{"id":822,"date":"2021-04-28T23:37:49","date_gmt":"2021-04-28T21:37:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/?page_id=822"},"modified":"2021-04-28T23:37:50","modified_gmt":"2021-04-28T21:37:50","slug":"frauen-verlieren-durch-covid-19-weltweit-ueber-800-milliarden-us-dollar-an-einkommen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/frauen-verlieren-durch-covid-19-weltweit-ueber-800-milliarden-us-dollar-an-einkommen\/","title":{"rendered":"Frauen verlieren durch COVID-19 weltweit \u00fcber 800 Milliarden US-Dollar an Einkommen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u00d6konomische Verluste von Frauen entsprechen dem Nationaleinkommen von 98 L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Frauen sind im Vergleich zu M\u00e4nnern in der Corona-Pandemie doppelt gestraft: Sie schultern noch mehr unbezahlte Betreuungsarbeit und verlieren gleichzeitig an Einkommen. Weltweit hatten Frauen durch die COVID-19-Krise im Jahr 2020 Einkommensverluste von mindestens 800 Milliarden Dollar. Das ist mehr als das Bruttonationalkommen von 98 L\u00e4ndern zusammen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/04\/NU-210429-oxfam.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 29. April 2021)<\/strong> Weltweit hatten Frauen durch die COVID-19-Krise im vergangenen Jahr Einkommensverluste von mindestens 800 Milliarden Dollar. Das ist mehr als das Bruttonationalkommen von 98 L\u00e4ndern zusammen. 64 Millionen Frauen verloren ihren Arbeitsplatz, ein Jobverlust von 5 Prozent, verglichen mit 3,9 Prozent bei den M\u00e4nnern. Das zeigt eine Berechnung der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam im Vorfeld des diesj\u00e4hrigen 1. Mai. Oxfam fordert mehr Investitionen in \u00f6ffentliche Systeme f\u00fcr Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung.<\/p>\n\n\n\n<p>Oxfams Kalkulation beruht auf Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und ist eine konservative Sch\u00e4tzung. Weltweit arbeiten Frauen \u00fcberproportional h\u00e4ufig in Berufen, die zwar f\u00fcr das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft unerl\u00e4sslich sind, jedoch h\u00e4ufig schlecht bezahlt, wenig wertgesch\u00e4tzt und von den Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen. Dies gilt unter anderem f\u00fcr den Einzelhandel, den Tourismus oder die Gastronomie sowie das Sozial- und Gesundheitswesen. In S\u00fcdasien, Afrika und Lateinamerika arbeiten Frauen zudem vielfach in informellen Arbeitsverh\u00e4ltnissen, etwa auf M\u00e4rkten oder als Haushaltshilfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Pflege, weniger Einkommen: Frauen doppelt gestraft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frauen sind in der Pandemie auch deshalb h\u00e4ufiger von Einkommensverlusten betroffen, weil sie den L\u00f6wenanteil unbezahlter Pflege- und F\u00fcrsorgearbeit leisten. Sie verk\u00fcrzen ihre Arbeitszeit oder steigen vor\u00fcbergehend ganz aus dem Berufsleben aus, um kranke Angeh\u00f6riger zu pflegen oder w\u00e4hrend der Schulschlie\u00dfungen ihre Kinder zu betreuen. Schon vor dem Ausbruch des Virus leisteten Frauen und M\u00e4dchen <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/presse\/pressemitteilungen\/2020-01-20-frauen-arbeiten-unbezahlt-milliardaere-kasse\" target=\"_blank\" aria-label=\"t\u00e4glich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Betreuungsarbeit (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">t\u00e4glich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Betreuungsarbeit<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrauen sind in der Pandemie doppelt gestraft. Sie schultern noch mehr unbezahlte Betreuungsarbeit und verlieren gleichzeitig an Einkommen. Wie selbstverst\u00e4ndlich springen Frauen ein, wenn Alte und Kranke gepflegt oder Kinder betreut werden m\u00fcssen. Doch das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, sondern eine gesellschaftliche Erwartung, die den Frauen durch sexistische Normen auferlegt wird. Frauen federn die gesellschaftliche Wucht der Pandemie ab \u2013 und bleiben dabei selbst auf der Strecke\u201c, kritisiert Sandra Dworack, Entwicklungsexpertin von Oxfam Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>47 