{"id":788,"date":"2022-10-13T17:15:54","date_gmt":"2022-10-13T15:15:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=788"},"modified":"2022-10-13T17:15:55","modified_gmt":"2022-10-13T15:15:55","slug":"fachkraeftegewinnung-kein-schicksalhaftes-ergebnis-gluecklicher-fuegung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/fachkraeftegewinnung-kein-schicksalhaftes-ergebnis-gluecklicher-fuegung\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftegewinnung \u2013 kein schicksalhaftes Ergebnis gl\u00fccklicher F\u00fcgung"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt fest, dass es Arbeitgeber und Bundesregierung in der Hand haben, wie Fachkr\u00e4ftgewinnung gelingt, und fordert, die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt beherzt anzupacken. Es d\u00fcrfe nicht sein, dass Menschen in Drittstaaten als Ersatzkr\u00e4fte angeworben w\u00fcrden und dann zu schlechten L\u00f6hnen hier arbeiteten. Zuwanderung sei in einer \u00e4lter werdenden Gesellschaft ein wesentlicher Baustein f\u00fcr eine erfolgversprechende Fachkr\u00e4ftestrategie; wo Zuwanderung stattfinde, verlangen die Gewerkschaften Fairness gegen Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2022\/10\/NU-221013-DGB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-784\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 12. Oktober 2022)<\/strong> Mit Blick auf den heutigen <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Service\/Presse\/Pressemitteilungen\/2022\/fachkraeftestrategie-vom-kabinett-beschlossen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Beschluss der Fachkr\u00e4ftestrategie im Bundeskabinett<\/a> sagte Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied: \u201eMehr Fachkr\u00e4fte zu gewinnen und zu halten ist mitnichten schicksalhaftes Ergebnis gl\u00fccklicher F\u00fcgung, vorherbestimmt von h\u00f6heren M\u00e4chten. Ganz im Gegenteil: Arbeitgeber und Bundesregierung haben es in der Hand. Den Vorschlag f\u00fcr eine Strategie hat die Bundesregierung heute vorgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt muss sie die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt aber auch beherzt anpacken: Mehr Tarifbindung, Verbesserungen bei L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen, mehr Aus- und Weiterbildung sind das Gebot der Stunde. Zus\u00e4tzlich braucht es endlich ein verl\u00e4ssliches System f\u00fcr die Betreuung von Kindern und die Pflege von Angeh\u00f6rigen: Viele Frauen wollen raus aus der Teilzeit, sind aber zu stark in Anspruch genommen von unbezahlter Sorge- und Familienarbeit. Dieses Potential m\u00fcssen wir endlich nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn obwohl in bestimmten Branchen Fachkr\u00e4fte fehlen, besteht vielfach kein grunds\u00e4tzlicher Mangel an Arbeitskr\u00e4ften. Oft sind hausgemachte Probleme die Ursache: Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse entstehen immer da, wo Bedingungen und Bezahlung schlecht sind. Bestes Beispiel ist die Pflege, wo Besch\u00e4ftigte seit vielen Jahren mit den F\u00fc\u00dfen abstimmen und den gelernten Beruf verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was nicht sein darf, ist, Menschen in Drittstaaten als Ersatzkr\u00e4fte anzuwerben und dann zu schlechten L\u00f6hnen hier arbeiten zu lassen \u2013 oder unter lautem Wehklagen Verantwortung abzuschieben, wie es manche Arbeitgeber tun. Zuwanderung ist in einer \u00e4lter werdenden Gesellschaft ohne Frage ein weiterer Baustein f\u00fcr eine erfolgversprechende Fachkr\u00e4ftestrategie. Wo Zuwanderung stattfindet, verlangen wir Gewerkschaften Fairness gegen Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sind bei Teilhabe an Wohnen, Arbeit und Bildung und insbesondere auch bei Ausbildungsm\u00f6glichkeiten in Deutschland oft immer noch benachteiligt. Stattdessen brauchen sie gute Bedingungen mit echten Bleibeperspektiven f\u00fcr sich und ihre Familien. Die gro\u00dfen b\u00fcrokratischen H\u00fcrden bei Einreise und Berufsanerkennung sind schnellstens abzubauen und Menschen in tarifgebundene und sozialversicherte Besch\u00e4ftigung zu vermitteln statt in Minijobs, Leih- oder Saisonarbeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachhaltiger Zuzug von Fachkr\u00e4ften nach Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihrer heute, am 12. Oktober 2022, im Kabinett beschlossen Fachkr\u00e4ftestrategie will die Bundesregierung nach eigenen Angaben die Anstrengungen der Unternehmen und Betriebe unterst\u00fctzen, Fachkr\u00e4fte zu gewinnen und zu halten. Die Bundesregierung sagt zur Gewinnung von Fachkr\u00e4ften durch Einwanderung:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eQualifizierte Einwanderung kann nur dann nachhaltig zur Fachkr\u00e4ftesicherung beitragen, wenn die eingewanderten Personen dauerhaft in Deutschland bleiben. Zurzeit verl\u00e4sst etwa jede zweite eingewanderte Arbeitskraft Deutschland wieder. Es m\u00fcssen die Bedingungen daher so gestaltet werden, dass m\u00f6glichst viele einmal eingewanderte Personen in Deutschland bleiben und nicht aufgrund der als fehlend wahrgenommenen Perspektiven oder Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen wieder fortziehen wollen oder gar fortziehen. Nur so k\u00f6nnen das in Ausbildung erworbene Wissen und die Arbeitskraft erhalten bleiben und langfristig dazu beitragen, die sozialen Sicherungssysteme zu st\u00e4rken. Dazu geh\u00f6rt der unkomplizierte Mit- und Nachzug sowie die zielgerichtete Integration der Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie der heranwachsenden Kinder in Gesellschaft, Ausbildung und Arbeitsmarkt, die zun\u00e4chst aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden aus Drittstaaten und der EU mitgewandert sind. Nur etwa die H\u00e4lfte dieser regelm\u00e4\u00dfig erwerbsf\u00e4higen Lebenspartnerinnen und Lebenspartner steht in einem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis, unter anderem aufgrund von H\u00fcrden bei der Kinderbetreuung. Angesichts des Bildungsstandes und Lebensalters der Eingewanderten strebt die Bundesregierung daher an, dieses Fachkr\u00e4ftepotenzial in Zukunft noch besser zu heben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um Fachkr\u00e4ften und ihren Familien die Einreise und das Ankommen in Deutschland zu erleichtern und ihre Bleibewahrscheinlichkeit zu f\u00f6rdern, sind begleitende Angebote erforderlich, vor allem aber ein reibungsloses Ineinandergreifen beh\u00f6rdlicher Prozesse im Einreise- und Aufenthaltsverfahren und deren Verkn\u00fcpfung mit privaten und \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzungsangeboten im Bereich der Sprachf\u00f6rderung, der Erwerbsperspektiven auch der Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, der Kinderbetreuung, der Wohnungssuche und der Gesundheitsversorgung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/organisation-und-bundesvorstand\/anja-piel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"728\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2022\/10\/Anja-Piel-1-Foto-DGB-Joanna-Kosowska-A-1024x728.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-783\" title=\"Foto: DGB, Joanna Kosowska.\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/organisation-und-bundesvorstand\/anja-piel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anja Piel<\/a> ist Vorstandsmitglied beim <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2019\/06\/DGBLOGO.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-231\" width=\"219\" height=\"136\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Service\/Publikationen\/Broschueren\/fachkraeftestrategie-der-bundesregierung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2022\/10\/fachkraeftestrategie-der-bundesregierung-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-785\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das Papier &#8222;Fachkr\u00e4ftestrategie der Bundesregierung&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Service\/Publikationen\/Broschueren\/fachkraeftestrategie-der-bundesregierung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt fest, dass es Arbeitgeber und Bundesregierung in der Hand haben, wie Fachkr\u00e4ftgewinnung gelingt, und fordert, die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt beherzt anzupacken. 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