{"id":735,"date":"2024-04-03T17:49:40","date_gmt":"2024-04-03T15:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/?page_id=735"},"modified":"2024-04-04T14:56:10","modified_gmt":"2024-04-04T12:56:10","slug":"zur-verschaerfung-der-debatte-um-sicherheit-fuer-europa-mittels-atombewaffnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/zur-verschaerfung-der-debatte-um-sicherheit-fuer-europa-mittels-atombewaffnung\/","title":{"rendered":"Zur Versch\u00e4rfung der Debatte um Sicherheit f\u00fcr Europa mittels Atombewaffnung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die Wahrnehmung von Verantwortung der Wissenschaft im Kontext von Atomwaffen erlebte 1957 im Zuge der Frage einer zuk\u00fcnftigen Beteiligung der Bundeswehr an Atomwaffen einen ersten und historischen H\u00f6hepunkt. In einer seitdem deutlich ver\u00e4nderten Welt sehen sich Mitglieder der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW aufgerufen, sich in aktueller Sorge zum Thema Atomwaffen und globaler Verantwortung zu \u00e4u\u00dfern, und nicht zu &#8222;allen politischen Fragen zu schweigen&#8220;. Insbesondere m\u00fcssten die Konsequenzen f\u00fcr eine neue nukleare Aufr\u00fcstungswelle genau und sachlich verstanden werden; inmitten einer Zeit, in der die Eind\u00e4mmung der Klimaerw\u00e4rmung und die Sicherung der Energieversorgung im Hinblick auf Wohlergehen und gesellschaftlichen Frieden weit \u00fcber die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus die allergr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit verdienen sollten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2024\/04\/240403-NU-vdw.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-734\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 3. April 2024)<\/strong> Die \u00f6ffentliche Debatte zu neuen Atomwaffen in Europa zur St\u00e4rkung von Sicherheit und Frieden in Europa nimmt gegenw\u00e4rtig ein in ihrer Kontroversit\u00e4t und Polarisierung beunruhigendes Ausma\u00df an. Mitglieder der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW haben deshalb eine Erkl\u00e4rung zu dieser Kontroverse, basierend auf den Erfahrungen der G\u00f6ttinger Erkl\u00e4rung von 1957, angeregt. Die Wahrnehmung von Verantwortung der Wissenschaft im Kontext von Atomwaffen, einem Resultat physikalischer Grundlagenforschung, erlebte 1957 im Zuge der Frage einer zuk\u00fcnftigen Beteiligung der Bundeswehr an Atomwaffen einen ersten und historischen H\u00f6hepunkt. Die damalige \u201eG\u00f6ttinger Erkl\u00e4rung\u201c von 18 Naturwissenschaftlern, unter ihnen drei Nobelpreistr\u00e4ger, fand unter anderen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen statt. In einer seitdem deutlich ver\u00e4nderten Welt sehen sich die Unterzeichner jedoch zu einer Erkl\u00e4rung aufgerufen, sich in aktueller Sorge zum Thema Atomwaffen und globaler Verantwortung zu \u00e4u\u00dfern, und nicht zu \u201eallen politischen Fragen zu schweigen\u201c. Insbesondere m\u00fcssen die Konsequenzen f\u00fcr eine neue nukleare Aufr\u00fcstungswelle genau und sachlich verstanden werden. Dies geschieht inmitten einer Zeit, in der die Eind\u00e4mmung der Klimaerw\u00e4rmung und die Sicherung der Energieversorgung im Hinblick auf Wohlergehen und gesellschaftlichen Frieden weit \u00fcber die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus die allergr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit verdienen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterzeichnenden sind Menschen, die sich auf Grund ihrer T\u00e4tigkeit in den Bereichen Wissenschaft und Forschung zutiefst besorgt an den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung sowie an die breitere \u00d6ffentlichkeit wenden.