{"id":1710,"date":"2026-06-15T14:01:41","date_gmt":"2026-06-15T12:01:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=1710"},"modified":"2026-06-15T14:01:42","modified_gmt":"2026-06-15T12:01:42","slug":"die-100-umsatzstaerksten-europaeischen-konzerne-befeuern-die-ungleichheitskrise","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/die-100-umsatzstaerksten-europaeischen-konzerne-befeuern-die-ungleichheitskrise\/","title":{"rendered":"Die 100 umsatzst\u00e4rksten europ\u00e4ischen Konzerne befeuern die Ungleichheitskrise"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/06\/NU-260615-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1702\" title=\"Foto: Nata Uchava\/ChatGPT\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Berlin, 9. Juni 2026)<\/strong> Die 100 umsatzst\u00e4rksten europ\u00e4ischen Unternehmen versch\u00e4rfen die Ungleichheitskrise \u2013 sozial, politisch, wirtschaftlich und \u00f6kologisch. Das zeigt der neue Oxfam-Bericht \u201ePeople, Power, Profits, Planet: How the biggest European companies fuel the global inequality crisis\u201c. Anhand verschiedener Indikatoren und mit Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 untersucht der Bericht erstmals, wie Konzerne in Europa mit ihrer Gesch\u00e4ftspolitik verschiedene Aspekte von Ungleichheit verst\u00e4rken. Auch 27 deutsche Unternehmen sind Teil der Auswertung. Oxfam fordert eine Begrenzung von F\u00fchrungsgeh\u00e4ltern und eine dauerhafte \u00dcbergewinnsteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zwischen 2022 und 2024 erhielten Aktion\u00e4r*innen der 100 untersuchten europ\u00e4ischen Konzerne im Schnitt mehr als zwei Drittel der Gewinne. Sechs Unternehmen, darunter der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer und der Schweizer Bergbau- und Rohstoffkonzern Glencore, sch\u00fctteten 2024 sogar Dividenden aus, obwohl sie Verluste machten.<\/li>\n\n\n\n<li>2024 sch\u00fcttete knapp die H\u00e4lfte der Konzerne 32-mal mehr an Aktion\u00e4r*innen aus, als sie in den \u00f6kologischen Wandel investierte, also zum Beispiel in die Umstellung auf CO2-arme Produktionsprozesse.<\/li>\n\n\n\n<li>2024 verursachten die 100 untersuchten Konzerne zusammen rund 26 Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen. W\u00e4hrend die Unternehmen ihre direkten Emissionen zusammen zwischen 2022 und 2024 insgesamt senkten, erh\u00f6hten etwa Lufthansa und Thyssenkrupp ihre direkten Emissionen.<\/li>\n\n\n\n<li>CEOs verdienten 2024 im Durchschnitt das 78-Fache des durchschnittlichen Einkommens in den 100 analysierten Unternehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der durchschnittliche Gender Pay Gap in den deutschen Unternehmen lag 2024 mit rund 16 Prozent \u00fcber dem Gesamtdurchschnitt von 11 Prozent aller untersuchten europ\u00e4ischen Unternehmen. Die Deutsche Bank hatte mit rund 39 Prozent den gr\u00f6\u00dften Gender Pay Gap.<\/li>\n\n\n\n<li>Nur 18 der 100 Konzerne ver\u00f6ffentlichten Informationen zu ihren Ausgaben f\u00fcr Lobbyarbeit oder Parteispenden, die im Durchschnitt 1,4 Millionen Euro betrugen. Von den Unternehmen, die dazu Angaben in ihren Gesch\u00e4ftsberichten machten, war der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer im Jahr 2024 mit 15,1 Millionen Euro das Unternehmen mit den h\u00f6chsten Lobbyausgaben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEgal ob milliardenschwere Dividenden f\u00fcr Aktion\u00e4r*innen, ma\u00dflose CEO-Verg\u00fctungen oder vernachl\u00e4ssigte Investitionen in den \u00f6kologischen Wandel: Europ\u00e4ische und deutsche Konzerne tragen zur sozialen und \u00f6kologischen Krise bei\u201c, sagt Leonie Petersen, Referentin f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Transformation bei Oxfam Deutschland. \u201eDas ist kein zuf\u00e4lliges Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklungen, sondern Ausdruck eines Systems, das zu einem enormen Einfluss von Gro\u00dfkonzernen und der Konzentration von Milliardenverm\u00f6gen f\u00fchrt. Denn die Rekordgewinne deutscher Unternehmen kommen vor allem den Superreichen des Landes zugute, die als Anteilseigner*innen Entscheidungen der Unternehmen mitbestimmen und von den immer weiter steigenden Dividenden-Aussch\u00fcttungen profitieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>EU und Bundesregierung bauen soziale und \u00f6kologische Standards ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue Oxfam-Bericht erscheint zu einer Zeit, in der die EU und die Bundesregierung soziale und \u00f6kologische Standards abbauen. Unter dem Vorwand der Wettbewerbsf\u00e4higkeit werden in Europa und Deutschland bereits erreichte Regelungen geschw\u00e4cht, etwa bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Lieferkettengesetzgebung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um konzerngetriebene Ungleichheit zu reduzieren, ist eine Vielzahl von Ma\u00dfnahmen erforderlich. Oxfam fordert unter anderem,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>den Abstand zwischen der Verg\u00fctung von CEOs und dem Medianlohn in Unternehmen auf maximal 20 zu 1 zu begrenzen,<\/li>\n\n\n\n<li>die Senkung der K\u00f6rperschaftssteuer r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine dauerhafte \u00dcbergewinnsteuer von mindestens 50 Prozent einzuf\u00fchren sowie<\/li>\n\n\n\n<li>Lobbyeinfluss st\u00e4rker zu regulieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft voranzutreiben, m\u00fcssen Mechanismen wie der europ\u00e4ische Emissionshandel gest\u00e4rkt und durch sozial gerechte und zukunftsf\u00e4hige industriepolitische Ans\u00e4tze erg\u00e4nzt werden. Die EU-Entgelttransparenz-Richtlinie muss z\u00fcgig und vollst\u00e4ndig in deutsches Recht umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/06\/2026-People-Power-Profits-Planet-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1703\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Oxfam-Bericht &#8222;People, Power, Profits, Planet: How the biggest European companies fuel the global inequality crisis&#8220; von Juni 2026 steht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/06\/2026-Deutsches-Factsheet-Ungleichheit-made-in-Europe-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1705\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein deuschsprachiges Factshee (12 Seiten) zum Oxfam-Bericht steht <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/06\/260615-Methodology-Guide-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1707\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die im Bericht verwendeten Methoden stehen <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/oxfam-analyse-100-groessten-europaeischen-konzerne-ungleichheit-made-europe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Berlin, 9. 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