{"id":1040,"date":"2022-09-08T15:54:58","date_gmt":"2022-09-08T13:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1040"},"modified":"2022-09-08T15:56:41","modified_gmt":"2022-09-08T13:56:41","slug":"ausbildungsreport-belegt-maengel-in-ausbildung-und-berufsorientierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/ausbildungsreport-belegt-maengel-in-ausbildung-und-berufsorientierung\/","title":{"rendered":"Ausbildungsreport belegt M\u00e4ngel in Ausbildung und Berufsorientierung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Nicht einmal mehr jedes f\u00fcnfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus, dem gegen\u00fcber steht ein enormes Potential an jungen Menschen die keine Ausbildung finden. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack fordert, dass die Bundesregierung aktiv wird und schnellstens die im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigte Ausbildungsgarantie einf\u00fchrt. Die Ausbildungsgarantie m\u00fcsse umlagefinanziert werden, um die Unternehmen anzureizen, wieder mehr Ausbildungspl\u00e4tze zu schaffen und die Ausbildungskosten unter allen Unternehmen fair zu verteilen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/NU-220908-DGB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1034\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Berlin, 31. August 2022)<\/strong> Fast jeder dritte Azubi macht \u00dcberstunden, viele m\u00fcssen Aufgaben erledigen, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, die Betreuung durch die Ausbilder ist oft mangelhaft \u2013 das sind nur drei Ergebnisse des neuen Ausbildungsreports der DGB-Jugend, der heute in Berlin vorgestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWer Fachkr\u00e4fte will, muss gut ausbilden\u201c, sagt dazu DGB-Bundesjugendsekret\u00e4r Kristof Becker. \u201eGerade in Branchen, die f\u00fcr einen rauhen Umgangston und f\u00fcr M\u00e4ngel in der Ausbildung bekannt sind, haben es die Arbeitgeber selbst in der Hand, neue Auszubildende zu finden. Wenn die Ausbildungsqualit\u00e4t schlecht ist und die Perspektive fehlt, spricht es sich unter den jungen Menschen eben rum\u201c, so Becker. Ebenso sei es \u201ekein Ausweis von Attraktivit\u00e4t\u201c, wenn fast die H\u00e4lfte der Azubis im letzten Ausbildungsjahr noch immer nicht wissen, ob sie \u00fcbernommen werden. \u201eWer seine Ausbildung erfolgreich absolviert, muss auch \u00fcbernommen werden: Im ausgebildeten Beruf, wohnortnah, Vollzeit und unbefristet\u201c, betont Kristof Becker. \u201eSelbst von den Befragten, die \u00fcbernommen wurden, erh\u00e4lt fast ein Drittel nur eine befristete Stelle und wird meist nur f\u00fcr ein Jahr eingestellt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausbildungsmarkt habe sich \u201enoch lange nicht vom Corona-Schock erholt\u201c, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. \u201eIm letzten Jahr bekamen nicht einmal 70 Prozent aller bei der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit gemeldeten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Nicht einmal mehr jedes f\u00fcnfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus. Auf der anderen Seite gibt es aber ein enormes Potential an jungen Menschen die keine Ausbildung finden. \u00dcber 220.000 Jugendliche stecken jedes Jahr in den sogenannten \u00dcbergangsma\u00dfnahmen zwischen Schule und Ausbildung fest. Dazu kommen \u00fcber 2,3 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben. Diesen Menschen droht ein Leben in prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung, Arbeitslosigkeit und Armut. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass die Bundesregierung aktiv wird und schnellstens die im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigte Ausbildungsgarantie einf\u00fchrt. Sie muss aber umlagefinanziert werden, um die Unternehmen anzureizen, wieder mehr Ausbildungspl\u00e4tze zu schaffen und die Ausbildungskosten unter allen Unternehmen fair zu verteilen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwerpunkt des diesj\u00e4hrigen Ausbildungsreports ist die Berufsorientierung. Die schulische Berufsorientierung schnitt in der Befragung schlecht ab: Fast drei Viertel beziehungsweise 72,2 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen an der Schule kaum bei der Berufswahl geholfen wurde. \u00dcberdies haben nicht einmal 29 Prozent der Befragten die Berufsberatung der Agentur f\u00fcr Arbeit genutzt. Von ihnen gaben au\u00dferdem 40,5 Prozent an, dass sie ihnen \u201eweniger\u201c oder \u201egar nicht\u201c geholfen hat. \u201eDie Jugendberufsagenturen m\u00fcssen mit ihrer Arbeit sichtbarer werden und noch enger als bisher mit den Schulen zusammenarbeiten\u201c, sagt dazu Kristof Becker. Zudem m\u00fcsse die schulische Berufsorientierung in allen Schulformen gest\u00e4rkt werden. \u201eNiemand darf verloren gehen\u201c, betont Becker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mangelhaft