{"id":1115,"date":"2025-11-05T17:12:37","date_gmt":"2025-11-05T16:12:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=1115"},"modified":"2025-11-05T17:12:37","modified_gmt":"2025-11-05T16:12:37","slug":"weltklimakonferenz-cop30-muss-neue-phase-einleiten-vom-verhandeln-ins-handeln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/weltklimakonferenz-cop30-muss-neue-phase-einleiten-vom-verhandeln-ins-handeln\/","title":{"rendered":"Weltklimakonferenz COP30 muss neue Phase einleiten: Vom Verhandeln ins Handeln"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Ambitionierte Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz sind dringender denn je, doch politische Fortschritte bleiben schleppend, fragmentiert und werden durch geopolitische Spannungen zunehmend blockiert. Auf der UN-Klimakonferenz COP30 vom 10. November 2025 an wird das Schlie\u00dfen der globalen Ambitionsl\u00fccke im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist, einen Rahmen f\u00fcr h\u00f6here Emissionsminderungsziele zu schaffen und den beschlossenen Ausstieg aus fossilen Energien konsequent umzusetzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/11\/251105-NU-germanwatch-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1111\" title=\"Foto: Nata Uchava, Magdeburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin\/Bonn\/Bel\u00e9m, 5. November 2025) <\/strong>Ab morgen leitet das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs die diesj\u00e4hrige Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Bel\u00e9m ein. Die Konferenz selbst startet am kommenden Montag, den 10. November 2025. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht die COP30 zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen als H\u00e4rtetest f\u00fcr funktionierende internationale Klima-Zusammenarbeit in geopolitisch schwieriger Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDie Staatengemeinschaft muss nun, wo endlich alle Regeln des Pariser Klimaabkommens verabschiedet sind, vom Verhandeln ins Handeln kommen. Wird sie ernsthaft beginnen, die globale L\u00fccke zu schlie\u00dfen zwischen dem, was n\u00f6tig ist und dem, was bisher politisch m\u00f6glich erscheint? Es geht darum, ab jetzt j\u00e4hrlich die noch unzureichenden Klimaziele nachzubessern, einen Plan f\u00fcr den beschleunigten Ausstieg aus den fossilen Energien zu beschlie\u00dfen und einen politischen Durchbruch beim globalen Ziel f\u00fcr die Anpassung an den Klimawandel zu erreichen\u201d, sagt Laura Sch\u00e4fer, Leiterin des Bereichs Internationale Klimapolitik bei Germanwatch. Neben diesen Themen m\u00fcsse der UN-Klimaprozess (UNFCCC) auch selbst reformiert werden: \u201cWenn die UNFCCC jetzt mutig reformiert wird, kann sie vom Forum der Verhandlungen zum Motor des Handelns werden&#8220;, f\u00fcgt Sch\u00e4fer hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Staaten m\u00fcssen dabei unterst\u00fctzt werden, eigene Ziele \u00fcberzuerf\u00fcllen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klar ist: Die zur Gefahrenabwehr notwendigen Pariser Klimaziele werden auch mit den neuen Klimazielen der L\u00e4nder nicht erreicht. Petter Lyd\u00e9n, Co-Bereichsleiter f\u00fcr Internationale Klimapolitik bei Germanwatch: \u201cWichtig ist, ab jetzt jedes Jahr \u00fcber die bisherigen Ank\u00fcndigungen hinauszugehen. Es gilt, einen Fahrplan f\u00fcr den beschleunigten Ausstieg aus Kohle, \u00d6l und Gas zu verabschieden. Die sich st\u00e4ndig verbessernde Wettbewerbsf\u00e4higkeit von erneuerbaren Energien und Elektrifizierung sowie andere ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen sollten es vielen L\u00e4ndern erm\u00f6glichen, \u00fcber die bisher vorgelegten Selbstverpflichtungen hinauszugehen. Dies gilt nicht zuletzt f\u00fcr Deutschland und die EU, die mit einem EU-Klimaziel, das erhebliche Schlupfl\u00f6cher aufweist, nach Bel\u00e9m reisen. Auf der COP30 ist es unerl\u00e4sslich, dass die Welt Wege findet, um diese gr\u00f6\u00dferen Emissionsreduktionen in den kommenden Jahren zu erm\u00f6glichen und zu unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anpassungsziel muss konkret und verbindlich werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein zentraler Pr\u00fcfstein der COP30 in Bel\u00e9m ist das Globale Ziel f\u00fcr Anpassung. Nachdem in Dubai vor zwei Jahren erstmals ein politisches Fundament geschaffen wurde, muss es in Bel\u00e9m durch Indikatoren messbar und mit Leben gef\u00fcllt werden. \u201cUm das Anpassungsziel zu einem echten politischen Hebel zu machen, m\u00fcssen sich die Staaten auf robuste und gerechte Indikatoren einigen. Diese m\u00fcssen auch klare Messgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr Finanzierung, Kapazit\u00e4tsaufbau und Technologietransfer enthalten. In Bel\u00e9m entscheidet sich, ob das Globale Anpassungsziel