{"id":1095,"date":"2025-07-31T16:42:36","date_gmt":"2025-07-31T14:42:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=1095"},"modified":"2025-07-31T18:27:13","modified_gmt":"2025-07-31T16:27:13","slug":"studie-belegt-monitoring-der-bundesregierung-droht-energiewende-auszubremsen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/studie-belegt-monitoring-der-bundesregierung-droht-energiewende-auszubremsen\/","title":{"rendered":"Studie belegt: Monitoring der Bundesregierung droht Energiewende auszubremsen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Kurzstudie im Auftrag von Germanwatch sieht gravierende M\u00e4ngel im geplanten Energiewende-Monitoring. In den zugrunde gelegten Energiewendeszenarien finden sich keinerlei Belege f\u00fcr die Notwendigkeit einer &#8222;Neuausrichtung&#8220; von Energiepolitik im Jahr 2025. Die Verengung der energiepolitischen Diskussion durch die Bundesregierung \u00fcbersieht dr\u00e4ngende politische Handlungsbedarfe und \u00f6konomische Chancen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/07\/250731-NU-germanwatch-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1091\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 30. Juli 2025)<\/strong> Mit ihrer Ausrichtung des Energiewende-Monitorings droht die Bundesregierung politische Handlungsbedarfe und industriepolitische Chancen zu verpassen. Inhaltlich belegen die dort neu hinzugezogenen Studien keine Kostenvorteile kurzfristig reduzierter Energiewende-Ambitionen, methodisch weisen sie die gemachten Annahmen nicht transparent aus. Damit eignet sich das Monitoring in dieser Form nicht als Entscheidungsgrundlage f\u00fcr die Politik, selbst wenn es langfristige Ziele und sogar konkrete Ausbauziele f\u00fcr Erneuerbare Energien best\u00e4tigen w\u00fcrde. Dies sind Kernerkenntnisse einer heute ver\u00f6ffentlichten Kurzstudie des Energieexperten Dr. Tim Meyer im Auftrag der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in der Beauftragung des Energiewende-Monitorings durch die Bundesregierung erkennt die Studie eine klare Voreingenommenheit, Kosteneinsparpotenziale durch ein Bremsen des Erneuerbaren-Ausbaus und mehr fossile Energienutzung zu identifizieren \u2013 anstatt Herausforderungen wie Modernisierung und Ausbau der Verteilnetze in den Blick zu nehmen, um die Energiewende kosteneffizient zu beschleunigen. Studien-Autor Meyer: \u201eDie Ausschreibung erweckt den Eindruck, als wolle das Wirtschaftsministerium sich in eine Beobachterrolle eines \u201eWeiter so\u201c zur\u00fcckziehen, anstatt die sektoren\u00fcbergreifende Gestaltungsaufgabe Energiewende entschlossen anzunehmen. So droht das Monitoring wichtige Dynamiken etwa bei Speichern zu untersch\u00e4tzen, zugleich aber tats\u00e4chlich dr\u00e4ngenden politischen Handlungsbedarf ebenso wie die industriepolitischen Chancen einer vorw\u00e4rtsgewandten Modernisierungsagenda zu ignorieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kurzstudie untersucht auch die dem Monitoring zugrunde gelegten Energiewende-Studien:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sie zeigt, dass sich die gro\u00dfe Bandbreite der Absch\u00e4tzungen von fast 100 Prozent beim angenommenen Strombedarf im Jahr 2045 oder von \u00fcber 120 Prozent bei Gaskraftwerken im Jahr 2030 (jeweils zwischen niedrigstem und h\u00f6chstem Szenario) aus sehr unterschiedlichen Annahmen ableitet.<\/li>\n\n\n\n<li>Besonders problematisch ist, dass diese sehr relevanten Annahmen ebenso wie die ausgewiesenen Kosteneinsparpotenziale in den von Marktakteuren herangezogenen Szenarien zu erheblichen Teilen nicht erkl\u00e4rt und transparent ausgewiesen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch gebe es innere Widerspr\u00fcche zwischen einigen politischen Botschaften und den tats\u00e4chlich ausgewiesenen Mengenger\u00fcsten und Zahlen, etwa mit Blick auf den Bau von Gaskraftwerken.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Meyer: \u201eAufgrund des hohen Ma\u00dfes an Intransparenz eignen sich diese Szenarien nicht als politische Entscheidungsgrundlage.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klimaziele werden teilweise in Szenarien nicht erreicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeigt die Kurzstudie, dass nicht alle zugrunde gelegten Szenarien das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t erreichen. Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch: \u201eDer Koalitionsvertrag bekr\u00e4ftigt klar das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2045, welches aufgrund des Bundesverfassungsgerichtsurteils 2021 beschlossen und zudem j\u00fcngst im Grundgesetz verankert wurde. Szenarien, die damit nicht im Einklang stehen, d\u00fcrfen nicht als Grundlage f\u00fcr Empfehlungen des Monitoringberichts und damit f\u00fcr politische Entscheidungen genutzt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der im Monitoring hinzugezogenen Szenarien von Marktakteuren setzen stark auf die Nutzung fossil basierten blauen Wasserstoffs oder von Carbon Capture and Storage. Problematisch ist dabei, dass weder Mengenger\u00fcste noch Kostenannahmen dieser und alternativer Technologien offengelegt und die Herausforderungen des Ausgleichs der dabei unvermeidlich verbleibenden Restemissionen durch negative Emissionen nicht angemessen adressiert werden. Bals: \u201eWir haben die Chance, durch die entschlossene Modernisierung unserer Energieinfrastruktur, den Ausbau der Erneuerbaren und die Nutzung von gr\u00fcnem Wasserstoff im Stromsektor schnell Emissionen zu senken und perspektivisch klimaneutral zu werden. Der Stromsektor leistet auch einen st\u00e4ndig steigenden Beitrag zur schnellen Dekarbonisierung der anderen Sektoren. Es gilt, die Ursachen aktueller Verz\u00f6gerungen und Engp\u00e4sse politisch zu adressieren, anstatt zugunsten fossiler L\u00f6sungen die Dekarbonisierung des Stromsektors zu verschleppen. Das Bundesverfassungsgericht hat sehr klar gemacht, dass eine Verringerung der Ambitionen den Freiheitsraum der jungen Generation \u00fcber Geb\u00fchr einschr\u00e4nkt, weil diese sp\u00e4ter unter noch mehr Druck handeln und in noch gr\u00f6\u00dferen Mengen Negativemissionen erzielen muss.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/christophbals\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"262\" height=\"138\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/ChristophBalsK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Christoph Bals ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand Politik bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">germanwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\" style=\"width:184px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/sites\/default\/files\/2025-07\/Germanwatch_Kurzstudie%20Energiewende-Monitoring_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/07\/Germanwatch_Kurzstudie-Energiewende-Monitoring-250730-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1092\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kurzstudie im Auftrag von germanwatch zum &#8222;EnergiewendeMonitoring&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/sites\/default\/files\/2025-07\/Germanwatch_Kurzstudie%20Energiewende-Monitoring_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kurzstudie im Auftrag von Germanwatch sieht gravierende M\u00e4ngel im geplanten Energiewende-Monitoring. 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