<\/p>\n\n\n\n<p>So appellieren die Unterzeichnenden an die politischen Entscheidungstr\u00e4ger und betonen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einen \u201ebegrenzten Atomkrieg\u201c gibt es nicht, auch nicht mit \u201etaktischen\u201c Atomwaffen, deren Wirkungen im Einsatzfall inzwischen oft verharmlosend dargestellt werden. Daher darf der Einsatz einer solchen Massenvernichtungswaffe auch nicht Teil des strategischen Denkens und Handelns Deutschlands werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Nuklearwaffenstaaten m\u00fcssen sich verpflichten, die aktuellen Nukleararsenale nicht zu erh\u00f6hen, \u00fcberpr\u00fcfbare Bestandsaufnahmen ihrer Atomarsenale zuzulassen und weiter Abr\u00fcstungsgespr\u00e4che zu f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>R\u00fcstungskontrollgespr\u00e4che auch im Hinblick auf den Erhalt des Nichtverbreitungsvertrages sowie R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4ge m\u00fcssen wieder aufgegriffen werden. Deutschland sollte sich im Interesse des Weltfriedens auch f\u00fcr den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 einsetzen! Ein praktikabler Weg zu wirksamer nuklearer R\u00fcstungskontrolle unter Einbeziehung von Abr\u00fcstung und konventioneller R\u00fcstungskontrolle ist jetzt unverzichtbar und darf nicht als blo\u00dfe Zukunftshoffnung ausgelagert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Globale wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Wiederherstellung einer internationalen Vertrauensbasis sind unerl\u00e4sslich im Hinblick auf die Sicherung von Frieden und Wohlergehen der Menschheit und d\u00fcrfen nicht einem neuen Wettr\u00fcsten geopfert werden. Praktizierte Klimama\u00dfnahmen und eine damit vertr\u00e4gliche Energiesicherheit sind<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Voraussetzungen f\u00fcr ein Mindestma\u00df an sozialer Gerechtigkeit in allen Teilen der Welt und den Erhalt des gesellschaftlichen Friedens. Sie d\u00fcrfen nicht einem neuen, weltweiten Wettr\u00fcsten geopfert werden. Wir laufen Gefahr, durch den Verlust dieser Sicherheiten in eine noch gef\u00e4hrlichere Weltlage zu steuern, f\u00fcr die es keine milit\u00e4rische L\u00f6sung mehr gibt. Die ganze Erkl\u00e4rung von 2024 lautet im Wortlaut wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Verantwortung der Wissenschaft: Atomwaffen, Klimawandel und Energiesicherheit, 26. M\u00e4rz 2024<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aus Anlass der erneuten Debatte \u00fcber eine deutsche oder europ\u00e4ische Atombewaffnung wenden wir uns als Kreis von Menschen aus Wissenschaft und Hochschule in tiefer Sorge an den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Jahr 1957 l\u00f6ste die Atomwaffendebatte \u2013 wenn auch unter anderen politischen Umst\u00e4nden \u2013 eine Krise in der damals noch jungen Bundesrepublik aus, gefolgt von Massenprotesten. Ausl\u00f6ser war die \u00f6ffentliche \u00c4u\u00dferung des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer am 5. April 1957, in der er erkl\u00e4rte: \u201eDie taktischen atomaren Waffen sind im Grunde genommen nichts Anderes als eine Weiterentwicklung der Artillerie und es ist ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik wir nicht darauf verzichten k\u00f6nnen, dass unsere Truppen auch die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen\u2026\u201c. Die atomare Bewaffnung der Bundeswehr bzw. der direkte Zugang zu NATO-Atomwaffen wurde ernsthaft in Betracht gezogen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenige Tage nach Adenauers \u00c4u\u00dferungen, am 12. April 1957, ver\u00f6ffentlichten 18 hochangesehene Wissenschaftler die \u201eG\u00f6ttinger Erkl\u00e4rung\u201c, in der sie sich entschieden gegen die Verharmlosung der \u201ezerst\u00f6renden Wirkung\u201c von \u201etaktischen Atomwaffen\u201c wandten. Die 18 Unterzeichner, darunter die Nobelpreistr\u00e4ger Max Born, Otto Hahn und Werner Heisenberg, stellten fest: \u201eWir kennen keine technische M\u00f6glichkeit, gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung vor dieser Gefahr zu sch\u00fctzen\u201c. Sie forderten