{"id":500,"date":"2021-09-05T23:55:43","date_gmt":"2021-09-05T21:55:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/?page_id=500"},"modified":"2021-09-07T17:17:34","modified_gmt":"2021-09-07T15:17:34","slug":"mit-vollgas-in-die-sackgasse-studie-zum-rohstoffverbrauch-der-autoindustrie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/mit-vollgas-in-die-sackgasse-studie-zum-rohstoffverbrauch-der-autoindustrie\/","title":{"rendered":"Mit Vollgas in die Sackgasse: Studie zum Rohstoffverbrauch der Autoindustrie"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Metallische Rohstoffe werden nicht nur f\u00fcr die Akkus von E-Autos, sondern auch f\u00fcr Karosserie, Geh\u00e4use, Motor, Abgassysteme und Bordelektronik eines jeden Autos \u2013 also auch jenen mit Verbrennungsmotor \u2013 bereits jetzt in hohen Mengen verarbeitet. Die Elektromobilit\u00e4t erh\u00f6ht den Druck auf rohstoffreiche Regionen; Partner von Brot f\u00fcr die Welt berichten beim Abbau von Kupfer, Lithium oder Kobalt immer wieder von Menschenrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den. Neben einer Mobilit\u00e4tswende hin zu weniger, kleineren, leichteren und in der Nutzung geteilten Auto, sollte sich die Bundesregierung auf europ\u00e4ischer Ebene f\u00fcr umfangreiche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten zum Beispiel im Rahmen der europ\u00e4ischen Batterien-Verordnung einsetzen: Nur eine umfassende europ\u00e4ische Regelung wird hier helfen, die zuk\u00fcnftige Mobilit\u00e4t nachhaltiger zu gestalten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2021\/09\/NU-210905-misereor-brot-powershift.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin\/Aachen, 3. September 2021)<\/strong> Um Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerst\u00f6rung beim Rohstoffabbau zu verhindern, ist eine rohstoffgerechte Mobilit\u00e4tswende notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt die Neuauflage der Studie \u201eWeniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit\u201c, die Brot f\u00fcr die Welt, MISEREOR und PowerShift zur am 7. September 2021 beginnenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herausgeber fordern ein z\u00fcgiges Ende des Verbrennungsmotors, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens noch erreichen zu k\u00f6nnen: Ein F\u00fcnftel der deutschen CO2-Emissionen stammte im Jahr 2019 aus dem Verkehrssektor, davon entfielen allein 94 Prozent auf den Stra\u00dfenverkehr. Trotz verbesserter Technik sind die Emissionen in den vergangenen Jahrzehnten kaum zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Metallische Rohstoffe werden nicht nur f\u00fcr die Akkus von E-Autos, sondern auch f\u00fcr Karosserie, Geh\u00e4use, Motor, Abgassysteme und Bordelektronik eines jeden Autos \u2013 also auch jenen mit Verbrennungsmotor \u2013 bereits jetzt in hohen Mengen verarbeitet, ruft die Studie in Erinnerung. Inzwischen bezeichne auch die Bundesregierung die Automobilindustrie als \u201emenschenrechtlich relevante Risikobranche\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Autor*innen der Studie m\u00f6chten \u201eeinen Beitrag dazu leisten, jene ausgelagerten und unsichtbar gemachten Kosten aufzuzeigen\u201c. Sie geben \u201eeinen \u00dcberblick zur Automobilit\u00e4t in Deutschland und werfen einen Blick auf die verkehrspolitische Agenda politischer Verantwortlicher und Akteur*innen der Industrie\u201c, bevor sie \u201edie Auswirkungen des Autoverkehrs in Deutschland auf Klima, Umwelt und Gesundheit aufzeigen und darstellen\u201c. Und: \u201eWir skizzieren, warum einerseits Elektroautos trotz der negativen Begleiterscheinungen die notwendige Alternative zum Verbrennungsmotor darstellen und andererseits insbesondere Mobilit\u00e4tsformen jenseits des Pkws im Privatbesitz gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen.\u201c Die Studie untersucht, welche metallischen Rohstoffe in Autos stecken und mit welchen Folgen ihr Abbau in verschiedenen Staaten verbunden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Produktion und Nutzung von Autos, insbesondere von Autos mit Verbrennungsmotor, \u201ehaben zahlreiche sch\u00e4dliche Auswirkungen auf Klima, Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte&nbsp; \u2013 in Deutschland und weltweit. Diese reichen von steigenden Treibhausgas und hohen Schadstoffemissionen \u00fcber L\u00e4rm, Verkehrstote und einen enormen Fl\u00e4chenverbrauch bis hin zu den verheerenden Folgen des Rohstoffabbaus. Um die schlimmsten Auswirkungen der Klimakatastrophe noch zu verhindern und die gesundheitssch\u00e4dlichen Schadstoffemissionen zu vermindern, muss der Verbrennungsmotor m\u00f6glichst