{"id":184,"date":"2018-10-26T19:39:17","date_gmt":"2018-10-26T17:39:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=184"},"modified":"2020-09-04T23:02:47","modified_gmt":"2020-09-04T21:02:47","slug":"die-lohnsituation-indonesischer-arbeiterinnen-in-der-textilbranche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/die-lohnsituation-indonesischer-arbeiterinnen-in-der-textilbranche\/","title":{"rendered":"Die Lohnsituation indonesischer ArbeiterInnen in der Textilbranche"},"content":{"rendered":"<p><em>Mindestens 17 Mitgliedsunternehmen des deutschen Textilb\u00fcndnisses lassen in Indonesien produzieren, unter ihnen adidas, H&amp;M und Lidl. Das S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene fordert, dass diese Mitgliedsunternehmen endlich mehr Einsatz bei der Umsetzung existenzsichernder L\u00f6hne zeigen. Der aktuelle Mindestlohn in Indonesien liegt bei rund 85 Euro im Monat; ein Lohn, der unter anderem f\u00fcr angemessene Unterkunft, Ern\u00e4hrung und Bildung ausreicht, muss dagegen bei rund 338 Euro im Monat liegen.<\/em><\/p>\n<p><strong>(Bonn, 26. Oktober 2018)<\/strong> Anl\u00e4sslich der Mitgliederversammlung des Textilb\u00fcndnisses am 30. Oktober 2018 in Berlin ver\u00f6ffentlicht das S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene (S\u00dcDWIND) heute zwei Fact Sheets zur Lohnsituation von ArbeiterInnen in der Textilbranche Indonesiens: Das Land geh\u00f6rt zu den zehn wichtigsten Lieferl\u00e4ndern von Bekleidung weltweit. Doch die Besch\u00e4ftigten arbeiten dort zu Mindestl\u00f6hnen, die von existenzsichernden L\u00f6hnen weit entfernt sind. Mindestens 17 Mitgliedsunternehmen des deutschen Textilb\u00fcndnisses lassen in Indonesien produzieren, unter ihnen adidas, H&amp;M und Lidl. S\u00dcDWIND fordert, dass diese Mitgliedsunternehmen endlich mehr Einsatz bei der Umsetzung existenzsichernder L\u00f6hne zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/Mindestl\u00f6hne-in-Indonesien.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-180\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/Mindestl\u00f6hne-in-Indonesien-T-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"452\"><\/a>Das indonesische Mindestlohnsystem ist von zahlreichen, regionalen Mindestl\u00f6hnen gepr\u00e4gt. \u201eIn Zentral-Java beispielsweise, wo mehr als 50 Zulieferfabriken f\u00fcr Textilb\u00fcndnis-Mitglieder produzieren, liegt der aktuelle Mindestlohn bei knapp 1,5 Millionen Rupien (rund 85 Euro) im Monat.\u201c f\u00fchrt Dr. Sabine Ferenschild, S\u00dcDWIND-Mitarbeiterin und Autorin der Fact Sheets, aus. Doch, wie die \u201eAsiatische Grundlohn-Allianz\u201c berechnet hat, ist das unzureichend. Ein existenzsichernder Lohn f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten, also ein Lohn, der unter anderem f\u00fcr angemessene Unterkunft, Ern\u00e4hrung und Bildung ausreicht, muss dagegen bei knapp 5,9 Millionen Rupien (rund 338 Euro) im Monat liegen. \u201eEs bleibt also noch viel zu tun, bis die Besch\u00e4ftigten in Indonesien von ihren L\u00f6hnen menschenw\u00fcrdig leben k\u00f6nnen\u201c, so Ferenschild weiter.<\/p>\n<p>Ein m\u00f6gliches Instrument, das die Umsetzung existenzsichernder L\u00f6hne in Indonesien bef\u00f6rdern k\u00f6nnte, ist das sogenannte \u201eProtokoll zur Vereinigungsfreiheit\u201c, das S\u00dcDWIND in einem zweiten Fact Sheet vorstellt. Dieses Protokoll wurde vor einigen Jahren von westlichen Auftraggebern (unter anderem adidas und Puma), indonesischen Zulieferbetrieben und lokalen Gewerkschaften unterzeichnet. Es st\u00e4rkt die Gewerkschaftsfreiheit auf Fabrikebene und verlangt innerhalb von sechs Monaten nach Gr\u00fcndung einer Betriebsgewerkschaft den Abschluss einer Betriebsvereinbarung zwischen Management und Gewerkschaft. \u201eDieser Ansatz, \u00fcber die St\u00e4rkung der Gewerkschaftsarbeit auf Fabrikebene die Lohnsituation zu verbessern, ist vielversprechend. Leider fehlt noch eine Auswertung der bisher abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen, inwiefern sie auch das Thema L\u00f6hne aufgegriffen haben\u201c, f\u00fchrt Ferenschild fort.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/Indonesien-und-Kollektivverhandlungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-182\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/Indonesien-und-Kollektivverhandlungen-T-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"452\"><\/a>S\u00dcDWIND fordert nun alle Mitglieder im Textilb\u00fcndnis auf, sich im Rahmen des verbindlichen B\u00fcndnisziels, existenzsichernde L\u00f6hne zu erreichen, messbare und \u00fcberpr\u00fcfbare Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung existenzsichernder L\u00f6hne in ihren Zulieferbetrieben durchzuf\u00fchren. Die in den Startl\u00f6chern stehende B\u00fcndnisinitiative zu existenzsichernden L\u00f6hnen, die mit den Produktionsl\u00e4ndern Kambodscha und Indonesien beginnen soll, k\u00f6nnte hierf\u00fcr ein geeignetes kollektives Instrument sein. Mit den Ver\u00f6ffentlichungen m\u00f6chte S\u00dcDWIND dazu beitragen, dass m\u00f6glichst alle Mitgliedsunternehmen des Textilb\u00fcndnisses, die in Indonesien produzieren lassen, dieser B\u00fcndnisinitiative beitreten.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/index.php\/de\/team.html\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene (S\u00dcDWIND).\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/10\/Sabine_Ferenschild.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Dr. Sabine Ferenschild ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim <a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/index.php\/de\/verein.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.suedwind-institut.de\/index.php\/de\/verein.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/09\/S\u00fcdwind.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mindestens 17 Mitgliedsunternehmen des deutschen Textilb\u00fcndnisses lassen in Indonesien produzieren, unter ihnen adidas, H&amp;M und Lidl. Das S\u00fcdwind-Institut f\u00fcr \u00d6konomie und \u00d6kumene fordert, dass diese Mitgliedsunternehmen endlich mehr Einsatz bei der Umsetzung existenzsichernder L\u00f6hne zeigen. 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