{"id":154,"date":"2019-06-06T13:11:46","date_gmt":"2019-06-06T11:11:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=154"},"modified":"2020-09-09T15:10:21","modified_gmt":"2020-09-09T13:10:21","slug":"plastikatlas-raus-aus-der-plastikkrise-umsteuern-auf-allen-ebenen-jetzt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/plastikatlas-raus-aus-der-plastikkrise-umsteuern-auf-allen-ebenen-jetzt\/","title":{"rendered":"Plastikatlas: Raus aus der Plastikkrise \u2013 Umsteuern auf allen Ebenen, jetzt!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die globale Plastikflut w\u00e4chst exponentiell und unkontrolliert. Von der Produktion bis zur Entsorgung entstehen im Laufe des Lebenszyklus von Plastik gewaltige Mengen an Treibhausgasen und gef\u00e4hrdet das Erreichen der weltweiten Klimaziele. Hinzu kommen die gesundheitlichen Risiken, die vor allem durch Mikroplastik und giftige Zusatzstoffe in den Kunststoffen bestehen; hier sind vor allem Frauen, Kinder und Neugeborene enormen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 6. Juni 2019)<\/strong> Die Welt versinkt im Plastik: Plastik im Boden, im Wasser, in der Luft. Wir essen Plastik, tragen Plastik als Kleidung am K\u00f6rper und cremen uns mit Mikroplastik in Kosmetik das Gesicht. Der heute ver\u00f6ffentlichte <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u201ePlastikatlas\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2019\/05\/14\/plastikatlas?dimension1=ds_plastikatlas\" target=\"_blank\">\u201ePlastikatlas\u201c<\/a> der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) umrei\u00dft das Ausma\u00df der Plastikkrise und verdeutlicht: Die tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik sind nicht ein Problem der Entsorgung oder der Verbraucherinnen und Verbraucher. Hauptursache sind insbesondere international agierende Unternehmen, die ihren Verantwortlichkeiten nicht nachkommen und stattdessen sogar eine Ausweitung der Plastikproduktion planen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/06\/plastikatlas43.jpg\" title=\"PLASTIKATLAS | Appenzeller\/Hecher\/Sack, CC BY 4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/06\/plastikatlas43-1024x978.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-153\" width=\"320\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>BUND und Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung fordern von der Politik wirksame Ma\u00dfnahmen zur weltweiten L\u00f6sung der Plastikkrise, die vor allem auf eine Reduktion von Produktion und Konsum von Plastik setzen. Neben Gesetzen zum Endverbrauch m\u00fcssten jetzt insbesondere die Hersteller und die petrochemische Industrie als Hauptverursacher in die Pflicht genommen werden. <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2019\/06\/06\/so-denken-die-deutschen-ueber-die-plastikkrise\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Eine repr\u00e4sentative Forsa-Umfrage zeigt, dass deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher die Hersteller von Plastikartikeln klar in der Verantwortung sehen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Eine repr\u00e4sentative Forsa-Umfrage zeigt, dass deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher die Hersteller von Plastikartikeln klar in der Verantwortung sehen<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>83 Prozent der Befragten sind daf\u00fcr, Abgaben auf\nPlastikprodukte zu erheben, die von den Herstellern getragen werden.<\/li><li>86 Prozent der Befragten bef\u00fcrworten eine\nst\u00e4rkere Beteiligung von Unternehmen an den Kosten f\u00fcr Reinigungsma\u00dfnahmen in\nFolge der Umweltverschmutzung durch Plastik.<\/li><li>Und sogar 92 Prozent sprechen sich f\u00fcr ein\nVerbot von Plastikm\u00fcllexporten in L\u00e4nder mit unzureichenden Umwelt- und\nSozialstandards aus.