{"id":1243,"date":"2023-08-03T17:11:33","date_gmt":"2023-08-03T15:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1243"},"modified":"2023-08-03T17:11:34","modified_gmt":"2023-08-03T15:11:34","slug":"klimakrise-fordert-umdenken-diakonie-katastrophenhilfe-appelliert-an-verantwortung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/klimakrise-fordert-umdenken-diakonie-katastrophenhilfe-appelliert-an-verantwortung\/","title":{"rendered":"Klimakrise fordert Umdenken: Diakonie Katastrophenhilfe appelliert an Verantwortung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die hohe Zahl hungernder Menschen und die sp\u00fcrbaren Auswirkungen des Klimawandels machen weltweit mehr humanit\u00e4re Hilfe n\u00f6tig. Die geplanten K\u00fcrzungen der Bundesregierung bei der Humanit\u00e4ren Hilfe seien angesichts der aktuellen Lage r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt und kurzsichtig, kritisiert die Pr\u00e4sidentin der Diakonie Katastrophenhilfe; in Anbetracht der Klimakrise brauche es mehr Bereitschaft f\u00fcr umfangreiche und vorausschauende Hilfe. Laut einer repr\u00e4sentativen Umfrage im Auftrag der Diakonie Katastrophenhilfe bef\u00fcrworten 51 Prozent der Menschen in Deutschland, dass Verursacherl\u00e4nder f\u00fcr klimabedingte Sch\u00e4den und Verluste bei \u00e4rmeren L\u00e4ndern finanziell aufkommen, lediglich ein Drittel lehnt das ab.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 27. Juli 2023)<\/strong> Erstmals in der Geschichte des evangelischen Hilfswerks Diakonie Katastrophenhilfe haben die Gesamtausgaben f\u00fcr Hilfsprojekte die Marke von 100 Millionen Euro \u00fcberschritten. Ausschlaggebend f\u00fcr das Ergebnis waren die Solidarit\u00e4t und Spendenbereitschaft im Zuge des Ukrainekriegs. \u201eEs best\u00e4tigt das Vertrauen in die Diakonie Katastrophenhilfe, aber auch die vielf\u00e4ltigen humanit\u00e4ren Aufgaben, die uns weltweit fordern. Dazu geh\u00f6ren auch Katastrophen infolge des Klimawandels\u201c, sagt Dagmar Pruin, Pr\u00e4sidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Deutliche Kritik \u00fcbt sie an den geplanten Haushaltsk\u00fcrzungen f\u00fcr Humanit\u00e4re Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hohe Zahl hungernder Menschen und die sp\u00fcrbaren Auswirkungen des Klimawandels machen mehr humanit\u00e4re Hilfe n\u00f6tig. \u201eDie geplanten K\u00fcrzungen der Bundesregierung bei der Humanit\u00e4ren Hilfe sind in Anbetracht der aktuellen Lage r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt und kurzsichtig\u201c, kritisiert Dagmar Pruin bei der Jahrespressekonferenz der Diakonie Katastrophenhilfe in Berlin. Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung f\u00fcr 2024 sieht K\u00fcrzungen bei humanit\u00e4ren Hilfsma\u00dfnahmen im Ausland um fast eine Milliarde Euro vor. \u201eWer ein so wichtiges Budget um ein Drittel reduziert, k\u00fcrzt nicht, sondern betreibt Kahlschlag\u201c, sagt Dagmar Pruin.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen brauche es in Anbetracht der Klimakrise mehr Bereitschaft f\u00fcr umfangreiche und vorausschauende Hilfe. \u201eAuf dem letzten Klimagipfel haben die Verursacher der Klimakrise ihre Verantwortung einger\u00e4umt und einen Fonds f\u00fcr Sch\u00e4den und Verluste beschlossen. Dieser muss z\u00fcgig und verl\u00e4sslich finanziert werden\u201c, so Dagmar Pruin. Auch eine Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht die Verantwortung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/fileadmin\/Mediapool\/85_presse\/Pressemappen\/Bilanz_PK_2023\/DKH_Umfrage-Klimakrise_Verursacher_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Laut einer repr\u00e4sentativen Umfrage im Auftrag der Diakonie Katastrophenhilfe<\/a> bef\u00fcrworten 51 Prozent, dass Verursacherl\u00e4nder f\u00fcr klimabedingte Sch\u00e4den und Verluste bei \u00e4rmeren L\u00e4ndern finanziell aufkommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Nur ein Drittel lehnt das ab.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>\u201eEs braucht zus\u00e4tzliche Mittel, um die Folgen klimabedingter Katastrophen zu bew\u00e4ltigen. Dieses Geld darf nicht aus bestehenden T\u00f6pfen genommen werden, die schon heute zu wenig enthalten, um den humanit\u00e4ren Hilfsbedarf weltweit zu decken\u201c, sagt Dagmar Pruin.