{"id":424,"date":"2020-06-20T17:29:16","date_gmt":"2020-06-20T15:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=424"},"modified":"2020-09-09T18:44:53","modified_gmt":"2020-09-09T16:44:53","slug":"aufruf-von-kairos-europa-zu-breiter-zivilgesellschaftlicher-zusammenarbeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/aufruf-von-kairos-europa-zu-breiter-zivilgesellschaftlicher-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Aufruf von Kairos Europa zu breiter zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Auch die Kirchen m\u00fcssen endlich mit einer fundamentalen Kapitalismuskritik und einer breiten zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit gegen die wachstums- und profitorientierte Konsumgesellschaft und weitgehend wirtschaftsabh\u00e4ngige Politik ein wirksames Zeichen setzen. Ein Versuch, \u201cDie Zeichen der Zeit nicht [zu] verkennen\u201d und nachhaltig aktiv zu werden, stellt aktuell und konkret ein Offener Brief an die weltweite \u00d6kumene von Kairos Europa dar. Auch Organisationen k\u00f6nnen sich solidarisieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2020\/06\/200620-Boerngen.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Stuttgart, Mai 2020)<\/strong> Seit dem \u201eBericht des Club of Rome\u201c 1972 ist der wissenschaftliche Konsens bekannt, dass unsere Lebens- und Wirtschaftsweise den Planeten zerst\u00f6rt. Die Jugendbewegung \u201eFridays for Future\u201c ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Zeit der Absichtserkl\u00e4rungen vorbei ist. Entschlossenes und wirksames Handeln ist \u00fcberf\u00e4llig, im Angesicht derzeitiger Corona-Lektion mehr denn je.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei stehen in der Kritik nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirchen. Auch die Kirchen m\u00fcssen endlich mit einer fundamentalen Kapitalismuskritik und einer breiten zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit gegen die wachstums- und profitorientierte Konsumgesellschaft und weitgehend wirtschaftsabh\u00e4ngige Politik ein wirksames Zeichen setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Versuch, \u201eDie Zeichen der Zeit nicht [zu] verkennen\u201c und nachhaltig aktiv zu werden, stellt aktuell und konkret ein <em>Offener Brief<\/em> an die weltweite \u00d6kumene von Kairos Europa, <a href=\"http:\/\/www.kairoseuropa.de\" target=\"_blank\" aria-label=\"www.kairoseuropa.de (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">www.kairoseuropa.de<\/a>, dar. Auch Organisationen k\u00f6nnen sich solidarisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Offener Brief an die Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger weltweit, an alle Menschen, \u201edie guten Willens sind\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der erfreulich zunehmende Einsatz gegen die globale Klimakrise, derzeit zum Beispiel durch die weltweite Klimabewegung \u201eFridays for Future\u201c, muss die sich ungeheuerlich ausweitenden \u201emultiplen Krisen der herrschenden (Un-)Ordnung\u201c unserer Zeit im Auge behalten. Es ist an der Zeit, die Ursache der weltweiten Fehlentwicklung klar zu benennen und wirksam zu bek\u00e4mpfen: Es ist der \u201esystemische Charakter der Krisen unserer kapitalistischen Zivilisation\u201c, des aktuellen realen Kapitalismus. \u201eEs geht um die \u00dcberwindung der \u201aimperialen Lebensweisen\u2018 und ein grunds\u00e4tzlich anderes Wirtschaftssystem.\u201c Das \u00f6kologische Problem kann \u201enicht mehr von der Frage nach wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit\u201c getrennt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein wesentlicher Teil der Zivilgesellschaft und insbesondere auch die weltweite Christenheit hat seit Jahrzehnten vielfach angemahnt, da\u00df die \u201evorherrschende \u00f6konomische Ordnung samt\u201c ihrer \u201ebestimmenden Ideologie einem \u201aG\u00f6tzendienst\u2018 gleichkommt, da \u201ader auf Privateigentum, ungez\u00fcgelte Wettbewerb und der [angeblich alternativlos auf Vertr\u00e4ge] aufgebaute Markt das absolute Gesetz ist, das das menschliche Leben, die Gesellschaft und die Umwelt beherrscht\u201c. Diese \u201emassive Bedrohung des Lebens\u201c soll zunehmend sogar \u201emit politischer und milit\u00e4rischer Machtverteidigt und gesch\u00fctzt\u201c werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zuletzt hat der \u00d6kumenische Rat der Kirchen 2012 deutlich zum Ausdruck gebracht, dass \u201eHabgier und Ungerechtigkeit, das Streben nach schnellem Profit, ungerechte Privilegien und kurzfristige Vorteile auf Kosten langfristiger und nachhaltiger Ziele [&#8230;] die Grundursachen\u201c der lebenszerst\u00f6renden Krisen sind. Auf diesem Hintergrund lautete f\u00fcr die weltweite Christenheit und beispielhaft f\u00fcr die gesamte Zivilgesellschaft nahezu unisono: \u201edass die Frage der globalen wirtschaftlichen Gerechtigkeit eine f\u00fcr den Gottesglauben und die Nachfolgegemeinschaft als Christ*innen grundlegende Frage darstellt und, da\u00df das herrschende Wirtschaftssystem aus Glaubensgr\u00fcnden mit dem Christ- und Kirchesein unvereinbar ist.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eDeshalb sollten jetzt deutlicher denn je die vorherrschenden sozio-\u00f6konomischen und geo-strategischen Machtstrukturen in Frage gestellt und die \u00dcberwindung der (neo-)kapitalistischen Wirtschafts- und Lebensweise mit dem Ziel der Entwicklung zukunftsf\u00e4higer Alternativen eingefordert werden.\u201c Allzu oft bleibt das \u201eAgieren aufgrund einer zur Vermeidung von Konflikten mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr\u00e4ger*innen f\u00fcr geboten erachteten \u201aZur\u00fcckhaltung\u2018 auf Forderungen nach blo\u00df kosmetischen Reformen des strukturell zerst\u00f6rerischen globalen \u00f6konomischen Systems beschr\u00e4nkt\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eSoziale ebenso wie Klimagerechtigkeit f\u00fcr alle Menschen\u201c l\u00e4sst sich \u201enur durch eine fundamentale sozial-\u00f6kologische Transformation erreichen\u201c. \u201eDies erfordert letztlich eine radikale Abkehr von den unser Wirtschaften bislang dominierenden kapitalistischen Triebfedern Wachstum und Profit und die Hinwendung zu einer das Gemeinwohl und den Schutz der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellenden \u00d6konomie.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir bitten um weitere Verbreitung, Diskussion und die Unterzeichnung dieses Offenen Briefes (info@kairoseuropa.de ), damit schon im Vorfeld aller Gro\u00dfereignisse der kommenden Jahre unser gemeinsames Anliegen debattiert werden kann. Dies gilt auch f\u00fcr Organisationen. Dar\u00fcber hinaus ist es nun an der Zeit, dass wir uns dezentral organisieren und bundesweit zusammentun, um auf allen m\u00f6glichen Ebenen ein aktives gemeinsames Handeln zu erm\u00f6glichen. Wir unterst\u00fctzen jede demokratische, gewaltfreie und sofort erkennbare Transformations-Strategie.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PD Dr. med. Ulrich B\u00f6rngen, Stuttgart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch die Kirchen m\u00fcssen endlich mit einer fundamentalen Kapitalismuskritik und einer breiten zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit gegen die wachstums- und profitorientierte Konsumgesellschaft und weitgehend wirtschaftsabh\u00e4ngige Politik ein wirksames Zeichen setzen. 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