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\u201eAlle Welt redet \u00fcber Plastik. Das ist gut so. Doch wir\nhaben ein unvollst\u00e4ndiges und verzerrtes Bild davon, wer und was die globale\nPlastikkrise verursacht und wie wir sie anpacken m\u00fcssten. Verbote von\nStrohhalmen, Einwegbechern und T\u00fcten sind ein erster Schritt, sie werden jedoch\neine der gr\u00f6\u00dften Umweltkrisen, die den ganzen Planeten erfasst, nicht beenden\u201c,\nsagt Barbara Unm\u00fc\u00dfig, Vorstand der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung. \u201eWenigen ist\nbewusst, dass Kunststoffe urspr\u00fcnglich ein Abfallprodukt der petrochemischen\nIndustrie waren. Bis heute sind ExxonMobil, BASF, Eni, INEOS, und Dow die\ngr\u00f6\u00dften Plastikproduzenten weltweit. Sie beherrschen mit insgesamt fast 420\nMilliarden Euro Umsatz den globalen Markt und planen, die Produktion in den\nn\u00e4chsten Jahren weiter auszubauen \u2011 nicht zuletzt als Alternativstrategie,\nfalls Energie- und Mobilit\u00e4ts-Wende an Tempo gewinnen. Die massenhafte\nVerf\u00fcgbarkeit der billigen Plastikrohstoffe Erd\u00f6l und Erdgas ist zugleich der\nGrund daf\u00fcr, dass faktisch kaum recycelt wird und eine echte\nKreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie nicht in Gang kommt. Hier muss\njede Strategie zur \u00dcberwindung der Plastikkrise ansetzen: Die Politik muss die\ngro\u00dfen Plastik- und Konsumg\u00fcterkonzerne in die Verantwortung nehmen\u201c, so\nUnm\u00fc\u00dfig weiter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/person\/barbara-unmuessig\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/10\/BarbaraUnmuessig2T.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Barbara Unm\u00fc\u00dfig ist Vorstand der <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung.<\/a><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/05\/LogoHBS-300x148.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201ePlastik ist ein globales Problem, das uns alle angeht\u201c,\nerkl\u00e4rt Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, mit Blick auf das Ausma\u00df der\nPlastikkrise. \u201eWenn wir jetzt nicht gegensteuern, schaffen wir Gesundheits- und\nUmweltprobleme mit bislang unabsehbaren Folgen f\u00fcr uns und die nachfolgenden\nGenerationen. Wir rufen die nationalen Regierungen und die internationale Staatengemeinschaft\nauf, aktiv zu werden und dem Plastikwahn einen Riegel vorzuschieben. Der BUND\nfordert einen Dreiklang f\u00fcr eine Plastikwende: Verbote von Schadstoffen und\nMikroplastik sowie die Bek\u00e4mpfung von Plastikm\u00fcll.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland ist einer der gr\u00f6\u00dften Standorte f\u00fcr\nKunstoffproduzenten und Kunstoffverarbeiter in Europa. Verglichen mit seiner\nGr\u00f6\u00dfe tr\u00e4gt Deutschland damit eine betr\u00e4chtliche Verantwortung f\u00fcr die\nweltweite Plastikverschmutzung. Die Wiederverwertung von M\u00fcll ist global und in\nDeutschland Wunschdenken. \u00dcber 60 Prozent des in Deutschland gesammelten\nVerpackungsm\u00fclls werden verbrannt. Weiger weiter: \u201eLange haben wir uns in\nDeutschland als Recyclingweltmeister ger\u00fchmt, doch die Realit\u00e4t sieht anders\naus: Nur knapp 38 Prozent unseres Plastikm\u00fclls werden tats\u00e4chlich dem Recycling\nzugef\u00fchrt. Und der Skandal dabei ist: Plastik gilt bereits als recycelt, wenn\nes ins Ausland exportiert wird. Nach dem Prinzip \u201aAus dem Augen aus dem Sinn\u2018\nexportieren wir und andere Industriestaaten unseren Plastikabfall in\nDrittl\u00e4nder und verlagern das Problem somit nur r\u00e4umlich. Wir sollten Vorreiter\nsein, statt unsere Verantwortung abzuschieben.