einen g\u00e4nzlichen Verzicht auf den Besitz und den Einsatz von Atomwaffen. Dieser Verzicht ist durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 als Grundlage der deutschen Einigung festgeschrieben worden. Er geh\u00f6rt zum politischen Selbstverst\u00e4ndnis der Bundesrepublik Deutschland. Das scheint angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine aus dem \u00f6ffentlichen Bewusstsein zu verschwinden oder verdr\u00e4ngt zu werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch wenn wir uns bewusst sind, dass sich die heutige politische Ausgangslage ver\u00e4ndert hat und nicht mit der damaligen Situation gleichzusetzen ist, sehen wir, die Unterzeichnenden des Briefes, uns dazu aufgerufen, uns zu einer Weiterentwicklung und Verbreitung von Atomwaffen zu \u00e4u\u00dfern. Die \u201eG\u00f6ttinger Erkl\u00e4rung\u201c ist f\u00fcr uns kein aus der Zeit gefallenes Bekenntnis zur Verantwortung der Wissenschaft. Es fordert von uns eine Stellungnahme zu den aktuellen Debatten \u00fcber die Abkehr vom Prinzip der Nichtweiterverbreitung als Antwort auf die \u00f6fter festgestellte Missachtung des in der UN-Charta verankerten Gewaltverbots durch verschiedene Staaten. In einer Zeit, in der das Leben und die Wohlfahrt der Menschheit bedroht sind, ist die Wissenschaft mehr denn je gefordert, zu ihrer Verantwortung f\u00fcr die Folgen ihrer eigenen Arbeit zu stehen. Wir schlie\u00dfen uns dem damaligen Wort der \u201eG\u00f6ttinger Erkl\u00e4rung\u201c an: \u201eDeshalb k\u00f6nnen wir nicht zu allen politischen Fragen schweigen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir appellieren an Sie als politische Entscheidungstr\u00e4ger:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Vermeiden Sie eine verharmlosende Unterscheidung von \u201etaktischen\u201c oder \u201estrategischen\u201c Atomwaffen. Sie ist heute noch gef\u00e4hrlicher als in den 1950er Jahren. Eine einzige taktische Atombombe kann in ihrer lokalen Zerst\u00f6rungskraft, \u00fcber die einer Hiroshima-Bombe hinausgehen. Strategische Atombomben mit bis zu tausendfach st\u00e4rkerer Wirkung sind heutzutage f\u00fcr den interkontinentalen Einsatz vorbereitet. Ihr Einsatz h\u00e4tte f\u00fcr ganze Staaten und Regionen, wenn nicht sogar f\u00fcr die ganze Welt, verheerende Konsequenzen (nuklearer Winter). Die Vorstellung \u201ebegrenzter Atomkriege\u201c ist irreal und h\u00f6chst gef\u00e4hrlich. Noch Anfang Januar 2022 haben gerade die f\u00fcnf Nuklearwaffenstaaten ein weiteres Mal erkl\u00e4rt, dass \u201eein Atomkrieg niemals gewonnen werden kann und niemals gef\u00fchrt werden darf\u201c. Wissenschaftliche Studien zeigen eindrucksvoll, dass auch ein regionaler Atomkrieg Millionen Tote fordern, planetare Klimafolgen haben und globale Erntesch\u00e4den sowie Hungerkatastrophen verursachen w\u00fcrde.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Deshalb muss das nukleare Wettr\u00fcsten ein Ende finden, statt durch die Entwicklung von vermeintlichen F\u00fchrbarkeitsoptionen weiter ausgebaut zu werden. Neue nukleare Sprengk\u00f6pfe auf europ\u00e4ischem Boden verbessern die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung nicht. Im Gegenteil, die M\u00f6glichkeit, dass Atomwaffen zur Kriegsf\u00fchrung eingesetzt werden oder im Falle eines Unfalls oder einer Fehlkalkulation zum Einsatz kommen, steigt angesichts neuer Tr\u00e4gersysteme, neuer disruptiver Technologien (Stichworte: Cyberangriffe und K\u00fcnstliche Intelligenz, konventionelle Pr\u00e4zisionswaffen) und der permanenten Vernachl\u00e4ssigung von R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4gen. Bundesregierung und Parlament m\u00fcssen sich verst\u00e4rkt f\u00fcr die Wiederbelebung der gek\u00fcndigten R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4ge und eine Fortsetzung des New-START-Prozesses einsetzen.