{"id":19,"date":"2018-05-21T16:42:47","date_gmt":"2018-05-21T14:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/?page_id=19"},"modified":"2020-09-07T16:44:28","modified_gmt":"2020-09-07T14:44:28","slug":"deutsche-banken-finanzieren-atomares-wettruesten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/deutsche-banken-finanzieren-atomares-wettruesten\/","title":{"rendered":"Deutsche Banken finanzieren atomares Wettr\u00fcsten, Volksbanken verkaufen t\u00f6dliches Investment an Privatanleger"},"content":{"rendered":"<p><em>Deutsche Kreditinstitute beteiligen sich mit Milliardenbetr\u00e4gen am weltweiten nuklearen Wettr\u00fcsten, geht aus der Studie \u201eDON\u2019T BANK ON THE BOMB\u201c f\u00fcr 2018 hervor. Insgesamt haben die Nuklearfirmen der Studie zufolge mindestens 525 Milliarden US-Dollar erhalten. Das ist ein Anstieg um 81 Milliarden US-Dollar gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerstudie von Dezember 2016.<\/em><\/p>\n<p><strong>(Berlin, 7. M\u00e4rz 2018)<\/strong> Deutsche Kreditinstitute finanzieren mit Milliardenbetr\u00e4gen die Herstellung von Atomwaffen und beteiligen sich so am weltweiten nuklearen Wettr\u00fcsten. Das geht aus der Studie \u201eDON\u2019T BANK ON THE BOMB\u201c f\u00fcr 2018 hervor, die am heutigen Mittwoch von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und der niederl\u00e4ndischen Friedensorganisation PAX ver\u00f6ffentlicht wird. Demnach haben zehn deutsche Finanzdienstleister seit Januar 2014 insgesamt rund 10,37 Milliarden US-Dollar (8,41 Milliarden Euro) den Atomwaffen-Produzenten zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Volks- und Raiffeisenbanken verkaufen das t\u00f6dliche Investment sogar \u00fcber den Fonds \u201eUniGlobal\u201c an Privatanleger. Die im Bericht untersuchten R\u00fcstungsunternehmen produzieren Atombomben, Atomsprengk\u00f6pfe sowie Atomraketen oder sind mit der Wartung dieser Systeme beauftragt.<\/p>\n<p>Der hierzulande mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Finanzier bleibt die Deutsche Bank. Im Vergleich zur vorangegangenen Studie vom Dezember 2016 sind die Investitionen der Deutschen Bank von 5,15 Milliarden auf 6,62 Milliarden US-Dollar gestiegen. Ins Auge f\u00e4llt auch die Finanzspritze der DZ Bank, die ihr Investment in Atomwaffenhersteller von 66 Millionen auf 470 Millionen US-Dollar massiv erh\u00f6ht hat. Die DZ Bank ist das Zentralinstitut von rund 1.000 Genossenschaftsbanken in Deutschland, dazu geh\u00f6ren etwa Volks- und Raiffeisenbanken.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbersicht \u00fcber die Investitionen seit Januar 2014<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Deutsche Bank: 6,620 Milliarden Dollar<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>Commerzbank: 1,264 Milliarden Dollar<\/li>\n<li>Allianz: 1,036 Milliarden Dollar<\/li>\n<li>DZ Bank: 470 Millionen Dollar<\/li>\n<li>BayernLB: 454 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Munich Re: 148 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Siemens: 134 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Helaba: 111 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW): 66 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Landesbank Baden-W\u00fcrttemberg (LBBW): 66 Millionen Dollar<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die DZ Bank unterst\u00fctzt die US-amerikanische R\u00fcstungsfirma Northrop Grumman mit mehr als 400 Millionen US-Dollar. Dieses Unternehmen produziert Atomraketen f\u00fcr das US-Arsenal und ist auch am britischen Atomwaffenprogramm beteiligt. Die DZ Bank hat diese Firma in den Fonds \u201eUniGlobal\u201c aufgenommen. Es handelt sich um den \u201eVorzeige-Fonds der Volksbanken\u201c (FAZ) und er richtet sich vor allem an Privatpersonen, zum Beispiel f\u00fcr die Riester-Rente.<\/p>\n<p>Dieses Investment der DZ Bank widerspricht dem Geist des eigenen Verhaltenskodexes. Dort hei\u00dft es: \u201eDer Nachhaltigkeit unseres unternehmerischen Handelns und dessen Wertsch\u00f6pfung messen wir eine hohe Bedeutung bei. Demgem\u00e4\u00df ber\u00fccksichtigen wir bei der Kreditvergabe neben wirtschaftlichen auch \u00f6kologische und ethische Faktoren.