\u201c&nbsp;\nVor Ort, zum Beispiel in den L\u00e4ndern Asiens, hat diese Wegwerfmentalit\u00e4t\ndes Westens erschreckende \u00f6kologische, soziale und gesundheitliche\nAuswirkungen. Weiger: \u201eDie notwendige Infrastruktur zur Bew\u00e4ltigung unserer\nM\u00fcllberge gibt es in diesen L\u00e4ndern nicht. Der M\u00fcll wird h\u00e4ufig unkontrolliert\nverbrannt oder landet auf Deponien und in der Umwelt. Viele Menschen fristen ihr\nLeben unter erb\u00e4rmlichen Umst\u00e4nden und wir leben und konsumieren weiter sorglos\nPlastikprodukte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die globale Plastikflut w\u00e4chst exponentiell und\nunkontrolliert. Seit Beginn der Plastikproduktion Mitte des 20. Jahrhunderts\nwurden rund 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoffe produziert \u2013 davon mit 44 Prozent\nbeinahe die H\u00e4lfte erst seit dem Jahr 2000. Das entspricht mehr als einer Tonne\nPlastik pro Kopf der heutigen Erdbev\u00f6lkerung. Jedoch gibt es regional sehr\ngro\u00dfe Unterschiede: In den USA fallen zum Beispiel im Jahr f\u00fcnf Mal mehr M\u00fcll\npro Kopf an als in Indien. Weiger weiter: \u201eDie Industrienationen zelebrieren\neinen verschwenderischen und ressourcenfressenden Lebensstil und sind damit\nkein Vorbild.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Barbara Unm\u00fc\u00dfig sagt: \u201ePlastikartikel ben\u00f6tigen teilweise hunderte von Jahren, um sich zu zersetzen. Und auch dann bleibt es als Gift in der Umwelt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Plastiks, etwa 40 Prozent, steckt in Verpackungen und ist damit in der Regel fast unmittelbar Abfall. Dieser ist vor allem als Meeresm\u00fcll inzwischen als Problem erkannt. Doch die tats\u00e4chlichen Ausma\u00dfe der Plastikkrise gehen viel weiter: Die industrielle Landwirtschaft nutzt ebenfalls gigantische Mengen an Kunststoff. Die Verschmutzung von B\u00f6den und Binnengew\u00e4ssern ist je nach Umgebung zwischen vier- und 23-mal so hoch wie im Meer. Zudem heizt Plastik die Klimakrise an: Von der Produktion bis zur Entsorgung entstehen im Laufe des Lebenszyklus von Plastik gewaltige Mengen an Treibhausgasen und gef\u00e4hrdet das Erreichen der weltweiten Klimaziele. Hinzu kommen die gesundheitlichen Risiken, die vor allem durch Mikroplastik und giftige Zusatzstoffe in den Kunststoffen bestehen. Hier sind vor allem Frauen, Kinder und Neugeborene enormen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt\u201c, so Unm\u00fc\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2019\/05\/14\/plastikatlas?dimension1=ds_plastikatlas\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/06\/plastikatlas_2019-T.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der Plastikatlas steht <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2019\/05\/14\/plastikatlas?dimension1=ds_plastikatlas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF oder zum Bestellen<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die globale Plastikflut w\u00e4chst exponentiell und unkontrolliert. Von der Produktion bis zur Entsorgung entstehen im Laufe des Lebenszyklus von Plastik gewaltige Mengen an Treibhausgasen und gef\u00e4hrdet das Erreichen der weltweiten Klimaziele. Hinzu kommen die gesundheitlichen Risiken, die vor allem durch Mikroplastik und giftige Zusatzstoffe in den Kunststoffen bestehen; hier sind vor allem Frauen, Kinder und &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/plastikatlas-raus-aus-der-plastikkrise-umsteuern-auf-allen-ebenen-jetzt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePlastikatlas: Raus aus der Plastikkrise \u2013 Umsteuern auf allen Ebenen, jetzt!\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":114,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-154","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=154"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":377,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154\/revisions\/377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}