{"id":1081,"date":"2025-07-10T18:33:30","date_gmt":"2025-07-10T16:33:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=1081"},"modified":"2025-07-10T18:34:35","modified_gmt":"2025-07-10T16:34:35","slug":"aufbruchsstimmung-fuer-eine-nachhaltigere-finanzordnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/aufbruchsstimmung-fuer-eine-nachhaltigere-finanzordnung\/","title":{"rendered":"Aufbruchsstimmung f\u00fcr eine nachhaltigere Finanzordnung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die 4. Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung vom Juli 2025 in Sevilla k\u00f6nnte ambitionierter Startpunkt f\u00fcr notwendige Systemreformen in der globalen Entwicklungsfinanzierung sein. Das Abschlussdokument unterstreicht die Notwendigkeit zus\u00e4tzlicher und vorhersehbarer Mittel insbesondere f\u00fcr Klimaanpassung und den Umgang mit Sch\u00e4den und Verlusten. Neue Zusagen dazu vermieden die an der Konferenz teilnehmenden L\u00e4nder jedoch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/07\/250710-NU-FfD4-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1076\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Sevilla, 4. Juli 2025)<\/strong> Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch bewertet die in der vergangenen Nacht beendete 4. Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) als ambitionierten Startpunkt f\u00fcr notwendige Systemreformen in der globalen Entwicklungsfinanzierung. Die Verabschiedung des \u201eCompromiso de Sevilla\u201c sowie die Einrichtung der \u201eSevilla Platform for Action\u201c zeigen einen multilateralen Konsens trotz schwierigem geopolitischen Umfeld. Die Bew\u00e4hrungsprobe wird nun allerdings sein, ob die z\u00fcgige und konkrete Umsetzung gelingt. \u201eAlle Staaten au\u00dfer den USA haben in Sevilla gemeinsam in turbulenten Zeiten auf globale Kooperation gesetzt. Die Notwendigkeit, auf dr\u00e4ngende Herausforderungen wie \u00dcberschuldung, Steuerungerechtigkeit sowie fehlende Klimafinanzierung zu reagieren, wurde klar benannt. Entscheidend wird nun sein, dass daraus z\u00fcgig echte politische Reformschritte folgen\u201c, sagt Christian Gr\u00f6ber, Referent f\u00fcr internationale Finanzarchitektur bei Germanwatch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Symbolik reicht nicht \u2013 Entschuldung muss konkret werden<\/h2>\n\n\n\n<p>Positiv zu bewerten ist, dass das Abschlussdokument auf Schuldenumwandlungen und klimaresiliente Schuldenerleichterungen verweist. Die eigentlich notwendige und von vielen L\u00e4ndern geforderte Einleitung eines Prozesses der Vereinten Nationen zur Schuldenrestrukturierung blieb jedoch aus. Stattdessen hat man sich nur auf die unverbindliche Erarbeitung von Empfehlungen geeinigt. \u201eDie Herausforderungen nur zu benennen, vertagt die Schuldenfrage nur\u2013 es l\u00f6st sie nicht\u201c, warnt Gr\u00f6ber. \u201eEin multilaterales Rahmenwerk w\u00e4re der entscheidende Schritt, um systemische Schuldenrisiken im Zusammenhang mit Klimarisiken anzugehen. Deutschland muss jetzt im Rahmen der neu geschaffenen Sevilla Aktionsplattform mithelfen, Allianzen aufbauen, um Schuldenerleichterungen voranzutreiben \u2013 insbesondere im Umgang mit privaten Gl\u00e4ubigern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuern: UN-Rahmenabkommen als Meilenstein<\/h2>\n\n\n\n<p>Positiv hebt Germanwatch hingegen die breite Zustimmung zur UN-Steuerkonvention hervor. \u201eDas ist ein echter Durchbruch\u201c, sagt Nouhaila Zaki, Referentin f\u00fcr internationale Besteuerung zur Klimafinanzierung bei Germanwatch. \u201eJahrzehnte an Verhandlungserfahrung in den UN-Umweltkonventionen k\u00f6nnen wertvolle Impulse f\u00fcr die im August beginnenden Verhandlungen zur UN-Steuerkonvention liefern, damit diese z\u00fcgig Erfolge erzielen kann. Steuergerechtigkeit und das Erreichen der globalen Klimaziele sind eng verzahnt. Es ist wichtig, dass diese Aspekte in den Verhandlungen Hand in Hand gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Initiativ bringen bereits einige L\u00e4nder die Steuer- und Klimaschutzagenda zusammen. So planen unter anderem Frankreich, Kenia und Spanien die Einf\u00fchrung von Solidarit\u00e4tsabgaben auf besonders klimasch\u00e4dliche Sektoren wie die Luftfahrt oder fossile Energiegewinnung. Allerdings konnten sich nicht alle L\u00e4nder gemeinsam darauf einigen, die Einf\u00fchrung solcher Abgaben auch im Abschlusstext zu verankern. Zaki: \u201eDeutschland sollte die Impulse der voranschreitenden L\u00e4nder f\u00fcr Solidarit\u00e4tsabgaben bis zur COP30 aktiv aufgreifen und sich f\u00fcr effektive und sozial gerechte Instrumente einsetzen. Sinnvoll sind etwa Abgaben auf Premiumtickets in der Luftfahrt oder auf \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verm\u00f6gen.\u201c Germanwatch begr\u00fc\u00dft zudem, dass Deutschland seine Unterst\u00fctzung zur \u201eAddis Tax Initiative\u201c (ATI) best\u00e4tigt hat \u2013 dabei sollen insbesondere steuerliche Ma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert werden, die dem Klima- und Naturschutz sowie einer sozialgerechten Transformation dienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klimafinanzierung: Gute Absicht trifft auf Finanzierungsl\u00fccke<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Abschlussdokument unterstreicht die Notwendigkeit zus\u00e4tzlicher und vorhersehbarer \u00f6ffentlicher Mittel, insbesondere f\u00fcr Klimaanpassung und den Umgang mit Sch\u00e4den und Verlusten. Neue Zusagen, die diese Notwendigkeit beantwortet h\u00e4tten, vermieden die L\u00e4nder jedoch. \u201eDie Staaten haben die Klimafinanzierungsl\u00fccke anerkannt \u2013 aber wenn den verhei\u00dfungsvollen Worten keine Taten folgen, wird viel Vertrauen zerst\u00f6rt, dass eigentlich aufgebaut werden soll\u201c, kommentiert Gr\u00f6ber. \u201eDeutschland muss jetzt mit gutem Beispiel vorangehen: durch die Erf\u00fcllung seines 6-Milliarden-Euro-Versprechens f\u00fcr internationale Klimafinanzierung und durch einen aktiven Beitrag zu einer gerechteren internationalen Finanzarchitektur. Es sollte den Weg frei machen f\u00fcr die Weiterleitung von Sonderziehungsrechten an multilaterale Entwicklungsbanken. Angesichts des Wegbrechens der US-Regierung m\u00fcssen Deutschland und die EU nun zeigen, dass sie die neue Weltordnung mitgestalten wollen. Die Sevilla-Aktions-Plattform bietet eine gute M\u00f6glichkeit, diese Ambitionen nachzusch\u00e4rfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/christiangroeber\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"176\" height=\"240\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/07\/Christian-Groeber-germanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1077\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Christian Gr\u00f6ber ist Referent f\u00fcr internationale Finanzarchitektur bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\" style=\"width:165px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/CONF.227\/2025\/L.1\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"804\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/07\/FfD4-Abschlussdokument-Sevilla-2025-T.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1078\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Abschlussdokument der 4. Internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) steht <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/CONF.227\/2025\/L.1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 4. Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung vom Juli 2025 in Sevilla k\u00f6nnte ambitionierter Startpunkt f\u00fcr notwendige Systemreformen in der globalen Entwicklungsfinanzierung sein. Das Abschlussdokument unterstreicht die Notwendigkeit zus\u00e4tzlicher und vorhersehbarer Mittel insbesondere f\u00fcr Klimaanpassung und den Umgang mit Sch\u00e4den und Verlusten. Neue Zusagen dazu vermieden die an der Konferenz teilnehmenden L\u00e4nder jedoch. (Sevilla, 4. 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