{"id":1440,"date":"2024-09-20T15:43:40","date_gmt":"2024-09-20T13:43:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1440"},"modified":"2024-09-20T15:43:41","modified_gmt":"2024-09-20T13:43:41","slug":"und-was-ist-mit-den-menschenrechten-wie-deutsche-unternehmen-im-geschaeft-mit-china-ihren-sorgfaltspflichten-nachkommen-koennen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/und-was-ist-mit-den-menschenrechten-wie-deutsche-unternehmen-im-geschaeft-mit-china-ihren-sorgfaltspflichten-nachkommen-koennen\/","title":{"rendered":"Und was ist mit den Menschenrechten? Wie deutsche Unternehmen im Gesch\u00e4ft mit China ihren Sorgfaltspflichten nachkommen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Je bedeutender die Produktion in China f\u00fcr globale Wertsch\u00f6pfungsketten wird, desto relevanter wird die Frage nach den menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von deutschen und europ\u00e4ischen Unternehmen, die Produkte aus China beziehen oder dort fertigen lassen. Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten st\u00f6\u00dft bei Zulieferern oder Tochterfirmen in China durch das autorit\u00e4re Umfeld und die weggebrochenen Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr Besch\u00e4ftigte sowie Arbeitsrechtsorganisationen auf enge Grenzen. Das S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene hat sich mit der Problematik in einer ausf\u00fchrlichen Studie auseinandergesetzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/240920-NU-Suedwind.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1435\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Bonn, 17. September 2024)<\/strong> Ob Solarmodule, E-Autos, Computer oder Textilien \u2013 kaum ein Wirtschaftszweig ist weltweit inzwischen nicht von China dominiert. Ohne den Rohstoffbezug aus China und chinesische Produktentwicklung steht das westliche Konsum- und Wirtschaftsmodell still. Gleichzeitig erscheinen regelm\u00e4\u00dfig Nachrichten \u00fcber erhebliche Menschenrechtsverletzungen in China. Die Arbeitsbedingungen sind f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte in China miserabel. Die Tatsache ist auch den vielen deutschen Unternehmen, die in China t\u00e4tig sind, bekannt. Wie aber passt das zusammen mit den Anforderungen des geltenden deutschen und bald in Kraft tretenden europ\u00e4ischen Lieferkettengesetzes?<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Frage geht S\u00dcDWIND in einer Studie nach, die soeben ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eIn der Studie gehen wir auf die Entwicklungen in China und beispielhaft auf drei wichtige Wirtschaftssektoren ein\u201c, so Dr. Sabine Ferenschild, Autorin der Studie. \u201eIm Fokus stehen die Produktion von Polysilicium &#8211; essenziell f\u00fcr die boomende Solarbranche \u2013 sowie die Produktion von Textilien und Containern f\u00fcr die internationale Handelsschifffahrt. Dabei gehen wir auf die eklatanten Menschenrechtsverletzungen in diesen Wirtschaftssektoren ein \u2013 wie Zwangsarbeit, fehlende Vereinigungsfreiheit und Armutsl\u00f6hne.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie betont: \u201eJe bedeutender die Produktion in China f\u00fcr globale Wertsch\u00f6pfungsketten wird, desto relevanter wird die Frage nach den menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von deutschen und europ\u00e4ischen Unternehmen, die Produkte aus China beziehen oder dort fertigen lassen.\u201c Jedoch sto\u00dfe die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten bei Zulieferern oder Tochterfirmen in China durch das autorit\u00e4re Umfeld und die weggebrochenen Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr Besch\u00e4ftigte sowie Arbeitsrechtsorganisationen auf enge Grenzen. Arbeitsrechtsverletzungen wie die fehlende Gewerkschaftsfreiheit oder staatlich angeordnete Zwangsarbeit seien in China systematisch. Zugleich konnte die Studie allerdings auch Ankn\u00fcpfungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Umsetzung von Sorgfaltspflichten im chinesischen Arbeitsrecht, in den chinesischen Aktionspl\u00e4nen f\u00fcr Menschenrechte sowie in der Beteiligung Chinas an UN-Prozessen zu sozial verantwortlichem Unternehmenshandeln benennen.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00dcDWIND teile die Kritik vieler, vor allem zivilgesellschaftlicher Stimmen an der autorit\u00e4ren Entwicklung und den massiven Menschenrechtsverletzungen in China, so Ferenschild. \u201eDennoch muss man der Tatsache ins Auge blicken, dass globalen Herausforderungen, wie die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sowie das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele f\u00fcr Entwicklung, nicht ohne Kooperation mit China begegnet werden kann. Eine Abkopplung von China ist unrealistisch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es gehe im Blick auf die menschenrechtlichen Herausforderungen bei China-Gesch\u00e4ften nicht um pauschale Antworten, stellt die Studie klar, sondern aus menschenrechtlicher Perspektive um eine differenzierte \u00dcberpr\u00fcfung, an welchen Punkten Kooperation mit China sinnvoll und notwendig sei und wo sie sich verbiete. Diese \u00dcberpr\u00fcfung m\u00fcsse ein laufender Prozess sein, der kontinuierlich die weitere Entwicklung in China ber\u00fccksichtige.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/ueber-uns\/team\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"416\" height=\"220\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/Sabine-Ferenschild-Suedwind-Institut.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1436\" title=\"Foto: S\u00fcdwind\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Sabine Ferenschild ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim <a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/\" rel=\"noreferrer noopener\">S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"519\" height=\"654\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/Suedwind-Logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1441\" style=\"width:194px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/fileadmin\/Suedwind\/Publikationen\/2024\/2024-07-China-Studie_Sorgfaltspflichten_Und_was_ist_mit_den_Menschenrechten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2024\/09\/2024-07-China-Studie_Sorgfaltspflichten-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1437\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie &#8222;Und was ist mit den Menschenrechten?&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/fileadmin\/Suedwind\/Publikationen\/2024\/2024-07-China-Studie_Sorgfaltspflichten_Und_was_ist_mit_den_Menschenrechten.pdf\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/fileadmin\/Suedwind\/Publikationen\/2024\/2024-07-China-Studie_Sorgfaltspflichten_Und_was_ist_mit_den_Menschenrechten.pdf\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je bedeutender die Produktion in China f\u00fcr globale Wertsch\u00f6pfungsketten wird, desto relevanter wird die Frage nach den menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von deutschen und europ\u00e4ischen Unternehmen, die Produkte aus China beziehen oder dort fertigen lassen. 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