{"id":144,"date":"2019-03-29T14:13:37","date_gmt":"2019-03-29T13:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/?page_id=144"},"modified":"2020-09-05T18:26:57","modified_gmt":"2020-09-05T16:26:57","slug":"zwei-jahre-freihandelsabkommen-ecuador-eu","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/zwei-jahre-freihandelsabkommen-ecuador-eu\/","title":{"rendered":"Zwei Jahre Freihandelsabkommen Ecuador-EU: mehr Ausbeutung statt versprochener Wohlstandsgewinne"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das Freihandelsabkommen Ecuadors mit der Europ\u00e4ischen Union sollte zu mehr Fairness, Nachhaltigkeit und Umweltschutz f\u00fchren. Doch eine Untersuchung im Auftrag der ecuadorianischen Gewerkschaft ASTAC konstatiert eine deutliche Zunahme unsicherer Arbeitsverh\u00e4ltnisse, schlechter Bezahlung und der Missachtung von Gewerkschaftsrechten. Der Preiskampf der europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkte tr\u00e4gt dazu bei, dass Bananen immer billiger, die Besch\u00e4ftigten auf den Plantagen aber immer schlechter bezahlt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 27. M\u00e4rz 2019)<\/strong> Mehr Ausbeutung statt versprochener Wohlstandsgewinne \u2013 das ist die Erfahrung von Besch\u00e4ftigten in der Bananenindustrie Ecuadors zwei Jahre nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit der Europ\u00e4ischen Union (EU). Der Handelsvertrag sollte zu mehr Fairness, Nachhaltigkeit und Umweltschutz f\u00fchren. Doch eine Untersuchung im Auftrag der ecuadorianischen Gewerkschaft ASTAC konstatiert eine deutliche Zunahme unsicherer Arbeitsverh\u00e4ltnisse, schlechter Bezahlung und der Missachtung von Gewerkschaftsrechten. ASTAC hat deshalb Beschwerde bei der Regierung Ecuadors eingelegt und trifft am 28. M\u00e4rz EU-Vertreter*innen. Unterst\u00fctzt werden die Gewerkschafter*innen von der Friedrich-Ebert-Stiftung und Oxfam.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/studie_englisch_complaint_from_banana_workers.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2019\/03\/studie_englisch_complaint_from_banana_workers-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-142\" width=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2019\/03\/studie_englisch_complaint_from_banana_workers-T.jpg 427w, https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2019\/03\/studie_englisch_complaint_from_banana_workers-T-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 427px) 100vw, 427px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der ecuadorianische Bananenmarkt boomt, die Exporte beziffern\nsich auf \u00fcber drei Milliarden US-Dollar. Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt,\nein Gro\u00dfteil der Fr\u00fcchte landet in Italien und Deutschland. Doch die\nWohlstandsgewinne kommen bei den Besch\u00e4ftigten nicht an. Eine Studie des\nInstituto de Estudios Ecuatorianos (IEE) kommt zu dem Ergebnis, dass seit\nInkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und Ecuador die Arbeiter*innen auf\nden Bananenplantagen k\u00fcrzere oder gar keine Arbeitsvertr\u00e4ge erhalten,\nunbezahlte \u00dcberstunden zugenommen haben, der Mindestlohn unterlaufen wird und\ninternational verbriefte Gewerkschaftsrechte missachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eInsgesamt hat die Ausbeutung der Besch\u00e4ftigten stark\nzugenommen\u201c, res\u00fcmiert die ecuadorianische Rechtsanw\u00e4ltin Nadia Alvarado, die\nf\u00fcr ASTAC eine Beschwerde bei der Regierung Ecuadors f\u00fchrt. Denn die\nbeschriebenen Zust\u00e4nde laufen den Garantien in Kapitel IX des Abkommens\nzuwider, das die Unterzeichnerstaaten dazu verpflichtet, die Einhaltung von\nMenschenrechten und \u00f6kologischen Standards sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewerkschafter fordern unabh\u00e4ngige Untersuchung und Aktionsplan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anah\u00ed Macaroff, Mitautorin der Studie, sowie ASTAC-Anw\u00e4ltin Nadia Alvarado fordern eine unabh\u00e4ngige Untersuchung und einen Aktionsplan, um die Situation f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in Ecuador zu verbessern. Das Handelsabkommen mit der EU wurde in Ecuador mit dem Argument unterzeichnet, dass man sonst nicht die gleichen Zollverg\u00fcnstigungen erhalten w\u00fcrde wie die Konkurrenz in Kolumbien, Peru und Mittelamerika. Der freie Handel sollte aber zugleich fair und nachhaltig sein, so das Versprechen. \u201eDie EU muss jetzt Farbe bekennen: Sie ist mitverantwortlich f\u00fcr die Situation, die durch das Abkommen entsteht und muss darauf dr\u00e4ngen, dass Menschenrechte in den Herstellerl\u00e4ndern eingehalten werden\u201c, fordert Frank Bra\u00dfel, Sprecher von Oxfam Deutschland. \u201eDer Preiskampf der europ\u00e4ischen Superm\u00e4rte tr\u00e4gt dazu bei, dass Bananen immer billiger, die Besch\u00e4ftigten auf den Plantagen aber immer schlechter bezahlt werden\u201c, so Bra\u00dfel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/blogs.oxfam.org\/en\/user\/profile\/frank-brassel\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Oxfam.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2019\/03\/Frank-Brassel-K.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Frank Bra\u00dfel ist Deputy Director of Campaigns and Lobby bei <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/ueber-uns\/oxfam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Oxfam Deutschland<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/ueber-uns\/oxfam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2018\/05\/OXFAM.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Freihandelsabkommen Ecuadors mit der Europ\u00e4ischen Union sollte zu mehr Fairness, Nachhaltigkeit und Umweltschutz f\u00fchren. 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