Millionen Frauen zus\u00e4tzlich in extremer Armut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vereinten Nationen sch\u00e4tzen, dass im Jahr 2021 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/health-coronavirus-women\/women-work-the-covid-frontline-but-lack-a-voice-poll-shows-idUSL8N2K36NJ\" target=\"_blank\" aria-label=\"weltweit zus\u00e4tzlich 47 Millionen Frauen in extreme Armut geraten werden (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">weltweit zus\u00e4tzlich 47 Millionen Frauen in extreme Armut geraten werden<\/a> und mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag auskommen m\u00fcssen. Nach einer Kalkulation des Weltwirtschaftsforums (WEF) wird es eine Generation l\u00e4nger dauern, um den <a href=\"http:\/\/www3.weforum.org\/docs\/WEF_GGGR_2021.pdf\" target=\"_blank\" aria-label=\"Global Gender Gap (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">Global Gender Gap<\/a> zu schlie\u00dfen, der die Unterschiede bei der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Teilhabe von Frauen und M\u00e4nnern bemisst. Dem WEF zufolge wird es wegen der Einbu\u00dfen von Frauen in der Pandemie statt 99,5 Jahre nun 135,6 Jahre dauern, die L\u00fccke zwischen den Geschlechtern zu schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl einige Regierungen positive Ma\u00dfnahmen ergriffen haben, um die wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen in der Pandemie zu verbessern, bleibt die Reaktion der meisten Staaten h\u00f6chst unzureichend: <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2020\/10\/covid19-employment-gender-gap-policy\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Nur 11 L\u00e4nder haben f\u00fcr Besch\u00e4ftige mit Betreuungsaufgaben k\u00fcrzere oder flexible Arbeitszeitregelungen geschaffen (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">Nur 11 L\u00e4nder haben f\u00fcr Besch\u00e4ftige mit Betreuungsaufgaben k\u00fcrzere oder flexible Arbeitszeitregelungen geschaffen<\/a>, und 36 L\u00e4nder bessere Bedingungen f\u00fcr Lohnfortzahlung bei pflegebedingten Arbeitsausf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEine Erholung von COVID-19 ist unm\u00f6glich, ohne dass sich die Frauen erholen. Es gilt, die Wirtschaft nach der Pandemie geschlechter- und klimagerecht zu gestalten und soziale Ungleichheit insgesamt abzubauen\u201c, erkl\u00e4rt Sandra Dworack. Oxfam fordert von den Regierungen weltweit eine St\u00e4rkung \u00f6ffentlicher Bildungseinrichtungen und Gesundheitsversorgung sowie sozialer Sicherungssysteme.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/@dgreports\/@dcomm\/documents\/briefingnote\/wcms_767028.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/04\/wcms_767028-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Globale Daten der International Labour Organization zu Arbeitsplatzverlusten von Frauen und M\u00e4nnern durch COVID-19 stehen <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/@dgreports\/@dcomm\/documents\/briefingnote\/wcms_767028.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/@dgreports\/@dcomm\/documents\/briefingnote\/wcms_743146.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/04\/wcms_743146-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Globale Daten der International Labour Organization zu informellen Arbeitsverh\u00e4ltnissen stehen <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/@dgreports\/@dcomm\/documents\/briefingnote\/wcms_743146.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/www3.weforum.org\/docs\/WEF_GGGR_2021.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/04\/WEF_GGGR_2021-T.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der &#8222;Global Gender Gap Report 2021&#8220; des World Economic Forum steht <a href=\"http:\/\/www3.weforum.org\/docs\/WEF_GGGR_2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6konomische Verluste von Frauen entsprechen dem Nationaleinkommen von 98 L\u00e4ndern Frauen sind im Vergleich zu M\u00e4nnern in der Corona-Pandemie doppelt gestraft: Sie schultern noch mehr unbezahlte Betreuungsarbeit und verlieren gleichzeitig an Einkommen. 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