{"id":379,"date":"2019-12-10T16:34:23","date_gmt":"2019-12-10T15:34:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=379"},"modified":"2020-09-04T14:27:29","modified_gmt":"2020-09-04T12:27:29","slug":"attac-scholz-entwurf-zur-finanztransaktionssteuer-ist-augenwischerei","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/attac-scholz-entwurf-zur-finanztransaktionssteuer-ist-augenwischerei\/","title":{"rendered":"attac: Scholz-Entwurf zur Finanztransaktionssteuer ist Augenwischerei"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eine echte Finanztransaktionssteuer umfasst Devisen, Aktien und Anleihen sowie den Handel mit Derivaten. Bei jeder Transaktion w\u00fcrde ein geringer Steuersatz erhoben; die Steuer w\u00e4re Sand im Getriebe der Finanzm\u00e4rkte, sie w\u00fcrde Spekulation verlangsamen und verringern und den beteiligten L\u00e4ndern j\u00e4hrlich Milliardenbetr\u00e4ge einbringen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat einen Gesetzentwurf f\u00fcr eine Steuer von 0,2 Prozent auf den Handel mit Aktien von Unternehmen vorgelegt, die einen Kapitalwert von mindestens einer Milliarde Euro haben: Das sind in den beteiligten zehn EU-L\u00e4ndern gerade mal etwa 500 Unternehmen, der gef\u00e4hrliche Handel mit Derivaten und jegliche au\u00dferb\u00f6rsliche Spekulation bleiben im Scholz-Entwurf au\u00dfen vor.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2019\/12\/NU-191210-Scholz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-313\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg.\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Frankfurt am Main, 10. Dezember 2019)<\/strong> Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisiert den Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer angeblichen Finanztransaktionssteuer. \u201eWas Scholz da vorlegt, hat mit einer Finanztransaktionssteuer nichts zu tun. Es handelt sich um eine reine Aktiensteuer, die noch dazu nur auf Papiere einiger weniger Unternehmen erhoben werden soll. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Eine echte Finanztransaktionssteuer (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.attac.de\/kampagnen\/finanztransaktions-steuer\/erlaeuterungen\/\" target=\"_blank\">Eine echte Finanztransaktionssteuer<\/a> w\u00e4re Sand im Getriebe der Finanzm\u00e4rkte, sie w\u00fcrde Spekulation verlangsamen und verringern. Die Scholz-Steuer hilft nicht gegen den sekundenschnellen elektronischen Wertpapierhandel, sie hilft nicht gegen die hochriskante Spekulation mit Derivaten und allem anderen, was au\u00dferb\u00f6rslich gehandelt wird. Sie hilft \u00fcberhaupt nicht. Das Ganze ist Augenwischerei\u201c, sagt Detlev von Larcher, Steuerexperte von Attac und Moderator der B\u00fcndniskampagne \u201eSteuer gegen Armut\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/scholz-finanztransaktionssteuer-hoehe-1.4716847\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Wie die S\u00fcddeutsche Zeitung berichtet (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Wie die S\u00fcddeutsche Zeitung berichtet<\/a>, sieht der Gesetzentwurf von Scholz eine Steuer von 0,2 Prozent auf den Handel mit Aktien von Unternehmen vor, die einen Kapitalwert von mindestens einer Milliarde Euro haben. Das sind in den beteiligten zehn EU-L\u00e4ndern gerade mal etwa 500 Unternehmen. Der gef\u00e4hrliche Handel mit Derivaten und jegliche au\u00dferb\u00f6rsliche Spekulation bleiben im Scholz-Entwurf au\u00dfen vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine echte Finanztransaktionssteuer, wie Attac sie fordert,\numfasst Devisen, Aktien und Anleihen sowie den Handel mit Derivaten. Bei jeder Transaktion\nw\u00fcrde ein geringer Steuersatz von bis zu 0,5 Prozent erhoben. Eine solche\nFinanztransaktionssteuer h\u00e4tte den beteiligten zehn EU-L\u00e4ndern j\u00e4hrlich\ninsgesamt etwa 60 Milliarden Euro eingebracht. Mit der Aktiensteuer, wie Scholz\nsie plant, sind es h\u00f6chstens f\u00fcnf bis sieben Milliarden. Anders als Scholz will\nAttac die Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer zudem nicht vorrangig f\u00fcr\ndie nationalen Haushalte verwenden, sondern zur Bek\u00e4mpfung von Hunger und Armut\nweltweit sowie f\u00fcr globalen Klimaschutz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.attac.de\/was-ist-attac\/strukturen\/gremien\/rat\/ratsmitglieder\/detlev-v-larcher\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: attac.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2019\/12\/detlev-von-larcher.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Detlev von Larcher ist Steuerexperte von <a href=\"https:\/\/www.attac.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Attac<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.attac.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2018\/05\/Attac-Logo_rgb.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanztransaktionssteuer ist seit 1998 ist eine\nGr\u00fcndungsforderung von Attac. Seit 2009 setzt sich das Netzwerk zusammen mit\nweiteren 100 Organisationen im B\u00fcndnis \u201eSteuer gegen Armut\u201c f\u00fcr ihre Einf\u00fchrung\nein. Auch mehr als eine Million EU-B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger hat nach der Finanzkrise\n2008 gefordert, den Finanzsektor mit der Steuer an den Kosten der Krise zu\nbeteiligen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine echte Finanztransaktionssteuer umfasst Devisen, Aktien und Anleihen sowie den Handel mit Derivaten. Bei jeder Transaktion w\u00fcrde ein geringer Steuersatz erhoben; die Steuer w\u00e4re Sand im Getriebe der Finanzm\u00e4rkte, sie w\u00fcrde Spekulation verlangsamen und verringern und den beteiligten L\u00e4ndern j\u00e4hrlich Milliardenbetr\u00e4ge einbringen. 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