{"id":571,"date":"2022-07-18T14:54:02","date_gmt":"2022-07-18T12:54:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/?page_id=571"},"modified":"2022-07-18T14:54:03","modified_gmt":"2022-07-18T12:54:03","slug":"abschluss-der-ippnw-ican-aktionswoche-gegen-atomwaffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/abschluss-der-ippnw-ican-aktionswoche-gegen-atomwaffen\/","title":{"rendered":"Abschluss der IPPNW\/ICAN-Aktionswoche gegen Atomwaffen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Anfang Juli 2022 haben rund 100 Aktivist*innen von IPPNW und ICAN am US-Atomwaffenstandort im rheinland-pf\u00e4lzischen B\u00fcchel gegen die geplante nukleare Aufr\u00fcstung und f\u00fcr den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland demonstriert. Die bisher in B\u00fcchel stationierten Atomwaffen sollen bis 2026 durch neue, modernere B61-12 Atombomben ersetzt werden, die lenkbar sind und eine regulierbare Sprengkraft besitzen. Um sie im Rahmen der nuklearen Teilhabe Deutschlands einsetzen zu k\u00f6nnen, werden neue F35-Kampfjets mithilfe des 100-Milliarden-Pakets f\u00fcr die Bundeswehr angeschafft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2022\/07\/220718-ippnw-Helmut-Lohrer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-569\" title=\"Foto: ippnw, Helmut Lohrer\"><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 11. Juli 2022)<\/strong> In der vergangenen Woche haben rund 100 Aktivist*innen von IPPNW und ICAN am US-Atomwaffenstandort im rheinland-pf\u00e4lzischen B\u00fcchel gegen die geplante nukleare Aufr\u00fcstung und f\u00fcr den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland demonstriert. Vom 05. bis zum 10. Juli hatten dazu vor den Toren des Fliegerhorsts und auf einem Campingplatz in Pommern kreative Protestaktionen mit Vortr\u00e4gen, Workshops, einer Moselrundfahrt, Musik und einer Theatervorf\u00fchrung stattgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Aktivist*innen hat die nukleare Teilhabe Deutschlands nichts mit Sicherheit zu tun \u2013 im Gegenteil: Sie sehen B\u00fcchel als erstes Angriffsziel im Falle eines Krieges. Am Freitag blockierten deshalb etwa 20 Personen in einer Aktion zivilen Ungehorsams eines der drei Tore zum Milit\u00e4rgel\u00e4nde. Die Aktion verlief friedlich mit viel Musik und wurde von den Aktivist*innen eigenst\u00e4ndig nach ca. drei Stunden beendet. Zeitgleich fand eine Lesung vor dem Haupttor des Atomwaffenst\u00fctzpunktes statt. Begleitet von Musik und Gedichten wurden Berichte der \u00dcberlebenden von Hiroshima vorgetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Tag zuvor hatten die Aktivist*innen am Fliegerhorst den Geburtstag des Atomwaffenverbotsvertrags gefeiert, dieser wurde am 7. Juli 2017 von der UN-Vollversammlung beschlossen. Bei Kaffee und Kuchen wurde in einem Theaterst\u00fcck die Geschichte des Atomwaffenverbotsvertrages illustriert, ein Konzert des politischen Liedermachers Gerd Schinkel bildete den Abschluss des Geburtstagsfests.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Protest richtete sich in diesem Jahr vor allem gegen die geplante nukleare Aufr\u00fcstung im Rahmen des 100-Milliarden-Aufr\u00fcstungspaketes. Die bisher in B\u00fcchel stationierten Atomwaffen sollen bis 2026 durch neue, modernere B61-12 Atombomben ersetzt werden (B61-12 Life Extension Program (LEP) fact sheet | Department of Energy). Diese sind lenkbar und besitzen eine regulierbare Sprengkraft. Um sie einsetzen zu k\u00f6nnen, werden neue F35-Kampfjets mithilfe des 100-Milliarden-Pakets angeschafft. Die verbesserte Pr\u00e4zision und variable Sprengkraft senken die Hemmschwelle f\u00fcr einen Einsatz der Bomben, da die Vermeidung von zivilen Opfern suggeriert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie russische Drohung mit einem Atomwaffeneinsatz ist be\u00e4ngstigend und emp\u00f6rend. Dennoch ist die geplante nukleare Aufr\u00fcstung in B\u00fcchel keine hilfreiche Antwort darauf. Nukleare Abschreckung hat zur Voraussetzung, dass die eigene Seite bereit ist, Atomwaffen einzusetzen und die Gegenseite besonnen geostrategische Interessen und Nationalismus gegen Gesundheit und Leben der eigenen Bev\u00f6lkerung abw\u00e4gt. Da beides fragw\u00fcrdig ist, d\u00fcrfen wir f\u00fcr unsere Sicherheit und eine friedlichere Welt nicht auf Atomwaffen setzen\u201c, so Lisann Drews, Mitglied der IPPNW.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Brisanz des Themas sorgte w\u00e4hrend der gesamten Woche f\u00fcr gro\u00dfes mediales Interesse. Zeitweise waren drei Filmteams gleichzeitig vor Ort, um dem Protest zu folgen. Das Fazit von IPPNW und ICAN zur Aktionswoche ist rundum positiv: \u201eZwei Wochen nach der ersten Staatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag war das Protestcamp ein starkes Zeichen gegen die nukleare Teilhabe und f\u00fcr ein Ende der nuklearen Abschreckungsdoktrin der Atomwaffenstaaten. Je mehr Menschen sich gegen diese Massenvernichtungswaffen engagieren, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch die Chance auf eine neue Sicherheitspolitik ohne nukleare Teilhabe Deutschlands\u201c, schlie\u00dft Daniel Becker, Vorstandsmitglied der IPPNW.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Juli 2022 haben rund 100 Aktivist*innen von IPPNW und ICAN am US-Atomwaffenstandort im rheinland-pf\u00e4lzischen B\u00fcchel gegen die geplante nukleare Aufr\u00fcstung und f\u00fcr den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland demonstriert. Die bisher in B\u00fcchel stationierten Atomwaffen sollen bis 2026 durch neue, modernere B61-12 Atombomben ersetzt werden, die lenkbar sind und eine regulierbare Sprengkraft besitzen. 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