten.<\/li><li>Mehr als ein Viertel der Kinder wussten nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten (29 Prozent)<\/li><li>oder f\u00fchlten sich \u201ezu Hause eingesperrt\u201c (26 Prozent).<\/li><li>Jedes zehnte Kind f\u00fchlte sich allein oder unwohl, mit der Familie auf so engem Raum zu sein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Seither hat sich die Situation f\u00fcr Kinder kaum ge\u00e4ndert. \u201eAnstatt \u00fcber Kaufpr\u00e4mien f\u00fcr Autos diskutieren, m\u00fcssen wir uns dar\u00fcber Gedanken machen, was diese Pandemie den Kindern abverlangt\u201c, sagt Susanna Kr\u00fcger. \u201eSie waren wochenlang isoliert, durften keine Freunde treffen, ihre Gro\u00dfeltern nicht besuchen, sie k\u00f6nnen ihren Hobbies nicht nachgehen und sie wissen immer noch nicht, wann sie ihren normalen Alltag wiederhaben. Und auch die Schule, in die sie zur\u00fcckkehren, ist nicht mehr dieselbe. Einbahnstra\u00dfen in Schulfluren, Teilung von Klassen, Mindestabstand: Das alles ist f\u00fcr Kinder verst\u00f6rend. Und was bedeutet es f\u00fcr Teenager, keine sozialen Kontakte au\u00dferhalb des Elternhauses haben zu d\u00fcrfen? Wir m\u00fcssen R\u00e4ume \u00f6ffnen, in denen sich Kinder und Jugendliche \u2013 nat\u00fcrlich unter Einhaltung der Abstandsregeln \u2013 austauschen k\u00f6nnen, in denen sie sich bewegen k\u00f6nnen oder wo sie Hausaufgabenhilfe erhalten. Momentan m\u00fcssen Sch\u00fcler \u00fcberall funktionieren: Zu Hause, in der Schule und sogar in der Freizeit. Das ist eine enorme Belastung f\u00fcr junge Menschen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bildung ist ein Kinderrecht. Save the Children setzt sich weltweit daf\u00fcr ein, dass Kinder auch unter den schwierigsten Lebensbedingungen \u2013 etwa auf der Flucht, in Kriegen oder nach Naturkatastrophen \u2013Zugang zu Bildung haben. In der Corona-Pandemie unterst\u00fctzt die Kinderrechtsorganisation in vielen L\u00e4ndern Programme f\u00fcr digitales Lernen oder Lernprogramme im Radio, hilft bei der Beschaffung von Schulmaterial oder bei der Anschaffung technischer Ger\u00e4te f\u00fcr digitales Lernen. In Deutschland steht Save the Children in einem engen Austausch mit Lehrkr\u00e4ften und ber\u00e4t sie bei der Anwendung digitaler Unterrichtsformate.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.savethechildren.de\/informieren\/ueber-uns\/unsere-struktur\/vorstand\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Save the Children Deutschland.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2020\/03\/Susanna_Krueger-Kq.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Susanna Kr\u00fcger ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Vorstandsvorsitzende von <a href=\"https:\/\/www.savethechildren.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Save the Children Deutschland<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.savethechildren.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2020\/03\/crop_original_bp1548085617_logo-100-jahre-vert600x60.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eWir sehen, dass sich Lehrer und Schulleitungen sehr bem\u00fchen, trotz der Einschr\u00e4nkungen durch die Pandemie das Lernen zu erm\u00f6glichen. Aber dadurch, dass der Unterricht nur stundenweise stattfindet, sind die Sch\u00fcler weiterhin auf die Unterst\u00fctzung ihrer Eltern angewiesen. Das ist auch f\u00fcr die Kinder eine Belastung. Sie sp\u00fcren den Stress ihrer Eltern, die sich zwischen Kinderbetreuung und Home Office aufreiben. Die Folge sind Schuldgef\u00fchle, famili\u00e4re Konflikte und zum Teil erhebliche L\u00fccken beim Lernstoff. Kinder und Eltern sollten nicht in einem Sch\u00fcler-Lehrer-Verh\u00e4ltnis stehen, das schadet ihrer Beziehung. Abgesehen davon k\u00f6nnen Eltern nicht die Professionalit\u00e4t von Lehrern ersetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber Save the Children<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Nachkriegsjahr 1919 gr\u00fcndete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und \u00d6sterreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen gr\u00f6\u00dfte unabh\u00e4ngige Kinderrechtsorganisation der Welt in \u00fcber 110 L\u00e4ndern im Einsatz. Save the Children ist da f\u00fcr Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen \u2013 seit 100 Jahren und dar\u00fcber hinaus. Diese Kinder zu sch\u00fctzen, zu st\u00e4rken und zu f\u00f6rdern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie \u00dcberleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein f\u00fcr eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Save the Children fordert mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sch\u00fcler im Lernalltag \u2013 Auch soziale Bed\u00fcrfnisse von Kindern und Jugendlichen d\u00fcrfen nicht vergessen werden Dass in Deutschland der Bildungshintergrund der Eltern die Bildungschancen eines Kindes bestimmt, d\u00fcrfte sich durch die wochenlangen Schulschlie\u00dfungen noch verst\u00e4rken. 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