{"id":1006,"date":"2022-07-28T16:08:06","date_gmt":"2022-07-28T14:08:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1006"},"modified":"2022-07-28T16:08:07","modified_gmt":"2022-07-28T14:08:07","slug":"erdueberlastungstag-2022-ist-erneut-frueher-als-im-vorjahr-menschheit-verbraucht-175-erden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/erdueberlastungstag-2022-ist-erneut-frueher-als-im-vorjahr-menschheit-verbraucht-175-erden\/","title":{"rendered":"Erd\u00fcberlastungstag 2022 ist erneut fr\u00fcher als im Vorjahr, Menschheit verbraucht 1,75 Erden"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erd\u00fcberlastung erreicht ist, den &#8222;Earth Overshoot Day&#8220;. Dabei werden zwei rechnerische Gr\u00f6\u00dfen gegen\u00fcbergestellt: zum einen die biologische Kapazit\u00e4t der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von M\u00fcll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an W\u00e4ldern, Fl\u00e4chen, Wasser, Ackerland und Fischgr\u00fcnden, den die Menschen derzeit f\u00fcr ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.<br>Um ihren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken, br\u00e4uchte die Weltbev\u00f6lkerung rechnerisch rund 1,75 Planeten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/NU-220728-germanwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1005\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Berlin, 22. Juli 2022)<\/strong> In diesem Jahr erreicht die Welt den sogenannten Erd\u00fcberlastungstag (Earth Overshoot Day) am 28. Juli (Donnerstag) \u2013 und damit einen Tag fr\u00fcher als im Vorjahr. An diesem Tag hat die Menschheit alle Ressourcen verbraucht, die ihr eigentlich f\u00fcr das gesamte Jahr zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden. Denn f\u00fcr die nat\u00fcrliche Erneuerung dessen, was die Menschheit seit Jahresbeginn bis heute verbraucht hat, ben\u00f6tigen die \u00d6kosysteme ein ganzes Jahr. \u201eWir leben ab Donnerstag bei unserer Erde auf Pump. Momentan verbraucht die Menschheit rechnerisch 1,75 Erden, die Konsequenzen dieser \u00dcbernutzung b\u00fcrden wir insbesondere den Armen heute und den nachfolgenden Generationen auf \u2013 und das mit wachsender Intensit\u00e4t\u201c, sagt Christoph Bals, Politischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Berechnet wird der Tag vom Global Footprint Network.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Blick auf die nationalen Erd\u00fcberlastungstage werden die gro\u00dfen Unterschiede zwischen dem Ressourcenverbrauch der einzelnen L\u00e4nder deutlich. \u201eW\u00fcrden alle Menschen so wirtschaften wie wir in Deutschland, l\u00e4ge der Erd\u00fcberlastungstag bereits Anfang Mai. Dann br\u00e4uchten wir nicht zur zwei, sondern drei Planten\u201c, so Bals. Alle EU-Staaten verzeichnen ihre nationalen \u00dcberlastungstage vor dem Datum, das den Durchschnitt der globalen \u00dcberlastung anzeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Politik muss Unternehmen in die Pflicht nehmen und Klimaschutz vorantreiben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Erd\u00fcberlastungstag macht deutlich, dass wir in grundlegender Weise unsere Art zu wirtschaften \u00fcberdenken m\u00fcssen\u201c, kommentiert Finn Robin Schufft, Referent f\u00fcr Unternehmensverantwortung bei Germanwatch. \u201eDie EU mit ihrem \u00fcberdurchschnittlichen Ressourcenverbrauch darf die Kosten zerst\u00f6rerischer Gesch\u00e4ftspraktiken nicht l\u00e4nger der Umwelt und den besonders Betroffenen insbesondere im globalen S\u00fcden aufb\u00fcrden. Sie muss ihre Unternehmen dazu verpflichten, endlich Verantwortung zu \u00fcbernehmen und ihre Gesch\u00e4ftsmodelle an den planetaren Grenzen und der Achtung der Menschenrechte auszurichten.\u201c Derzeit laufen im EU-Ministerrat die Verhandlungen f\u00fcr ein EU-Lieferkettengesetz, dessen erster Entwurf allerdings nur unzureichende Umweltpflichten enth\u00e4lt. Um etwa der Wucht der Klimakrise angemessen zu begegnen, sei es notwendig, dass Unternehmen 1,5-Grad-kompatible Pl\u00e4ne aufstellen mit kurz- und mittelfristigen Meilensteinen zur Minderung der Emissionen in ihrer Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland und die EU tragen eine besondere Verantwortung, ihren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck nachhaltig zu reduzieren. Anne Gl\u00e4ser, Expertin f\u00fcr CO2-Preise bei Germanwatch: \u201eEine EU, die die Ziele des European Green Deal ernst nimmt, sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und nicht l\u00e4nger auf Kosten k\u00fcnftiger Generationen und des gesamten Planeten leben. Ein Aufbruch beim Klimaschutz ist daf\u00fcr zentral. Die EU ist gerade mitten im Gesetzgebungsprozess f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Klimapaket aller Zeiten, das Fit-for-55-Paket. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich st\u00e4rker in die Schlussverhandlungen einzubringen, damit das Klimapaket gest\u00e4rkt und auf keinen Fall weiter verw\u00e4ssert wird. Das Paket sollte beispielsweise sicherstellen, dass der Luftverkehr endlich Zertifikate im Emissionshandel f\u00fcr seine volle Klimawirkung kaufen muss.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der globale Erd\u00fcberlastungstag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.footprintnetwork.org\/resources\/data\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erd\u00fcberlastung erreicht ist, den \u201eEarth Overshoot Day\u201c<\/a>. Dabei werden zwei rechnerische Gr\u00f6\u00dfen gegen\u00fcbergestellt: zum einen die biologische Kapazit\u00e4t der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von M\u00fcll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an W\u00e4ldern, Fl\u00e4chen, Wasser, Ackerland und Fischgr\u00fcnden, den die Menschen derzeit f\u00fcr ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um ihren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken, br\u00e4uchte die Weltbev\u00f6lkerung rechnerisch rund 1,75 Planeten. W\u00fcrden alle L\u00e4nder so haushalten wie Deutschland, w\u00e4ren gar 3 Erden n\u00f6tig. Bei einer Lebensweise wie in China br\u00e4uchte die Weltbev\u00f6lkerung 2,4 Erden; w\u00fcrden alle Menschen so wirtschaften wie in den USA br\u00e4uchten sie 5,1 Erden. Dabei ist der Anstieg des Ressourcenverbrauchs beispiellos in der Menschheitsgeschichte: 1970 \u00fcberstieg er erstmals die Biokapazit\u00e4t der Erde, im Jahr 2000 lag der Erd\u00fcberlastungstag bereits im September. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie war der Tag 2020 sp\u00e4ter als 2019. 2021 stellte sich allerdings ein Rebound-Effekt ein und das sprunghafte Wiederansteigen der Emissionen f\u00fchrte dazu, dass der Erd\u00fcberlastungstag wieder das Niveau von 2019 erreichte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/288\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Anne-Glaeser-germanwatch-K.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1004\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/288\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anne Gl\u00e4ser<\/a> ist Referentin f\u00fcr CO2-Preise bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/288\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/288\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/11\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-188\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erd\u00fcberlastung erreicht ist, den &#8222;Earth Overshoot Day&#8220;. 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