{"id":314,"date":"2020-08-04T15:27:58","date_gmt":"2020-08-04T13:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/?page_id=314"},"modified":"2020-09-05T15:46:06","modified_gmt":"2020-09-05T13:46:06","slug":"misereor-laender-des-suedens-brauchen-mehr-aufmerksamkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/misereor-laender-des-suedens-brauchen-mehr-aufmerksamkeit\/","title":{"rendered":"MISEREOR: L\u00e4nder des S\u00fcdens brauchen mehr Aufmerksamkeit"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In Lateinamerika ist Corona f\u00fcr die schweren sozialen und \u00f6kologischen Br\u00e4nde in zahlreichen L\u00e4ndern ein katastrophaler Brandbeschleuniger: Die Abholzung des Regenwaldes und politische Spannungen nehmen zu, einigen indigenen Gemeinschaften droht ein Genozid. In Afrika sind die Folgen des Lockdowns oftmals gr\u00f6\u00dfer als die des Virus selbst &#8211; erkennbar an Tagel\u00f6hnern, die ihre Familien nicht mehr ern\u00e4hren k\u00f6nnen, Versorgungsengp\u00e4ssen und unterbrochenen Lieferketten. Und in Asien nutzen repressive Regierungen die Krise, um MenschenrechtsverteidigerInnen zu verfolgen und Grundfreiheiten einzuschr\u00e4nken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 23. Juli 2020)<\/strong> MISEREOR hat Bundesregierung und Europ\u00e4ische Union dazu aufgefordert, bei der Bew\u00e4ltigung der Corona-Folgen die \u00e4rmeren L\u00e4nder des S\u00fcdens st\u00e4rker zu unterst\u00fctzen. Bei der Vorlage der <a aria-label=\"Jahresbilanz des katholischen Werks f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.misereor.de\/ueber-uns\/jahresbericht#:~:text=MISEREOR%20hat%20im%20Jahr%202019,und%20Ozeaniens%20100.000%20Euro%20mehr\" target=\"_blank\" class=\"rank-math-link\">Jahresbilanz des katholischen Werks f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit<\/a> sagte Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Pirmin Spiegel, umfassende Solidarit\u00e4t \u00fcber Landesgrenzen hinweg und das Sorgetragen auch f\u00fcr die uns fernstehenden Menschen auf anderen Kontinenten seien Gebote der Stunde: \u201eOhne globale Kooperation und Perspektiven werden wir im Zeitalter weltweiter Vernetzung scheitern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/fileadmin\/publikationen\/jahresbericht-2019.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresbericht-2019-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-311\" width=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresbericht-2019-T.jpg 571w, https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresbericht-2019-T-215x300.jpg 215w\" sizes=\"(max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Virus-Krise habe man in den vergangenen Monaten gesehen, welche Dimension an Ver\u00e4nderung in kurzer Zeit m\u00f6glich sei, wenn der politische Wille dazu besteht, betonte Spiegel. \u201eDie COVID-19-Pandemie ist ein Momentum, das uns die Gelegenheit bietet, nachhaltig umzusteuern und damit zu einer Welt zu kommen, die allen ein Leben in W\u00fcrde, Gerechtigkeit und Sicherheit erm\u00f6glicht, in der niemand zur\u00fcckbleibt.\u201c Mit ihren 2015 verabschiedeten 17 UN-Nachhaltigkeitszielen habe die Weltgemeinschaft zugesagt, die Verh\u00e4ltnisse auf der Erde entsprechend zu verbessern. Daher sei es nun h\u00f6chste Zeit zu handeln, da die Nachhaltigkeitsziele sonst nur in wenigen Teilbereichen erreicht werden k\u00f6nnten. Aktuell gebe es bereits schmerzhafte R\u00fcckschl\u00e4ge, erkennbar an der wachsenden Zahl an Hungernden und Gefl\u00fcchteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Spiegel forderte von Deutschland eine Wende hin zu einem \u201eAlltag der gl\u00fccklichen Gen\u00fcgsamkeit\u201c, einen sorgsameren Umgang mit Mitwelt und Ressourcen und eine gerechtere Wirtschafts- und Handelspolitik. \u201eEs muss Schluss sein mit einer ungerecht aufgestellten globalisierten Arbeitsteilung, die bei ehrlicher Bilanzierung deutlich macht, dass wir auf Kosten von Mensch und Natur wirtschaften und andere unsere Rechnung bezahlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Krisen versch\u00e4rfen sich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit gro\u00dfer Sorge betrachtet Spiegel die aktuellen Entwicklungen auf den S\u00fcdkontinenten. In Lateinamerika sei Corona f\u00fcr die schweren sozialen und \u00f6kologischen Br\u00e4nde in zahlreichen L\u00e4ndern ein katastrophaler Brandbeschleuniger. Die Abholzung