{"id":771,"date":"2026-01-28T15:03:41","date_gmt":"2026-01-28T14:03:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/?page_id=771"},"modified":"2026-01-28T15:03:41","modified_gmt":"2026-01-28T14:03:41","slug":"kanada-gehoert-in-die-eu","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/kanada-gehoert-in-die-eu\/","title":{"rendered":"Kanada geh\u00f6rt in die EU"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"686\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/frieden\/wp-content\/uploads\/sites\/16\/2026\/01\/Arktisch-Nordatlantischer-Raum-1024x686.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-769\" title=\"Karte: Wikipedia\"><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Ein Essay von Rudolf Tillig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Arktis wird zum neuen geopolitischen Schauplatz des 21. Jahrhunderts. W\u00e4hrend die USA und China ihre Pr\u00e4senz in der Region ausbauen, droht die Europ\u00e4ische Union ins Hintertreffen zu geraten. Dabei liegt direkt vor ihrer Haust\u00fcr ein strategischer Schl\u00fcssel: Gr\u00f6nland, die gr\u00f6\u00dfte Insel der Welt und autonomer Teil D\u00e4nemarks. Als direkter Nachbar Kanadas bietet Gr\u00f6nland der EU eine einzigartige Chance, ihre Position im Hohen Norden zu st\u00e4rken \u2013 und gleichzeitig die Beziehungen zu einem ihrer wichtigsten Partner jenseits des Atlantiks zu vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6nland ist mehr als nur Eis und Schnee. Die Insel verf\u00fcgt \u00fcber riesige Vorkommen an Seltenen Erden, die f\u00fcr die europ\u00e4ische Industrie unverzichtbar sind, und liegt an den neuen Schifffahrtsrouten, die durch den Klimawandel immer wichtiger werden. Gleichzeitig ist Gr\u00f6nland Teil der EU, wenn auch mit Sonderregelungen, und damit ein nat\u00fcrlicher Br\u00fcckenkopf f\u00fcr eine engere Kooperation mit Kanada. Beide Seiten h\u00e4tten viel zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die EU w\u00e4re eine st\u00e4rkere Pr\u00e4senz in der Arktis ein geopolitischer Gewinn. Sie k\u00f6nnte ihre Abh\u00e4ngigkeit von China bei kritischen Rohstoffen verringern und gleichzeitig ihre Klimaziele vorantreiben, indem sie mit Kanada an nachhaltigen Energieprojekten arbeitet. Kanada wiederum w\u00fcrde von einem besseren Zugang zum europ\u00e4ischen Markt profitieren, ohne die komplexen H\u00fcrden eines EU-Beitritts \u00fcberwinden zu m\u00fcssen. Die Zusammenarbeit k\u00f6nnte sich auf drei zentrale Bereiche konzentrieren: Rohstoffe, Infrastruktur und Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Rohstoffe k\u00f6nnte die EU gemeinsam mit Kanada und Gr\u00f6nland eine Lieferkette f\u00fcr Seltene Erden aufbauen, die den hohen Umwelt- und Sozialstandards Europas entspricht. Gr\u00f6nland besitzt einige der gr\u00f6\u00dften Vorkommen der Welt, und Kanada ist bereits heute ein wichtiger Produzent. Ein gemeinsames Projekt w\u00fcrde nicht nur die Versorgungssicherheit Europas erh\u00f6hen, sondern auch zeigen, dass nachhaltige Rohstoffgewinnung m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Infrastruktur geht es vor allem um die Anbindung Gr\u00f6nlands an den Rest der Welt. Der Ausbau von H\u00e4fen, Flugpl\u00e4tzen und digitalen Netzen w\u00fcrde nicht nur die Wirtschaft der Insel st\u00e4rken, sondern auch die logistischen Verbindungen zwischen Europa und Nordamerika verbessern. Die EU k\u00f6nnte hier ihre Erfahrung in der Finanzierung gro\u00dfer Infrastrukturvorhaben einbringen, w\u00e4hrend Kanada sein technologisches Know-how beisteuert.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sicherheitspolitik schlie\u00dflich k\u00f6nnte eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU, Kanada und D\u00e4nemark die Stabilit\u00e4t in der Arktis erh\u00f6hen. Die Region wird zunehmend zum Spielball globaler M\u00e4chte, und nur durch gemeinsame Anstrengungen l\u00e4sst sich verhindern, dass Konflikte eskalieren. Such- und Rettungseins\u00e4tze, die \u00dcberwachung der Schifffahrtsrouten und der Schutz der empfindlichen \u00d6kosysteme sind Aufgaben, die kein Land allein bew\u00e4ltigen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Skeptiker. Einige EU-Mitgliedstaaten k\u00f6nnten bef\u00fcrchten, dass eine st\u00e4rkere Fokussierung auf die Arktis Ressourcen von anderen Priorit\u00e4ten abzieht. Und in Br\u00fcssel gibt es immer Stimmen, die vor zu viel \u201egeopolitischem Aktivismus\u201c warnen. Doch die Vorteile \u00fcberwiegen bei Weitem. Die Arktis ist nicht nur eine Region von wachsender strategischer Bedeutung, sondern auch ein Testfall f\u00fcr die F\u00e4higkeit der EU, als globaler Akteur aufzutreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erster Schritt k\u00f6nnte die Einrichtung eines regelm\u00e4\u00dfigen Dialogs zwischen der EU, Kanada und Gr\u00f6nland sein, der sich mit den gemeinsamen Herausforderungen in der Arktis befasst. Ein solches Forum w\u00fcrde nicht nur die Zusammenarbeit vertiefen, sondern auch Signalwirkung haben: Die EU ist bereit, Verantwortung in einer Region zu \u00fcbernehmen, die f\u00fcr die Zukunft Europas entscheidend sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich geht es um mehr als nur um Wirtschaft oder Sicherheit. Es geht darum, wer die Regeln in der Arktis mitgestaltet. Wenn die EU jetzt handelt, kann sie sicherstellen, dass diese Regeln auf ihren Werten basieren \u2013 Nachhaltigkeit, Kooperation und Rechtsstaatlichkeit. Gr\u00f6nland und Kanada sind die nat\u00fcrlichen Partner f\u00fcr dieses Unterfangen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es w\u00e4re ein Fehler, diese Chance ungenutzt zu lassen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Essay von Rudolf Tillig. Die Arktis wird zum neuen geopolitischen Schauplatz des 21. Jahrhunderts. W\u00e4hrend die USA und China ihre Pr\u00e4senz in der Region ausbauen, droht die Europ\u00e4ische Union ins Hintertreffen zu geraten. 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