ist oft auch die fachliche Anleitung im Ausbildungsbetrieb. So stieg der Anteil derjenigen Auszubildenden, deren Ausbilder*innen selten oder nie am Ausbildungsplatz verf\u00fcgbar sind, mit 11,6 Prozent auf den h\u00f6chsten seit 2008 dokumentierten Wert. Zudem gaben 13,2 Prozent der Auszubildenden an, Arbeitsvorg\u00e4nge nur \u201eselten\u201c oder \u201enie\u201c zufriedenstellend erkl\u00e4rt zu bekommen. Ausbildungsfremde T\u00e4tigkeiten wie Toiletten putzen, Gl\u00e4ser sp\u00fclen und tagelange Renovierungsarbeiten im Betrieb mussten mehr als 11 Prozent der Befragten \u201eimmer\u201c oder \u201eh\u00e4ufig\u201c erledigen. Mehr als jede*r dritte Befragte (34,5 Prozent) gab an, dass ihr\/sein Betrieb keinen Ausbildungsplan vorgelegt h\u00e4tte, obwohl dieser gesetzlich vorgeschrieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem muss knapp ein Drittel der befragten Auszubildenden (32,8 Prozent) regelm\u00e4\u00dfig \u00dcberstunden machen und durchschnittlich \u00fcber drei Stunden je Woche mehr arbeiten. Mehr als jede*r zehnte Auszubildene (11,6 Prozent) bekommt f\u00fcr die \u00dcberstunden weder eine Verg\u00fctung noch einen Freizeitausgleich. \u201eDas alles sind klare Verst\u00f6\u00dfe gegen das Berufsbildungsgesetz\u201c, sagt Kristof Becker. \u201eWir brauchen endlich wirksame Kontrollen der Aufsichtsbeh\u00f6rden, um Verst\u00f6\u00dfe aufzudecken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar sind insgesamt \u00fcber 70 Prozent der Auszubildenden (73,3 Prozent) mit ihrer Ausbildung zufrieden, jedoch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen: Insbesondere Industriemechaniker*innen, Mechatroniker*innen, Verwaltungsfachangestellte und Elektroniker*innen f\u00fcr Betriebstechnik sind deutlich zufriedener als der Durchschnitt. Berufe aus dem Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe, der Zahnmedizin, dem Einzelhandel und dem Friseurhandwerk bewerten ihre Betriebe dagegen mangelhaft. Im Vergleich zu 2020 litten vor allem die Hotelfachfrauen*m\u00e4nner (-13,1 Prozent) und die Friseur*innen (-3,6 Prozent) unter den Auswirkungen der Pandemie. \u201eInsgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Ausbildungszufriedenheit in diesem Jahr entwickeln wird. Gerade weil noch nicht absehbar ist, welche Folgen Krieg, Inflation und gest\u00f6rte Lieferketten in den n\u00e4chsten Monaten und Jahren haben werden, gilt es jetzt zu handeln. Die duale Berufsbildung muss gest\u00e4rkt, sie muss krisenfest werden\u201c, sagt Kristof Becker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die repr\u00e4sentative Befragung wurde von August 2020 bis M\u00e4rz 2022 durchgef\u00fchrt. Insgesamt 14.426 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung 25 am h\u00e4ufigsten gew\u00e4hlten Ausbildungsberufen haben sich beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/organisation-und-bundesvorstand\/elke-hannack\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"262\" height=\"155\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2020\/08\/Elke-Hannack-DGB-Simone-M.-Neumann-q.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-484\" title=\"Foto: DGB-Simone M. Neumann\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/organisation-und-bundesvorstand\/elke-hannack\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elke Hannack<\/a> ist stellvertretende Vorsitzende des <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/07\/DGBLOGO.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-110\" width=\"229\" height=\"143\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/jugend.dgb.de\/meldungen\/ausbildung\/++co++63d3a226-ebc1-11ec-b518-001a4a16011a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"798\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Ausbildungsreport-2022-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1035\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausbildungsreport 2022 steht <a href=\"https:\/\/jugend.dgb.de\/meldungen\/ausbildung\/++co++63d3a226-ebc1-11ec-b518-001a4a16011a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/jugend.dgb.de\/meldungen\/ausbildung\/++co++63d3a226-ebc1-11ec-b518-001a4a16011a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"571\" height=\"769\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Ausbildungsreport-2022-Fact-Sheet-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1037\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Zusammenfassung des Ausbildungsreports 2022 steht <a href=\"https:\/\/jugend.dgb.de\/meldungen\/ausbildung\/++co++63d3a226-ebc1-11ec-b518-001a4a16011a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht einmal mehr jedes f\u00fcnfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus, dem gegen\u00fcber steht ein enormes Potential an jungen Menschen die keine Ausbildung finden. 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