die notwendige Richtung und Verbindlichkeit erh\u00e4lt\u201d, sagt Sch\u00e4fer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finanzierung f\u00fcr Anpassung und Verluste, auch aus neuen Quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne ausreichende Finanzierung werden die Ziele des Pariser Klimaabkommens \u2011 sowohl im Bereich der Minderung als auch der Anpassung \u2011 f\u00fcr die meisten L\u00e4nder nicht umsetzbar sein. Mit Spannung wird deshalb die Baku-to-Bel\u00e9m Roadmap erwartet, die aufzeigen soll, wie bis zum Jahr 2035 \u00f6ffentliche und private Gelder in H\u00f6he von 1,3 Billionen US-Dollar j\u00e4hrlich organisiert werden k\u00f6nnen. \u201cArme und gef\u00e4hrdete L\u00e4nder brauchen Klarheit, wie und wann sie verl\u00e4ssliche Finanzierung von den L\u00e4ndern erhalten k\u00f6nnen, die die Klimakrise verantwortet haben. Die COP muss sicherstellen, dass es ausreichend \u00f6ffentliche Mittel f\u00fcr Anpassung sowie Verluste und Sch\u00e4den und wo notwendig auch Klimaschutz gibt. Angesichts knapper Kassen und gest\u00e4rkt durch den Internationalen Gerichtshof sollten nun die Verursacher der Klimakrise ihren Beitrag leisten. Deutschland sollte sich etwa einer Gruppe von Staaten anschlie\u00dfen, die eine Abgabe auf Premiumtickets und Privatjets durchsetzt. Die Global Solidarity Levies Taskforce hat diese Initiative vorbereitet. Solche konkreten Vorschl\u00e4ge k\u00f6nnen neue Finanzquellen mobilisieren, ohne die Schuldenlast armer Entwicklungsl\u00e4nder noch weiter zu erh\u00f6hen\u201d, so Ute Sudmann, Co-Bereichsleiterin f\u00fcr Zukunftsf\u00e4hige Finanzfl\u00fcsse bei Germanwatch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kanzler Merz muss klimapolitische F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler Merz wird am Freitag am vorgeschalteten Leaders Summit in Bel\u00e9m teilnehmen. \u201eVon Bundeskanzler Merz erwarten wir ein klares Signal: Deutschland steht hinter den Zielen des Pariser Abkommens und ist bereit, die notwendigen Ver\u00e4nderungen konsequent im eigenen Land umzusetzen. Das ist Ausdruck notwendiger globaler Verantwortung \u2013 und zugleich im direkten sicherheits- und wirtschaftspolitischen Interesse Deutschlands. Denn die Klimakrise z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit\u201c, so Sch\u00e4fer.<\/p>\n\n\n\n<p>Germanwatch erwartet zudem von Bundeskanzler Merz, dass Deutschland seiner weltweiten F\u00fchrungsrolle auch im Finanzierungsbereich gerecht wird. \u201cDie aktuellen K\u00fcrzungen in den Haushalten f\u00fcr 2025 und 2026 gef\u00e4hrden Deutschlands Zusagen f\u00fcr das internationale Klimafinanzierungsziel in H\u00f6he von mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr. Diese L\u00fccke sollte aus dem deutschen Klimatransformationsfonds geschlossen werden. Zudem muss sich Deutschland ein neues Finanzierungsziel setzen. Dieses muss mindestens eine Verdopplung der Haushaltsmittel f\u00fcr die deutsche Klimafinanzierung auf 12 Milliarden Euro bis 2030 vorsehen. Zur Generierung der Mittel sollte Deutschland gemeinsam mit anderen L\u00e4ndern neue Abgaben nach dem Verursacherprinzip einf\u00fchren. Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes hat deutlich gemacht, dass ausreichende internationale Klimafinanzierung nicht nur Wohlt\u00e4tigkeit, sondern eine klare rechtliche Verpflichtung ist\u201d, betont Sudmann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/lauraschafer\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"176\" height=\"240\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/11\/Laura-Schaefer-germanwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1116\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Laura Sch\u00e4fer ist Leiterin des Bereichs Internationale Klimapolitik bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/11\/germanwatch-logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1117\" style=\"width:181px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/sites\/default\/files\/2025-10\/Germanwatch_COP30%20Erwartungspapier_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2025\/11\/Germanwatch_COP30-Erwartungspapier_2025-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1112\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das von germanwatch erarbeitete Hintergrundpapier &#8222;Vom Verhandeln ins Handeln&#8220; zur COP30 steht <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/sites\/default\/files\/2025-10\/Germanwatch_COP30%20Erwartungspapier_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ambitionierte Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz sind dringender denn je, doch politische Fortschritte bleiben schleppend, fragmentiert und werden durch geopolitische Spannungen zunehmend blockiert. 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