{"id":1683,"date":"2026-02-03T18:30:52","date_gmt":"2026-02-03T17:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1683"},"modified":"2026-02-03T18:30:53","modified_gmt":"2026-02-03T17:30:53","slug":"halbzeit-der-verhandlungen-zur-un-steuerkonvention-chance-auf-steuergerechtigkeit-nutzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/halbzeit-der-verhandlungen-zur-un-steuerkonvention-chance-auf-steuergerechtigkeit-nutzen\/","title":{"rendered":"Halbzeit der Verhandlungen zur UN-Steuerkonvention: Chance auf Steuergerechtigkeit nutzen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Im Rahmen der &#8222;Steuerrahmenkonvention&#8220; verhandeln Staaten erstmals Fragen der internationalen Steuerkooperation unter dem Dach der Vereinten Nationen. Vor allem durch Steuervermeidung multinationaler Konzerne sind Sch\u00e4tzungen zufolge \u00f6ffentlichen Haushalten weltweit allein in den Jahren von 2016 bis 2021 insgesamt rund 475 Milliarden US-Dollar entgangen. Brot f\u00fcr die Welt warnt davor, die Besteuerung von Superreichen oder andere zentrale Fragen in Protokolle auszulagern, denn diese m\u00fcssten die Staaten nicht zwingend ratifizieren, womit sie nicht bindend w\u00e4ren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/02\/260203-NU-Brot-Steuern-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1680\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 2. Februar 2026)<\/strong> Das internationale Steuersystem ist aus Sicht von Brot f\u00fcr die Welt ungerecht. Sch\u00e4tzungen zufolge sind \u00f6ffentlichen Haushalten weltweit allein in den Jahren von 2016 bis 2021 insgesamt rund 475 Milliarden US-Dollar entgangen \u2013 vor allem durch Steuervermeidung multinationaler Konzerne. Um das zu \u00e4ndern, verhandeln Staaten im Rahmen der \u201eSteuerrahmenkonvention\u201c erstmals Fragen der internationalen Steuerkooperation unter dem Dach der Vereinten Nationen. Die nun anstehende vierte Verhandlungsrunde vom 2. bis 13. Februar 2026 in New York markiert die Halbzeit der Verhandlungen. Ute Straub, Expertin f\u00fcr Entwicklungsfinanzierung und internationale Finanzpolitik bei Brot f\u00fcr die Welt, kommentiert:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir brauchen endlich ein globales Steuersystem, das Steuerhinterziehung und Steuervermeidung gro\u00dfer Unternehmen sowie sehr wohlhabender Privatpersonen wirksamer als bisher begrenzt. Das ist das erkl\u00e4rte Ziel der Verhandlungen in New York. Die zus\u00e4tzlichen Einnahmen k\u00f6nnen etwa f\u00fcr Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung und den Kampf gegen die Klimakrise eingesetzt werden. Viele Staaten des Globalen S\u00fcdens verbinden mit der Steuerrahmenkonvention die Hoffnung auf mehr Steuergerechtigkeit. Aber auch Industriel\u00e4ndern entgehen j\u00e4hrlich immense Summen, die in den Staatskassen fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der aktuell schwierigen politischen Rahmenbedingungen bef\u00fcrchten wir, dass der verbindliche Konventionstext inhaltlich vage bleibt und politisch strittige Punkte in den Zusatzprotokollen geregelt werden. Damit w\u00e4re zwar eine Verabschiedung im Konsens m\u00f6glich, doch ein zahnloser Papiertiger l\u00f6st keine Probleme. Brot f\u00fcr die Welt warnt davor, die Besteuerung von Superreichen oder andere zentrale Fragen in Protokolle auszulagern, denn diese m\u00fcssten die Staaten nicht zwingend ratifizieren, womit sie nicht bindend w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Brot f\u00fcr die Welt fordert die Einf\u00fchrung einer Gesamtkonzernsteuer f\u00fcr multinationale Unternehmen in H\u00f6he von mindestens 25 Prozent. Mit einer fairen Verteilung von Besteuerungsrechten m\u00fcssen Staaten bef\u00e4higt werden, dort zu besteuern, wo Gewinne tats\u00e4chlich entstehen. Au\u00dferdem braucht es eine effektive Besteuerung von Superreichen durch eine international koordinierte Mindeststeuer und ein weltweites Verm\u00f6gensregister.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verhandlungsrunde ist ein Lackmustest: Wird die UN-Steuerrahmenkonvention ein Instrument, das Ungleichheiten abbaut und Staaten handlungsf\u00e4hig macht \u2013 oder bleibt sie ein Papiertiger?\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/ueber-uns\/personen\/ute-straub\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"566\" height=\"496\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/02\/Ute-Straub-Brot-fuer-die-Welt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1681\" title=\"Foto: Brot f\u00fcr die Welt\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ute Straub ist Referentin Entwicklungsfinanzierung und internationale Finanzpolitik bei <a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brot f\u00fcr die Welt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.brot-fuer-die-welt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"258\" height=\"132\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/BrotFuerDieWeltLogo.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-162\" style=\"width:149px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der &#8222;Steuerrahmenkonvention&#8220; verhandeln Staaten erstmals Fragen der internationalen Steuerkooperation unter dem Dach der Vereinten Nationen. 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