{"id":969,"date":"2024-04-29T17:22:31","date_gmt":"2024-04-29T15:22:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/?page_id=969"},"modified":"2024-04-29T17:22:32","modified_gmt":"2024-04-29T15:22:32","slug":"menschen-leiden-unter-machtmissbrauch-und-entwuerdigender-willkuer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/menschen-leiden-unter-machtmissbrauch-und-entwuerdigender-willkuer\/","title":{"rendered":"&#8222;Menschen leiden unter Machtmissbrauch und entw\u00fcrdigender Willk\u00fcr.&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Bei der zunehmenden Schwierigkeit f\u00fcr einen Verein, angesichts der schweren Krisen eine konkrete politische Stellung zu beziehen, einigte sich die Mitgliederversammlung des Dietrich &#8211; Bonhoeffer-Vereins zur F\u00f6rderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft e.V. auf den Text f\u00fcr eine Resolution: &#8222;Den Leidenden und Get\u00f6teten eine Stimme geben. Ein Ruf zum Leben&#8220;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/buerger\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2024\/04\/240429-NU-dbv.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-968\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Erfurt, 12. April 2024)<\/strong> Die Mitgliederversammlung des <a href=\"https:\/\/www.dietrich-bonhoeffer-verein.de\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dietrich-bonhoeffer-verein.de\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Dietrich -Bonhoeffer-Vereins zur F\u00f6rderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft e.V.<\/a> hat auf seiner Mitgliederversammlung am 12.April 2024 in Erfurt in einer Resolution Stellung zu aktuellen politischen Fragen genommen. Reinhard M\u00fcller, Vorstandsvorsitzender des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins: \u201eBei der zunehmenden Schwierigkeit f\u00fcr einen Verein, angesichts der schweren Krisen eine konkrete politische Stellung zu beziehen, einigten wir uns auf diese Resolution: \u201aDen Leidenden und Get\u00f6teten eine Stimme geben. Ein Ruf zum Leben\u2018. Es ist nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner, sondern der Einsatz f\u00fcr das Wichtigste im Leben: das Leben!\u201c Der Text der Resolution lautet:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eDen Leidenden und Get\u00f6teten eine Stimme geben. Ein Ruf f\u00fcr das Leben.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Menschen leiden unter Machtmissbrauch und entw\u00fcrdigender Willk\u00fcr. Menschen werden get\u00f6tet. Jeder ist einer zu viel. Es sind Abertausende in vielen L\u00e4ndern. Sie verhungern in D\u00fcrre- und Kriegsgebieten.&nbsp; Sie werden wegen ihres Geschlechtes, ihrer Religion, ihrer Nationalit\u00e4t etc. verachtet, erniedrigt, verletzt und ermordet. Sie werden aus ihrer Heimat vertrieben oder fliehen aus katastrophalen Lebensumst\u00e4nden. Sie ertrinken im Meer. Sie werden gequ\u00e4lt, gefoltert oder get\u00f6tet in Gef\u00e4ngnissen und Straflagern von gro\u00dfen und kleinen M\u00e4chten. Sie werden vergewaltigt. Sie erschie\u00dfen sich gegenseitig in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben in der Ukraine. Sie morden sich in den Stra\u00dfenfluchten mancher Gro\u00dfstadt. Sie werden von Raketen und Drohnen getroffen. Sie wurden gemordet in einem Kibbuz oder wurden als Geiseln verschleppt. Im Gaza-Streifen kommen sie um in ihren zerbombten Wohnungen oder werden verjagt oder verhungern schon als Kinder.&nbsp; \u2026 \u2026 \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Den Leidenden verschl\u00e4gt es die Sprache und Tote k\u00f6nnen nicht mehr schreien. Das bedr\u00fcckt uns sehr und wir erheben die \u201aStimme f\u00fcr die Stummen\u2018. Der Wert eines jeden ganz konkreten Lebens muss gesch\u00e4tzt werden, denn jedes einzelne Leben ist Teil der umfassenden Lebenskraft! Und mit jeder T\u00f6tung wird Leben unwiderruflich zerst\u00f6rt. Das Leben ist das Wichtigste, was jeder hat! \u201eDas leibliche Leben, das wir ohne unser Zutun empfangen, tr\u00e4gt in sich das Recht auf seine Erhaltung.