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Der Nichtverbreitungsvertrag (NVV) von 1970 darf nicht weiter aufgeweicht werden. Das gilt auch f\u00fcr die bestehende Beschr\u00e4nkung auf \u201enukleare Teilhabe\u201c im Rahmen des Nichtverbreitungsvertrags. Andernfalls w\u00fcrde das bedeuten, dass ein bisher geltender Grundkonsens aufgek\u00fcndigt w\u00fcrde. Wir erinnern daran, dass sich im Artikel VI des NVV die Atomm\u00e4chte bereits verpflichtet haben, wirksame Schritte f\u00fcr die volle Umsetzung des Vertrages zu unternehmen und Abr\u00fcstungsgespr\u00e4che zu f\u00fchren. Solche Schritte sind, nach einigen Abr\u00fcstungsfortschritten zu Beginn der 1990er Jahre, bisher insbesondere durch den fehlenden Dialog zwischen den USA und Russland blockiert. Beide Atomm\u00e4chte zusammen verf\u00fcgen \u00fcber 90 Prozent aller Atomwaffen und \u00fcber verschiedenste regionale und globale Einsatzoptionen. Eine deutsche Atombombe w\u00fcrde das Ende des NVV bedeuten und eine nukleare europ\u00e4ische Abschreckung w\u00fcrde andere Staaten ermuntern, sich selbst Atomwaffen zuzulegen. Der von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2017 angenommene generelle Atomwaffenverbotsvertrag, der bisher von fast 100 Staaten unterzeichnet und von \u00fcber 60 Staaten ratifiziert wurde, jedoch ohne die Teilnahme der Atomwaffenm\u00e4chte, verdient alleine wegen seiner humanit\u00e4ren Dimension st\u00e4rkere Beachtung. Deutschland sollte sich im Interesse des Weltfriedens verst\u00e4rkt f\u00fcr die Umsetzung dieser Vertr\u00e4ge einsetzen! Programme zur Verifikation des Abzugs und zur Zerst\u00f6rung von Atomwaffen in Europa k\u00f6nnten forciert werden.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Die aktuelle Debatte \u00fcber eine neue europ\u00e4ische Abschreckung ist ausgel\u00f6st worden durch die Nuklearrhetorik der russischen Regierung und die Zweifel an den Nukleargarantien des US-Pr\u00e4sidentschaftskandidaten Trump. Im Laufe der Geschichte des Kalten Krieges wurde immer wieder das Argument vorgebracht, Nuklearwaffen w\u00fcrden die R\u00fcckkehr gro\u00dfer internationaler Kriege verhindern. Dieser Glaube ist heute noch gef\u00e4hrlicher als er es fr\u00fcher schon war. Die europ\u00e4ischen Staaten m\u00fcssen sich heute zusammenfinden, um die historischen Ans\u00e4tze zur R\u00fcstungskontrolle aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Dabei geht es um R\u00fcstungskontrolle, zu der auch die Erhaltung des Umfassenden Teststoppvertrages geh\u00f6rt, als Ansatz f\u00fcr eine Vertrauensbildung, die schlie\u00dflich, wie am Ende des Kalten Krieges, Abr\u00fcstungsma\u00dfnahmen erm\u00f6glichen kann. Alle Nuklearwaffenstaaten m\u00fcssen sich verpflichten, die aktuellen Obergrenzen ihrer Atomwaffen nicht zu erh\u00f6hen und \u00fcberpr\u00fcfbare Bestandsaufnahmen ihrer Atomwaffenarsenale beginnen.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Sicherheit ist nicht allein eine milit\u00e4rische Frage. Die Sicherstellung der globalen Klimaziele und damit der Erhalt des biologischen und zivilisatorischen Lebensraums f\u00fcr alle Menschen erfordert gewaltige Investitionen in die Zukunft. Globale wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Wiederherstellung einer internationalen Vertrauensbasis sind dabei unerl\u00e4sslich. Dies gilt f\u00fcr das gesamte Spektrum wissenschaftlicher Herausforderungen. Es reicht von Impfstoffen und der Erzeugung von Nahrungsmitteln \u00fcber den Erhalt von Umwelt und Natur bis hin zu nachhaltigen Energiel\u00f6sungen oder praktikabler R\u00fcstungskontrolle und Abr\u00fcstung. Forschungen f\u00fcr die Effizienzsteigerung von erneuerbaren Energien oder zu anderen nachhaltig verf\u00fcgbaren und risikoarmen Energietr\u00e4gern sind unverzichtbar. Sie sind \u201eTreibstoff\u201c f\u00fcr die \u00dcberwindung der Armut und den langfristigen Erhalt des Wohlstands. Klimasicherheit und damit vertr\u00e4gliche Energiesicherheit d\u00fcrfen nicht einem neuen Wettr\u00fcsten geopfert werden.