{"id":1042,"date":"2025-03-05T17:58:30","date_gmt":"2025-03-05T16:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=1042"},"modified":"2025-03-05T17:58:31","modified_gmt":"2025-03-05T16:58:31","slug":"deutsche-umwelthilfe-aktionsplan-automobilwirtschaft-der-eu-kommission-wird-dazu-fuehren-dass-weniger-e-autos-auf-den-markt-kommen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/deutsche-umwelthilfe-aktionsplan-automobilwirtschaft-der-eu-kommission-wird-dazu-fuehren-dass-weniger-e-autos-auf-den-markt-kommen\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe: Aktionsplan Automobilwirtschaft der EU-Kommission wird dazu f\u00fchren, dass weniger E-Autos auf den Markt kommen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der &#8222;Aktionsplan f\u00fcr Europas Automobil-Industrie&#8220; ist das Ergebnis des seit dem 30. Januar 2025 von der Europ\u00e4ischen Kommission ausgerichteten strategischen Dialogs zur Zukunft der Automobilindustrie. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Aufweichung der CO2-Flottengrenzwerte im Aktionsplan war die Behauptung der Herstellerverb\u00e4nde, dass der Branche durch eine Verfehlung der bisher geltenden Vorgaben Strafzahlungen in Milliardenh\u00f6he drohten. Die Berechnungen basieren allerdings auf der Annahme, dass die Verkaufszahlen von Elektroautos im Vergleich zu 2024 unver\u00e4ndert bleiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/03\/250305-NU-DUH.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1040\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 5. M\u00e4rz 2025)<\/strong> Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert den <a href=\"https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/news\/eu-kommission-legt-aktionsplan-fur-europas-automobil-industrie-vor-2025-03-05_de?prefLang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">von der EU-Kommission vorgelegten Aktionsplan f\u00fcr den europ\u00e4ischen Automobilsektor<\/a> scharf. Insbesondere die angestrebte Abschw\u00e4chung der CO2-Grenzwerte f\u00fcr Autohersteller ist fatal: Die Einhaltung der ab 2025 geltenden CO2-Flottengrenzwerte f\u00fcr Neuwagen \u00fcber drei Jahre zu strecken, schadet dem Klima und setzt die falschen Anreize. So k\u00f6nnten Hersteller die Reduzierung der CO2-Emissionen ihrer Neuwagenflotten verz\u00f6gern, da der Druck zum Verkauf emissionsarmer oder -freier Fahrzeuge sinkt. Erste Berechnungen zeigen, dass die geplante Aufweichung zu Mehremissionen in H\u00f6he von bis zu 50 Millionen Tonnen CO2 f\u00fchrt. Das entspricht mehr als den gesamten j\u00e4hrlichen Emissionen von L\u00e4ndern wie Schweden oder Portugal. Auch in den Bereichen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft bleibt das Papier hinter den Erfordernissen zur Transformation der Automobilindustrie zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der geplanten Aufweichung fordert die Deutsche Umwelthilfe die EU-Kommission auf, das geltende CO2-Reduktionsziel f\u00fcr 2025 beizubehalten. Zudem m\u00fcssen die Mitgliedstaaten wie Deutschland dazu bewegt werden, ihre Steuerpolitik auf den schnellen Umstieg auf sparsame E-Autos auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcrgen Resch, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Umwelthilfe: \u201eDer sogenannte Aktionsplan ist ein fehlgeleitetes Geschenk an die Autoindustrie und wird dazu f\u00fchren, dass weniger E-Autos auf den Markt kommen und deutlich mehr CO2 ausgesto\u00dfen wird. Wir fordern die EU-Kommission auf, das geltende CO2-Reduktionsziel f\u00fcr 2025 beizubehalten. Statt einem Freifahrtschein f\u00fcr klimasch\u00e4dliche Verbrenner, brauchen wir Instrumente, die den Kauf von Klimakiller-Pkw unattraktiv machen. Besonders problematisch: Durch die Verz\u00f6gerung beim Umstieg auf E-Autos wird die nun auf das zweite Halbjahr 2025 vorgezogene Revision der Verordnung auf Grundlage verzerrter Marktdaten stattfinden. Dies \u00f6ffnet der Verbrennerlobby T\u00fcr und Tor f\u00fcr einen Generalangriff auf das f\u00fcr 2035 festgelegte Verbrenner-Aus. Doch wir werden nicht tatenlos zusehen. Der Bundesgerichtshof wird sich bald mit unseren Klimaklagen gegen BMW und Mercedes-Benz befassen. Auch wenn die Politik versagt, haben die Menschen einen Anspruch darauf, dass die Autokonzerne sich ihrer Verantwortung f\u00fcr den Klimaschutz stellen. Dies werden wir h\u00f6chstrichterlich durchsetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutsche Umwelthilfe hatte bereits 2021 Klagen gegen die deutschen Automobilhersteller BMW und Mercedes-Benz eingereicht. Sie verlangt eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen der Fahrzeuge und ein Verbrenner-Aus f\u00fcr Neuwagen 2030. Mit beiden Klagen ist der Umweltschutzverband 2023 vor den Bundesgerichtshof gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eAktionsplan f\u00fcr Europas Automobil-Industrie\u201c ist das Ergebnis des seit dem 30. Januar 2025 von der Europ\u00e4ischen Kommission ausgerichteten strategischen Dialogs zur Zukunft der Automobilindustrie. Die Behauptung der Herstellerverb\u00e4nde, wonach der Branche durch eine Verfehlung der Vorgaben Strafzahlungen in Milliardenh\u00f6he drohen w\u00fcrden, war dabei ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Aufweichung der CO2-Flottengrenzwerte. Dem fehlt jedoch eine faktische Grundlage. Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass Hersteller keinerlei Ma\u00dfnahmen zur Emissionssenkung ergreifen w\u00fcrden und die Verkaufszahlen von Elektroautos im Vergleich zu 2024 unver\u00e4ndert blieben. Dabei zeigen aktuelle Marktzahlen: Im Januar und Februar 2025 lagen die Neuzulassungszahlen f\u00fcr reine Elektroautos in Deutschland bereits 41 Prozent \u00fcber den Zahlen des Vorjahres. Bei der Ver\u00f6ffentlichung des Plans hatte die Kommission angek\u00fcndigt, die f\u00fcr 2026 geplante Revision der Verordnung auf die zweite Jahresh\u00e4lfte 2025 vorzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/ueberuns\/team-der-duh\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"267\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/03\/Juergen-Resch-c-Steffen-Holzmann.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-129\" style=\"aspect-ratio:3\/2;object-fit:contain\" title=\"Foto: Deutsche Umwelthilfe\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcrgen Resch ist Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Umwelthilfe<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"125\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/01\/DUHLogo-1024x125.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-104\" style=\"width:307px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;Aktionsplan f\u00fcr Europas Automobil-Industrie&#8220; ist das Ergebnis des seit dem 30. 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