schnell mit einem Enddatum versehen werden\u201c, so die Studie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Position der Autor*innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine reine Antriebswende werde jedoch nicht ausreichen, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den beim Rohstoffabbau entgegenzuwirken: In vielen F\u00e4llen geht der Rohstoffabbau mit gravierenden Folgen f\u00fcr Menschen und Umwelt einher. Die deutsche Automobilindustrie ist hierzulande Hauptabnehmer von metallischen Rohstoffimporten. Mit der Elektromobilit\u00e4t wird die Nachfrage nach Metallen wie Lithium, Kobalt, Grafit und Nickel in den n\u00e4chsten Jahren massiv ansteigen. \u201eTrotz Klimakrise und Rohstoffkonflikten produziert die deutsche Autoindustrie immer mehr und immer schwerere Autos\u201c, sagt die Hauptautorin der Studie, Merle Groneweg, von PowerShift. \u201eZur Schaffung von mehr Gerechtigkeit muss die Anzahl der Autos in Deutschland deutlich reduziert werden. Im Rahmen einer Mobilit\u00e4tswende brauchen wir weniger, kleinere, leichtere und in der Nutzung geteilte Autos.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eImmer wieder werden Menschenrechtsverletzungen beim Rohstoffabbau in der Lieferkette der Automobilindustrie dokumentiert. So brach zum Beispiel am 25. Januar 2019 ein R\u00fcckhaltedamm im brasilianischen Brumandinho, 271 Personen verloren ihr Leben. Das Eisenerz des Betreiberkonzerns Vale wird auch f\u00fcr Autos Made in Germany genutzt\u201c, sagt Armin Paasch von MISEREOR. \u201eDas im Juni 2021 beschlossene deutsche Lieferkettengesetz ist ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung, muss in der kommenden Legislaturperiode aber nachgebessert und durch eine ambitionierte EU-Regulierung erg\u00e4nzt werden\u201c, fordert Paasch. \u201eWenn deutsche Unternehmen im Ausland zu Menschenrechtsverletzungen beitragen, m\u00fcssen sie daf\u00fcr auch vor deutschen Zivilgerichten haften.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Elektromobilit\u00e4t erh\u00f6ht den Druck auf rohstoffreiche Regionen\u201c, sagt Teresa Hoffmann von Brot f\u00fcr die Welt. \u201eUnsere Partner berichten beim Abbau von Kupfer, Lithium oder Kobalt immer wieder von Menschenrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den. Auf europ\u00e4ischer Ebene sollte sich daher die Bundesregierung f\u00fcr umfangreiche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten zum Beispiel im Rahmen der europ\u00e4ischen Batterien-Verordnung einsetzen. Nur eine umfassende europ\u00e4ische Regelung wird hier helfen, die zuk\u00fcnftige Mobilit\u00e4t nachhaltiger zu gestalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.misereor.de\/presse\/expertinnen-und-experten\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: MISEREOP.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2021\/09\/Armin-Paasch-misereor.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Armin Paasch verantwortet den Bereich Wirtschaft und Menschenrechte bei <a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MISEREOR<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.misereor.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2018\/05\/misereor_logo.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular\"><table><tbody><tr><td><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/ueber-uns\/personen\/teresa-hoffmann\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Brot f\u00fcr die Welt.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2021\/09\/Teresa-Hoffmann.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td>Teresa Hoffmann ist Referentin Fairer Handel und nachhaltiges Wirtschaften bei <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brot f\u00fcr die Welt<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2018\/05\/BrotFuerDieWeltLogo.gif\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/fachpublikationen\/sonstige\/Weniger_Autos__mehr_globale_Gerechtigkeit_-_2021-web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2021\/09\/Weniger_Autos__mehr_globale_Gerechtigkeit_-_2021-web-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Die Studie &#8222;Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/fachpublikationen\/sonstige\/Weniger_Autos__mehr_globale_Gerechtigkeit_-_2021-web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Metallische Rohstoffe werden nicht nur f\u00fcr die Akkus von E-Autos, sondern auch f\u00fcr Karosserie, Geh\u00e4use, Motor, Abgassysteme und Bordelektronik eines jeden Autos \u2013 also auch jenen mit Verbrennungsmotor \u2013 bereits jetzt in hohen Mengen verarbeitet. 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