{"id":1362,"date":"2024-05-02T13:00:25","date_gmt":"2024-05-02T11:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1362"},"modified":"2024-05-02T13:00:26","modified_gmt":"2024-05-02T11:00:26","slug":"tag-der-arbeit-2024-ein-fest-fuer-grosskonzerne-dividenden-steigen-loehne-sinken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/tag-der-arbeit-2024-ein-fest-fuer-grosskonzerne-dividenden-steigen-loehne-sinken\/","title":{"rendered":"Tag der Arbeit 2024 \u2013 ein Fest f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne: Dividenden steigen, L\u00f6hne sinken"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In Deutschland sind die Dividenden zwischen 2020 und 2023 um 27 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend die Reall\u00f6hne um 12 Prozent sanken. Unternehmen lobbyieren f\u00fcr vorteilhafte Gesetze oder setzen Subventionen durch. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Konzernmacht und politischer Macht, der die soziale Ungleichheit immer st\u00e4rker vorantreibt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/05\/240502-NU-oxfam.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1358\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 1. Mai 2024)<\/strong> Grund zu feiern gibt es am Tag der Arbeit nur noch f\u00fcr wenige: Gro\u00dfkonzerne machen ihre Eigent\u00fcmer*innen und CEOs zu Milliard\u00e4r*innen, w\u00e4hrend die Reall\u00f6hne f\u00fcr viele Menschen sinken. Alleine im Zeitraum 2020 bis 2023 stiegen in Deutschland die Dividenden um 27 Prozent, die L\u00f6hne von Arbeiter*innen sanken hingegen um 12 Prozent. Das zeigen neue Oxfam-Berechnungen und die Analyse \u201eUnternehmen Ungleichheit\u201c, die die Organisation anl\u00e4sslich des Tags der Arbeit vorstellt. Oxfam fordert: Konzerne m\u00fcssen zur Verantwortung gezogen und Konzernmacht beschr\u00e4nkt werden \u2013 durch gesetzliche Regelungen und faire Besteuerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit beherrschen milliardenschwere Riesenkonzerne die M\u00e4rkte. Der Wert des Technologieunternehmens Apple etwa ist mit rund drei Billionen US-Dollar so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt von Frankreich. \u201eVon diesen immensen Summen profitieren jedoch nicht die Arbeiter*innen und Menschen entlang der Lieferketten, sondern die Eigent\u00fcmer*innen und Gro\u00dfaktion\u00e4r*innen der Konzerne\u201c, erkl\u00e4rt Steffen Vogel, Oxfam Referent f\u00fcr Lieferketten und Menschenrechte. So m\u00fcsste beispielsweise eine Facharbeiterin in der Produktion bei Tesla 7,3 Millionen Jahre arbeiten, um das Verm\u00f6gen von Eigent\u00fcmer Elon Musk zu erwirtschaften.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dividenden auf Rekordniveau, sinkende Reall\u00f6hne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oxfams Berechnung zeigt: Inflationsbereinigt stiegen die Dividendenaussch\u00fcttungen in 31 L\u00e4ndern zwischen 2020 und 2023 um 45 Prozent, w\u00e4hrend die L\u00f6hne nur um 3 Prozent wuchsen. Ohne China, auf das der gr\u00f6\u00dfte Teil dieses Lohnzuwachses entf\u00e4llt, sanken die Reall\u00f6hne in diesen L\u00e4ndern in diesem Zeitraum weltweit um 3 Prozent. Und die Schere wird gr\u00f6\u00dfer:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Aktuelle Berechnungen ergeben, dass die weltweiten Unternehmensdividenden auf dem besten Weg sind, den im vergangenen Jahr erreichten Rekordwert von 1,66 Billionen Dollar zu \u00fcbertreffen.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch in Deutschland liegen Dividendenaussch\u00fcttungen auf Rekordniveau. So sind die Dividenden zwischen 2020 und 2023 um 27 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend die Reall\u00f6hne um 12 Prozent sanken. Nominal sind die Dividenden sogar fast 12-mal st\u00e4rker gewachsen als die L\u00f6hne.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Konzernmacht schadet Arbeiter*innen, Verbraucher*innen und der Demokratie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die enorme Macht der Konzerne hat Folgen: Lieferant*innen sind abh\u00e4ngig von marktbeherrschenden Konzernen und m\u00fcssen sich ihrem immensen Preisdruck beugen. Auch Verbraucher*innen sind von \u00fcberm\u00e4chtigen Konzernen abh\u00e4ngig \u2013 vom Einkaufskorb bis zur Internetsuchmaschine:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>So beherrschen die vier gro\u00dfen Supermarktketten Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe und Aldi 87 Prozent des Lebensmittelhandels in Deutschland.<\/li>\n\n\n\n<li>Amazon dominiert \u00fcber die H\u00e4lfte des Onlinehandels in Deutschland<\/li>\n\n\n\n<li>und mehr als 90 Prozent aller Suchanfragen im Internet laufen \u00fcber Google.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Mit ihrem Einfluss auf die Politik verhindern Gro\u00dfkonzerne staatliche Regulierung und schaden dadurch auch der Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist wichtig zu verstehen, dass der starke Anstieg der Markt- und Monopolmacht kein Naturgesetz ist. Vielmehr ist er die Folge von politischem Handeln, auf das die m\u00e4chtigen Unternehmen Einfluss nehmen\u201c, erkl\u00e4rt Leonie Petersen, Oxfam Referentin f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Transformation. \u201eUnternehmen lobbyieren f\u00fcr vorteilhafte Gesetze oder setzen Subventionen durch. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Konzernmacht und politischer Macht, der die soziale Ungleichheit immer st\u00e4rker vorantreibt\u201c, so Petersen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gro\u00dfkonzerne m\u00fcssen gesetzlich reguliert werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Tag der Arbeit fordert Oxfam, Konzernmacht mit gesetzlichen Regelungen zu beschr\u00e4nken, Machtmissbrauch zu verhindern, die Mitbestimmung von Arbeitnehmer*innen, Produzent*innen und Verbraucher*innen zu st\u00e4rken und ihre Rechte zu sch\u00fctzen. Es braucht gesetzliche Regelungen, ein sch\u00e4rferes Eingreifen der Kartellbeh\u00f6rden und eine Besteuerung der milliardenschweren Konzerne und ihrer superreichen Eigent\u00fcmer*innen, die sie zugunsten des Gemeinwohls in die Verantwortung nimmt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/documents\/unternehmen_ungleichheit_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/05\/unternehmen_ungleichheit_2024-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1359\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie &#8222;Unternehmen Ungleichheit \u2013 Wie die Macht der Gro\u00dfkonzerne die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertieft&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/documents\/unternehmen_ungleichheit_2024.pdf\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.oxfam.de\/system\/files\/documents\/unternehmen_ungleichheit_2024.pdf\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland sind die Dividenden zwischen 2020 und 2023 um 27 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend die Reall\u00f6hne um 12 Prozent sanken. 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