\u201c<\/p>\n<p>Aino-Ritva Weyers, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland, kommentiert: \u201eWenn Banken ethische Werte ernst nehmen, m\u00fcssen sie Investitionen in Atomwaffen komplett ausschlie\u00dfen. Ansonsten nutzen sie das Geld ihrer Kunden, um deren potentiellen Tod zu finanzieren. Jede Unterst\u00fctzung des atomaren Wettr\u00fcstens ist unverantwortlich.\u201c Im Juli vergangenen Jahres haben 122 Staaten bei den Vereinten Nationen ein Atomwaffenverbot beschlossen. Damit wurde verdeutlicht, dass der Einsatz und die Existenz dieser Waffen ethisch unter keinen Umst\u00e4nden vertretbar ist. Weyers: \u201eImmer mehr Staaten erteilen Atomwaffen eine klare Absage. Wenn Banken weiter investieren, stehen sie auf der falschen Seite der Geschichte.\u201c<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/der-verein\/vorstand.html\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: IPPNW.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2020\/03\/Inga-Blum-q.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td>\n<td width=\"75%\">Inga Blum ist Mitglied im Vorstand von <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges \u2013 \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)<\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2018\/05\/IPPNW-Logo-253x300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n<p>Die internationale Studie \u201eDon&#8217;t Bank on the Bomb\u201c bezieht sich auf die Zeit seit Januar 2014 und untersucht die Investitionen in 20 Atomwaffenhersteller. Dazu wurden verschiedene \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Quellen ausgewertet, etwa Berichte von Finanzinstituten, Medienmeldungen oder NGO-Informationen. Insgesamt haben die Nuklearfirmen der Studie zufolge mindestens 525 Milliarden US-Dollar erhalten. Das ist ein Anstieg um 81 Milliarden US-Dollar gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerstudie. Diese ist im Dezember 2016 erschienen und bezieht sich auf die Zeit seit Januar 2013. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Seit der Annahme des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen haben bereits 30 Unternehmen ihre Investitionen in diese Waffen beendet.<\/p>\n<p>\u201eDer im letzten Jahr beschlossene UN-Vertrag \u00fcber ein Verbot von Atomwaffen verbietet jegliche Unterst\u00fctzung des Erwerbs, der Entwicklung, Erprobung und Herstellung von Atomwaffen. Wer Atomwaffensysteme finanziert, stellt sich gegen das V\u00f6lkerrecht, sobald der Vertrag in Kraft getreten ist\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Inga Blum, Vorstandsmitglied von Internationale \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges \u2013 \u00c4rzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW). Die IPPNW appelliert an die Banken und Finanzdienstleister ihr Kapital aus dem Handel mit dem \u201et\u00f6dlichen Investment\u201c abzuziehen. \u201eFolgen Sie dem Beispiel von 30 Unternehmen, die ihre Investitionen in diese Waffen bereits beendet haben &#8211; darunter der norwegische Regierungsfonds und der niederl\u00e4ndische Rentenfonds\u201c, so Blum.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2018\/05\/2018_Report.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2018\/05\/2018_Report-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td>\n<td width=\"75%\">Die Studie &#8222;DON\u2019T BANK ON THE BOMB&#8220; l\u00e4sst sich <a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2018\/05\/2018_Report.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link<\/a> als PDF laden. Der Teil der Studie, der Deutschland betrifft, l\u00e4sst sich <a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2018\/05\/2018_Germany.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link<\/a> als PDF laden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Kreditinstitute beteiligen sich mit Milliardenbetr\u00e4gen am weltweiten nuklearen Wettr\u00fcsten, geht aus der Studie \u201eDON\u2019T BANK ON THE BOMB\u201c f\u00fcr 2018 hervor. Insgesamt haben die Nuklearfirmen der Studie zufolge mindestens 525 Milliarden US-Dollar erhalten. Das ist ein Anstieg um 81 Milliarden US-Dollar gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerstudie von Dezember 2016. (Berlin, 7. 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