{"id":760,"date":"2021-02-24T14:03:08","date_gmt":"2021-02-24T13:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=760"},"modified":"2021-02-24T14:12:49","modified_gmt":"2021-02-24T13:12:49","slug":"wir-tragen-verantwortung-fuer-die-art-wie-wir-wirtschaften","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wir-tragen-verantwortung-fuer-die-art-wie-wir-wirtschaften\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir tragen Verantwortung f\u00fcr die Art, wie wir wirtschaften&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>EKD-Text zu globalen Lieferketten erschienen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein internationaler Ordnungsrahmen f\u00fcr das Wirtschaften in Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten muss soziale, menschenrechtliche und auch \u00f6kologische Mindeststandards absichern und durchsetzen. Nur dadurch ist langfristig mit breiterer gesellschaftlicher Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine multilaterale Ordnung zu rechnen und populistischen Angriffen auf multilaterale Regeln des Wirtschaftens etwas Glaubw\u00fcrdiges entgegenzusetzen. Auf diesen Zusammenhang geht der im Februar 2021 erschienene EKD-Text 135 ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/02\/NU-210225-ekd.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Hannover, 15. Februar 2021) <\/strong>In der vergangenen Woche hat sich die gro\u00dfe Koalition auf einen Entwurf f\u00fcr ein Lieferkettengesetz geeinigt. Das geplante Gesetz soll gro\u00dfe deutsche Firmen dazu verpflichten, auch bei ihren ausl\u00e4ndischen Zulieferern auf die Einhaltung von Menschenrechten und auf Umweltschutz zu achten. Auf genau diese Verantwortung geht der heute erschienene EKD-Text 135 mit dem Titel \u201eVerantwortung in globalen Lieferketten \u2011 Ihre menschenrechtliche und sozial\u00f6kologische Gestaltung aus evangelischer Perspektive\u201c ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir tragen Verantwortung f\u00fcr die Art, wie wir wirtschaften. Das ergibt sich aus den biblischen Grundorientierungen und den daraus erwachsenden ethischen \u00dcberlegungen. Die Verantwortung liegt sowohl bei den Unternehmen und bei der Politik als auch bei den Verbraucherinnen und Verbraucher\u201c, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In einer globalisierten Welt k\u00f6nne sozial-\u00f6kologische und menschenrechtliche Verantwortung jedoch nicht an den Grenzen eines Landes enden. \u201eDiese Verantwortung muss sich entlang der gesamten Wirtschaftsbeziehungen und Lieferketten eines Produktes zeigen, von Entwurf und Design \u00fcber Rohstoffgewinnung und -verarbeitung bis hin zu Produktion, Handel und Entsorgung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Langfristig sei es problematisch, so der EKD-Text, \u201edass durch die bisherige politische Gestaltung der Globalisierung ein Ordnungsrahmen der Weltwirtschaft geschaffen wurde, der eine massive r\u00e4umliche Ausweitung der Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten vorangetrieben hat, w\u00e4hrend gleichzeitig eine soziale, \u00f6kologische und vor allen Dingen menschenrechtliche Regulierung der Globalisierung fehlt\u201c. Die derzeitige Krise des Multilateralismus sei zu nicht unerheblichen Teilen auch durch ein solches Ungleichgewicht zu erkl\u00e4ren. Daher: \u201eN\u00f6tig ist deshalb ein internationaler Ordnungsrahmen f\u00fcr das Wirtschaften in Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten, der es erlaubt, soziale, menschenrechtliche und auch \u00f6kologische Mindeststandards abzusichern und durchzusetzen. Nur durch einen solchen umfassenderen Rahmen f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften ist langfristig auch mit breiterer gesellschaftlicher Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine multilaterale Ordnung zu rechnen und populistischen Angriffen auf multilaterale Regeln des Wirtschaftens etwas Glaubw\u00fcrdiges entgegenzusetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das von der EKD-Kammer f\u00fcr nachhaltige Entwicklung herausgegebene Impulspapier wagt zudem einen Ausblick auf das globale Handeln nach der Corona-Pandemie und erl\u00e4utert aus evangelischer Perspektive, wie nachhaltiges Wirtschaften gelingen kann. So formuliert das Papier etwa zum Thema Finanzm\u00e4rkte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNeben der erg\u00e4nzenden handelspolitischen Ausgestaltung nachhaltiger Wirtschaftsbeziehungen ist es wichtig, die nachhaltige Gestaltung der Finanzm\u00e4rkte in den Blick zu nehmen. Themen wie die Gemeinwohlorientierung des Eigentums und die demokratische Kontrolle der Finanzinstitutionen, aber auch die Bek\u00e4mpfung von Steuervermeidung und Steuerkriminalit\u00e4t sind wichtige wirtschaftsethische Herausforderungen. Wenn Nachhaltigkeit gelingen soll, wird es zentral sein, dass Finanzinvestor*innen Anlageentscheidungen treffen, die die langfristigen \u00f6kologischen Auswirkungen ebenso ber\u00fccksichtigen wie die Achtung menschenrechtlicher Sorgfalt.<\/p>\n\n\n\n<p>[\u2026] Im M\u00e4rz 2020 hatte die \u201eTechnische Expertengruppe f\u00fcr nachhaltige Finanzen\u201c der EU zwei neue Berichte vorgestellt, in denen sie Vorschl\u00e4ge unterbreitet f\u00fcr ein EU-weites Bewertungssystem f\u00fcr nachhaltige und klimafreundliche Investitionen \u2013 die sogenannte \u201eTaxonomie\u201c. [\u2026]Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert und dringend erforderlich, dass die Taxonomie die Ber\u00fccksichtigung menschenrechtlicher Sorgfalt und die Menschenrechte als Referenzrahmen aufnimmt und parallel ber\u00fccksichtigt. Dadurch k\u00f6nnte eine wegweisende Leitwirkung f\u00fcr die \u00f6kologische wie die soziale und menschenrechtliche Ausgestaltung von Investitionsentscheidungen erreicht werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ekd.de\/Bedford-Strohm-Heinrich-11078.htm\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: epd\/mck\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/02\/bedford_strohm_Fotograf-epd-mck-K.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Heinrich Bedford-Strohm ist Landesbischof und Ratsvorsitzender der <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD<\/a><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/02\/EKD-Logo_quer_rgb.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_doc\/ekd_texte_135_2021.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/02\/ekd_texte_135_2021-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der EKD-Text 135: &#8222;Verantwortung in globalen Lieferketten&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_doc\/ekd_texte_135_2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EKD-Text zu globalen Lieferketten erschienen Ein internationaler Ordnungsrahmen f\u00fcr das Wirtschaften in Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten muss soziale, menschenrechtliche und auch \u00f6kologische Mindeststandards absichern und durchsetzen. 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