\u201c (Bonhoeffer DBW 6,179) \u201eDas erste Recht des nat\u00fcrlichen Lebens besteht in der Bewahrung des leiblichen Lebens vor willk\u00fcrlicher T\u00f6tung.\u201c (DBW 6,183). \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u2026 Jeder hat das Recht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit\u201c! (Grundgesetz Art.1,1 und 2,2) Alle Menschen sind gleichwertig!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aber im Krieg akzeptieren wir das T\u00f6ten. Die eigenen Opfer werden \u00fcberh\u00f6ht, das eigene T\u00f6ten wird gerechtfertigt, alle Schuld wird im Krieg allein der Gegenseite zugerechnet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Pochen auf die Identit\u00e4t durch eine Nation oder eine Religion, durch eine Staatsmacht oder Gesellschaftsordnung f\u00fchrt zu Streit, Krieg und Vernichtung. Die Institution Krieg erlaubt es, Soldaten zu t\u00f6ten. Aber selbst bei einer Verteidigung steht die Frage: Wie viele Opfer an Menschenleben werden von der jeweiligen Regierung in Kauf genommen? Der Weg milit\u00e4rischer Konfliktl\u00f6sung und ihrer Eskalation ist gepflastert mit Blut und Leichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine T\u00f6tung ist ein Verbrechen am Leben! Also m\u00fcssen die t\u00f6tenden Diktatoren und Regierungen und die t\u00f6tenden nationalen oder religi\u00f6sen Fanatiker den Gerichten \u00fcbergeben werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Leben ist das Gr\u00f6\u00dfte, was wir haben. Es ist der Anfang und das Ziel aller Handlungen. Zu einem gelingenden Leben geh\u00f6ren selbstverst\u00e4ndlich Werte der Freiheit und Gerechtigkeit, des Friedens und der Demokratie. Sie m\u00fcssen aber dem Ziel entsprechen und also auf menschliche Weise mit gewaltfreien Mittel erreicht werden: Gespr\u00e4che, Diplomatie und Vertr\u00e4ge. Und wieder von vorn: Gespr\u00e4che, Diplomatie und Vertr\u00e4ge. Und das mit den Kriterien der Vorbeugung, des Kompromisses und des gegenseitigen Respekts.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es gilt, was Jesus sagt: \u201eSelig sind, die den Frieden machen, denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.\u201c Und: \u201eSelig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen geh\u00f6rt das Reich Gottes.\u201c (Matth. 5,9.10) Dabei sind schon viele Menschen umgebracht worden. Aber ihr Ziel war nicht, ihr eigenes Leben zu beenden, sondern Gerechtigkeit oder Frieden von lebenden Menschen zu erreichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDie Kirche bekennt, die willk\u00fcrliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelische Leiden unz\u00e4hliger Unschuldiger, Unterdr\u00fcckung, Hass, Mord, gesehen zu haben ohne ihre Stimme f\u00fcr sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu haben, ihnen zu Hilfe zu eilen.\u201c (Bonhoeffer DBW 6,130)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So bekennen wir das Versagen, Kriege nicht verhindert zu haben. Die Worte der Bibel und das Bekenntnis von Christen f\u00fcr das Leben, f\u00fcr jedes ganz konkrete Leben, sind immer wichtig!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Resolution m\u00f6ge Einzelne und Regierungen ermutigen, statt gewaltbereit und kriegst\u00fcchtig zu werden, Wege zum Leben zu finden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie m\u00f6ge Mediatoren st\u00e4rken, Gewaltt\u00e4ter und Aggressoren zu bewegen, ihr lebensfeindliches Tun zu lassen und an ihr eigenes Leben zu denken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie m\u00f6ge Parteien und W\u00e4hler aufrufen, allem abzusagen, was die W\u00fcrde und das Leben von Menschen verletzt.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der zunehmenden Schwierigkeit f\u00fcr einen Verein, angesichts der schweren Krisen eine konkrete politische Stellung zu beziehen, einigte sich die Mitgliederversammlung des Dietrich &#8211; Bonhoeffer-Vereins zur F\u00f6rderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft e.V. auf den Text f\u00fcr eine Resolution: &#8222;Den Leidenden und Get\u00f6teten eine Stimme geben. 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