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein bei Erdbeben im Februar dieses Jahres starben in der T\u00fcrkei und Syrien mehr als 56.000 Menschen. Die Katastrophe war eine von vielen, welche die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe in den vergangenen Jahren bestimmt haben. Vor allem der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war einschneidend: Fast die H\u00e4lfte der knapp 68 Millionen Euro Spenden f\u00fcr die Ukraine wurden im Jahr 2022 f\u00fcr mehr als 30 Hilfsprojekte in der Ukraine und zw\u00f6lf Nachbarl\u00e4ndern ausgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als besorgniserregend stuft Martin Ke\u00dfler, Direktor der Diakonie Katastrophenhilfe, die Situation in zahlreichen Konflikt- und Krisenl\u00e4ndern ein. \u201eIn Afghanistan oder Somalia treffen klimabedingte Katastrophen auf bestehende Krisen und Konflikte. Sie verst\u00e4rken Not und Leid in einem enormen Ausma\u00df.\u201c Nach \u00fcber drei Jahren D\u00fcrre haben laut UN-Angaben in Ostafrika mehr als 30 Millionen Menschen nicht genug zu essen. In Afghanistan haben die Taliban den Handlungsspielraum f\u00fcr internationale humanit\u00e4re Hilfsorganisationen weiter eingeschr\u00e4nkt \u2013 auf Kosten der leidenden Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Partnerorganisationen sind das R\u00fcckgrat f\u00fcr die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe. 116 lokale und nationale Partner haben die weltweite Hilfe im vergangenen Jahr umgesetzt. Besonders in der Katastrophenvorsorge und der vorausschauenden Hilfe sei ihre Pr\u00e4senz fundamental. \u201eZusammen mit lokalen Partnern in Somalia, der Demokratischen Republik Kongo und Mosambik haben wir innerhalb eines schwierigen Kontexts wegweisende Erfahrungen gemacht. Die Lokalisierung der Hilfe wollen wir in den kommenden Jahren ausbauen, um klimabedingte Sch\u00e4den auch in komplexen Krisenregionen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Martin Ke\u00dfler.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2022<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ihre Spendeneinnahmen mit 97,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr um fast die H\u00e4lfte gesteigert. Die Gesamteinnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe lagen mit 134,8 Millionen Euro um rund ein Drittel h\u00f6her als im Vorjahr. Die Gesamtausgaben lagen bei 114 Millionen Euro, von denen 91,3 Prozent auf Projektausgaben entfielen. Auch die zweckungebundenen Spenden, die flexibel f\u00fcr schnelle Nothilfe oder in sogenannten \u201evergessenen Katastrophen\u201c wichtig sind, stiegen um mehr als 20 Prozent auf 18,1 Millionen Euro. Freie Eigenmittel erm\u00f6glichten 2022 ein spezielles Hilfsprogramm gegen den Hunger im Umfang von sieben Millionen Euro in sieben L\u00e4ndern. 125 Hilfsprojekte in H\u00f6he von 104,2 Millionen Euro konnten in 41 L\u00e4ndern finanziell unterst\u00fctzt werden. Der Anteil von Werbung, Verwaltung und satzungsgem\u00e4\u00dfe \u00d6ffentlichkeitsarbeit an den Gesamtausgaben ist auf 6,9 Prozent gesunken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/ueber-uns\/dagmar-pruin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"335\" height=\"407\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/03\/Dagmar-Pruin-A.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-983\" title=\"Foto: Diakonie Katastrophenhilfe\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/ueber-uns\/dagmar-pruin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dagmar Pruin<\/a> ist Pr\u00e4sidentin der <a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Diakonie Katastrophenhilfe<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2023\/08\/Logo_Diakonie_Katastrophenhilfe-1024x312.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1244\" width=\"346\" height=\"105\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/fileadmin\/Mediapool\/Dateien\/Jahresbericht_2022\/219103950_DKH_Jahresbericht2022_Online.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2023\/08\/219103950_DKH_Jahresbericht2022_Online-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1239\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Der Jahresbericht 2022 der Diakonie Katastrophenhilfe steht <a href=\"https:\/\/www.diakonie-katastrophenhilfe.de\/fileadmin\/Mediapool\/Dateien\/Jahresbericht_2022\/219103950_DKH_Jahresbericht2022_Online.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die hohe Zahl hungernder Menschen und die sp\u00fcrbaren Auswirkungen des Klimawandels machen weltweit mehr humanit\u00e4re Hilfe n\u00f6tig. 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