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><em>Die derzeit beklagten Vers\u00e4umnisse der Vergangenheit in Fragen der europ\u00e4ischen Sicherheit m\u00f6gen ihren Anteil an der gegenw\u00e4rtigen Lage haben. Wir sollten jedoch nicht das Risiko eingehen, durch neue Vers\u00e4umnisse bei einer rechtzeitigen Klima- und Energiesicherheit in noch gr\u00f6\u00dfere Bedr\u00e4ngnis zu geraten! Vielmehr sollten wir gemeinsam Wege aus der Gefahr beschreiten!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Erstunterzeichner der <a href=\"https:\/\/vdw-ev.de\/erklaerung-atomwaffen-klimawandel-energiesicherheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erkl\u00e4rung<\/a> sind:<\/strong> Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Hamburg; Prof. Dr. Bernhelm Boo\u00df-Bavnbek, Roskilde; Prof. Karl-Hans Bl\u00e4sius, Trier; Prof. Dr. Peter Brandt, Berlin; Prof. Dr. Lothar Brock, Frankfurt a.M.; Prof. Dr. Michael Brzoska, Hamburg; Dr. Rolf Czeskleba-Dupont; Dr. Hans-Georg Ehrhart, Bonn; Dr. Miriam Engel, Darmstadt; Dr. Ute Finckh-Kr\u00e4mer, Berlin; Prof. Dr. Jochen Fuchs; Prof. Hartmut Gra\u00dfl, Hamburg; Prof. Dr. Caroline Gutjahr, Potsdam; Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal; Prof. Dr. Ingo Hofmann, Potsdam; Dr. Hans-Jochen Luhmann, Wuppertal; Dr. Hans Misselwitz, Berlin; Werner Mittelstaedt, Haltern am See; Prof. Dr. Julian Nida-R\u00fcmelin, M\u00fcnchen; Prof. Dr. G\u00f6tz Neuneck, Wuppertal; Dr. Wolfgang Nick, N\u00fcrnberg; Prof. Dr. Hermann Nicolai, Potsdam; Prof. Dr. Konrad Raiser, Berlin; Prof. Dr. Godrat Rafat, Duisburg; Prof. Dr. Alexandra Retkowski, Cottbus; Dr. Joachim H. Spangenberg, K\u00f6ln; Prof. Dr. Michael Staack, Hamburg; Prof. Dr. J\u00fcrgen Scheffran, Hamburg; Prof. Dr. Dieter Segert, Wien; Dipl. Geol. Tim Steinberg, Freiberg; Prof. Dr. Hubert Weiger, N\u00fcrnberg; Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizs\u00e4cker, Teningen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/vdw-ev.de\/ueber-uns\/gremien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2020\/12\/gremien_neuneck-K.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-423\" title=\"Foto: vdw\"><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. G\u00f6tz Neuneck ist Vorsitzender der <a href=\"https:\/\/vdw-ev.de\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/vdw-ev.de\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/vdw-ev.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2020\/12\/VDW-Logo-Q.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-424\" style=\"width:308px;height:auto\" title=\"\"><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wahrnehmung von Verantwortung der Wissenschaft im Kontext von Atomwaffen erlebte 1957 im Zuge der Frage einer zuk\u00fcnftigen Beteiligung der Bundeswehr an Atomwaffen einen ersten und historischen H\u00f6hepunkt. In einer seitdem deutlich ver\u00e4nderten Welt sehen sich Mitglieder der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW aufgerufen, sich in aktueller Sorge zum Thema Atomwaffen und globaler Verantwortung zu \u00e4u\u00dfern, und nicht zu &#8222;allen politischen Fragen zu schweigen&#8220;. Insbesondere m\u00fcssten die Konsequenzen f\u00fcr eine neue nukleare Aufr\u00fcstungswelle genau und sachlich verstanden werden; inmitten einer Zeit, in der die Eind\u00e4mmung der Klimaerw\u00e4rmung und die Sicherung der Energieversorgung im Hinblick auf Wohlergehen und gesellschaftlichen Frieden weit \u00fcber die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus die allergr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit verdienen sollten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-735","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=735"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":740,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/735\/revisions\/740"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}