des Regenwaldes und politische Spannungen n\u00e4hmen zu, einigen indigenen Gemeinschaften drohe ein Genozid. In Afrika seien die Folgen des Lockdowns oftmals gr\u00f6\u00dfer als die des Virus selbst \u2011 erkennbar an Tagel\u00f6hnern, die ihre Familien nicht mehr ern\u00e4hren k\u00f6nnen, Versorgungsengp\u00e4ssen und unterbrochenen Lieferketten. Und in Asien, so beklagte es der MISEREOR-Chef, nutzten einige repressive Regierungen die Krise, um MenschenrechtsverteidigerInnen zu verfolgen und Grundfreiheiten einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.misereor.de\/ueber-uns\/geschaeftsfuehrung\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Foto: MISEREOR.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2019\/11\/SpiegelPirminA.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Pirmin Spiegel ist Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des <a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bisch\u00f6flichen Hilfswerkes MISEREOR<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2018\/05\/misereor_logo.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Deutsche Waffen an autokratische Regierungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle f\u00fcr Entwicklungshilfe, Pr\u00e4lat Karl J\u00fcsten, \u00e4u\u00dferte die Bef\u00fcrchtung, dass die von Entwicklungsminister Gerd M\u00fcller geplante Reduzierung jener L\u00e4nder, mit denen Deutschland im Entwicklungsbereich kooperiert, vor allem f\u00fcr fragile Staaten von gro\u00dfem Nachteil sein k\u00f6nnte. \u201eEs k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass in diesen L\u00e4ndern die Zivilgesellschaft die Last der ausbleibenden Zusammenarbeit k\u00fcnftig schultern muss.\u201c Scharf kritisierte J\u00fcsten die j\u00fcngsten R\u00fcstungsexporte an autokratische Regime au\u00dferhalb der NATO. \u201eEs ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, dass solche Regime, wie etwa diejenigen in \u00c4gypten und Saudi-Arabien, damit in die Lage versetzt werden, deutsche Waffen gegen unliebsame Gegner im In- und Ausland einzusetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/fileadmin\/publikationen\/jahresevaluierungsbericht-2019.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresevaluierungsbericht-2019-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-309\" width=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresevaluierungsbericht-2019-T.jpg 571w, https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/08\/jahresevaluierungsbericht-2019-T-215x300.jpg 215w\" sizes=\"(max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Dirk Messner, Pr\u00e4sident des Umweltbundesamts und MISEREOR-Beiratsmitglied, erlebt die Welt w\u00e4hrend der Corona-Krise aktuell eine Zweiteilung: \u201eIn den OECD-Staaten geht es um eine Green Recovery, einen nachhaltigen Weg aus der Krise. Das ist eine sehr positive Entwicklung. F\u00fcr viele Menschen in den Entwicklungsl\u00e4ndern hingegen geht es schlicht ums \u00dcberleben.\u201c Die steigende Armut bereite gro\u00dfen Anlass zur Sorge, so Messner: \u201eWenn wir die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen wollen, m\u00fcssen wir noch viel mehr tun. Deshalb w\u00e4re es beispielsweise wichtig, dass die Mittel des Bundesministeriums f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hochgefahren statt gek\u00fcrzt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>MISEREOR hat im Jahr 2019 insgesamt 232,3 Millionen Euro eingenommen und konnte damit f\u00fcr seine Projekt-, Advocacy- und Lobbyarbeit in aktuell 85 L\u00e4ndern Asien und Ozeaniens, Afrikas und des Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik 100.000 Euro mehr einsetzen als ein Jahr zuvor. Die Einnahmen an Spenden und Kollekten betrugen wie im Vorjahr 57 Millionen Euro,&nbsp; die Zuwendungen aus Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lagen bei 166,3 Millionen Euro. Die Aufwendungen f\u00fcr Werbung, Verwaltung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit hatten im Gesamtetat einen Anteil von 6,5 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Lateinamerika ist Corona f\u00fcr die schweren sozialen und \u00f6kologischen Br\u00e4nde in zahlreichen L\u00e4ndern ein katastrophaler Brandbeschleuniger: Die Abholzung des Regenwaldes und politische Spannungen nehmen zu, einigen indigenen Gemeinschaften droht ein Genozid. 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